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AG Phänomenologie und
neuere französische Philosophie
 
      
 


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Präsentation
 

Die Arbeitsgruppe Phänomenologie und neuere französische Philosophie ist aus dem Arbeitsbereich von Prof. Dr. Bernhard Waldenfels im DFG-Graduiertenkolleg Phänomenologie und Hermeneutik hervorgegangen, das von 1992 bis 1998 gemeinsam an den philosophischen Instituten der Bergischen Universität Gesamthochschule Wuppertal und der Ruhr-Universität Bochum durchgeführt wurde. Seit vielen Jahren richten sich die Bemühungen darauf, den Gedankenverkehr zwischen Deutschland und Frankreich für gegenwärtige Fragestellungen fruchtbar zu machen. Zu dieser Arbeit gehört nicht nur die Herausgabe und Übersetzung wichtiger Werke von Merleau-Ponty, Ricœur und Derrida, sondern dazu gehört vor allem auch die eigenständige Arbeit an Phänomenen und Texten, bei der neben den geläufigen Nachbarwissenschaften auch Disziplinen wie Ethnologie, Psychoanalyse und Medientheorie eine Rolle spielen. Die meisten dieser Arbeiten erscheinen fortlaufend in den Reihen "Übergänge" und "Phänomenologische Untersuchungen" beim Fink-Verlag.


Einen wichtigen Schwerpunkt bildet eine Genealogie der Ethik, die aus dem Antworten auf fremde Ansprüche erwächst und allen normativen Regelungen sowie pragmatischen Nutzerwägungen vorausgeht. Damit treten Motive wie Gabe, Tausch und Opfer, die Rolle eines außervertraglichen Versprechens, der rechtsüberschreitende Anspruch der Gerechtigkeit, die lebensweltliche Verankerung politischer Institutionen sowie die Rolle des Fremden und die psychoanalytisch zu eruierende Sprache des Begehrens in den Mittelpunkt. Diese Ethik, die vom Anderen ausgeht, verbindet sich mit einem Ethos der Sinne, das sich im leiblichen Verhalten niederschlägt. Weitere Interessen richten sich auf die Welt der Bilder, die in ihrer alltäglichen wie in ihrer künstlerischen Form nicht nur unser Wahrnehmen durchdringt und unser Gedächtnis prägt, sondern im Gefolge neuer Bildmedien andersartige Wirklichkeiten und Unwirklichkeiten schafft. Von daher ergeben sich Bezüge zur Theorie einer leiblich verankerten Technik, die den alten Dualismus von Geist/ Seele und Körper unterläuft. Schließlich stellt uns die Dezentrierung des Subjekts vor die Frage nach dem Status des menschlichen Selbst. Das sogenannte Subjekt sucht im Medium von Erzählzusammenhängen, Rolleninszenierungen, Selbstverdoppelungen und Selbstspaltungen einen Platz, ohne je völlig an seinem Platz zu sein. Die Ortlosigkeit, die 'Atopie' des Sokrates gewinnt damit einen neuen Sinn.


Die gemeinsame Arbeit wird unterstützt durch intensive Außenkontakte. Die meisten Mitglieder der Forschungsgruppe arbeiten in der "Deutschen Gesellschaft für Phänomenologie" mit, die viele Jahre von Bochumer und Wuppertaler Präsidenten (O. Pöggeler, K. Held, B. Waldenfels, A. Haardt, L. Tengelyi) geleitet wurde. Außerdem bestehen intensive internationale Kontakte mit Forschungsgruppen und Archiven in Freiburg (Husserl-Archiv), Löwen (Husserl-Archiv), Paris, Wien (Gruppe Phänomenologie), Wuppertal (L. Tengelyi), Stony Brook, Memphis (R. Bernasconi), Buenos Aires, Kyoto (K. Washida), Tokio (J. Murata, I. Yamaguchi) sowie mit Budapest (M. Vajda), Ljubljana (A. u. D. Komel), Minsk (Topos), Prag (P. Kouba), Warschau (B. Markiewicz´, St. Czerniak), Bukarest (G. Cencel, I. Tanasescu), Rom/Cagliari (G. Baptist) und Kiew (L. Sytnichenko). Der Kontakt mit osteuropäischen Universitäten wurde auch durch das Tempus-Programm der EU gefördert. –– Bitte beachten Sie die Verweise auf der Link-Seite.

 
 
 
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Letzte Änderung: 19.04.2007  | Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik