Taiwanesische Literatur, Literaturgeschichte und Literaturkritik

Eine Bibliographie

zusammengestellt von H. Martin,
C. Neder, M. Gänßbauer u.a.
zum Inhaltsverzeichnis

 

Taiwanese Literature, Literary History und Literary Criticism

A Bibliography

compiled by H. Martin, C. Neder, M.Gänßbauer et.al.
to contents

Studien über taiwanesische Literatur in westlichen Sprachen
(inkl. unveröffentl. M.A.-Arbeiten und Dissertationen)

Studies about Taiwanese literature in Western languages
(incl. unpublished M.A. and PhD theses)

Allgemeine Studien/ General Studies

Chen, Ai-li, The Search for Cultural Identity: Taiwan 'hsiang-tu' Literature in the Seventies, Iowa 1991, Diss., Ohio State Univ.

Duke, Michael S. hg., Modern Chinese Women Writers, Armonk-New York 1989, M.E. Sharpe
K: Die Essays dieses Bandes nähern sich bekannten chinesischen Schriftstellerinnen aus Festlandchina, Taiwan und Übersee durch die Betrachtung ihrer Werke. Der Band enthält Beiträge zur Frauenforschung und führt gleichzeitig an die komplexen Lebensthemen moderner Chinesinnen heran. Auch speziellere Untersuchungen, z.B. über Chen Ruoxis Erzählungen, sind aufgenommen.

Gunn, Edward, Rewriting Chinese. Style and Innovation in Twentieth-Century Chinese Prose, Stanford, Calif. 1991, Stanford Univ. Press, 359 S.
K: Aus stilistischer Perspektive wird die chinesische Gegenwartsliteratur hier behandelt. Taiwan spielt in dieser Abhandlung nur eine nachgeordnete Rolle. Einmal wird auf die verschiedenartigen sprachlichen Grundlagen in Taiwan und auf dem Festland eingegangen (S.56 ff.), zum anderen wird der enorme Einfluß der Shanghaier Autorin Zhang Ailing herausgearbeitet, die ins Exil ging (S. 142 ff.). Der Autor beleuchtet die Rolle der Zeitschrift Literary Review (wenxue zazhi), herausgegeben von T.A. Hsia, dem Bruder des bekannten Literaturwissenschaftlers. Er geht auf Werke von Peng Ge, Bai Xianyong, Qideng Sheng, Wang Zhenhe und Huang Chunming ein. Schließlich werden Texte von Bo Yang, Chen Yingzhen, Yang Qingchu, Wang Tuo, Li Ang und Wang Wenxing kurz stilistisch charakterisiert (bis S.164).

Kao, Hsin-sheng C. (ed.), Nativism Overseas: Contemporary Chinese Women Writers, New York 1993, State Univ. of New York
K: Hsin-sheng Kao, die an der California State University Chinesisch unterrichtet, hat Beiträge zur klassischen wie auch modernen chinesischen Literatur veröffentlicht. 1994 arbeitete sie an einer Übersetzungssammlung von Kurzgeschichten Chen Ruoxis mit dem Titel A Woman Writer at the Crossroads: The Short Stories of Chen Ruoxi. Der Begriff bentuxing (nativism) in der vorliegenden Anthologie weist nicht auf die eigentlichen, Eigenständigkeit betonenden Autoren der taiwanesischen Literatur hin, sondern behandelt unter diesem Stichwort die folgenden fünf Autorinnen: Chen Ruoxi, Yu Lihua, Nie Hualing, Li Li und Zhong Xiaoyang. Letztere stammt aus Hongkong, alle anderen aus Taiwan, sind aber von Amerika aus tätig und werden aus volksrepublikanischer Sicht als "haiwai"-Autoren betrachtet. Die Auswahl Kaos ordnet jeweils einem Werkausschnitt oder einer Geschichte einen interpretierenden Beitrag über die Autorin bei. Zu Chen Ruoxi ist ein Artikel über Chinese Overseas Writers and Nativism aufgenommen, der auch den Grundton der gesamten Anthologie angibt.

Lancashire, Edel Marie, Concord and Discord in the World of Literature in Taiwan, 1949-1971. A Selective Study of Writers' Associations, Literary Movements and Controversial Writers, London, 1981, thesis submitted for the degree of Doctor of Philosophy to the School of Oriental and African Studies, University of London.

Lancashire, Edel Marie, "The Lock of the Heart Controversy in Taiwan, 1962-63: A Question of Artistic Freedom and a Writer's Social Responsibility," in: The China Quarterly, September, 1985.

Martin, Helmut, "Dreidimensionalität als Oberfläche. Chinas Schriftsteller, Chinas Intellektuelle", in: ders. hg., Bittere Träume, Bonn 1993, S.1-28
Der Artikel behandelt literarische Strömungen der 80er Jahre, dazu schwerpunktmäßig die Situation nach 1989 und die Probleme chinesischer Schriftsteller in der Emigration sowie taiwanesischer Intellektueller. Die chinesische Literatur der Reformperiode wird ebenso dargestellt.

Martin, Helmut, "Die literarische Entwickung Taiwans — Eine Aufgabe der Wissenschaft der 90er Jahre und ein Feld kulturpolitischer Spannungen", in: Asien Nr.5, April 1994, S.39-49
K.: Behandelt werden hier neue Themenbereiche und Einzelfragen der Forschung. Eine Aufarbeitung der literarischen und kulturellen Entwicklung des taiwanesischen Regionalismus wird als vordringliches Desiderat bezeichnet. Der Verfasser stellt die Literatur Taiwans in ihren gesamtkulturellen Kontext, welcher wiederum untrennbar mit politischen Ansätzen regionaler Autonomie und Identitätsfindung verbunden ist. Nach der Darlegung genereller Forschungsaufgaben wird auf die derzeitige Quellenlage und auf große, nahezu unbehandelte Themenbereiche der taiwanesischen Literatur, wie Essayistik und Lyrik, eingegangen. Es sind einige Einzelthemen wie Gefängnisliteratur und die Generationskatastrophe von Taiwans kriegsverschleppter Jugend, aber auch die Serie historischer Romane angesprochen.

Martin, Helmut, "Taiwanese Literature: Towards Cultural-Political Identity. Historiographical Views from Taiwan, China and the West", in: Michelle Yeh und Songsheng Yvonne Zhang hg., Sondernummer der Zeitschrift: Literature East and West, 1994
K.: Der Beitrag geht von der Frage nach der Gestaltung einer taiwanesischen Literaturgeschichte aus. Im ersten Teil wird die Forschungssituation in Japan, Festlandchina und Taiwan referiert und auf einzelne Werke eingegangen. Während aus Japan in neuerer Zeit keine entscheidenden übergreifenden Beiträge kamen, wurden in der VRCh mehrere taiwanesische Literaturgeschichten ediert, Konferenzen abgehalten und entsprechende Forschungszentren sowie Studiengänge eingerichtet. Doch die Rezeption ist selektiv: antikommunistische Literatur sowie der Regionalismus einer eigenständigen kulturellen Bewegung auf Taiwan werden nicht objektiv gewürdigt. Der begrenzten 'Festlandssicht' korreliert eine oft unkritische, deskriptive Literaturgeschichtsschreibung auf Taiwan. Forschungsarbeit in diesem Bereich behandelt eben nach wie vor hochsensible kulturell-politische Fragestellungen. Praktische Probleme wie das Fehlen systematischer Bibliotheken beschränken die Arbeit taiwanesischer Literaturhistoriker. Die Diskussion um eine exaktere Definition des Feldes der behandelten Literatur und damit auch eine einleuchtende Periodisierung der taiwanesischen Literatur ist bisher nicht abgeschlossen. Ein weiteres Problem stellt die allzu unkritische 'Literaturkritik' dar. Erschwert wird die Rezeption der Literaturgeschichten zusätzlich durch kleine oder inoffizielle Auflagen. In einem letzten Teil des Beitrags werden Desiderata der Historiographie der taiwanesischen Literatur aufgeführt.

The Modern Chinese Literary Archives (zhongguo xiandai wenxue guan) hg., A Biographical Dictionary of Modern Chinese Writers (zhongguo xiandai zuojia da cidian), Beijing 1994, New World Press (xin shijie), 415 S.
K: Das Lexikon erfaßt ca. 700 chinesische Schriftsteller der Periode der 4. Mai-Bewegung 1919 bis Mitte der 90er Jahre, wobei zahlreiche taiwanesische Schriftsteller ohne besondere Kennzeichnung integriert wurden. Die Einträge, nach Autorenalphabet geordnet, enthalten neben dem Namen in pinyin und chinesischen Zeichen einige kurze biographische Angaben sowie die wichtigsten Werke in englischer Titelübersetzung. Insbesondere im Hinblick auf zahlreiche Exilschriftsteller zeigt sich das Lexikon weitgehend frei von ideologisch-konnotierter Bewertung, sondern spart diese Entwicklungswege bei den einzelnen Schriftstellern aus. Vorwiegend Einträge der Republik-Autoren wurden durch den Verweis auf Referenzquellen ergänzt, die fast ausschließlich auf chinesisches Sekundärmaterial rekurrieren.

Pieper, Anke, Literarischer Regionalismus in China. Entstehung, Themen und Funktionen, (Bochum, Univ., Diss., 1996), Dortmund 1997, projekt verlag, edition cathay Bd. 29.
K.: Die Studie stellt den literarischen Regionalismus, verstanden als ein poetologisches Phänomen, das bestimmte geographische oder kulturelle Regionen literarisch verarbeitet in den Mittelpunkt der Betrachtung. Systematisch werden zunächst Entstehung, Rahmenbedingungen sowie Themen und Motive des literarischen Regionalismus in China und Taiwan behandelt, u.a. werden hier die Werke der taiwanesischen Autoren Wu Zhuoliu, Sima Zhongyuan, Song Zelai, Li Qiao näher beleuchtet. Ein Schwerpunkt der Arbeit konzentriert sich auf das Thema xiangtu-Heimatliteratur, deren unterschiedliche Bedeutung und Entwicklung in beiden Teilen Chinas verglichen und erstmals umfassend dargestellt werden. Die abschließende Gesamtbetrachtung verortet den chinesischen literarischen Regionalismus im nationalen und internationalen literarischen Kontext, die seine Relevanz für die Identitätssuche einer Region zum Ausruck bringt, und skizziert Perspektiven für weitere Forschungsarbeiten

Päusch-Daberkow, Ricarda, Der Spiegel des Dichters. Motiv und Metapher aus der Perspektive taiwanesischer Schriftsteller, (Bochum, Univ., Diss., 1998) Bochum. 1999, projekt verlag, edition cathay Bd. 44
C: An investigation of the significance of the mirror motif in modern Taiwanese literature, focused mainly on modern Chinese poetry, with particular emphasis on the poetry circles Chuangshiji, Li and Lanxing. However, essays (sanwen) and fiction (xiaoshuo) from the 1960s up are also included in this study of sinological motif research. Numerous Taiwanese authors are for the first time introduced in German.

Weinspach, Ulrike, Der Zwischenfall vom 28. Februar 1947: die Verarbeitung eines politischen Tabus in modernen taiwanesischen Erzählungen, Bochum 1993, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Zunächst werden Vorgeschichte, Verlauf und Folgen des Zwischenfalls des Jahres 1947 dargestellt, dann geht die Autorin auf gesellschaftliche Ursachen und Auswirkungen der Ereignisse ein. Auf einen Überblick über moderne Literatur in Taiwan folgt ein Kapitel über die Verarbeitung des 'Februar-Traumas' in taiwanesischen Erzählungen nach einer Anthologie des radikalen bentu-Schriftstellers Lin Shuangbu. Aus dem Kreis der Schriftsteller der frühen Periode kommen die Autoren Lü Heruo, Qiu Pingtian und Bo Zi zur Sprache. In den 80er Jahren verarbeiteten folgende Autoren die Problematik: Lin Shuangbu, Li Qiao, Wu Jinfa, Song Zelai, Yang Zhao, Lin Wenyi und Ye Shitao. In Übersetzung vorgelegt wird die Erzählung "Leuchtend rote Blumen (yanhua)" von Yang Zhao.

Yang, Jane Parish, The Evolution of the Taiwanese New Literature Movement from 1920-1937, Madison, Wisc. 1981, Diss., Univ. of Wisconsin
K.: Die Arbeit beginnt mit einer Diskussion der Zeit von 1920-23, in der politische Belange den taiwanesischen Autoren fast wichtiger waren als literarische Probleme. Klassische wenyan-Formen standen im Mittelpunkt des Angriffs. 1923-25 belebte die Neue Literatur-Bewegung von Festlandchina die Anfänge der neuen taiwanesischen Literatur. Die Verwendung von Heimatsprache   Lai He wird als Pionier der xiangtu-Literatur vorgestellt - wurde kontrovers debattiert. Yang stellt repräsentative Formen der Erzählkunst vor und zeigt die Entwicklung von romantischen zu satirischen Erzählformen auf. Während des Krieges erfolgte eine Rückkehr zu traditionellen Themen, individualistische Züge der neuen Literatur wurden wieder weitgehend unterdrückt.

Zhang, Songsheng Yvonne, Modernism and the Nativist Resistance. Contemporary Chinese Fiction from Taiwan, Durham-London 1993, Duke Univ. Press
K.: Die Autorin, von der Erforschung klassischer chinesischer Lyrik zur taiwanesischen modernen Literatur übergewechselt, legt eine erste übergreifende Studie des taiwanesischen Modernismus (xiandai wenxue yundong) aus der Sicht der Festländer-Intellektuellen Taiwans vor. Den Kräften des Nativismus und Regionalismus, die seit Ende der 70er Jahre die taiwanesische Literatur weitgehend bestimmen und dem weiteren Einfluß der Modernisten enge Grenzen setzten, wird hier nur eine "reagierende" Nebenrolle eingeräumt. Ihre "Herausforderung des gesamten soziopolitischen Systems" wird negativ beurteilt. Es ist das Anliegen von Yvonne Zhang, Taiwans "ausgezeichnete literarische Produkte" auf der Landkarte der Weltliteratur des 20. Jahrhunderts sichtbar zu verankern; sie tritt damit der Kritik auch aus den Reihen der taiwanesischen Literaturwissenschaftler entgegen, die auf den derivativen und imitativen Charakter der Werke verwiesen, welche sich mehr Fragen der Form als solchen des Inhalts verpflichtet sähen. Behandelt werden drei Generationen: die ältere Gruppe mit Qi Jun, Lin Haiyin, Zhu Xining und Pan Renmu, die mittlere Gruppe mit den prominenten Vertretern Wang Wenxing und Bai Xianyong, aber auch mit Ouyang Zi, Qideng Sheng und sogar dem Taiwanesen Chen Yingzhen als den "romantischen Avantgarde-Schriftstellern", und schließlich Vertreter der jüngeren Generation wie Li Ang.
 

Studien zur Lyrik/ Poetry

Galow, Susanna, Taiwanesische Lyrik: Die Anthologie 'Chorus of Taiwan Spirit, an Anthology of Poetry' der Zeitschrift "Bambushut" (li), Bochum 1994, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Ein erster Teil der Arbeit behandelt Taiwans Geschichte und die Entwicklung der Lyrik. Einflüsse der Vierten Mai-Bewegung, der Eingeborenenlieder wie auch japanischer und westlicher Literatur kommen zur Sprache. Ein zweiter Teil geht auf die drei großen Lyrikgesellschaften der 50er Jahre auf Taiwan ein. Die Verfasserin wendet sich der Lyrikgesellschaft "Bambushut (li)" zu. Folgende Dichter dieser radikalen bentu-Gesellschaft werden mit Lebenslauf und Werkausschnitten vorgestellt: Wu Yongfu, Zhan Bing, Chen Qianwu, Lin Hengtai, Zhao Tianyi, Bai Qiu, Li Yufang und Zhang Xinji. Daran schließt sich eine Analyse der Werke des oppositionellen Kulturpolitikers und Lyrikers Li Minyong an.

Lin, Julia C., Essays on Contemporary Chinese Poetry, Ohio 1985
K.: Der Band enthält ausführliche Kapitel über taiwanesische Lyriker der Nachkriegszeit sowie taiwanesische Festländer-Dichter wie Zheng Chouyu und Yu Guangzhong. Neben Übersetzungen bringt das Buch Ausschnitte der Literaturgeschichte, in denen taiwanesische Lyriker und ihre Verbindung mit der Vierten Mai-Bewegung abgehandelt sind, sowie literaturkritische Beiträge.

Yeh, Michelle, Modern Chinese Poetry: Theory and Practice Since 1917, New Haven 1991, Yale Univ. Press, 252 S.
K.: Eine von Begeisterung getragene, aber eher Verwirrung stiftende unsystematisch-impressionistische Näherung an die chinesische moderne Lyrik, nach einem dreijährigen Studium der Thematik abgefaßt, die die Nähe zur traditionellen chinesischen Lyrik betont. Ye verwischt die regionalen Unterschiede der Republik-, VRCh- und Taiwanliteratur bewußt. Die Studie basiert zu wenig auf den einschlägigen chinesischsprachigen Quellen. Die ausführlicher behandelten Gedichte sind im Anhang im Original abgedruckt. Aus dem Bereich der taiwanesischen Lyrik werden Gedichte von Ji Xuan, Yu Guangzhong, Lin Ling, Qin Zihao, Yang Mu, Shang Qin, Zhang Cuo, Zhong Ling, Luo Qing, Yang Ze behandelt, was eine Bevorzugung der Festländerperspektive und Unkenntnis der Lokaltradition erkennen läßt.

Studien zur Prosa (xiaoshuo)/ Prose

Faurot, Jeanette L. hg., Chinese Fiction from Taiwan. Critical Perspectives, Bloomington, Ind. 1981, 358 S.
K.: In diesem Buch, Ergebnis der ersten Konferenz im Ausland zu diesem Thema, findet eine literaturkritische Auseinandersetzung mit der modernen Erzählliteratur Taiwans statt, deren Themen gesellschaftliche Werte und die Suche nach persönlicher bzw. nationaler Identität sind. Die ersten vier Essays des Werkes behandeln moderne taiwanesische Erzählliteratur unter literarischen oder historischen Gesichtspunkten. Die folgenden acht Beiträge diskutieren die Werke der taiwanesischen Autoren Bai Xianyong, Chen Ruoxi, Chen Yingzhen, Huang Chunming, Qideng Sheng, Wang Zhenhe, Wang Wenxing und Zhang Xiguo. Die Beiträge stammen u.a. von Cyril Birch, Howard Goldblatt, Leo Ou-fan Lee und Ouyang Zi.

Theater(-stücke)/ Theatre

Chung, Mingder, The Little Theatre Movement of Taiwan (1980-1989): In Search of Alternative Aesthetics and Politics, New York 1992, Diss., New York University, 372 S.
K.: Seit Mitte der 70er Jahre belebte Taiwans Kleine Theater-Bewegung (xiao juchang yundong) das aussterbende moderne chinesische Theater und wurde nach 1986 zur dominanten Theaterform der Insel. Diese Entwicklung führte von experimentellen Kleinbühnen zu Aufführungen im Nationaltheater in Taipeh. Unter dem Einfluß des Off-Off-Broadway hatte die Bewegung mit dem Lanling Theater-Workshop 1978-80 begonnen, sie erhielt eine breitere Basis durch das Experimentelle Theater Festival 1980-84 unter Leitung von Yao Yiwei, und entwickelte sich zu Taiwans Anvantgarde-Theater (qianweiju) mit seinen drei Richtungen des Postmodernismus, der Umweltstücke und des politischen Theaters unter dem Einfluß auch der Zweiten und Dritten "Western Wave". Der Autor, ähnlich wie Ma Sen selbst ein bekannter Kritiker, Dramaturg und Dozent am Taiwan National Institute of the Arts, analysiert die Problematik eines verstärkten Interkulturalismus und findet Formen eines "Kulturimperialismus", eine Abhängigkeit von Modellen des modernen westlichen Theaters und des Postmodernismus auf der Bühne. Von Saids "Orientalismus" ausgehend, weist Chung einmal auf das westliche Desinteresse am modernen asiatischen Theater hin, hinterfragt daneben aber vor allem die "postmoderne Marginalität" und kritisiert die Unfähigkeit der chinesischen und taiwanesischen Kritiker und Theaterfachleute, ihre eigenen Neuschöpfungen ernstzunehmen, weil der Blick auf die Westentwicklungen gebannt bleibt.

Diamond, Catherine Theresa Cleeves, The Role of Cross-cultural Adaptation in the Little Theatre Movement in Taiwan, 1993, Diss., University of Washington, 413 S.
K.: Die Studie beschäftigt sich mit der Rolle, die Adaptionen westlicher Dramentexte im taiwanesischen Kontext für die Entwicklung der avantgardistischen 'Kleinen Theater'-Bewegung Taiwans spielen. Es werden drei für den Kontext des taiwanesischen Theaters entscheidende Paradigmen vorgestellt: zum einen der Prozeß vom geschriebenen Text bis hin zur Aufführung. Dieser Prozeß wird in einen größeren kulturellen Kontext eingebettet, wie soziale Einstellungen gegenüber dem Theater, finanzielle Unterstützung etc. Als zweites Paradigma werden verschie-dene Formen der Adaption vorgestellt. Hier dominieren Fragen nach der Beziehung zwischen Adaption und Original und nach der Bedeutung der Übersetzung im Adaptionsprozeß. Ein drittes Paradigma widmet sich der Geschichte wechselseitiger Adaption in China wie im Westen und bettet die aktuelle Entwicklung auf Taiwan in einen historischen und theoretischen Kontext ein. Die Endanalyse versucht ein Urteil über den künstlerischen Stand und den Grad an Unab-hängigkeit solcher Adaptionen sowie deren Beitrag zur Gesamtentwicklung des modernen taiwanesischen Theaters.

Fleming, Brent Leonard, Theatre Management Procedures: An Operations Manual for the Cultural Center Theatres in Taiwan, the Republic of China, 1987, Diss., Texas Technical University, 322 S.

Fu, Tian-min, The Becoming of Post-War Western-Style Theatre in Taiwan, New York 1992, M.A. thesis, New York University

Studen zu taiwanesischen Autoren (z.T. mit Werkübersetzungen) /
Studies about individual Authors (partly with included translations)

Bai Xianyong

Baus, Wolf, "Schicksal. Zum Fatalismus in den Erzählungen des Bai Xianyong", in: minima sinica 1991.1., S. 21-46
K.: Eine der besten Studien über Bai Xianyong. Baus unterstreicht, daß Bai Xianyong von vielen chinesischen Literaturkritikern, beispielsweise Ouyang Zi und C. T. Hsia, als der herausragendste Autor der 60er und 70er Jahre betrachtet wird — im Gegensatz zu dem Kritiker Yu Tiancong, der Bai sehr negativ beurteilt. Der Autor zeigt auf, daß vor allem das Werk "Menschen aus Taipeh (Taibeiren)" die Rezeption auf Taiwan dominiert. Baus verdeutlicht die autobiographischen Züge des Buches und analysiert es auf Personen wie auf Erzählperspektive hin. Dabei wird deutlich: Der Autor Bai nimmt vor allem die Schattenseiten der Gesellschaft in seinen Blick, aber er führt diese nicht auf reale gesellschaftliche Mißstände zurück, sondern auf die Instanz des 'Schicksals'. Sein gesamtes Werk ist von Fatalismus und abergläubischen Andeutungen geprägt.

Schütte, Michael, Hurensöhne. Bai Xianyong und sein Roman Niezi (1983), Bochum 1995, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht der erste Roman Bai Xianyongs, der ganz einer homosexuellen Thematik gewidmet ist. Die Erzählstruktur, der äußere Aufbau des Romans, die Darstellung der hauptfiguren sowie seine sprachliche Konzeption werden untersucht. Neben der Problematik der Homoerotik, zu der Bai Xianyong sich nach mehreren Novellen aus diesem Bereich offen bekennt, wird der Vater-Sohn-Konflikt untersucht. Fraglos zeigt der Roman autobiographische Anklänge. Anhand der Rezeption der Hurensöhne wird die im chinesischen Sprachraum äußerst zurückhaltende Beschäftigung mit der homoerotischen Komponente deutlich. Die Literaturkritik jener Gesellschaften, die von dem repressiven Charakter des Konfuzianismus auf Taiwan und des Sinokommunismus der VRCh geprägt sind, wird damit selbst zum Zeitdokument. Schütte zieht für seine methodische Analyse westliche Sekundärliteratur zum homoerotischen Sujet heran. Diese Arbeit ist ein Ausschnitt aus einer breiter angelegten Studie.

Kück, Barbara, Bai Xianyong. Über zwei Essay-Sammlungen des chinesisch-taiwanesischen Schriftstellers der Jahre 1984 und 1988, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum 1999

Bo Yang

Lancashire, Edel Marie, "Popeye and the Case of Guo Yidong, alias Bo Yang," in: The China Quarterly, December, 1982.

Lin Ziyao hg., One Author Is Rankling Two Chinas, Hong Kong 1989.7., Sing Kuang Book Co., 170 S.
K.: Eine unkritische Kompilation verschiedener Artikel über den Autor, Essayisten und Historiker Bo Yang und seine Arbeit, in englischer, französischer und japanischer Sprache verfaßt, mit Beiträgen aus Korea, Finnland, Japan, Frankreich, Amerika, Australien und Kanada.

Ritter, Jürgen, Kulturkritik in Taiwan: Bo Yang (1920- ), Bochum 1987, Brockmeyer, Chinathemen Band 30, 498 S.
K.: Dies ist die erste westliche Analyse des Werks des Journalisten, Schriftstellers und Historikers Bo Yang sowie seiner Kulturkritik, die Ritter in den Zusammenhang mit der Vierten Mai-Bewegung stellt. Aufgenommen ist eine Übersetzung des berühmten Essays: "Der häßliche Chinese (chouloude zhongguoren)".

Meyer, Isabell, Ein Festlandsautor in Taiwan – Bo Yangs Erzählungen der 50er und 60er Jahre, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum, 1995.

Chen Fangming

Hanamura, Michael, Auf der Suche nach einem taiwanesischen Nationalbewußtsein. Chen Fangming und die 1947-Ereignisse, Bochum 1994, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Der erste Teil der Arbeit ist eine allgemeine Einführung zum Thema "taiwanesisches Bewußtsein" und zur Debatte über diesen Begriff. Der Historiker und Kulturpolitiker Chen Fangming wird als Mitgestalter und Vertreter eines solchen "taiwanesischen Bewußtseins" vorgestellt. Der Autor befaßt sich mit einigen ausgewählten Essays des Historikers Chen zur Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte dieses "taiwanesischen Bewußtseins".

Chen Qianwu

Schlotter, Katrin, "Zwischen den Zeiten". Die Kriegserinnerungen des taiwanesischen Schriftstellers Chen Qianwu, Bochum 1999, unpubl. M.A. thesis, Ruhr-Universität Bochum.
Die Studie befasst sich mit der Darstellung der japanischen Kolonialherrschaft auf Taiwan in sieben ausgewählten Erzählungen aus dem autobiographisch geprägten Prosawerk Chen Qianwus (geb. 1922); im Zentrum steht u.a. der Bereich der Rekrutierung taiwanesischer Kriegsfreiwilliger für die japanische Armee und deren Teilnhame am Zweiten Weltkrieg im pazifischen Raum.

Chen Ruoxi

Kao, George hg., Two Writers and the Cultural Revolution, Lao She and Chen Jo-hsi, Hong Kong 1980, Chinese Univ. Press, A Renditions Book, 213 S.
K.: Der Sammelband ist aus Texten und Übersetzungen der Herbstnummer 1978 der Hongkonger Übersetzungszeitschrift Renditions entstanden. Die Kulturrevolution brachte für Lao She den Zusammenbruch und das physische Ende; für die Taiwanesin Chen Ruoxi bedeutete die literarische Berichterstattung über diese größte VRCh-Kampagne den internationalen Durchbruch als Autorin. Der Band enthält biographische Artikel über Lao Shes Zeit in England und den USA sowie über die Umstände seines Todes und seiner Rehabilitierung. Beiträge behandeln den Roman Rikscha-Kuli und Drum Singers mit Übersetzungsausschnitten, dazu die Katzenstadt in einer nahezu vollständigen Übersetzung von J. E. Dew. Neben biographischen Notizen über Chen sind partielle Übersetzungen aus dem Roman The Repatriates (gui) abgedruckt, dazu die Übersetzungen der Kurzgeschichten "Ting Yun (Ding Yun)" und "The Tunnel (didao)".

Sebastian, Andrea, Die ideologische Rezeption von Chen Ruoxis 'Yin xianzhang' in Taiwan, Tübingen 1992, unpubl. M.A. thesis, Universität Tübingen
K.: Die Arbeit enthält einen biographischen Teil zu Chen Ruoxi und geht dann auf die ideologische Situation Taiwans vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen zwischen GMD und KPCh ein. Es folgt ein Vergleich zwischen dem Hong Konger Originaldruck und der Taiwan-Ausgabe von Die Exekution des Landrats Yin (Yin xianzhang). Auf die Rezeption des Buches geht die Autorin anhand von Einzelbeispielen ein. Die Authentizität der Erzählungen Chen Ruoxis über Festlandchina stellt eine Hauptfrage dar.

Chen Yingzhen

Häußler, Elke, Der Roman 'Zhao Nandong' des taiwanesischen Schriftstellers Chen Yingzhen, Berlin 1991, unpubl. M.A. thesis, Freie Universität Berlin
K.: In eine allgemeine Darstellung von Leben und Werk Chen Yingzhens wird die Analyse seines Romans 'Zhao Nandong' eingebettet. Dabei geht die Autorin auf die Struktur sowie die Hauptfiguren des Romans und deren Funktionen ein. Ein Schlußwort faßt die Aussage des Romans sowie Chen Yingzhens Anliegen mit dem Werk zusammen.

Pieper, Anke, Der taiwanesische Autor Chen Yingzhen, mit einer Übersetzung der Erzählung 'Wolken', Bochum 1987, Brockmeyer, Chinathemen Band 29, 201 S.
K.: Das Buch geht zunächst auf die taiwanesische Gegenwartsliteratur ein und wendet sich dann Chen Yingzhens Bedeutung innerhalb der xiangtu-Literatur zu. Es folgt ein Lebenslauf des Autors und eine Darstellung seines Werks. Einmal werden frühe Erzählungen von 1959-1967 behandelt: "Mein jüngerer Bruder Kangxiong (wo de didi Kangxiong)", "Heimat (guxiang)", "Zuhause (jia)", "Der Sterbende (sizhe)" und "Der Dorfschullehrer (xiangcun de jiaoshi)". Zweitens werden Erzählungen ab 1975 vorgestellt: "Glockenblumen (lingdanghua)", "Haus Washington (huashengdun dalou)", "Nachts fahren die Güterzüge (yexing huoche)", "Ein Tag im Leben eines Angestellten (shangbanzu de yi ri)" sowie "König der Kaufleute (wanshang dijun)". In einer gekürzten Übersetzung ist der Roman "Wolken (yun)" aufgenommen.

Schmieding, Siegrid, Der taiwanesische Schriftsteller Chen Yingzhen (geb. 1937) im Spiegel seiner Erzählung Shanlu (Bergpfad), Köln 1992, unpubl. M.A. thesis, Universität Köln

Huang Chunming

Grüber, Isa, Moderne Zeiten — Chinesische Literatur aus Taiwan: Huang Chunmings Erzählungen 1967-1977, Bochum 1987, Brockmeyer, Chinathemen Band 28, 262 S.
K.: Die Arbeit enthält eine Biographie Huang Chunmings sowie Analysen seiner Erzählungen unter verschiedenen Blickwinkeln: Eine Interpretation vor dem Hintergrund der Agrargesellschaft erfolgt von: "Blick aufs Meer (kan hai de rizi)", "Der Fisch (yu)" und "Eine Spielzeugpuppe für den Sohn (erzi de wanou)". Vor dem Hintergrund der Übergangsgesellschaft werden interpretiert: "Ein alter Kater ertrinkt (nisi yizhi lao mao)", "Die Geschichte von Qingfan Gong (Qingfan Gong de gushi)" und "Der Gong (luo)". In Bezug auf die moderne Industriegesellschaft analysiert die Autorin: "Bittere Äpfel (pingguo de ziwei)" und "Ich liebe Mary (wo ai mali)". Zuletzt geht Grüber auf Huangs gesellschaftliches Engagement ein. An Übersetzungen sind aufgenommen: "Der Fisch (yu)", "Ein alter Kater ertrinkt (nisi yizhi lao mao)", "Onkel Gengs Weg in die Abendsonne (Gan Gengbo de huanghun)" und "Bittere Äpfel (pingguo de ziwei)".

Huang Fan

Dreier, Eckhard, Taiwans Achtziger Jahre. Der Schriftsteller Huang Fan, Bochum 1995, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Diese Analyse ist die erste umfassende Arbeit über Huang Fan, der vor dem Einsetzen der Pressefreiheit in Taiwan eine wichtige Rolle gespielt hat. Huangs Werk wird umfassend beschrieben und zwei Phasen zugeordnet, einer frühen, in der Huang eine realistische und satirische Rezeption der Gesellschaft und des Individuums vorahm, sowie einer späten Phase der Unterhaltungsliteratur mit utopischen Texten und Science Fiction. Im biographischen Teil der Arbeit wird die Entwicklung des Schriftstellers informiert und psychologisch gut ausgeleuchtet erarbeitet. Im Anhang der Arbeit findet sich eine Übersetzung der bekannten Erzählung "Große Zeiten".

Ji Ji

Krause, Birgit, Nachtlied. Die taiwanesische Schriftstellerin Ji Ji, Bochum 1996, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Die Studie behandelt Leben und Werk der 1944 geborenen Schriftstellerin und Journalistin. Nach einem kurzen biographischen Abriß werden zunächst die Entwicklungsphasen des umfangreichen literarischen Schaffens Ji Jis anhand einzelner repräsentativer Erzählungen vorgestellt. Das essayistische Werk wird in einem eigenen Kapitel näher beleuchtet, weil es nach Ansicht der Autorin der Studie, die zentrale Intention des literarischen Schaffens Ji Jis, persönliche Lebensumstände und Erfahrungen zu verarbeiten, am deutlichsten zum Ausdruck bringt. Im Anhang sind ein Interview mit der Schrifstellerin von 1995 sowie die Essays "Die Schubladen" (Chouti, 1974), "Abschied von den Wanderheilern" (Zaijian, wenglouzi, 1974) und "Dein Ruf" (Ni de husheng, 1974) in deutscher Übersetzung sowie ein Werkverzeichnis angefügt.

Jin Yong

Portmann, Kai, Der fliegende Fuchs vom Schneeberg. Die Gattung des chinesischen Ritterromans (wuxia xiaoshuo) und der Erfolgsautor Jin Yong, Bochum 1992, Brockmeyer, Chinathemen Band 77
K.: Der Band geht zunächst auf die Geschichte der chinesischen Ritter und des Ritterromans ein, beschreibt dann das Leben und die Romane Jin Yongs, sein Selbstverständnis als Autor und sein Bild im Spiegel der Kritik. Das Buch enthält eine partielle Übersetzung des Romans "Der fliegende Fuchs vom Schneeberg (feihu waizhuan)", an die sich eine Textanalyse anschließt, die unter anderem den historischen Hintergrund, die Erzählperspektive sowie die Frauen- und Männer-gestalten des Romans behandelt.

Lai He

Behm, Kerstin, Der taiwanesische Schriftsteller Lai He (1894-1943), Bochum 1994, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Zunächst erfolgt hier eine Einführung in die Entstehung und die Anfänge der 'neuen taiwanesischen Literatur', vor deren Hintergrund nachfolgend Lai Hes Leben und Werk dargestellt werden — letzteres entlang den Genres von Essay, Lyrik und Erzählliteratur. Zuletzt wird Lai Hes Stellung innerhalb der taiwanesischen Literaturgeschichte bewertet. Der Anhang enthält Übersetzungen zweier klassischer Gedichte des Autors sowie der Erzählung "Provokation (reshi)".

Li Ang

Burkard, Sabine, Entwürfe weiblicher Identität. Eine Analyse der Erzählungen von Li Ang, Bochum 1993, Brockmeyer, Chinathemen Band 75
K.: Nach einer Erläuterung des Begriffes 'weibliche Identität' kommt die Autorin auf traditionelle Frauenbilder in China zu sprechen und wendet sich schließlich dem Status der Frau in der modernen taiwanesischen Gesellschaft zu. Behandelt wird weiterhin Frauenengagement als Ausdruck des sich wandelnden weiblichen Selbstverständnisses, exemplarisch dafür: das Aufkommen feministischer Konzepte und spezifischer 'Frauenliteratur'. Ein literarischer Teil enthält biographische Daten zu Li Ang sowie eine Übersetzung und Interpretation der Erzählungen "Gestern nacht" und "Ende des Schneetreibens".

Dell, Sylvia, Chinesische Gegenwartsliteratur aus Taiwan. Die Autorin Li Ang: Erzählprosa und Rezeption bis 1984, Bochum 1988, Brockmeyer, Chinathemen Band 32
K.: Auf eine Einführung zur Literatur und Literaturpolitik Taiwans seit 1949 folgt eine Inhaltsangabe mit partieller Übersetzung sowie eine Interpretation des Romans "Gattenmord (sha fu)". Es werden Biographie und Gesamtwerk von Li Ang abgehandelt. Ein letzter Teil beschäftigt sich mit der Rezeption von Li Angs Werk auf Taiwan. Dabei wird ihre Erzählprosa in den Kontext taiwanesischer Frauenliteratur gestellt. Zuletzt wird auf Berührungspunkte zur deutschen feministischen Literatur hingewiesen.

Röhrle, Erdmuthe, "Am Wegrand Blumen pflücken und Früchte naschen" — Außereheliche Beziehungen in Taiwan. Die Hintergründe und Wirkungen, Freiburg 1987, unpubl. M.A. thesis, Universität Freiburg

Sachs, ..., Ein nicht abgeschickter Liebesbrief (yi feng wei ji de qingshu)"(1968) von Li Ang, Frankfurt a.M. 1994 (?), M.A. thesis, Universität Frankfurt

Wiedenbach, Annette, Im "Irrlicht" der Zhu Yinghong. Soziale Realität und feministische Kritik in Li Angs Roman "Miyuan", Berlin 1995, unpubl. M.A. thesis, Universität Berlin.
K: Die Studie untersucht die soziale Realität und Stellung der Frau in der taiwaneischen Gesellschaft.im Roman Miyuan (Irrlicht) der Schriftstellerin Li Ang. Anhand zentraler Phänomene sozialer Wirklichkeit - Mädchensozialisierung (Vaterrolle, Erziehung, Frauenbild) und Sexualität (Ansichten zur Sexualität, sexuelle Belästigung, Konkubinat, Prostitution) - wird die Authentitziät der literarischen Rezeption zur Rolle der Frau in der taiwanesischen Gesellschaft im Roman Miyuan analysiert. Der Roman wird dabei in einen frauenspezifischen literar-historischen Kontext eingebunden.

Winata, Esther, Li Angs Werke der 90er Jahre, unpubl. M.A. thesis, Bochum: Ruhr-Universität, 1996.

Li Minyong

Hussain, Wasim, Identitätssuche in Taiwan - Der Dichter und Kulturkritiker Li Minyong, Bochum 1997, unveröffentliche M.A. thesis, Universität Bochum
K: Die Studie untersucht anhand der Biographie und des Werkes des Dichters und Lyrikers Li Minyong das Thema der individuellen und kulturellen Identitätssuche auf Taiwan. Im Anhang findet sich eine Chronologie und Kurzbeschreibung der Werke Li Minyongs sowie ein Interview des Verfassers mit Li Minyong vom Oktober 1995.

Li Qiao

Heinl, Bernd, Ein Taiwanese erzählt Geschichte - Der Schriftsteller Li Qiao und seine Familliensaga 'Kalte Nächte', Bochum 1999, unpubl. M.A. thesis, Ruhr-Universität Bochum.
K.: Bei der Arbeit handelt es sich um eine Interpretation der Themen, Figuren und Beziehungen in Li Qiaos (geb. 1934) Roman Kalte Nächte (Hanye) auf der Basis einer Verknüpfung von literaturwissenschaftlicher Inhaltsanalyse und Ergebnissen der psychologischen Konfliktforschung.

Liao Huiying

Breymann, Anke Karin, Liao Huiying — eine taiwanesische Frauenschriftstellerin der 80er Jahre, Bochum 1992, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Nach einer definitorischen Klärung der Begriffe 'Frauenliteratur' und 'Frauenschriftstellerin' untersucht die Verfasserin zunächst traditionelle und moderne Rollenbilder chinesischer Frauen. Nach einem Blick auf die eigenständige kulturelle und literarische Entwicklung Taiwans wird die Situation der Frauen auf Taiwan nachgezeichnet. Einer Biographie der Liao Huiying folgt eine Analyse ihrer Werke. An Kurzgeschichtensammlungen werden behandelt: "Rapssamen (youma caizi)", "Bestrafte Leichtgläubigkeit (fangxin zhi zui)" und "Nächtlicher Nieselregen (jin ye wei yu)", an Romanen "Sackgasse (bu gui lu)", "Ein Mädchen am Fenster (chuangkou de nüren)", "Blinder Fleck (mangdian)" und "Auf dem Gipfel des Erfolges (juechang)" sowie der Fortsetzungsroman "Zeit des Suchens (suiyue de yanqing)" und "Herbstabschied (zai qiutian dao bie)". Liao Huiyings Frauenbilder und ihre Entwürfe weiblicher Identität werden, wie auch ihr Verhältnis zur 'Frauenliteratur', dargestellt. Die Frauenrollen in Liaos Erzählprosa bleiben statisch, ihr Werk ist mehr und mehr ein Teil der taiwanesischen Unterhaltungsliteratur geworden.

Winkler, Roland, Die Bürde der Tradition. Frauenschicksale in den Romanen der modernen taiwanesischen Schriftstellerin Liao Huiying, München 1993, unpubl. M.A. thesis, Universität München
K.: Nicht aus literarischer, sondern aus soziologischer Perspektive wird die Stellung der Frau in Taiwan anhand einiger Romane der Liao Huiying behandelt. Die Arbeit vergleicht die Stellung der Frau in Taiwan mit der Situation in China und greift für eine Magisterarbeit zu weit aus.

Lin Haiyin

Roos, Sandra, Lin Haiyin — Eine Schriftstellerin zwischen China und Taiwan, Bochum 1994, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Neben einer Biographie zu Lin Haiyin enthält diese Arbeit eine eingehende Analyse der folgenden Erzählungen aus dem Werk "Südstadt (chengnan jiushi)", das 1992 in Hong Kong unter dem Titel "Memories of Peking — South Side Stories" in einer Übersetzung von Nancy Ing und Chi Pang-Yuan (Qi Bangyuan) vorgelegt wurde: "Wintersonne, Kinderjahre, Kamelkarawanen (dongyang, tongnian, luotuodui)", "Die Geschichte der Huian-Herberge (huian guan chuanqi)", "Wir fahren zum Meer (women kan hai qu)", "Tante Lan (Lan yiniang)", "Eselsäpfel (lüdagunr)" und "Papas Blumen sind gefallen — ich bin auch kein Kind mehr (baba de hua luo le — wo ye bu zai shi xiao haizi)". Weiter folgt eine kurze Interpretation von Lin Haiyins Gesamtwerk. Zuletzt wird auf Lin Haiyins Funktion als Schriftstellerin im Kontext der taiwanesischen Literaturgeschichte eingegangen. In Übersetzung findet sich die Erzählung "Wir fahren zum Meer" wieder.

Liu Daren

Wedmann, Claudia, Der taiwanesische Schriftsteller Liu Daren — Die Suche einer neuen kulturpolitischen Identität, Bochum 1994, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Die Arbeit beginnt mit einem Abriß der neueren taiwanesischen Literaturgeschichte, um sich dann der Biographie Liu Darens zuzuwenden. Nachfolgend wird der Roman "Eine dahintreibende Gemeinschaft (fuyou qunluo)" von 1983 auf seinen zeitgeschichtlichen Hintergrund, Inhalt sowie seine Symbolik hin analysiert. Schließlich wird auf die Kurzgeschichten Liu Darens eingegangen. In Übersetzung werden die Kurzgeschichte "Umherirren (zhan)" sowie zwei Essays des Autors, "Die Zerstörung des Mythos (shenhua de pomie)" und "Auf Wiedersehen, Zeitalter der Yuppies (zaijian, yapi shidai)", vorgelegt.

Long Yingtai

Guth, Gabriella Friederike, Kultur- und Gesellschaftskritik in Taiwan: die Schriftstellerin Lung Yingtai, Freiburg i.Br. 1991, unpubl. M.A. thesis, Universität Freiburg
K.: Die Arbeit geht zunächst auf Leben und Werk der sozialkritischen Journalistin und Schriftstellerin ein. Im Mittelpunkt steht das taiwanesische Erziehungssystem und die GMD-Kulturpolitik. Eine Übersetzung und kritische Kommentierung der Erzählung: "Das Leben und seine Sorgen (shenghuo de kunjing)" ist aufgenommen. In einem letzten Teil wird der Ansatz der Kultur- und Gesellschaftskritik Long Yingtais dargestellt.

Long Yingzong

Diefenbach, Christiane, Long Yingzong — Ein taiwanesischer Schriftsteller der japanischen Kolonialzeit, Bochum 1994, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Nach einer Darstellung historischer und literarischer Rahmenbedingungen der Kolonialzeit auf Taiwan (1919-1937) wird auf Long Yingzongs Werk und sein kulturpolitisches Engagement eingegangen. Sodann werden drei Phasen im literarischen Schaffen des Autors unterschieden und gesondert behandelt: Longs erstes Werk, die realistische Novelle "Der kleine Ort mit den Papaya-Bäumen (zhi you muguashu de xiaozhen)", seine Erzählungen von 1940 bis 1941, die einen Hang zur Realitätsflucht erkennen lassen, und schließlich die Erzählungen von 1942 bis 1945, in denen sich eine Neuorientierung des Autors unter politischem Druck und gewisse Kollaborationstendenzen spiegeln. Im Anhang findet sich eine Teilübersetzung der obengenannten Novelle.

Lü Heruo

Lelgemann, Antje, Lü Heruo (1914-1947): Taiwanesische Literatur der japanischen Kolonialzeit, Bochum 1995, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Lü Heruo gehört zu den literarisch differenziertesten Schriftstellern der Periode unter japanischer Herrschaft. Diese Arbeit, die weitgehend auf dem von Zhang Henghao 1991 herausgegebenen Band "Lü Heruo ji" aus der Reihe "Taiwan zuojia quanji" beruht, legt eine Biographie des Autors vor, der in den Wirren des Aufstands vom Februar 1957 umkam. Lü Heruo war zunehmend radikaler geworden und trat 1948 der KP bei. Er verkaufte sein Familienvermögen und gründete eine Untergrunddruckerei für Propagandamaterialien. Er muß 1950 als Untergrundkämpfer beim "Zwischenfall am Stützpunkt Luku" von der GMD ums Leben gebracht worden sein. Diese Arbeit enthält eine Übersetzung der Erzählung "Nachbarn (linju)" nach der chinesischen Fassung. Sie behandelt das Verhältnis von Japanern und Taiwanesen, das sehr geschönt erscheint. Literarische Themen Lüs sind Kritik an der japanischen Kolonialherrschaft und der traditionellen Gesellschaftsordnung, wie etwa in der Geschichte "Der Ochsenkarren (niuche)" von 1935 oder der "Geschichte vom Gewitter (baofeng yu de gushi)", ebenfalls von 1935. In den Erzählungen bis 1937 geht es v.a. um die rechtlose Stellung der Frau in der taiwanesischen Gesellschaft. Die Erzählungen der Jahre 1942-1943 scheinen fast im leeren Raum angesiedelt und haben auf den ersten Blick keinen expliziten Bezug zu der politischen Situation Taiwans. Novellen dieser Zeit wie "Frieden in der ganzen Familie (hejia ping'an)" von 1943 oder "Geomantik (fengshui)" von 1942 behandeln erneut den Konflikt zwischen Tradition und Moderne sowie innerfamiliäre Spannungen als Spiegelbild der Gesellschaft. Ein dunkler Schatten bleiben Erzählungen zwischen 1942 und 1944, die von manchen Kritikern als Literatur im Dienste der japanischen Kolonialregierung angegriffen wurden. Wir erhalten mit Lüs Werk Einblick in die gespannte Situation, die während der Huangminhua-Bewegung auf den Autoren lastete.

Lü Xiulian

Zimmermann, Christine, Der neue Feminismus Lü Xiulians in Taiwan, München 1984, unpubl. M.A.- Arbeit, Universität München
K.: Die Arbeit beginnt mit Überlegungen zur Geschichte der Frau in China und schildert die historische und politische Entwicklung Taiwans, vor deren Hintergrund sich die Biographie Lü Xiulians entfaltet. Ein weiteres Kapitel behandelt Lüs Werke und speziell das Buch "Neuer Feminismus (xin nüxing zhuyi)" mit seinen Zentralgedanken. In einem letzten Teil erfolgt ein Vergleich zwischen den feministischen Forderungen Qiu Jins und denen Lü Xiulians.

Meng Yao

Lancashire, Edel Marie, The Novels of Meng Yao, Melbourne, 1969, unpubl. thesis submitted for the degree of Master of Arts, Department of Oriental Studies, University of Melbourne

Lancashire, Edel Marie, "The Novels of Meng Yao," in: Journal of the Australasian Universities Language & Literature Association, No.34 November, 1970.

Nie Hualing

Hantzschk, Monja, Das kulturelle China (wenhua zhongguo) — Die Schriftstellerin Nie Hualing, Bochum 1995, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Die Studie widmet sich dem Leben und Werk der chinesischen Schriftstellerin und Literaturkritikern, die infolge der politischen Verhältnisse zunächst Festland China, später Taiwan verlassen mußte und seit den 60er Jahren in den USA lebt. Nach einem biographischen Abriß wird das literarische Schaffen der Autorin anhand ihrer drei Roman Die verlorene goldene Glocke (Shiqu de jin lingzi), Maulbeere und Pfirsisch (Sangqing yu taohuang) und In weiter Ferne fließt ein Fluß (Qian shan wai, shui chang liu) behandelt sowie ihre Tätigkeit als Herausgeberin literarischer und literarhistorischer Sammlungen vorgestellt. Eingeleitet von einem Abriß zur Debatte um das Konzept des 'Kulturellen Chinas' verfolgt die Autorin der Studie schließlich die Frage nach Identität und Selbstverständnis Nie Hualings, die sie als "Symbiose zwischen Vergangenheit und Gegenwart", einem Dasein zwischen Auslandschinesin und Exilantin, kennzeichnet. Die Essays "Erinnerungen an Lei Zhen" (Yi Lei Zhen) und "Eine Straße aus alter Zeit - In Gedanken an Lei Zhen" (Jiushi lu - Huainian Lei Zenh xiansheng) sind in deutscher Übersetzung angefügt sowie ein annotiertes Verzeichnis der Werke und Sekundärmaterialien.

Ouyang Zi

Hoefer, Carsten, Literarischer Modernismus in Taiwan: Ouyang Zis Kurzgeschichten, Dortmund 1996, projekt verlag, edition cathay Band 14
K.: Diese Arbeit beschreibt in einem ersten Schritt die taiwanesische Literaturszene der 50er und 60er Jahre und analysiert dann einzelne Erzählungen Ouyangs wie: "Herbstlaub (qiuye)", "Die Blumenvase (huaping)", "Kurz vor der Dämmerung (jin huanghun shi)" und "Ein schönes Mädchen (meirong)". Carsten Hoefer setzt dabei dem oberflächlichen Vorwurf des Eskapismus und der Imitation westlicher Konzepte an den Taiwanesischen Modernismus eine gründliche formale Analyse der Sammlung entgegen. Seine Untersuchung weist schließlich die Eigenständigkeit von Ouyang Zis Erzählprosa nach. Übersetzt sind die drei letztgenannten Erzählungen.

Qideng Sheng

Draeger, Caroline, Das Spiel mit dem Absurden — Der taiwanesische Autor Qideng Sheng, Bochum 1994, Brockmeyer, Chinathemen Band 82, 209 S.
K.: Die Arbeit wendet sich nach einem allgemeinen Blick auf die Entwicklung der taiwanesischen Literatur dem Leben und Werk Qideng Shengs zu. Behandelt sind frühe und mittlere Erzählungen des Autors, die auf Themen und Erzähltechniken hin untersucht werden. In Übersetzung finden sich die Erzählungen "Die alte Frau" und "Müll" wieder.

San Mao

Borghardt-Fossa, Ute, Unterhaltungsliteratur in China — Die taiwanesische Schriftstellerin San Mao (1943-1991), Bochum 1994, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Die Studie geht von der Theorie der Unterhaltungsliteratur im Westen wie auch im chinesischen Kontext aus. Es werden Zusammenhänge zwischen Biographie und Werk dieser durch Selbstmord geendeten, auch in der VR China beliebten Autorin aufgedeckt. Nach einer Übersicht über das Gesamtwerk San Maos wird anhand von Beispielen auf Besonderheiten ihres literarischen Schaffens wie die Entrückung des Lesers in die Welten der Sahara eingegangen. Borghardt bringt exotische Reize und humoristische Akzente ebenso zur Sprache wie formale Besonderheiten (Struktur, Erzählsituation und Sprache) der Werke San Maos.

Neumann, Stella, Drei Geschichten von San Mao — Unterhaltungsliteratur?, Bonn 1995, unpubl. Diplomarbeit, Universität Bonn
K.: Es kann nur an der Begrenztheit des Blicks auf die gesamte literarische Situation Taiwans liegen, daß zu Anfang der neunziger Jahre eine ganze Flut an Studien über San Mao entstanden. Hier werden in lesbarer Übersetzung und mit einer Analyse der übersetzungstechnischen Probleme versehen drei Erzählungen aus dem Frühwerk San Maos vorgestellt: "Das Bad in der Wüste (shamo guan yu ji)", "Was für ein Leben (zheyang de rensheng)" und "Rückschau (beiying)". Es wird außerdem versucht, eine Definiton von Unterhaltungsliteratur in Deutschland und China zu geben. Diese Arbeit beruht auf der Biographie von Lu Shiqing, Yang Youli und Sun Yongchao: San Mao zhuan (Taizhong 1993, chenxing).

Heindl, Hildegard, Heimat in der Fremde. Das Ich der Sanamao im Spiegel ihres Werkes, München 1998, unpubl. Diss.,
K.: Das Gesamtwerk San Maos wird inhaltlich wiedergegeben, mit der Fragestellung, ob es sich um eine Auotbiographie oder eine Selbstdarstellung handelt.

Shi Mingzheng

Middendorf, Claudia, Gefängnisliteratur in Taiwan: ‘Der Urintrinker’ von Shi Mingzheng, unpubl. M.A. thesis, Bochum: Ruhr-Universität , 1995.
 

Shi Shuqing

Kauke, Birgit, Hongkongs kritische Jahre. Die Erzählungen der Schriftstellerin Shi Shuqing, Bochum 1995, Brockmeyer, Chinathemen Band 87
K.: Die Autorin behandelt zunächst die politische und soziale Situation Hong Kongs in den 80er Jahren, wobei die Verhandlungen zwischen England und China den Ausgangspunkt bilden. Ein Kapitel beschreibt Taiwans Literatur nach 1945 bis in die 80er Jahre. Kauke gibt einen Überblick über Leben und Werk der Schriftstellerin sowie ihre Entwicklung in verschiedenen Phasen. Die Autorin unterzieht elf Hong Konger Geschichten einer systematischen Analyse und Bewertung. Schließlich wird hinterfragt, inwieweit sich die Realität der Kronkolonie in Shis Erzählprosa widerspiegelt. Der Anhang bringt ein Interview Kaukes mit der Schriftstellerin.

Song Zelai

Kochen, Stephan, Song Zelai — Ein politischer Literat aus Taiwan, Bochum 1994, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Die Studie behandelt die literarische Entwicklung dieses in sich gekehrten radikalen taiwanesischen Schriftstellers (geb. 1952), der stellvertretend für eine ganze Generation steht — hier insbesondere seinen Essayband "Wer fürchtet sich vor Song Zelai (shei pa Song Zelai)?" von 1986. Untersucht wird die taiwanesische Situation vor dem Erlaß der Pressefreiheit und dem Durchbruch im taiwanesischen Demokratisierungsprozeß. Kochen analysiert Songs Vorstellungen von einer Literatur der Menschenrechte auf Taiwan. Songs Vorbilder sind dabei der Schriftsteller und Lehrer Lin Shuangbu sowie die Autorin und oppositionelle Abgeordnete Lü Xiulian. Kochen vergleicht Songs Ansatz mit Ye Shitaos Literatur- und Long Yingtais Sozialkritik. Mit der Grundhaltung beider Kritiker hat sich Song polemisch auseinandergesetzt.

Schuchmann, Gerta Catharina, Der taiwanesische Autor Song Zelai — Mit Übersetzung seiner Erzählung "daniunan cun", Hamburg 1989, unpubl. M.A. thesis, Universität Hamburg
K.: Die Arbeit skizziert die historische und literarische Entwicklung Taiwans nach 1945, wendet sich dann Song Zelai, seinem Leben und Werk zu, zeichnet dabei auch seine literaturkritischen Standpunkte nach und stellt ihn in den Kontext des Urteils seiner Umwelt. Die Studie enthält die Übertragung der Erzählung "Das Dorf Daniunan (Daniunan cun)" sowie eine Interpretation auf Inhalt, Aufbau, Figuren, Erzählstil und Übersetzungsschwierigkeiten hin. Hier handelt es sich um eine an der Oberfläche bleibende erste Annäherung an dieses komplexe Thema, das Wirken eines der radikalen Vertreters taiwanesischer kultureller Selbständigkeit.

Kordt, Stefanie, Taiwanesischer Nativismus: Song Zelais Analyse der Literatur der 90er Jahre, unpubl. M.A. thesis, Bochum: Ruhr-Universität, 1999

Su Xin

Bugané, Alessandra, Su Xin: un libero pensatore di Taiwan, Bologna 1995, unpubl. M.A. thesis, Universität Bologna

Tai Jingnong

Jünger, Alexandra, Tai Jingnong (1902-1990). Schriftsteller und Literaturwissenschaftler zwischen China und Taiwan, Bochum 1995, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Die Arbeit bietet zunächst einen Einblick in das literarische Schaffen Tai Jingnongs vor dem Hintergrund seines Lebens und des historischen wie gesellschaftlichen Umfelds seiner Zeit. Unter anderem wird dabei Lu Xuns Einfluß auf Tais Werk untersucht. Ein zweiter Teil der Arbeit widmet sich dem Literaturwissenschaftler und Künstler Tai Jingnong, seiner Lehrtätigkeit an der Nationalen Taiwan Universität, seinen Essays und seiner kalligraphischen Tätigkeit. Schließlich finden sich mit "Der Sohn (erzi)", "Der alte Wu (Wu laoye)" sowie "Der Verwundete (fushangzhe)" drei Kurzgeschichten des Autors übersetzt und analysiert.

Tian Yage (Tuobasi)

Theisen-Rosenkränzer, Pascale, Der allerletzte Jäger? Untersuchung von Kurzgeschichten des Bunun-Schriftstellers Tian Yage, Dortmund, projekt Verlag, 1996, edition Cathay, Bd. 16
K.: Zuerst wird hier aufgezeigt, vor welchem geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund Tian Yages Werke entstanden sind, mit Betonung von Geschichte und Gesellschaftsform der Ureinwohner. Theisen untersucht dann acht Kurzgeschichten Tians in Bezug auf interne Konflikte der Bunun-Gesellschaft und externe Probleme mit der Han-Majorität. Die Charaktere der Kurzgeschichten werden nach der Identitäten-Theorie von DeVos erfaßt, und die Auswirkungen der Erzählungen auf den Leser untersucht. Zuletzt versucht die Verfasserin, Tian Yages Standpunkt innerhalb der 'Bewegung der Ureinwohner' zu verdeutlichen. In Übersetzung findet sich die Erzählung "Damapima".

Wang Tuo

Link-Klemm, Heike, Der taiwanesische Autor Wang Tuo: Xiangtu-Prosa als Spiegel der 70er Jahre, Bochum 1992, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Die Arbeit beginnt mit einer kurzen Geschichte der xiangtu-Literatur und ihrer Entwicklung von den 50er bis zu den 70er Jahren. Eine Biographie des Schriftstellers, Aktivisten und späteren Politikers Wang Tuo schließt sich an. Im dritten Teil werden kurz die Erzählungen und dann die beiden Romane Wangs behandelt. Den Hauptteil bildet die Analyse des im Gefängnis entstandenen Romans Taipeh, Taipeh. Im Anhang werden einige ausgewählte Passagen des Romans in Übersetzung vorgelegt.

Wang Wenxing

Lachner, Anton, Chinesische Literatur auf Taiwan: Der Roman 'Familienaufbruch' (jiabian) von Wang Wenxing, Bochum 1983, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum

Lachner, Anton, Die familiäre Katastrophe — Wang Wenxings literarischer Bildersturm. Sprache und Stil des Romans 'jiabian'. Mit einer Teilübersetzung und einer Einführung zu Autor und Werk, Frankfurt a.M. u.a., Peter Lang, Europäische Hochschulschriften Bd.26, 357 S. (Publikation der Diss.: Sprachinkonvention und Sprachmanipulation. Linguistische und stilistische Untersuchungen zu Wang Wenxings Roman 'jiabian', Bochum 1989, Diss., 498 S.)
K.: Nach einer kursorischen Einführung in die Entwicklungslinien der Literatur in Taiwan nach 1949 werden hier Wang Wenxing und sein Werk vorgestellt. Wangs nach 19 Erzählungen 1972/73 erschienener erster Roman Familienaufbruch (jiabian), dessen ungewöhnliche Sprache Hauptgegenstand der Arbeit ist, wird inhaltlich, formal und im Spiegel der Rezeption in Taiwan beleuchtet. Der Anhang bietet sowohl eine Teilübersetzung des Romans als auch Leserstimmen in Übersetzung. Im Literaturverzeichnis sind das erzählerische Werk Wangs sowie die wichtigsten bis 1985 erschienenen Artikel zu Person und Werk Wang Wenxings enthalten. Siehe die Endfassung unter 3.3.

Winkelmann, Christine, Jugend und Sexualität in Kurzgeschichten des taiwanesischen Autors Wang Wenxing (geb. 1939), Köln 1999, unpubl. M.A thesis, Universität zu Köln

Wu Jinfa

Mohr, Martina, Taiwanesisches Bewußtsein: Wu Jinfa und die sozio-kulturelle Problematik der Ureinwohner Formosas, Bochum 1992, Brockmeyer, Chinathemen Band 76, 189 S.
K.: Auf eine Darstellung von Wu Jinfas Leben und einen Überblick über sein literarisches Werk folgt ein historischer Exkurs über die Geschichte der Ureinwohner Taiwans. Nachfolgend wird auf die Ureinwohnerproblematik in Wu Jinfas Werk eingegangen, zunächst in Form einer Vorstellung einzelner Erzählungen: "Fluß im Mondschein (you yueguang de he)", "Der Weg der Schwalben (yanwu de jiedao)", "Nebel bei Nacht (anye de wu)" und "Das Teehaus 'Frühling und Herbst' (chunqiu chashi)". Anschließend werden die Sammlungen: "Traurige Bergwälder (beiqing de shanlin)" und: "Ich will einen Ureinwohner zum Mann (yuanjia shandi lang)" nach gesellschaftlichen Aspekten, wie soziale Probleme der Ureinwohner, ihre Arbeitssituation, Armut und Alkoholismus, analysiert. Eine Übersetzung der Erzählung "Fluß im Mondschein" ist aufgenommen.

Wu Xinrong

Preuß, Petra, Intellektuelle und Widerstand: Der taiwanesische Sozialaktivist Wu Xinrong (1907–1967), unpubl. M.A. thesis, Bochum: Ruhr-Universität , 1999.

Wu Zhuoliu

Begrich, Wulf, Taiwan unter japanischer Besetzung 1895-1945: Der Schriftsteller Wu Zhuoliu (1900-1976), Bonn 1994, unpubl. M.A. thesis, Universität Bonn
K.: Thema dieser Arbeit ist die japanische Besetzung Taiwans im Spiegel von Wu Zhuolius Werk. Auf eine Übersetzung der Kurzgeschichte "Herr Chen (Chen daren)", die einen typischen 'Untertanen' zeichnet, folgen übersetzungstheoretische Anmerkungen sowie sprachliche und inhaltliche Analysen der Erzählung. Der inhaltliche Kommentarteil widmet sich politisch-historischen Gegebenheiten der Besatzungszeit wie auch der literarischen Situation auf Taiwan vor 1945. In seiner Bewertung spricht Begrich dem Autor literarische Brillanz ab, betont aber dessen Leistungen im Bereich von Dokumentation und der Darstellung herrschender Strukturen.

Gescher, Christa, "Taiwanbewußtsein" versus "Chinabewußtsein". Der taiwanesische Schriftsteller Wu Cho-liu (Wu Zhuoliu, 1900-1976) im Spiegel der Literaturkritik, projekt, Dortmund 1997, edition Cathay Bd. 28 (Diss., Ruhr-Universität Bochum, 1996)
K.: Zentrales Anliegen dieser Studie ist es, die Position des Schriftstellers Wu Zhuolius zur Frage der taiwanesischen Identität und Unabhängigkeit zu beleuchten. Einleitend werden zunächst die sozio-historischen Rahmenbedingungen Taiwans vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart sowie - im Kontext etwas unvermittelt - einige wichtige Stimmen zur Debatte um das "Taiwan- bzw. Chinabewußtsein" skizziert. Die Entwicklung der taiwanesischen Literatur von den 20er Jahren bis zur Gegenwart wird in Kap. 1 in einem kurzen Überblick dargestellt, der als Hintergrund für die Biographie und das Prosawerk Wu Zhuolius (Kap. 2., 3.) dient, das inhaltlich und ansatzweise analytisch behandelt wird. Das Schlußkapitel fokussiert die Aussagen zur taiwanesischen Unabhängigkeit in Wu Zhuolius Werk sowie die Rezeptions dieses Themas in der taiwanesischen Literaturkritik. Der biographische Abschnitt rekurriert inbesondere auf die autobiographischen Schriften Der Feigenbaum (Wuhua guo) und Waisenkinder Asiens (Yaxiaya de gu'er), das auch im Zentrum der literaturkritischen Rezeption steht. Im Anhang der Studie findet sich eine ausführliche Bibliographie zum Werk Wu Zhuolius sowie eine Teilübersetzung der Waisenkinder Asiens.

Görk, Susanne, Frühes Taiwan-Bewußtsein: Wu Zhuolius Autobiographie Der Feigenbaum (wuhuaguo 1968), Bochum 1994, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Die Verfasserin beschreibt den historischen und kulturpolitischen Hintergrund, vor dem sich Wu Zhuolius Werk entfaltet. Nach einem Diskurs über Leben und Werk Wus wird speziell auf sein Buch "Der Feigenbaum" eingegangen. Die ersten zwei Kapitel des Buches finden sich übersetzt, die weiteren Kapitel werden inhaltlich zusammengefaßt. Die Studie bringt eine inhaltliche und formale Analyse des Werkes.

Müller, Heike, Der taiwanesische Autor Wu Zhuoliu (1900–1976) und sein Roman ‘Das Waisenkind Asiens’ (1943-45), unpubl. M.A. thesis, Bochum: Ruhr-Universität, 1999

Xi Xi

Wienert, Michaela, Der Hongkonger Kreidekreis. Die Schriftstellerin Xi Xi und ihr Bild von Hongkong, unpubl. M.A. thesis, Bochum: Ruhr-Universität, 1994

Xiao Sa

Pfeiffer, Elke, Fenster zur Realität: Die taiwanesische Autorin Xiao Sa, Bochum 1992, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Ein Einleitungsteil behandelt taiwanesische Literatur auf Taiwan und Frauenschriftstellerinnen der 80er Jahre. Ein zweites Kapitel befaßt sich mit der rechtlichen, politischen und arbeitsmäßigen Situation von Frauen in Taiwan. Auf die Biographie Xiao Sas folgt eine zweigeteilte Darstellung ihrer Erzählungen, nach dem Themenkreis Ehe, Scheidung, Affären einerseits und dem Thema Identitätssuche andererseits. Übersetzt werden in einem Anhang Ausschnitte aus dem Roman "Die Liebe eines Dorfarztes (xiaozhen yisheng de aiqing)" sowie aus "Weiliangs Liebe (Weiliang de ai)".

Yang Kui

Kölling, Birgit, Vom Kolonialismus zum Regionalismus: Der taiwanesische Schriftsteller Yang Kui, Bochum 1993, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Das Thema der Arbeit ist Yang Kuis Auseinandersetzung mit der japanischen Kolonialherrschaft in Taiwan. Einer Einleitung folgen ein Überblick über den Stand der Literatur zum Thema Yang Kui wie auch biographische Daten. Es werden drei Erzählungen Yang Kuis vorgestellt und auf Thematik und Stil hin analysiert: "Der Zeitungsbote (song bao fu)", "Das Modelldorf (mofan cun)" und "Die Gänsemutter heiratet (e mama chujia)". Der Anhang enthält eine Übersetzung der Erzählung "Der Zeitungsbote".

Yang Qingchu

Schuh, Ingrid, Die Erzählungen des taiwanesischen Schriftstellers Yang Qingchu bis 1975, Bochum 1989, Brockmeyer, Chinathemen Band 45, 180 S.
K.: Das Buch bringt zunächst einen Überblick über Yang Qingchus Biographie und Werk und analysiert dann die Einstellung des Autors zu Literatur und Gesellschaft. Auf eine Darstellung jener Erzählungen Yangs, die sich nicht mit der Arbeitswelt befassen, folgt ein Kapitel über den Wandel der Arbeitswelt und des Arbeiterlebens in Taiwan, auch im Spiegel der Literatur. Schließlich kommen Yangs Erzählungen zur Arbeitswelt zu Wort. Die Autorin legt Teilübersetzungen von "Eine glänzende Karriere", "Lohngruppe 5" und "Menschen in der Fabrik (gongchang ren)" vor.

Yang Zhao

Baumgart, Sandra, Taiwanesische Massenliteratur nach 1945: Der Literaturkritiker Yang Zhao und sein Anstoß zum Paradigmenwechsel, unpubl. M.A. thesis, Bochum: Ruhr-Universität, 1999

Ye Shitao

Hammer, Christiane, Literaturkritik in einer Phase des Umbruchs auf Taiwan. Eine Untersuchung der neueren Schriften von Ye Shitao (* 1925), Bochum 1996, unpubl. M.A. thesis, Ruhr-Universität Bochum
K: Die Studie stellt den taiwanesischen Literaturkritikers Ye Shitao im Kontext der politischen und sozio-kulturellen Entwicklungen auf Taiwan vor. Der erste Teil der Arbeit skizziert im Rahmen der Biographie des Literaturkritikers, der als Protagonist eines 'Taiwan-Bewußtseins' (taiwan yishi) gilt, die Periode der japanischen Besatzungszeit, der 50-jährigen autoritären Herrschaft der Nationalpartei (GMD) sowie des Wandels nach Aufhebung des Kriegsrechtes 1987. Nach einem kurzen Überblick zum Forschungsstand zum Werk Ye Shitaos folgt im zentralen Abschnitt der Studie eine Bewertung der in den jahren 1987 bis 1996 publizierten literaturkritischen Schriften aus quantitativer, stilistischer und thematischer Perspektive sowie eine politische, soziologische, literarische und ideologische Einordnung vor dem Hintergrund der Transformationsprozesse auf Taiwan nach 1987. Im letzten Teil der Arbeit wird die Position Ye Shitaos im taiwanesischen Literaturbetrieb der 90er Jahre beleuchtet, dem ergänzend ein Essay Yes, "Die Philosophie einer Ameise" (mayi zhexue), angefügt ist. Eine ausführliche Bibliographie zum Thema findet sich im Anhang.

Kupka, Stefanie, Der taiwanesische Schriftsteller Ye Shitao, geb. 1925, im Spiegel seines Romans 'Die fünfziger Jahre eines Schriftstellers' von 1991, Köln 1994, unpubl. M.A. thesis, Universität Köln
K.: Die Arbeit bietet eine nur kursorische, auf eingeschränkter Leseerfahrung beruhende Behandlung der Autobiographie des bedeutenden bentu-Kritikers, eingeleitet von dem unvermeidlichen Überblick über die neuere Taiwan-Geschichte. Die Autorin versäumt den gründlichen Vergleich mit einem zweiten Werk Yes: "Taiwan nanzi Jian Atao" (1990), das in Romanform die gleiche Periode behandelt. Auch findet sie kaum Zugang zu der Atmosphäre der 'Vergangenheitsbewältigung' auf Taiwan nach Einsetzen der Demokratisierung.

Yuan Qiongqiong

Lachner, Esther, Gegenwartsliteratur von Frauen in Taiwan: Yuan Qiongqiong und "Ihr eigener Himmel", Erlangen 1991, unpubl. M.A. thesis, Universität Erlangen-Nürnberg
K.: Auf eine kurze Einführung in die Geschichte der taiwanesischen Literatur und den Begriff der 'Frauenliteratur' folgt eine Darstellung biographischer Daten der Autorin. Sodann wird Yuans Bild der Frau anhand von ausgewählten Erzählungen aus ihrem Werk "Ihr eigener Himmel (ziji de tiankong)" dargestellt. Es kommen auch Konzeption, Stil und Sprache der behandelten Kurzgeschichten zu Wort. Schließlich enthält die Arbeit einen Teil über die Rezeption von "Ihr eigener Himmel" auf Taiwan, wie sie sich in Kommentaren und Kritiken spiegelte.

Zhang Ailing

Brown, Carolyn Thompson, Eileen Chang's 'Red Rose and White Rose', Washington 1978, Diss., Univ. of Washington
K.: Es handelt sich hier um eine Dissertation, die 1978 an der American University Washington eingereicht wurde. Die in ihrem Rahmen übersetzte Erzählung umfaßt 78 Seiten, darauf folgen 20 Seiten einer eng am Text orientierten Interpretation. Zhang Ailing zeichnet das Bild eines Textilingenieurs, der in England studiert hat und zwischen zwei Frauen steht — der zurückhaltenden eleganten Ehefrau 'Weiße Rose' und seiner emotionalen Geliebten, 'Rote Rose' genannt. Die Lebensumstände der zurückgekehrten Auslandschinesen, die Atmosphäre des städtischen Shanghai sowie der Einbruch neuer westlicher Moralvorstellungen werden psychologisch so einfühlsam dargestellt, wie es nur wenigen Schriftstellern der Zeit gelang.

Dangelmaier, Constanze, Zhang Ailing: Eine Schriftstellerin des modernen China. Übersetzung und Analyse ihrer Kurzgeschichte 'Liuqing', München 1994, unpubl. M.A. thesis, Universität München
K.: Auf eine Kurzbiographie zur Autorin folgt ein Überblick über die Editions- und Rezeptionsgeschichte der Werke Zhang Ailings. Sodann wird auf die 1954 publizierte Sammlung 'Zhang Ailing duanpian xiaoshuo ji' und die darin enthaltenen 15 Erzählungen eingegangen. Den Hauptteil der Arbeit bildet schließlich eine Übersetzung und Analyse der Kurzgeschichte "Was vom Gefühl bleibt (liuqing)" auf inhaltliche und formale Aspekte hin. Schließlich erfahren Zhang Ailing und ihr Werk eine Gesamtwürdigung, in der auch Kontroversen zur Sprache kommen, die sich an der Zurückgezogenheit sowie der unpolitischen Haltung der Autorin entfachten und eine Zuordnung der Autorin zu literarischen Strömungen bis heute erschweren.

Mac, Nhu-Thien, Zhang Ailing und ihre Erzählkunst anhand des Kurzromans 'Jinsuo ji' (Das goldene Joch), Berlin 1990 (?), unpubl. M.A. thesis, Universität Berlin
K.: Hier wird zunächst ein ausführlicher Einblick in das Leben und Schaffen der Autorin gegeben. Im Hauptteil der Arbeit wird der Kurzroman "Jinsuo ji" einer exemplarischen Analyse unterzogen, wobei auf strukturelle und erzähltechnische Charakteristika des Romans wie auch die darin sichtbare Verwendung von Symbolik und Metaphorik eingegangen wird. Auf kurze Exkurse über Zhang Ailings Einstellung zum Schreiben sowie die Rezeption des Kurzromans folgt eine abschließende, historische wie auch literarische Einordnung und Bewertung Zhang Ailings. Der Anhang enthält eine detaillierte Bibliographie an Primär- und Sekundärliteratur.

Schloeßer, Sabine, Die Schriftstellerin Zhang Ailing: Kurzgeschichten und Essays (1943-1945), Bochum 1989, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum; vorgesehen zur Veröffentlichung in der Reihe edition Cathay.
K.: Zhang, eine der besten Schriftstellerinnen des modernen China, begann ihre Laufbahn im kosmopolitischen Shanghai der 40er Jahre, ging ins Exil nach Hong Kong und wanderte dann in die USA aus. Sie hat in der Nachkriegszeit mit ihren zwei Sammlungen von Kurzgeschichten und vier Romanen besonders auf Taiwan einen großen Einfluß ausgeübt. Diese erste deutschsprachige Studie über Zhang beschränkt sich auf eine Reihe von stilistisch gelungenen Kurzgeschichten.

Tseng, Sally, An Analysis of Eileen Chang's "The Rice-Sprout Song": Irony, Ann Arbor 1992, M.A. thesis, Univ. of Toronto, 59 S.
K.: Die Arbeit enthält eine Analyse des 1954 geschriebenen Romans "yang ge" mit Schwerpunkt auf der ironischen Erzählkunst Zhang Ailings. Kurz wird am Rande auch auf Zhangs persönlichen, sozialen und kulturellen Hintergrund eingegangen. "The Rice-Sprout Song" impliziere nicht nur den politischen Protest Zhang Ailings gegen ein unmenschliches kommunistisches Regime, sondern deute auf die universelle Schattenseiten des menschlichen Wesens hin. Zhang zeige unterschiedliche Reaktionen von Individuen auf äußere Unterdrückung, wie Egoismus, Bitterkeit und Neid, und stelle mit ihrem Werk die Möglichkeit des Menschen zu menschlichem Handeln insgesamt, so Tseng, infrage.

Zhang Dachun

Schober, Andrea, Postmodernes Taiwan? Der Schriftsteller Zhang Dachun, Bochum 1994, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Zunächst wird hier der Begriff 'Postmoderne' einer Definiton unterzogen. Im Anschluß daran stellt die Autorin das literarische Gesamtwerk Zhang Dachuns vor. Schließlich werden ausgewählte Werke, wie die Kurzgeschichten "Auf Wiedersehen A-lang, auf Wiedersehen (zaijian Alang, zaijian)", "Die Gedenktafel des Generals (jiangjun bei)" und der Roman "Der große Lügenmeister (chang pian)", untersucht. Analysekriterien sind Inhalt und Intention, Erzählperspektive und sprachliche Mittel sowie 'postmoderne' Kriterien, wie Fragmentierung und Dekanonisierung. In Übersetzung finden sich die o.g. zwei Kurzgeschichten wie auch der Beitrag "Zusammen ist alles ein 'Schaffen': Nachrichten, Erzählung, Parajournalismus (yiqie dou shi 'chuangzuo': xinwen, xiaoshuo, xinwen xiaoshuo)" wieder.

Zhang Liangze

Sterling, Hans-Otto, Der taiwanesische Literaturwissenschaftler Zhang Liangze, unpubl. M.A. thesis, Bochum: Ruhr-Universität, 1998.

Zhang Wenhuan

Riehl, Dieter, Ländliche Wirklichkeiten der Kolonialperiode. Der taiwanesische Autor Zhang Wenhuan (1909-1978), Bochum 1995, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Behandelt werden in einem ersten Teil das Leben und Schaffen Zhang Wenhuans. Ein zweiter Teil befaßt sich mit einigen Erzählungen des Autors. Darauf folgt eine Übersetzung der Erzählung "Nachts die Affen (yeyuan)", eine Betrachtung dieser Geschichte im Spiegel der Sekundärliteratur sowie der Versuch ihrer Einordnung in das xiangtu-Genre. Schließlich stellt sich der Verfasser die Frage nach der Repräsentativität der behandelten Erzählung wie auch nach einer möglichen Beurteilung Zhang Wenhuans.

Vrabec, Iris, Der taiwanesische Schriftsteller Zhang Wenhuan (1909-1976) und die Frauenbilder in seinem Werk, Bochum 1997, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K: Die Studie widmet sich dem schriftstellerischen Werk und den Aktivitäten des Schriftstellers, dessen wichtigste Schaffensperiode in die Zeit der japanischen Besatzung (1895-1945) fällt. Nach einem biographischen Überlick, der im historischen Kontext verortet ist, stellt die Studie das Werk des Autos deskriptiv vor. Die Arebit ist rein deskriptiv und unternimmt kine literaturwissenschaftliche Analyse. Abschließend wird die Frage behandelt, ob Zhang Wenhuan ein Protagonist der "(Japan-) Kaisertreuen Unterntanen-Literatur" (huangmin wenxue) war.

Zhang Wojun

Elies, Stefanie, Kulturelle Orientierung in kolonialer Unterdrückung. Die taiwanesische Kultur- und Sozialbewegung der japanischen Besatzungszeit und die 4.-Mai-Bewegung der kulturellen Erneuerung, projekt, Dortmund 1997, edition Cathay Bd. 32
K: Ausgehend von der Frage nach der kulturellen Identiät Taiwans, als eine wesentliche Voraussetzung für die nationale Souveränität der Insel, untersucht die Studie den Einfluß der 4. Mai-Bewegung auf die Neuen Taiwanesischen Kultur- und Literaturbewegung. Zur Beweisführung werden einerseits die Rezeption der Werke und Ideen der 4.-Mai-Bewegung durch die Neue Taiwaneische Kulturbewegung, sowie Kontakte zwischen taiwanesischen Schriftstellern und Protagonisten der 4.-Mai-Bewegung, explizit zwischen dem taiwanesischen Schriftsteller Zhang Wojun und Lu Xun, herangezogen.

Zhang Xiaohong

Klapprott, Ilka, Feminismus und Postmoderne in Taiwan. Die Essays von Zhang Xiaohong, unpubl. M.A.thesis, Ruhr-Universität Bochum, 1997.

Zheng Qingwen

Rick, Antje, Seelenlandschaften. Die Erzählungen des taiwanesischen Autors Zheng Qingwen, unpubl. M.A. thesis, Ruhr-Universität Bochum, 1997.

Zhong Lihe

Aretz, Tilman, Frühe taiwanesische Heimatliteratur. Zhong Lihe (1915-1960), Bochum 1993, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Die Arbeit führt zunächst in den Begriff und Inhalt von xiangtu-Literatur ein und behandelt dann Zhong Lihes Leben und seine Werke. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit den Themen, die Zhong literarisch aussparte. Aufgenommen ist die Übersetzung der beiden Novellen "Das Ehepaar mit dem gleichen Familiennamen (tongxing zhi hun)" und "Ayuan" sowie des Tagebuchberichtes "2-28-Chronik (er-er-ba jishi )", dazu ein Interview mit dem Sohn Zhong Lihes, dem Schriftsteller Zhong Tiemin.

Lü Qinglong, Chung Li-He: sa vie, son oeuvre, Paris 1988, Diss.

Zhong Zhaozheng

Töpper, Bianka, Die Trilogie von den Taiwanesen (1967-1976). Der Schriftsteller Zhong Zhaozheng, Bochum 1995, unpubl. M.A. thesis, Universität Bochum
K.: Diese erste Studie über einen der wichtigsten bentu-Schriftsteller enthält einen biographischen Abriß und einen Überblick über sein Gesamtwerk, Zhongs Erzählungen und Romane. Die Arbeit führt in den historischen Hintergrund des Hauptwerks Trilogie ein und behandelt ausführlich die drei Romanteile "Verwahrlosung", "Reise über das Meer" und "Das Lied vom Chatian-Berg". Analysiert werden die Erzählperspektive sowie die Darstellung der schwachen Männerfiguren und starken mütterlichen Frauengestalten in der Trilogie. Ein Kapitel wird in Übersetzung vorgelegt.

 

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