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Musica Mystica

Bruckners e-Moll-Messe

Programmfolge

Anton Bruckner (1824-1896): Inveni David (1868)

Tomás Luis de Victoria (1548-1611): Benedictus Dominus (in Coena Domini ad Laudes)

Anton Bruckner: Os iusti (1879)

Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525-1594): Magnificat Primi Toni (Liber primus)

Anton Bruckner: Ave Maria (1861)

Tomás Luis de Victoria: Nunc dimittis (Canticum Simeonis - 1600)

Anton Bruckner: Virga Jesse (1885)

Anton Bruckner: Ecce sacerdos magnus (1885)

Anton Bruckner: Messe Nr. 2 in e-Moll für 8stimmigen Chor und 15 Bläser


Aufführungen:

So, 7.10.12, 16 h, St. Lamberti (Lambertikirchplatz, 48143 Münster)
Eintritt frei

Di, 9.10.12, 20 h, St. Meinolphus-Mauritius (am Schauspielhaus Bochum)
(Meinolphusstr. 2, 44789 Bochum)
Eintritt: 15,-/erm. 10,- / VVK BO-Marketing, Infopoint UV-Foyer

Fr, 12.10.12, 19.30 h, Erzabtei Kloster Beuron (Abteistr. 2, 88631 Beuron)
Eintritt frei

Sa, 13.10.12, 20 h, Münster St. Maria und Markus, Mittelzell
(Münsterplatz, 78479 Reichenau, Bodensee)
Eintritt: 20,-/17,-/13,-/erm. um 5,- / VVK Tourist-Information Reichenau

So, 18.11.12, 17 h, Kath. Kirche Heilig Geist
(Auf den Porten 4, 44265 Dortmund-Welinghofen)
Eintritt frei

 

EINFÜHRUNG (Hans Jaskulsky)

Von den drei großen Orchestermessen Anton Bruckners (1824-1896) ist die Nr. 2 in
e-Moll zweifellos am deutlichsten der kirchenmusikalischen Restauration und der Rückbesinnung auf die Polyphonie der Renaissance verpflichtet. 1866 komponiert, 1869 in Linz uraufgeführt und später verschiedentlich umgearbeitet, beschränkt sich Bruckner bei der Instrumentalbegleitung der e-Moll-Messe auf 15 Holz- und Blechbläser, verzichtet gänzlich auf Solisten, entfaltet aber den Chor bis zur Achtstimmigkeit: vier Frauen- und vier Männerstimmen. Aus der klanglichen „Askese“ gewinnt der Komponist eine überraschende vokale und instrumentale Klangpracht. Die kontrapunktische Strenge aus dem Geist der „alten Meister“ verbindet sich auf unnachahmliche Weise mit der expressiven spätromantischen Harmonik des Symphonikers Bruckner. Seine Interpretation des Ordinarium Missae ist von archaischer Herbheit, melodischer Süße und einer Tiefe des Textverständnisses, die bestürzend und beglückend wirken kann.

Welche Musik könnte besser zu Bruckners e-Moll-Messe hinführen als Vokalwerke von Großmeistern der Renaissance wie Palestrina und Vittoria? Die Auswahl der Texte der drei neutestamentlichen „Cantica“ ist kein Zufall:

Das „Benedictus dominus“ in der Vertonung Tomás Luis de Vittorias (1548-1611) stellt die Lobpreisung des Zacharias, der vom Herrn wegen seines Unglaubens vorübergehend mit Stummheit geschlagen wurde, bis sich die Verheißung der Geburt seines Sohnes Johannes des Täufers erfüllte, der Bruckner-Motette „Os justi meditabitur“ gegenüber: „Der Mund des Gerechten wird reden“.

Der Lobgesang Mariens, das „Magnificat“ aus der Feder Pierluigi da Palestrinas (1525-1594) korrespondiert mit dem berühmten „Ave Maria“ Anton Bruckners.

Und schließlich: Der greise Prophet Simeon erblickt bei der Beschneidung Jesu im Tempel in diesem Kind den lang ersehnten Messias: „Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen“. Dieses „Nunc dimittis“, das dritte der neutestamentlichen „Cantica“, stammt wiederum von Vittoria und wird von Bruckners Motette „Virga Jesse floruit“ gleichsam kommentiert, die mit den Worten des Propheten Jesaja anhebt zu singen: „Der Zweig Isais ist erblüht…“.

Eingerahmt wird dieser erste Teil des Programms durch zwei weitere Motetten Anton Bruckners, nämlich das Offertorium (für vier Männerstimmen und Posaunen) „Inveni David“, Psalmworte zur Königskrönung im alten Israel, sowie am Ende durch die Einsetzungsformel der Bischofsantiphon „Ecce sacerdos magnus“ aus dem Buch Sirach – letztlich ein Lobpreis auf Christus, den König, den Hohepriester und das Opferlamm.

 

Die Ausführenden

Collegium vocale Bochum

Bläserensemble des
Collegium instrumentale Bochum

Leitung:
Hans Jaskulsky

 

 

Seit 1979 wirkt HANS JASKULSKY als Universitätsmusikdirektor am Musischen Zentrum der Ruhr-Universität Bochum. Chor und Orchester der Ruhr-Universität sowie die beiden Kammerensembles, Collegium vocale und Collegium instrumentale Bochum, stehen dort unter seiner Leitung. Seit 1998 zeichnet er auch für die Orgelkonzertreihe und das Festival „Klangwelten“ an der großen Klais-Orgel im Auditorium maximum der Ruhr-Universität verantwortlich. Lehraufträge verbanden ihn viele Jahre lang mit dem Musikwissenschaftlichen Institut der Ruhr-Universität Bochum und der Musikhochschule Frankfurt. 2008 wurde er zum Honorarprofessor an der Folkwang-Universität der Künste Essen ernannt.
Hans Jaskulsky ist Vorsitzender des „Internationalen Arbeitskreises für Musik“ (IAM) und ist als Juror bei Chorfestivals und Chorwettbewerben gefragt. Er ist künstlerischer Leiter des von ihm initiierten „Internationalen Chorfestivals Ruhr a cappella“, das seit 1995 regelmäßig in Bochum stattfindet. Sein Repertoire reicht von A-cappella-Chormusik über Chorsymphonik bis zu Orchesterliteratur in großer stilistischer Breite.

Hans Jaskulsky

Neben den großen Besetzungen von Universitäts-Chor und -Orchester gibt es am Musischen Zentrum der Ruhr-Universität Bochum zwei Kammerensembles, die mit ausgewählten Mitwirkenden und pro­jektgebundener Probenarbeit musikalisch anspruchsvolle Programme realisieren können und unter der Leitung von UMD Hans Jaskulsky stehen.

Das Collegium vocale Bochum besteht aus ca. 40 Sängerinnen und Sängern. Intensive chorische Stimmbildung (bei Mechthild Jaskulsky) ist wichtiger Bestandteil der Probenarbeit und formt aus dem Collegium vocale einen homogenen und flexiblen Klangkörper. Zum vielfältigen Repertoire dieses Esembles gehört vor allem anspruchsvolle a cappella-Musik unterschiedlicher Epochen und Stilrichtun­gen, die chorisch und auch solistisch aus den eigenen Reihen besetzt werden. Der Chor präsentiert sich in regelmäßigen Konzerten in Bochum und Umgebung, aber auch auf Konzertreisen im In- und Aus­land.

Das Collegium instrumentale Bochum ist in der Regel ein Streichorchester, das bei Bedarf durch Bläser ergänzt wird. Für das aktuelle Bruckner-Projekt, das auf Streicher verzichtet, wurde eine Besetzung von 15 Holz- und Blechbläsern zusammengestellt.

Zusammen erarbeiten die Collegien immer wieder große Werke aus dem oratorischen und chorsym­phonischen Bereich und führen sie in der Region und weit darüber hinaus auf. Einige wichtige Statio­nen dieser Konzerttätigkeit in den letzten Jahren: Bach „h-Moll-Messe“ (Bochum, 2000) | a cappella-Programm (Festival „Cittá di Bologna“ Italien, 2002) | Mozart/Duruflé „Requiem“ (Vlaanderen-Festival, Belgien, 2002) | Schumann „Missa sacra“ (Baltikum, 2002) | Händel „Messiah“ (Region Ruhr 2004, 2010) | a cappella-Programm (USA, San Francisco, 2004) |Hessenberg „Lukas-Passion“ (Bochum, Frankfurt, 2007) | Monteverdi „Marienvesper“ (Xanten, Münster, Bochum, Dortmund, Recklinghau­sen, 2006/2007/2010 | Bach-Poos-Programm (Region Ruhr, Costa Rica, Leipzig, Nordhausen, 2011) | Bach „Matthäus-Passion“ (Bochum, Köln, Soest, 2012) | Bruckner „e-Moll-Messe“ (Münster, Bochum, Dortmund, Konstanz, 2012).

 

 

 
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Letzte Änderung: 08.10.2012  | Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik