
Die "Personalisierte Medizin (PM)" in der Onkologie erhält derzeit erhebliche Aufmerksamkeit und weckt eine Vielzahl von Hoffnungen. Die aktuellen Erkenntnisse der PM bilden die Grundlage für zielgerichtete diagnostische, therapeutische, sowie präventive Maßnahmen. Damit ist der neue medizinische Forschungsschwerpunkt von hoher Relevanz für die klinische Praxis. Im medizinischen Fachgebiet der Hämatologie und Onkologie werden bereits heute viele Therapieentscheidungen auf der Grundlage von Erkenntnissen der PM getroffen.
Zugleich birgt die PM erhebliche konzeptuelle, normative und empirische Herausforderungen. Zunächst muss der Begriff der Personalisierten Medizin und die Implikationen einer auf das Genom fokussierten Diagnostik und Behandlung kritisch hinterfragt werden. Der Umgang mit vertraulichen Daten, sowie die Finanzierung der oftmals kostenintensiven Maßnahmen, sind Gegenstand ethischer und rechtlicher Untersuchungen. Schließlich muss geprüft werden, inwieweit etablierte empirisch-methodische Standards zur Evaluation neuer Substanzen auf die Interventionen der Personalisierten Medizin angewendet werden können.
Die vorstehend genannten und weitere wissenschaftlich und gesellschaftlich relevante Aufgabenstellungen werden disziplinübergreifend in dem durch das BMBF geförderten Forschungsverbund bearbeitet.
Der vom BMBF geförderte Forschungsverbund erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Jahren (2011-2013). Die interdisziplinären Untersuchungen richten sich insbesondere auf folgende Forschungsfragen.
Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie, HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ)
Dr. Hagen Pfundner
Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
PD Dr. Richard Schlenk
Universitätsklinikum Ulm, Kompetenznetz akute und chronische Leukämie
Prof. Dr. Harald G. Schweim
Lehrstuhl für Drug Regulatory Affairs, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn