Forschungsinteressen

Auswirkung von Stress auf Konditionierungsprozesse

 

Dipl. Psych Denise Minnebusch

 

Tierexperimentelle Untersuchungen weisen auf gedächtnismodulierende Effekte von Stress hin, wobei sowohl gedächtnisverbessernde als auch beeinträchtigende Wirkungen berichtet wurden (Roozendaale, 2002). Das Erlernen emotionalen Materials und die Konditionierbarkeit werden durch Stress verbessert (Shors, 2004), während das Arbeitsgedächtnis und das episodische Gedächtnis eher beeinträchtigt werden (Roozendaale, 2002). Auch in Humanstudien konnte nachgewiesen werden, dass psychosozialer Stress negativ mit der Merkfähigkeit für sprachliche Informationen korreliert (Kirschbaum et al 1996). Bisher existieren im Humanbereich keinerlei empirische Erkenntnisse über die Auswirkung von Stress auf Konditionierungsprozesse.

  • Kirschbaum C, Wolf OT, May M, Wippich W & Hellhammer DH (1996): Stress- and treatment-induced elevations of cortisol levels associated with impaired declarative memory in healthy adult. Life Science 58 (17): 1475- 1483.
  • Roozendaal B (2002): Stress and memory: opposing effects of glucocorticoids on memory consolidation and memory retrieval. Neurobiology of Learning and Memory 78 (3): 578- 595.
  • Shors (2004): Learning during stressful times. Learning and memory 11 (2): 137-144.

Prosopagnosie

Die meisten Menschen haben noch nie darüber nachgedacht, wie wichtig es ist, andere Menschen zu erkennen. Intuitiv nutzen wir für diese Fähigkeit das Gesicht einer Person.
Die Unfähigkeit, bekannte Personen anhand des Gesichtes zu erkennen, nennt man Prosopagnosie. Schwierigkeiten, Gesichter zu erkennen, treten häufig nach erworbenen Schädigungen des okzipito-temporalen Kortex auf (Damasio et al., 1982; Sergent & Villemure, 1989). Einige Personen haben von Geburt an Probleme damit, Gesichter wiederzuerkennen, ohne dass eine Gehirnschädigung vorliegt (Behrmann et al., 2005). Dieses Defizit nennt man "Developmental" Prosopagnosie (DP). Prosopagnostiker können Gesichter sehen, sie können sie nur nicht auseinanderhalten. Die Schwierigkeit, bekannte Gesichter zu erkennen, ist vergleichbar mit Farbenblindheit. Menschen, die farbenblind sind, können farbige Objekte sehen, sie können die Farben nur nicht differenzieren. Bis jetzt sind nur wenige Fälle von DP beschrieben worden und das Wissen über die zugrundeliegenden Mechanismen ist gering (Behrmann & Avidan, 2005; Kress & Daum, 2003).
Das Ziel dieses Projektes ist es, die Mechanismen, welche diesen Gesichterverarbeitungsdefiziten zu Grunde liegen, genauer zu verstehen. Dazu verwenden wir sowohl Verhaltensexperimente als auch EEG-Studien und funktionale Bildgebung.