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Bochumer Linguistik-Tage vom 12.-14.02.2007



Arbeitskreise
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Autonomieförderndes Sprachenlernen und -lehren
(Leitung: Vera Janíková)
Heute ist es nicht mehr allein der Lehrer, der den Unterricht steuert, sondern es sind in ganz hohem Maße die Schüler selber, d.h. die Schüler sollen mehr Verantwortung für das eigene Lernen übernehmen (dürfen). Die lerntheoretische Grundlage für die LERNERAUTONOMIE bilden die KOGNITIVEN UND KONSTRUKTIVISCHEN LERNTHEORIEN, die den Menschen als aktiven Teilhaber am Lernprozess sehen, der Informationen gezielt auswählen, verarbeiten und bewusst lernen kann. Um dies im (fremdsprachlichen) Unterricht realisieren zu können, sollten LERNSTRATEGIEN und LERNFORMEN gewählt werden, bei denen die Lernenden auch wirklich selbstständig handeln können.
Im Fokus dieses Arbeitskreises stehen lerntheoretisch, unterrichtspraktisch und empirisch orientierte Themen, die
Prinzipien des modernen Fremdsprachenunterrichts, besonders in Bezug auf die Entwicklung von Lernerautonomie,
reflektieren, wie z.B.:
- näheres Erörtern der lerntheoretischen Grundlagen für die Lernerautonomie,
- Lernerstrategien im Fremdsprachenunterricht,
- autonomiefördernde Lern- und Lehrformen,
- Entwicklung von Selbstevaluation (z.B. Erfahrungen mit europäischem Sprachenportfolio),
- Lehrwerke für Deutsch als Fremdsprache und Förderung der Lernerautonomie,
- "e-learning / blended learning" und Förderung der Lernerautonomie,
- "autonomes Klassenzimmer" usw.

Wortbildung
(Leitung: Janusz Stopyra)
In diesem Arbeitskreises sind alle Beiträge willkommen, die sich mit Wortbildung beschäftigen, v.a. mit der
spezifischen Verknüpfung von Form und Inhalt. Dabei ist es egal, ob die zu beschreibende semantische Änderung mit einer formalen einhergeht (z.B. bei Affigierung oder Komposition) oder nicht (z.B. bei Konversion). Selbstverständlich sind dabei Vorträge aller theoretischer Ausrichtungen (z.B. lexikologisch, strukturalistisch oder generativ, gerne auch inhaltsbezogen oder musterorientiert) willkommen.

Theolinguistik
(Leitung: Elzbieta Kucharska-Dreiß & Albrecht Greule)
Theolinguistik ist eine junge Wissenschaft, die sich mit der Erforschung der religiösen Sprache im weitesten Sinne
beschäftigt. Sie ist im Grenzbereich zwischen Linguistik und Theologie anzusiedeln. Religiöse Sprache ist die Sprache, die der Kommunikation im Bereich des religiösen Lebens dient. Der Arbeitskreis versteht sich als ein interdisziplinär orientiertes Forum zu zentralen theolinguistischen Fragen. Willkommen sind Beiträge sowohl zu allgemeinen Aspekten der religiösen Sprache als auch zur Sprache der einzelnen religiösen Texte bzw. Textsorten (Gebete, Kirchenlieder, neue geistliche Lieder, Predigten, Katechismen, Lehrmaterialien für den Religionsunterricht, religiöse Rede in Massenmedien, theologische Texte, kirchliche Dokumente, Bibelübersetzungen). Ob die Vorträge nur Texte einer Sprache zum Gegenstand haben oder ob sie Texte zweier oder mehrerer Sprachen gegenüberstellen, bleibt dabei den Referenten überlassen. Von Bedeutung ist jedoch, dass nicht etwa sprachgeschichtliche Phänomene anhand von sakralen Texten dargestellt werden, sondern dass sprachliche Charakteristika der Kommunikation in Kirchen und Glaubensgemeinschaften im Vordergrund stehen.

Phraseologie in den Medien
(Leitung: Irmeli Helin)
In der Vielfalt der Textsorten und Publikationsformen der Medien finden wir heute auch eine Vielfalt der
Phraseologismen, die dort verwendet werden. Als metaphorische, bildliche und übertragene Ausdrucksweisen geben sie den Textproduzenten Möglichkeiten, die vermittelte Information so weiterzugeben, dass sie versteckte Meinungen enthält, ohne dass der Textproduzent diese direkt äußern müsste. Von der Werbung bis zu den Leitartikeln reicht das Spektrum der Textsorten, in denen Phraseologien zu finden sind. Es ist mindestens teilweise die Aufgabe der Leser, die intendierte Bedeutung herauszufinden und zu verstehen. Ob dies gelingt, hängt davon ab, ob dem Leser der verwendete Phraseologismus bekannt ist, oder ob er ihn wenigstens aus dem Kontext heraus deuten kann.

Aspekte von Entwicklung und Varietäten der Gegenwartssprache
Arbeitskreis (Leitung: Ida Nadová)
Das Ziel des Arbeitskreises liegt in der Auseinandersetzung mit der Gegenwartssprache in ihrer ganzen Vielfalt, v.a. jedoch im Hinblick auf ihre neuesten Entwicklungstendenzen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den diversen sprachlichen Varietäten, den einzelnen Fachsprachen und den Quellen bzw. Sphären ihres Vorkommens (z.B. der Sprache der Massenmedien). Synchrone, diachrone und auch komparative Ansätze zur Beschreibung der sprachlichen Entwicklung sind willkommen. Ebenfalls diskutiert werden könnten Fragen der Korpuslinguistik sowie deskriptive und verschiedene methodologische Forschungsansätze.

Syntax
(Leitung: Peter Öhl)
In diesem Arbeitskreis sind alle Beiträge willkommen, die sich deskriptiv oder explanativ mit syntaktischen
Phänomenen befassen, wobei sowohl funktionalistische wie auch formalistische Erklärungsansätze gerne gehört
werden. Die Vorträge sollen in drei Blöcke eingeteilt werden: Der erste Block ist der vergleichenden Syntax gewidmet, wobei auch Vorträge willkommen sind, die sich nur mit dem Satzbau einer einzigen Sprache oder einem Dialekt befassen. Der zweite Block soll den Satzbau des Gegenwartsdeutschen behandeln, wobei auch Vorträge, die sich mit Varietäten des Deutschen beschäftigen, herzlich willkommen sind. Im dritten Block schließlich sollen Themen der diachronen Syntax (Wortstellungswandel, Grammatikalisierung etc.) behandelt werden.

Partikeln und Konnektoren
(Leitung: Svetlana Poljakova & Dimitrij Dobrovol'skij)
Partikeln und Konnektoren bleiben nach wie vor sowohl ein beliebtes als auch ein schwieriges Forschungsobjekt. Die Zahl kontrastiver Untersuchungen und spezieller Nachschlagewerke wächst. Trotzdem bestehen noch viele offene Fragen in Bezug auf Terminologie und Klassifizierung sowie Syntax und Semantik. Neue Erkenntnisse in der
Pragmatik und in der Informationsstruktur bieten den Ansporn, Bedeutung und strukturelle Eigenschaften von einigen Partikeln und Konnektoren neu zu analysieren. In diesem Arbeitskreis sind alle Beiträge, die sich mit dieser Thematik befassen, willkommen.

Deutsche Sprache im Vergleich
(Leitung: Ružena Kozmová)
In diesem Arbeitskreis sollen unterschiedliche Probleme der linguistischen und didaktischen Grammatik im Bereich der deutschen Gegenwartssprache und deren Entwicklungstendenzen behandelt werden. Am Beispiel der kontrastiven Morphologie (Nominal- und Verbalbereich), der kontrastiven Syntax (Satz als kommunikative Einheit,
satzübergreifende Phänomene wie Temporalität, Kausalität oder Modalität) wie auch der Textlinguistik können eigene Untersuchungsergebnisse zur Diskussion gestellt werden.

Phonetik und mündliche Kommunikation
(Leitung: Lívia Adamcová)
Dieser Arbeitskreis befasst sich mit allen Erscheinungsformen gesprochener Sprache und mündlicher Kommunikation.
Dabei sind einzelne Schwerpunkte vorgesehen:
- allgemeine, historische und kontrastive Phonetik
- Aspekte der mündliche Kommunikation und Rhetorik
- Orthoepie und die Aussprachevarietäten im Gegenwartsdeutsch
- Phonetik im interkulturellen Vergleich
- Moderne Didaktikkonzepte der Ausspracheschulung
- Interferenzerscheinungen auf phonetischem Gebiet
- das Phänomen des "fremdländischen Akzents"
Außerdem sind alle allgemein phonetisch orientierten Beiträge willkommen, die zu Diskussion und Meinungsaustausch zwischen Muttersprachlern und Auslandsgermanisten anregen könnten.

Translation - Kommunikation zwischen zwei Sprachen und Kulturen
(Leitung: Anna Malgorzewicz)
In der Sektion wird die Translation (Übersetzen und Dolmetschen) als eine Sondersorte der interkulturellen
Kommunikation betrachtet. Voraussetzung für die gelungene translatorische Kommunikation ist eine aktive
Auseinandersetzung mit den ausgangs- und zielsprachlichen Weltbildern. Es ist interessant, mentale Vorgänge des
Translators, seine problemlösenden Verfahren bei der Konfrontation mit der Ausgangs- und Zielsprache und ihren
Kulturmanifestationen zu verfolgen. Die Aufgabe der Sektion wäre Untersuchung der translatorischen textsortenspezifischen Strategien und seiner Effektivität bei der Vermittlung kulturtragender Elemente auf verschiedenen Ebenen der Sprachverarbeitung wie Syntax, Semantik und Pragmatik.

 

 
 
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Letzte Änderung: 24.07.2006 | Ansprechpartner/in: Marie-Theres Bochnig