Norm und Empirie

Norm und Empirie

Die Beurteilung von ethischen Sachverhalten in der Medizin verlangt neben philosophischer Sachkenntnis auch eine valide empirische Datengrundlage. Die normative Analyse solcher Daten stellt hierbei die Hauptaufgabe der empirischen Medizinethik dar.

Während in einigen Fällen bereits empirische Informationen aus anderen Untersuchungen in den Teilbereichen der Medizin, Soziologie oder Psychologie  vorliegen, reichen diese selten als Grundlage für normative Analyseschritte aus, da sie entweder mit einem anderen Fokus oder einer für eine normative Analyse ungeeigneten Methode erhoben wurden.

Im Rahmen medizinethischer Forschung werden daher sozial-empirische Daten gezielt im Hinblick auf einen ethisch relevanten Sachverhalt erhoben. Die so gewonnenen Daten informieren, strukturieren und modifizieren die normative Analyse auf unterschiedlichen Ebenen.

Das Verhältnis normativer und deskriptiver Theorieelemente ist dabei selten spannungsfrei. Die Forschungsgruppe „Norm und Empirie“ untersucht nicht nur die vielfältigen Beziehungen zwischen normativen und empirischen Methodenanteilen, sondern stärkt mit ihren Forschungsergebnissen darüber hinaus auch die methodische und inhaltliche Qualitätssicherung in der medizinethischen Forschung. Dies geschieht im interdisziplinären Dialog zwischen Vertretern der empirischen Forschung, der Philosophie und des medizinischen Bereichs.

Weitere zentrale Aufgaben der Forschungsgruppe sind die

  • Entwicklung und Adaption empirischer Methoden für den Bereich der Medizinethik
  • Normative Analyse empirischer Daten
  • Reflexion des Verhältnisses von normativen und deskriptiven Theorieelementen.