|
Das
Viertel diente aber nicht nur zu reinen Wohnzwecken. Nach den Resten von
Töpferöfen, Keramik- und Metallschlacken, Gussformen und Abfällen der
Knochenschnitzerei zu urteilen sind hier auch verschiedene Handwerke
ansässig gewesen. Das wichtigste war sicher die Töpferei, die bis ins 7.
Jh.v.Chr. zurückzuverfolgen ist (Abb. 7). Die Siedlungsschichten enthalten
große Mengen von Scherben, die zu Gebrauchsgefäßen, aber auch zu den sehr
qualitätvollen bemalten Trinkgefäßen der südionischen Vasengattungen des 7.
und 6. Jh.v.Chr. gehören. Daneben begegnen Tonfiguren, wie sie in den
milesischen Heiligtümern geweiht und auch in andere Orte exportiert wurden.Wie
im restlichen Stadtgebiet, so endet am Kalabaktepe die Siedlungskontinuität
abrupt in der Zeit des ionischen Aufstandes. Zwar gibt keine dicke
Brandschicht einen direkten Hinweis auf kriegerische Ereignisse und eine
Zerstörung durch Feuer, doch ist deutlich zu sehen, dass die Häuser ihrer
Ziegeldächer beraubt wurden und verfielen. Nur für einen kurzen Zeitraum
richtete man sich im 5. Jh.v.Chr. wieder in den Ruinen ein; auf der
Ostterrasse des Berges wurden neue Häuser sogar über den Trümmern des
Artemistempels errichtet. Als die neue ”hippodamische” Stadt in der Ebene
entstand, gab man den Kalabaktepe aber endgültig als Wohngebiet auf. |