Molekulargenetische Diagnostik

Glukokortikoid-supprimierbarer Hyperaldosteronismus (GSH)
OMIM: 103900 (GRA), 610613 (CYP11B1), 124080 (CYP11B2)

Hintergrund

Eine der seltenen Formen der monogen-bedingten Hypertonien ist der autosomal dominant vererbte glukokortikoid-supprimierbarer Hyperaldosteronismus (GSH engl.: glucocorticoid-remediable aldosteronism; GRA). Die Erkrankung ist durch arterielle Hypertonie schon im jugendlichen Alter gekennzeichnet, der Aldosteron-Spiegel ist deutlich erhöht. Der Blutdruck kann nicht durch die gewöhnlich eingesetzten Hypertonie-Medikamete wie ACE-Hemmer oder ?-Blocker normalisiert werden, kann jedoch durch die Einnahme von Dexamethason gesenkt werden. Eine Arbeitsgruppe (Lifton, 1992) hat die Erkrankungsursache aufgeklärt. Bei Patienten mit GSH wurde ein „chimäres“ Gen nachgewiesen, das den Promotor des 11-ß Hydroxylase (CYP11B2)-Gens und den kodierenden Teil des Aldosteronsynthase (CYP11B1)-Gens enthält. Das „chimäre“ Gen produziert ein verändertes Enzym, das zu erhöhter Aldosteron-Produktion und zu erniedrigtem Renin-Spiegel führt. Zusätzlich werden zwei Metaboliten des Aldosteron-Synthesewegs freigesetzt (18-Hydroxykortikosteron und 18-Hydroxycortisol). Die erhöhte Aldosteron-Konzentration bewirkt oft eine vermehrte Kalium- und verminderte Natrium-Ausscheidung über die Nierentubuli.

Erforderliches Probenmaterial

  • 5-10 ml EDTA-Blut (2 Proben)

EDTA-Blutproben für molekulargenetische Untersuchungen können in der Regel ungekühlt mit der Post verschickt werden.
Bitte beschriften Sie alle Probengefäße eindeutig mit Namen und Geburtsdatum des Patienten. Nicht eindeutig beschriftete Proben können nicht bearbeitet werden. Bitte benutzen Sie unsere Anforderungsscheine (incl. Patienteneinverständnis-Erklärung). Hier können alle erforderlichen Angaben zur Anforderung von Untersuchungen eingetragen werden.

Schriftliche Einwilligungserklärung gemäß GenDG ist erforderlich!

Bei humangenetischen Untersuchungen ist wichtig, ob es sich um eine diagnostische Abklärung bei einem Erkrankten oder um (prädiktive) Testung einer Risikoperson auf Anlageträgerschaft für eine in der Familie bekannte Mutation handelt. Bei prädiktiven genetischen Untersuchungen ist gemäß GenDG eine vorherige genetische Beratung verpflichtend gefordert.

Methode

Aus der Blutprobe wird genomische DNA isoliert. Für die GSH-Diagnostik werden das „chimäre“ Gen (CYP11B1/2) mit dem Promotor des 11-beta Hydroxylase-Gens (CYP11B1; 5’UTR) incl. des kodierenden Anteils des Aldosteronsynthase-Gens (CYP11B2; Exon 8; NM_000498) sowie das CYP11B2-Gen mittels long range Polymerase-Kettenreaktion (PCR) amplifiziert.

Dauer der Untersuchung: bis zu 2 Wochen nach Probeneingang
Kosten: auf Anfrage

Zusätzliche Informationen über primären Hyperaldosteronismus:

Nebennierenerkrankungen mit Blutdruckproblemen: Primärer Hyperaldosteronismus und Phäochromozytom, Finkenstedt G, 2011

Akkreditiertes Verfahren nach DIN EN ISO 15189:2007

 

Diagnostik

  • Dr. rer. nat. Gabriele Dekomien 
    Humangenetik
    Gebäude MA 5
    Ruhr-Universität
    Universitätsstraße 150
    44801 Bochum
    Germany

    Tel.: +49 (0)234/32-25764
    Fax: +49 (0)234-32-14196
    gabriele.dekomien@rub.de