Projekte in Forschung und Lehre

Rektoratsprogramm "RUB International"

International Visiting Fellowship Programme in Medical Ethics Bochum

Ethische Expertise in der klinischen Praxis

Eine empirisch-ethische Untersuchung zu normativen Kompetenz bei Wertkonflikten in der Psychiatrie Förderung:

Förderung:

Das Projekt wird durch finanzielle Mittel der Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum (FoRUM) ermöglicht.

Dauer: 2017-2019

Zusammenfassung:

Ethische Herausforderungen sind häufig Bestandteil der klinischen Tätigkeit in der Psychiatrie. Beispiele sind die Feststellung der Einwilligungsfähigkeit oder auch die Behandlung unter Zwang. Die Beratung durch ethische Experten (z.B. durch Ethikkomitees oder ethische Einzelfallberatung) ist in solchen Fällen zunehmender Bestandteil der psychiatrischen Praxis. Allerdings ist das Verständnis der hier zu Grunde gelegten „ethischen Expertise“ weitgehend unklar. Mit Blick auf die Konzeption von ethischer Expertise sind in der philosophisch-ethischen Diskussion höchst unterschiedliche Positionen vertreten worden, deren Wert- und Stichhaltigkeit jedoch für die anwendungsbezogene Diskussion – beispielsweise als Aussage über die Kompetenzen des Beratenden – schwer zu überblicken ist. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Bestimmung und Kontextualisierung des Konzepts von ethischer Expertise für die psychiatrische Praxis. Methodisch erfolgt dies in einem ersten Arbeitsschritt über eine empirisch-qualitative Rekonstruktion der Entstehungs- und Anforderungsbedingungen ethischer Expertise in der Psychiatrie. Hierzu werden Ärzte und Pflegende des psychiatrischen Settings unter einem qualitativ-empirischen Forschungsansatz befragt, sowie ergänzende Beobachtungen durchgeführt. Die so gewonnenen Erkenntnisse sollen zweitens an die theoretische Diskussion rückgebunden werden, um eine Weiterentwicklung des Konzepts von ethischer Expertise für die psychiatrische Praxis empirisch und theoretisch fundiert zu ermöglichen.

Das Projekt wird in Kooperation mit der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin, LWL-Universitätsklinikum, Ruhr-Universität Bochum durchgeführt.

Beteiligte Wissenschaftler:

Das ist doch krank, oder?

Ein interdisziplinäres Lehrforschungsprojekt in der Psychatrie

Hier führt das Projekt einen Blog

Förderung:

Das Projekt wird durch finanzielle Mittel aus der Förderlinie "Forschendes Lernen³" durch inSTUDIES plus (BmBF-gefördert) ermöglicht.

Dauer: 2017-2019

Zusammenfassung:

„Was ist eigentlich „normal“ und was ist „psychisch krank“? Das interdisziplinäre Lehrprojekt adressiert gesellschaftliche, professionelle und ethische Herausforderungen im Umgang mit - und der Definition von psychischen Erkrankungen. Im Zentrum steht das forschende Lernen, das als Ansatz des interdisziplinären peer-learnings unter Einbeziehung von Studierenden der Medizin, der Sozialwissenschaften und der Philosophie konzipiert wird. Die Chance eines extern-kritischen Blickes auf die psychiatrisch-medizinische Praxis wird dadurch ebenso genutzt, wie die Möglichkeit medizinethischer und sozialwissenschaftlicher Reflexion auf die normativen und sozialen Kriterien zur Definition psychischer Erkrankung.

Das Projekt besteh aus einer Seminarphase und einer Forschungsphase. Zu Beginn der Lehrveranstaltung wird im Rahmen einer Seminarphase eine Einführung in inhaltlich relevante Aspekte (z.B. Grundbegriffe des Krankheitskonzepts psychischer Störungen, Einführung in die soziale Konstruktion von Gesundheit und Krankheit, Reflexion normativer Komponenten von Krankheitsbegriffen, gesellschaftliche Stigmatisierungsprozesse) sowie eine intensive Einführung in die qualitativ-empirische Forschungsmethodik gegeben. In der darauf folgenden Forschungsphase entwickeln die Studierenden Forschungsfragen sowie eigene Forschungsinstrumente (Interviewleitfäden). In interdisziplinären Teams werden Interviews mit Psychiatern geführt und so eigene Daten in der Psychiatrie erhoben, die dann gemeinsam zur Beantwortung der eingangs entwickelten Forschungsfragen analysiert werden. Durch die gemeinsame Auswertung und das Zusammentragen der Ergebnisse wird den Studierenden unter Anleitung ermöglicht, die wissenschaftlichen Ergebnisse in angemessenem Rahmen (Fachpublikation, wissenschaftliche Konferenz) zu präsentieren.

Das Projekt findet in Kooperation mit Prof. Dr. Estrid Sørensen von der Mercator Research Group "Spaces of Anthropological Knowledge" und Prof. Dr. Klaus Steigleder vom Lehrstuhl für angewandte Ethik statt.

Beteiligte Wissenschaftler:

 

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ENSURE

Förderung und Beurteilung der Selbstbestimmungsfähigkeit von Menschen mit Demenz im Zusammenhang mit der Einwilligung in klinische Studien

Förderung:

ENSURE wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Dauer: 2016-2019

Zusammenfassung:

Als Folge des demographischen Wandels wir die ohnehin bereits hohe Zahl an Menschen mit Demenz in den folgenden Jahrzehnten in Europa weiter deutlich steigen. Aus diesem Grund gibt es einen hohen Bedarf an medizinischer Forschung im Bereich der Demenz. Menschen mit Demenz haben das Recht, im Rahmen einer informierten Einwilligung oder Ablehnung selbst zu entscheiden, ob sie an Forschung teilnehmen möchten oder nicht. Hohe Standards für den Prozess der informierten Einwilligung oder Ablehnung bzw. für die Beurteilung von Selbstbestimmungsfähigkeit sind erforderlich, um potentielle Forschungsteilnehmer vor negativen Konsequenzen zu schützen.

ENSURE ist ein internationales und interdisziplinäres Projekt mit den folgenden Projektpartnern:

  • Frankfurter Forum für interdisziplinäre Altersforschung, Goethe-Universität Frankfurt
  • Institut für Bioethik, Katholische Universität Portugal
  • Institut für Rechtsphilosophie, Juridische Fakultät, Universität A Coruña

Das Projekt umfasst Forscher aus der Gerontologie, der Psychologie, der Psychiatrie, den Rechtswissenschaften, und Medizinethik. Das Projekt zielt darauf ab, praktische Empfehlungen für klinische Forscher zu erarbeiten, die sie bei der Beurteilung der Selbstbestimmungsfähigkeit unterstützen, diejenigen schützen, die krankheitsbedingt nicht selbstbestimmungsfähig sind und sicherstellen, dass die Teilnahme von Menschen mit Demenz an medizinischer Forschung ethisch gerechtfertigt ist. Das Bochumer Teilprojekt fokussiert dabei auf konzeptionelle Fragen zur informierten Einwilligung bzw. Ablehnung sowie zur Selbstbestimmungsfähigkeit.
 

Beteiligte Wissenschaftler:

 

 

 

 

Reduktion von Zwang – eine qualitative Interviewstudie mit Polizeibeamten

Förderung:

Das Projekt ist Teil des durch das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) des Landes Nordrhein-Westfalen durchgeführte ZWARED Projekt.

Dauer: 2016-2017

Zusammenfassung:

Die Interviewstudie wird in enger Kooperation zwischen der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin, LWL-Universitätsklinikum, Ruhr-Universität Bochum und dem Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin durchgeführt wird.

Die Befragung von Polizeibeamten ist Teil einer NRW-weiten Erhebung aller an der psychiatrischen Versorgung beteiligten Akteure, wie etwa Richter, Polizeibeamte und sozialpsychiatrische Dienste, mit dem Ziel, Zwang zu reduzieren. Das hier vorgestellte qualitativ empirische Teilprojekt untersucht, wie Polizeibeamte Einsätze und den damit verbundenen Umgang mit psychisch kranken Menschen sowie die Zusammenarbeit mit psychiatrischen Kliniken erleben.

Beteiligte Wissenschaftler:

Offene Türen

Auswirkungen des Konzepts der offenen Türen auf die Anwendung und das Erleben von Zwang in der Akutpsychiatrie – klinische und ethische Aspekte

Förderung:

Das Projekt wird durch finanzielle Mittel der Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum (FoRUM) ermöglicht.

Dauer: 2016-2017

Zusammenfassung:

Der „offenen Psychiatrie“ liegt die Überlegung zugrunde, freiheitsentziehende Maßnahmen und (das Erleben von) Zwang dadurch zu reduzieren, dass untergebrachte Patienten auf offenen und nicht auf geschlossenen Stationen behandelt werden. Ein solcher Ansatz wird kontrovers diskutiert. Dabei wird insbesondere die Sorge geäußert, dass es im Rahmen von Entweichungen zu schweren eigen- oder fremdgefährdenden Zwischenfällen kommt. Das Projekt untersucht, ob die Behandlung untergebrachter Patienten auf offenen statt auf geschlossenen Stationen dazu beitragen kann, die Anwendung und (das Erleben von) Zwang zu reduzieren. Ebenfalls wird untersucht, ob die Behandlung auf offenen Stationen dazu führt, dass mehr untergebrachte Patienten entweichen und es zu schweren Zwischenfällen (z.B. eigen- oder fremdgefährdenden Handlungen) kommt.

Das Projekt beinhaltet eine qualitativ-empirische Interviewstudie, die in enger Kooperation zwischen der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin, LWL-Universitätsklinikum, Ruhr-Universität Bochum und dem Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin durchgeführt wird.

Beteiligte Wissenschaftler:

Wissenschaftliche Evidenz und klinische Erfahrung bei ärztlichen Entscheidungen am Lebensende in der Onkologie

Förderung:

Das Projekt wird durch finanzielle Mittel der Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum (FoRUM) ermöglicht.

Dauer: 2015 - 2017

Zusammenfassung:

Ziel der empirisch-qualitativen Studie ist die Perspektive von onkologisch tätigen Ärzten hinsichtlich des Zusammenspiels von wissenschaftlicher Evidenz und klinischer Erfahrung zu ermitteln. Die Forderung nach einer Evidenzbasiertheit medizinischen Handelns hat sich seit dem Aufkommen der evidenzbasierten Medizin in den 1990er Jahren in weitem Umfang durchgesetzt. Die Ausrichtung der ärztlichen Tätigkeit an einer hochwertigen wissenschaftlichen Datengrundlage ist jedoch in der klinischen Praxis zahlreichen Herausforderungen ausgesetzt, welche sich etwa aus fehlender wissenschaftlicher Evidenz, uneindeutigen diagnostischen Ergebnissen oder begrenzten Ressourcen ergeben. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes wird das Zusammenwirken von wissenschaftlicher Datengrundlage und den realen Bedingungen ärztlich-klinischen Handelns unter den Vorzeichen evidenzbasierter Medizin untersucht und aus ethischer Perspektive analysiert.
Die empirische Datengrundlage bilden 14 Forschungsinterviews mit onkologisch tätigen Ärztinnen und Ärzten aus drei verschiedenen, klinisch-onkologischen Settings. Die Auswertung der Daten erfolgt nach den Prinzipien der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.  Neben konzeptuellen Arbeiten zum Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Evidenz und klinischer Erfahrung leistet die Interviewstudie  darüber hinaus einen ethisch begründeten und empirisch fundierten Beitrag zur angemessenen Gestaltung von onkologischen Entscheidungsprozessen in der letzten Lebensphase.

Beteiligte Wissenschaftler:

Ex-In

LWL-Inklusionsprojekt: Einsatz von ausgebildeten GenesungsbegleiterInnen in psychiatrischen Akutkrankenhäusern – Implementierung und klinisch-ethische Evaluation

Förderung:

Das Projekt wird finanziell durch den LWL gefördert und wird durch die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin am LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum in enger Kooperation mit dem Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der Ruhr-Universität Bochum durchgeführt.

Dauer: 2015-2017

Zusammenfassung:

An einigen LWL-Kliniken ergänzen psychiatrieerfahrene Menschen, die eine Ausbildung zum Genesungsbegleiter nach dem EX-IN-Curriculum durchlaufen haben, die Kompetenzen der Behandlungsteams auf psychiatrischen Stationen durch ihr persönliches Erfahrungswissen. In diesem Projekt untersuchen wir die Implementierung von Genesungsbegleitern in LWL-Kliniken der Erwachsenenpsychiatrie. Dabei interessieren uns insbesondere die folgenden Fragestellungen: Wie gelingt die Integration von Genesungsbegleitern in den Arbeitsalltag? Welche spezifischen Fähigkeiten besitzen sie im Vergleich zu Mitarbeitern anderer Berufsgruppen, um auf die Bedürfnisse der Patienten einzugehen? Welchen Einfluss können Genesungsbegleiter auf das Vertrauen der Patienten in die psychiatrische Behandlung haben?

Für die Beantwortung unserer Forschungsfragen führen wir semi-strukturierte Interviews, Fokusgruppen und offene, nicht-teilnehmende Beobachtungen durch. Abschließend werden aus den Ergebnissen der drei Studienarme Handlungsempfehlungen für die Implementierung von Genesungsbegleitern in psychiatrische Behandlungsteams entwickelt.

Beteiligte Wissenschaftler:

Systematische Übersichtsarbeit zur Effektivität ethischer Einzelfallberatung bei erwachsenen Patienten in der letzten Lebensphase

In Kooperation mit Cochrane

 

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (2015/2016)

Zusammenfassung

 

In der letzten Phase ihres Lebens werden bei Patientinnen und Patienten oftmals noch umfangreiche diagnostische und therapeutische Maßnahmen durchgeführt. Diese Maßnahmen können jedoch die Lebensqualität oder sogar die Lebenszeit der Betroffenen verringern. Im Rahmen der klinischen Ethikberatung ("Einzelfallberatung") wird über eine angemessene, mit den (mutmaßlichen) Präferenzen von Patientinnen und Patienten übereinstimmende, Behandlung beraten. In dem systematischen Review soll untersucht werden, welche Effekte klinisch-ethische Einzelfallberatungen haben, die in der letzten Lebensphase durchgeführt werden. Angesichts des interdisziplinären Charakters des klinisch-ethischen Forschungsvorhabens bilden methodische Untersuchungen zu angemessenen Evaluationskriterien von klinischer Ethikberatung einen weiteren wichtigen Arbeitsschwerpunkt. Die vorhandene Evidenz zu den Effekten klinisch-ethischer Einzelfallberatung auf die Mortalität wird identifiziert und bewertet. Gleiches wird für die Anwendung medizinischer Maßnahmen in der letzten Lebensphase durchgeführt. Zusätzlich werden Daten bezüglich der Aufenthalte auf der Intensivstation und der Behandlungskosten in den Gruppen mit und ohne Ethikberatung verglichen. Empirische Daten hinsichtlich der Zufriedenheit mit der Ethikberatung, der Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen sowie Kenntnisse hinsichtlich der Patientenpräferenzen auf Seiten der Behandelnden werden ebenfalls ausgewertet. Aus den Ergebnissen des Vorhabens werden Empfehlungen zur Implementierung und weiteren Evaluation klinisch-ethischer Einzelfallberatung unter besonderer Berücksichtigung ihres Beitrags zur Verbesserung der Versorgung von Patientinnen und Patienten im letzten Lebensjahr in Deutschland entwickelt.

 

Beteiligte Wissenschaftler

 

 

 

 

Voraussverfügungen in der Psychiatrie

 

Zusammenfassung

Eine Vorausverfügung ist ein Dokument, in dem ein Patient für den Fall seiner späteren Einwilligungsunfähigkeit seinen Willen für zukünftige konkrete gesundheitliche Situationen festlegen kann. In der Psychiatrie sind Vorausverfügungen insbesondere für Patienten mit Erkrankungen relevant, bei denen es im Krankheitsverlauf zu Phasen der Einwilligungsunfähigkeit kommen kann, wie beispielsweise bei bipolaren Störungen, rezidivierenden depressiven Störungen oder Erkrankungen des schizophrenen Formenkreises. Vorausverfügungen können die Selbstbestimmung von Patienten und ihre Mitsprachemöglichkeiten stärken sowie zu einer Reduktion von Zwangsbehandlungen und Zwangsmaßnahmen beitragen.

Bei der Implementierung von Vorausverfügungen stellen sich grundsätzliche ethische Fragen: Wie sollte mit Vorausverfügungen umgegangen werden, in denen jegliche psychiatrische Behandlung abgelehnt wird? Sollten Vorausverfügungen jederzeit widerrufbar sein oder sollten Patient das Recht haben, einen Widerruf im Zustand der Einwilligungsunfähigkeit auszuschließen?

Neben der konzeptionellen Analyse der ethischen Fragen, die sich im Zusammenhang mit Vorausverfügungen stellen, ergeben sich auch empirische Fragen bezüglich ihrer Implementierung in der klinischen Praxis. Trotz des großen Interesses an Vorausverfügungen aufseiten von Patienten mit psychischen Störungen, werden nämlich nur wenige Vorausverfügungen tatsächlich abgeschlossen. Die Ursache dafür wird in verschiedenen praktischen Implementierungshindernissen vermutet, wie z.B. in einem Zeitmangel im klinischen Alltag oder einer mangelnden Zugänglichkeit von Vorausverfügungen.

In einem Promotionsprojekt sollen institutionelle Hürden und Schwierigkeiten in der praktischen Umsetzung von Vorausverfügungen identifiziert werden. Im Rahmen einer bundesweiten quantitativen Fragebogenerhebung werden die Einschätzungen, der Kenntnisstand und die bisherigen Erfahrungen von Psychiatern zu verschiedenen Formen von Vorausverfügungen ermittelt. Die gesammelten Daten werden deskriptiv statistisch ausgewertet.

Beteiligte Wissenschaftler:

Individualisierte Risikostratifizierung - individualisierte Therapieentscheidungsfindung.

Förderung

Georgius Agricola Stiftung Ruhr

Dauer: 2015-2016
 

Zusammenfassung

Die Bildung von Subgruppen von Patienten auf der Grundlage biologischer Marker ist zunehmend Bestandteil der klinischen Praxis in der Onkologie. Die Möglichkeiten einer spezifischeren Diagnostik, Prognoseeinschätzungen und Therapie sind jedoch mit klinisch und ethisch relevanten Herausforderungen bei der Gestaltung einer patientenorientierten Entscheidungsfindung verbunden. Zum einen ist es erforderlich, dass die zusätzlichen biologischen Informationen kompetent in die klinische Entscheidungsfindung integriert werden. Zum anderen ist es für eine patientenorientierte Entscheidungsfindung notwendig, dass Patienten angemessen über das ermittelte, medizinische Risikoprofil informiert und entsprechend ihrer Präferenzen in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Im Rahmen dieses klinisch-ethischen Forschungsvorhabens sollen Faktoren für eine patientenorientierte Entscheidungsfindung unter den Bedingungen der stratifizierenden Medizin bei Patienten mit Kolonkarzinom untersucht werden. Aufbauend auf die interdisziplinäre, empirisch-ethische Analyse wird ein Schulungsmodul zur patientenorientierten Gestaltung der Entscheidungsfindung entwickelt.

Beteiligte Wissenschaftler