Thema der Tagung
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Die Tagung "Philosophy, Theory and History in Germany" (15.-16. September, 2014) untersucht das Verhältnis zwischen analytischer Philosophie und Geschichtstheorie in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute. Obwohl Diskussionen über Theorie und Methoden der Geschichte, die von Historikern geführt wurden, mit den Diskussionen über die Philosophie der Geschichte, die von Philosophen geführt wurden, sehr verwandt sind, haben beide Diskussionsgruppen von einander kaum Notiz genommen. In dieser Tagung werden renommierte Referenten das tatsächliche Verhältnis zwischen analytischer Philosophie und deutsche Geschichtswissenschaft seit 1945 näher untersuchen.

Das Thema wird aus zwei Perspektiven – einer historischen (a) und einer philosophischen (b) – beleuchtet:

(a) Zunächst wird die Tagung die Frage diskutieren: "Welche Rolle spielte die analytische Philosophie in den Theoriediskussionen der deutschen Geschichtswissenschaft in der Vergangenheit?" Auf diese scheinbar simple Frage gibt es tatsächlich unterschiedliche, komplexe Antworten, die noch keinen Konsensus unter Historikern gefunden habenn. Die Schwierigkeit der Beantwortung liegt darin, dass Geschichtstheoretiker häufig Fragen über Epistemologie, Logik und Sprachphilosophie diskutiert haben, ohne die Forschungslage der analytischen Philosophie einzubeziehen. Die Aufgabe besteht hier also, den stillen Dialog und das Nicht-Verhältnis zwischen Geschichtstheorie und analytischer Philosophie historisch ausfindig zu machen.

(b) Zweitens wird die Tagung die Frage diskutierten: "Welche Rolle sollte die gegenwärtige analytische Philosophie für die deutsche Geschichtswissenschaft spielen?" Es ist wichtig, nicht lediglich die historische Frage zu stellen, sondern auch die heutige Lage in den Blick zu nehmen. Diese Frage kann natürlich in einen historischen Kontext eingerahmt sein, aber letztendlich müssen argumentative Gründe die Antworten liefern, ob eine Brücke geschlagen werden sollte zwischen Geschichtstheorie und der analytischen Philosophie. Aufgrund der fehlenden interdisziplinären Diskussionen zwischen Geschichtstheoretikern und analytischen Philosophen wird es eine Herausforderung sein, eine gemeinsame sachliche und begriffliche Grundlage zu finden. Dieses Unterfangen könnte allerdings belohnt werden, sollte es möglich sein, eine gemeinsame Sprache zu finden, in der ähnliche Themenfelder diskutiert werden können. Da deutsche Geschichtstheoretiker an theoretischen und methodologischen Themen interessiert sind, die auch von analytischen Philosophen diskutiert werden (wie z.B. Handlungstheorie, Epistemologie, Sprachphilosophie oder Logik), könnte das Zusammentreffen beider Disziplinen viele neue Anstöße liefern.



The conference "Philosophy, Theory and History in Germany Since 1945" is supported by the Ruhr University Research School PLUS, funded by Germany’s Excellence Initiative [DFG GSC 98/3].