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Der Bologna-Prozess


Der bisherige Ablauf des Bologna-Prozesses

Am 9. Juni 1999 unterzeichneten 30 europäische Staaten die so genannte Bologna-Erklärung. Für Deutschland haben Bund und Länder gemeinsam unterzeichnet. Ziele des Bologna-Prozesses:

  • Einführung eines gestuften Studiensystems (Bachelor - Master - Promotion)
  • Schaffung nationaler auf Lernergebnisse und Arbeitspensum basierter Qualifikationsrahmen, die mit dem übergreifenden Qualifikationsrahmen des Europäischen Hochschulraumes (EHR) kompatibel sind
  • Europäische Standards und Leitlinien für die Qualitätssicherung, Akkreditierung der Studiengänge durch Qualitätssicherungsagenturen
  • Mobilität im europäischen Hochschulraum durch gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen und Studienzeiten

Die erste Dekade des Prozesses (1999 - 2010) war der Schaffung der gemeinsamen "European Higher Education Area (EHEA)" gewidmet. Im Leuvener Kommuniqué vom 28./29. April 2009 wurden die Ziele des Bologna-Prozesses bis 2020 fortgeschrieben:

  • Verstärkte Anstrengungen zur Verwirklichung aller Ziele, die in der Bologna-Erklärung gesetzt wurden
  • Bewahrung der Vielfalt der Bildungssysteme; Anerkennung des Werts der verschiedenen Aufgaben der Hochschulbildung
  • Herstellung von Chancengleichheit in Bezug auf qualitativ hochstehende Bildung
  • Förderung des lebenslangen Lernens (Erwerb von Qualifikationen, Erweiterung von Wissen und Verständnis, Aneignung neuer Fähigkeiten und Kompetenzen sowie Unterstützung der Persönlichkeitsbildung). Voraussetzung für lebenslanges Lernen ist, dass Qualifikationen über flexible Bildungswege erworben werden können, darunter auch im Teilzeitstudium oder berufsbegleitend.
  • Die Studieninhalte sollen stärker auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes ausgerichtet werden (Stichwort: Beschäftigungsfähigkeit).
  • Internationalisierung und weltweiter Wettbewerb der Hochschulen

Mit der Budapest-Vienna Declaration on the European Higher Education Area vom 12.04.2010 wurde die EHEA offiziell ins Leben gerufen.


Offizielle Informationsportale

The official Bologna Process website July 2007 - June 2010

The European Higher Education Area (EHEA): The official Bologna Process website 2010-2012

European Commission - Education & training: The Bologna Process - Towards the European Higher Education Area

Bundesministerium für Bildung und Forschung: Der Bologna-Prozess

Deutscher Bildungsserver: Bologna-Prozess

HRK - Hochschulrektorenkonferenz: Bologna-Zentrum

KMK Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland: Bologna-Prozess


Kritik am Bologna-Prozess

Der Bologna-Prozess wurde in Deutschland von Anfang an kontrovers diskutiert. Das Spektrum negativer Einschätzungen reicht von der Kritik an einzelnen Umsetzungsproblemen bis zur Ablehnung des Bologna-Prozesses insgesamt. Häufig genannte Kritikpunkte:

  • Der Bologna-Prozess ist insgesamt nicht ausreichend demokratisch legitimiert.
  • Aufgabe des Humboldtschen Bildungsideals und Verschulung des Studiums
  • Zu starke Betonung der berufs- und anwendungsbezogenen Lehrinhalte
  • Der Bachelor-Studiengang führt zu einem geringeren Qualifikationsniveau als die früheren Magister- und Diplomstudiengänge.
  • Die Umsetzung der Bologna-Ziele erfolgt zu Lasten anderer, vielleicht wichtigerer Reformen, weil die Hochschulen insgesamt unterfinanziert sind.
  • Es gibt nicht genügend Master-Studienplätze für alle Interessenten. Bachelor- und Masterstudiengänge sind oft nur innerhalb der Hochschule aufeinander abgestimmt, weshalb es mit großen Schwierigkeiten verbunden sein kann, zum Masterstudium an eine andere Hochschule zu wechseln (vergl. Artikel Auf rumpeligen Pfaden zum Master-Studium im UNISPIEGEL).

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