Lungenkrebs
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Lungenkrebs und Asbest

Epidemiologie

Epidemiologisch wurde eine überdurchschnittliche Häufung von Bronchialtumoren bei Asbestexposition beobachtet. Je nach Disposition des betroffenen Menschen, Art und Dauer der Exposition, sowie weiterer Risikofaktoren kann sich als Reaktion auf Asbestfasern also auch ein Tumor der Lunge oder des Kehlkopfes entwickeln.
Die Schwierigkeit, den Lungen- oder Kehlkopfkrebs auf eine Asbest-Exposition zurückzuführen besteht darin, dass die Tumoren sich histologisch, morphologisch und topographisch nicht von Tumoren anderer Ursache, z.B. Tabakkonsum oder Umweltbelastung, unterscheiden lassen. Ein weiteres Problem ist die Abgrenzung eines primären Lungenkrebses von Absiedlungen eines außerhalb der Lunge gelegenen primären Tumors, die häufig in die Lunge metastasieren.

Zahlen

In Deutschland werden jedes Jahr ca. 40.000 Lungentumore neu diagnostiziert. Von diesen weisen aber nur eine geringe Anzahl (etwas 800) Spuren einer stattgehabten Asbestexposition auf und sind somit als Berufskrankheit anzuerkennen. Hauptrisikofaktor für einen Lungenkrebs ist das Rauchen.

Latenzzeit

Bis es von einer stattgefundenen Asbestexposition zum Krebs kommt, vergehen oft viele Jahre. Die mittlere Latenzzeit bis zum Ausbrechen der Krankheit liegt im Mittel bei etwa 38 Jahren, auf jeden Fall aber über 25 Jahren.

Berufskrankheit (BK) Nr. 4104

Nach langjähriger Diskussion um den Nachweis der Ursache wurde schließlich 1943 der Lungenkrebs in Verbindung mit einer Asbestose oder mit einer durch Asbeststaub verursachten Erkrankung der Pleura zur anerkennungswürdigen Berufskrankheit. Seit 1992 kann ein Lungenkrebs auch ohne medizinische Brückenbefunde als Berufskrankheit anerkannt werden, wenn sich eine langjährige sehr hohe Belastung durch Asbeststaub am Arbeitsplatz nachweisen lässt.

Kehlkopfkrebs in Verbindung mit Asbest

Seit 1997 kann auch der Kehlkopfkrebs in Verbindung mit Brückenbefunden als Berufskrankheit anerkannt werden.