| "KLANGWELTEN"
Orgelkonzert im Audimax
in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und dem 36. DGS-Kongress 2012

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Mittwoch, 3. Oktober 2012 , 20 h: "Orgel & Orchester"
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Michal Markuszewski, Orgel
Collegium instrumentale Bochum
Leitung: Hans Jaskulsky
Programmfolge
Antonín Dvorák (1841-1904)
Serenade E-Dur für Streichorchester op. 22
Moderato
Tempo di Valse
Scherzo
Larghetto
Finale: Allegro vivace
Max Reger (1873-1916)
Choralfantasie „Halleluja! Gott zu loben, bleibe meine Seelenfreud“ op. 52,3
Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901)
Konzert für Orgel und Orchester Nr. 2 g-Moll op. 77
Grave
Andante
Con moto |

Eintritt: 15,- / erm. 10,-
Abendkasse ab 19 h
VVK: BO-Marketing (Huestr. 9), Infopoint (UV-Foyer, RUB) |
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Werkeinführung
Antonin Dvoraks „Serenade“ für Streichorchester in E-Dur op. 22 gehört zu den „Perlen“ der romantischen Streicherliteratur. Beginnend mit einem kantablen „Moderato“ entfaltet sich die Satzfolge über einen „Walzer“, ein spritziges „Scherzo“ im 2/4-Takt einer böhmischen Polka, über das berührende „Larghetto“ bis zum fulminant-wirbelnden „Finale“. An Meldodienreichtum und differenzierter Verarbeitung steht die Streicherserenade den reifen Symphonien Dvoráks in nichts nach.
Den heute weniger bekannten Choral „Halleluja, Gott zu loben“ wählte der wohl bedeutendste Orgelkomponist seiner Zeit, Max Reger, als Thema seiner großen Choralfantasie op. 52,3. Die Klais-Orgel des Auditorium maximum - derzeit die größte Konzertsaal-Orgel in NRW - ist wie kaum ein anderes Instrument geeignet, mit ihren 82 Registern Regers klangprächtige Orgelsymphonik adäquat darzustellen. Der junge und bereits führende polnische Organist, Michal Markuszewski, ist mit der Klais-Orgel von früheren Konzerten her bestens vertraut.
1894 erschien die Erstausgabe des 2. Orgelkonzerts g-Moll op. 177 von Josef Gabriel Rheinberger. Das Orchester ist reduziert auf Streicher, je zwei Hörner, Trompeten und Pauken. In den drei symphonisch gearbeiteten Sätzen („Grave“, „Andante“ und „Con moto“) kann der Solist alle Möglichkeiten zur Virtuosität, der Verinnerlichung und der Kunst origineller Registrierung entfalten. Als gleichberechtigtes Pendant tritt ihm das Orchester entgegen: Als gewichtiger Gegenspieler, als Dialogpartner und als Begleiter. Rheinbergers Orgelkonzert g-Moll darf als ein Höhepunkt der deutschen spätromantischen Orgelmusik gelten. (Hans Jaskulsky) |
Mitwirkende
Geboren 1980 in Warschau, begann Michal Markuszewski seine musikalische Ausbildung mit 5 Jahren und beendete sie mit Auszeichnung an der K. Szymanowski-Schule (Klavierklasse Prof. Maria Niemira, Orgelklasse Prof. Marietta Kruzel-Sosnowska). 2004 schloss er sein Studium an der Warschauer „Frederic Chopin“-Musikakademie bei Prof. Joachim Grubich (Orgelklasse) und bei Prof. Kazimierz Gierzod (Klavierklasse) mit Auszeichung ab. Es folgten Studien an der Universität der Künste Berlin (Klasse Prof. Wolfgang Seifen) und an der Hochschule für Musik in Würzburg (Orgelklasse Prof. Christoph Bossert).
Zu seinen bisher grössten Erfolgen zählen der 2. Preis beim Wettbewerb polnischer Orgelmusik des 20. Jahrhunderts (Liegnitz 1998) und der 1. Preis beim internationalen Wettbewerb für Orgelmusik in Rumia (2000). Ausserdem bekam Markuszewski die Auszeichnung für die beste Interpretation der Musik von Johann Sebastian Bach, verbunden mit einer Auszeichnung des Präsidenten der Stadt Danzig sowie den 3. Preis beim internationalen Wettbewerb in Zürich (Bühlkirche 2007). An internationalen Festivals nahm er teil in Polen, Litauen, Tschechien (bei den Tagen der Orgelmusik - Vysehrad 2002), Holland, in der Schweiz und in Deutschland. Seine Kenntnise vervollständigte er bei folgenden Meistern: Guy Bovet, Aleksander Fiseyski, Julian Gembalski, Lorenzo Ghielmi, Jean Guillou, Bernhard Haas, Rudolf Innig, Olivier Latry, Heribert Metzger, Peter Planyawski, Martin Sander, Christopher Stembridge und Harald Vogel. Er arbeitete bereits mit vielen ausgezeichneten Solisten sowie dem Polnischen Kammerchor „Schola Cantorum“ Danzig, „Camerata Varsovia“ zusammen, ausserdem mit dem Orchester Jeunesses Musicales, mit dem er die Kantate „St. Caecilia“ von Franciszek Lessel auf CD aufgenommen hat. Der Künstler spielt ebenso neuzeitliche polnische Orgelmusik.
Auch die Orgelimprovisation gehört zu seinen künstlerischen Schwerpunkten. Im Juli 2002 nahm er am Internationalen Improvisationswettbewerb in Nürnberg teil, ebenso an Improvisationskursen mit Prof. Tomasz Adam Nowak (Münster), Theo Brandmüller (Saarbrücken), Prof. Wolfgang Seifen (Berlin) und Julian Gembalski (Kattowitz). Michal Markuszewski befasst sich auch mit Fragen der Erhaltung historischer Orgeln. Er ist Mitglied des 'Vereins zur Erhaltung und Erforschung schlesischer Orgeln' und hat bisher mehr als 300 historische Orgeln in Polen dokumentiert. Er war Initiator und verantwortlicher Leiter für die Renovierung der historischen Orgel der Firma Schlag & Söhne (1900).
Aufnahmen auf CD sowie für polnische Rundfunk- und Fernsehsender zeugen von seiner künstlerischen Enntwicklung . Seit 2004 ist er als Organist an der Evangelisch-reformierten Kirche in Warschau tätig. Michal Markuszewski war bereits mehrfach in Bochum als Organist der Reihe „Lunchtime-Orgel“ im Auditorium maximum der Ruhr-Universität zu hören. (www.michalmarkuszewski.pl)
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Michal Markuszewski |
Das Collegium instrumentale Bochum ist ein (gelegentlich durch Bläser ergänztes) Streichorchester. Die Mitglieder des Ensembles haben bisher in Bochum und anderen Städten der Region, aber auch auf Reisen Werke unterschiedlichster Besetzungen und Epochen präsentiert. Zum Repertoire gehören neben Orchesterwerken auch Solokonzerte, die z.T. mit aus dem Ensemble stammenden Solisten aufgeführt werden. Aus den Reihen des Collegium instrumentale finden sich auch kleinere Musiziergruppen (Streichquartette, Bläserensembles etc.) zusammen, die z.B. bei akademischen Feiern an der Universität verpflichtet werden. Gemeinsam mit dem Collegium vocale Bochum werden immer wieder große Werke aus dem oratorischen und chorsymphonischen Bereich aufgeführt. |

Collegium instrumentale Bochum |
Seit 1979 wirkt Hans Jaskulsky als Universitätsmusikdirektor am Musischen Zentrum der Ruhr-Universität Bochum. Chor und Orchester der Ruhr-Universität sowie die beiden Kammerensembles, Collegium vocale und Collegium instrumentale Bochum, stehen dort unter seiner Leitung. Seit 1998 zeichnet er auch für die Orgelkonzertreihe und das Festival „Klangwelten“ an der großen Klais-Orgel im Auditorium maximum der Ruhr-Universität verantwortlich. Lehraufträge verbanden ihn viele Jahre lang mit dem Musikwissenschaftlichen Institut der Ruhr-Universität Bochum und der Musikhochschule Frankfurt. 2008 wurde er zum Honorarprofessor an der Folkwang-Universität der Künste Essen ernannt. Hans Jaskulsky ist Vorsitzender des „Internationalen Arbeitskreises für Musik“ (IAM) und Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Chorverbände (ADC). Er ist als Juror bei Chorfestivals und Chorwettbewerben gefragt und ist künstlerischer Leiter des von ihm initiierten „Internationalen Chorfestivals Ruhr a cappella“. Diverse Publikationen bezeugen seine anhaltende musikwissenschaftliche Lehr- und Vortragstätigkeit. Sein Repertoire reicht von A-cappella-Chormusik über Chorsymphonik bis zu Orchesterliteratur in großer stilistischer Breite. |

Hans Jaskulsky |
Weitere Aufführungen:
So, 30.09.12, 16 h, Ev. Christuskirche Bochum-Gerthe (Benefizkonzert für den Turm) mehr
Mo, 01.10.12, 20 h, Aula der Universität zu Köln mehr |
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