Fachgebiete der Fakultät für Ostasienwissenschaften (mit Kurzbeschreibungen)
Der Fachbereich bietet ein
breites Lehrangebot zu den Bereichen chinesische Sprache, Literatur und
Kultur. Zentraler Forschungsschwerpunkt der Sektion ist die chinesische
und taiwanesische Gegenwartsliteratur. Insbesondere zum Themenbereich
Taiwan verfügt die Sektion über einen umfangreichen Forschungsapparat
mit chinesisch- und westlichsprachigen Quellen zur taiwanesischen
Literatur, Literaturgeschichte und -kritik.
Der Schwerpunkt des Fachs (bis 1998 "Geschichte Chinas")
lag unter seinen ersten Vertretern, Tilemann Grimm (1965-1974) und Bodo
Wiethoff (1977-1996) auf Institutionengeschichte, Historiographie und
Technographie. Dies spiegelt sich in der umfangreichen Sammlung von
Nachdrucken chinesischer Dokumente der Ming- (1368-1644) und
Qingdynastie (1644-1912) sowie von chinesischen Regionalbeschreibungen
von der Songdynastie (960-1279) bis zur Gegenwart wider.
Allgemein gesprochen vermittelt das Studium der
Geschichte Japans wichtige Grundlagen für die Beschäftigung mit
verschiedensten Bereichen der japanischen Kultur. Um in der
Auseinandersetzung mit Japan nicht in die vielfach verbreiteten
Stereotypen über den ‚Mythos Japan' zu verfallen, sind umfassende
Kenntnisse über die geschichtlichen Wurzeln der heutigen japanischen
Kultur und Gesellschaft notwendig. Wer sich diese Art von Wissen über
die Geschichte eines international immer wichtiger werdenden Landes,
gepaart mit soliden Sprachkenntnissen, erwirbt, qualifiziert sich damit
nicht nur für eine akademische Tätigkeit im Rahmen der
Geschichtswissenschaft, sondern kann diese Kenntnisse auch
gewinnbringend in vielfältigen Berufen in Politik, Medien, Kultur und
Wirtschaft einsetzen.
Der Fachbereich Sprache und Literatur Japans befaßt sich
im Rahmen der Ostasienforschung mit der japanischen Sprache und
Literatur aus linguistischer und philologischer Perspektive.
Seit Bestehen der Ruhr-Universität bis 1989 hatte Prof. Dr. Bruno Lewin den Lehrstuhl inne. Mit dem Amtsantritt von Prof. Dr. Jens Rickmeyer im Oktober 1991 erhielt die Sektion dann eine noch stärker sprachwissenschaftlich orientierte Ausrichtung. Nachdem Prof. Dr. Jens Rickmeyer im August 2008 in den Ruhestand getreten ist, vertrat Prof. Dr. Alexander Vovin, Professor für ostasiatische Sprachen an der University of Hawai'i at Manoa, für ein Jahr den Lehrstuhl. Im September 2009 hat Prof. Dr. Tomasz Majtczak von der Jagiellonen-Universität Krakau für ein Jahr die Vertretung übernommen.
Koreanistik als akademisches Fach kann eine Vielfalt
Korea-bezogener Themen behandeln und sich geistes- oder
gesellschaftswissenschaftlicher Methoden bedienen. Gemeinsam ist der
Koreanistik die philologische Basis, nämlich die Erarbeitung ihrer
Themen insbesondere anhand originalsprachlicher Quellen. Koreanistische
Quellen können dabei in modernem Schrift- oder Umgangskoreanisch, aber
auch in älteren Sprachstufen des Koreanischen bzw. in chinesischer
Schriftsprache verfasst sein (bis 1900 mehr als 90% aller Quellen).
Institutionell sowohl dem Centrum für
Religionswissenschaftliche Studien (CERES) als auch der Fakultät für
Ostasienwissenschaften zugehörig, widmet sich das Fachgebiet Religionen
Ostasiens den Traditionen des Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus
sowie dem Einfluss des Christentums in der Moderne. Dem relationalen
Forschungsparadigma von CERES entsprechend werden in Lehre und
Forschung Akzente auf die Wechselbeziehungen zwischen den religiösen
Traditionen untereinander und zu anderen gesellschaftlichen Feldern,
sowie auf die Region übergreifende Entwicklungen gelegt.
Die Sektion Politik Ostasiens begreift sich als
Teilbereich der gegenwartsbezogenen Ostasien-Forschung und arbeitet an
der Analyse der politischen Systeme und internationalen Politik
Ostasiens. Dabei betrachtet sie es als ihre vorangige Aufgabe, mit
Hilfe eines theoriefundierten, gegenwartsbezogenen und praxisnahen
Studienangebots Studierende auf ostasienrelevante Tätigkeiten in
Forschungsinstitutionen, Regierungsministerien, internationalen
Organisationen, transationalen Unternehmen sowie in den Medien
vorzubereiten.
Die Juniorprofessur für Gesellschaft und Kultur
Ostasiens begreift sich als Querschnittsbereich sowohl der
Fachausrichtungen (also Politikwissenschaft, Geschichte, Philosophie,
Kultur) als auch der Schwerpunktländer (China, Japan, Nord- und
Südkorea) der übrigen Fachgebiete der Fakultät für
Ostasienwissenschaften. Spezialisiert auf die Gegenwart, beschäftigen
sich Lehre und Forschung in diesem Bereich mit aktuellen sozial- und
kulturwissenschaftlichen Fragestellungen, unter anderem zur Entstehung
und Funktion von Zivilgesellschaft, Recht, Medien und Kunst sowie
Fragen nach Ursachen und Bedingungen gesellschaftlicher Stabilität in
den Gesellschaften Ostasiens.

