Ruhr-Universität Bochum – Seminar für Orientalistik und Islamwissenschaften

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Seminar für Orientalistik und Islamwissenschaft
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Forschung

Glossarium Græco-Arabicum [... more]Flagge Englisch

Glossarium Græco-Arabicum is a project of Ruhr-Universität Bochum, Seminar für Orientalistik und Islamwissenschaft. From 1994 to 2006, it was supported by the German Research Foundation (Deutsche Forschungsgemeinschaft). Since 2010, it has been established as a research unit of project “Greek into Arabic — Philosophical Concepts and Linguistic Bridges”, funded by the European Research Council, and directed by Cristina D’Ancona (University of Pisa). At present, research for the Glossarium Græco-Arabicum is being conducted at Bochum by Gerhard Endreß, Rüdiger Arnzen and Yury Arzhanov.

List of Sources

ArticleFlagge Deutsch about the project in RUBIN (Frühjahr 2012).

Kontakt:Gerhard Endreß
Homepage:http://telota.bbaw.de/glossga

Die græco-islamische Medizin (ṭibb-i yūnānī, Unani Medicine) und ihre Darstellung in Südasien

Bedeutende Probleme und Kontroversen der arabischen Logik und Sprachphilosophie/Major issues and controversies of Arabic logic and philosophy of language

Zwischen Ašʿarīya und Māturīdīya: Abū Šakūr as-Sālimī (4./11. Jh.) und sein Tamhīd fī bayān at-tauḥīd [... mehr]

Im Zentrum des Forschungsvorhabens steht das arabische theologische Werk Tamhīd fī bayān at-tauḥīd (Einleitung in die Erklärung des Ein-Gott-Glaubens) von abū Šakūr as-Sālimī (4./11. Jh.). Dieser Autor wird der theologischen Richtung in der Nachfolge abū Manṣūr al-Māturīdī's (gest. 333/944) zugerechnet, die neben der Lehre, die von abū l-Ḥasan al-Ašʿarī (gest. 324/935) und seinen Anhängern vertreten wurde, die zweite Säule des sunnitischen Islams bildet und noch heute im Mittleren Osten, in der Türkei und auf dem Balkan zahlreiche Anhänger hat. Trotz der verstärkten Editionstätigkeit der letzten Jahrzehnte bestehen auf dem Gebiet der Erforschung der Māturīdīten Lehren noch erhebliche Defizite. Diese betreffen einmal die Erschließung der Texte, die teilweise noch immer nicht in Editionen zugänglich sind. Betroffen ist hiervon auch der Tamhīd fī bayān at-tauḥīd. Daneben ist noch ein erheblicher Forschungsbedarf zu verzeichnen, der insbesondere das Verhältnis der Māturīdīya zur Ašʿarīya betrifft. Das Projekt soll beide Ebenen, d.h. Texterschließung und Themenarbeit, verbinden, indem nicht nur eine kritische Edition des zu untersuchenden Textes erfolgen soll. Eine inhaltliche Besonderheit des Tamhīd ist nämlich darin zu sehen, dass in diesem Werk erstmals in den māturīdīschen Schriften al-Ašʿarī und seine Nachfolger als sunnitische Konkurrenz angeführt werden.

Al-Māturīdī selbst setzte sich primär mit der rationalen Theologie der Muʿtazila auseinander, für die die menschliche Vernunft das Maß aller Dinge war, so dass die für die islamische Theologie so wichtige Allmacht Gottes nicht mehr zu begründen war. Dagegen betonen die Schriften al-Ašʿarī's in erster Linie die Bedeutung der Offenbarung, so dass der Vernunft des Menschen kaum noch eine aktive Rolle zukam. Die Māturīdīten meinten demgegenüber, Vernunft und Offenbarung müssten gleichermaßen berücksichtigt werden, wie bereits bei al-Māturīdī geschehen, um eine Theologie zu entwickeln, die sowohl dem allmächtigen Gott als auch dem Menschen mit seiner rationalen Erkenntnisfähigkeit gerecht wird. Hinsichtlich der Lehren al-Ašʿarī's muss jedoch eine wichtige Einschränkung gemacht werden. Denn es ist in vielen Fällen gar nicht bekannt, ob bestimmte Aussagen auf ihn selbst zurückgehen oder ihm lediglich von späteren Anhängern zugeschrieben wurden. Insofern ist der Tamhīd fī bayān at-tauḥīd ein wichtiges Zeugnis auch für die Bewertung dieser Aussagen. Hier werden aus einer Außenperspektive Lehren dieser theologischen Schule wiedergegeben, was nicht nur den Prozess der Konsolidierung der māturīdītischen Schule in ihrer Auseinandersetzung mit der Ašʿarīya näher beleuchten kann. Vielmehr kann auch ein Beitrag zur weiteren Erforschung der ašʿarītischen Schule selbst geleistet werden, so dass die Ergebnisse des Projekts auch für die Erforschung der islamischen Theologie insgesamt nutzbar gemacht werden können.

Förderung:Deutsche Forschungsgemeinschaft
Kontakt:Dr. Angelika Brodersen

Local, Regional and International ‘Borrowing and Lending’ in Social Sciences and Humanities Departments at Egyptian and Lebanese Universities