Gehlen

Kontakt


E-Mail: Boris.Gehlen@rub.de
Tel: 0234 - 32 - 24691
Raum: GA 6/51


Sprechstunde


  • Dienstag, 2.8., ab 9.30 Uhr
  • Montag, 5.9., ab 9.30 Uhr

Lehre im SoSe 2016


  • 040016 Vorlesung: Das ‚lange‘ 19. Jahrhunderts. Deutsche Geschichte im europäischen Kontext (1789–1914)

  • 040167 Hauptseminar: Globalisierungskonflikte vor dem Ersten Weltkrieg

  • 040221 Oberseminar: Kapitalismustheorien

  • 040200 Übung für Fortgeschrittene: Transnationale Unternehmerfamilien. Ausgewählte Fallbeispiele.

PD Dr. Boris Gehlen

Wissenschaftlicher Werdegang

  • Seit 04/2016 Vertretung der Professur für Neuere Geschichte und Theorie der Geschichte, Ruhr Universität Bochum

  • Seit 06/2015 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt „Thyssen im 20. Jahrhundert: Familie – Unternehmen – Öffentlichkeit“ (z.Zt. beurlaubt)

  • 04/2014–03/2015 Vertretung der Professur für Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Universität Bonn

  • 05.02.2014 Venia legendi für Wirtschafts- und Sozialgeschichte.

  • 3/2013–2/2014 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Universität Wien

  • 11/2012–02/2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Seminar für Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte, Universität Köln

  • 27.10.2005 Promotion zum Dr. phil.

  • 11/1999–08/2009 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Geschichtswissenschaft, Abt. VSWG, Universität Bonn

  • 10/1993–10/1999 Studium der Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, der Politischen Wissenschaft und der Neueren Geschichte, Universität Bonn

 

Forschungsschwerpunkte

  • Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
  • Unternehmer- und Unternehmensgeschichte
  • Banken-, Börsen- und Finanzmarktgeschichte
  • Geschichte der Wirtschaftsordnung, Regulierung und (Corporate) Governance

 

Ausgewählte Publikationen

  • “The stockbroker’s praises are never sung”: Social Practices in Stock and Commodity Exchanges. Lessons from the USA and Germany, 1870s to 1930s, in: Archiv für Sozialgeschichte Band 56 (2016) (im Erscheinen)

  • Between Regulation and Nationalization: The Influence of Interest Groups on Railways, Telecommunications, and Electricity Industry Legislation in Germany, 1871–1935, in: Günther Schulz/Mathias Schmoeckel/William Hausman (Eds.), Regulation between Legal Norms and Economic Reality. Intentions, Effects, and Adaptation: The German and American Experiences (Rechtsordnung und Wirtschaftsgeschichte 8), Tübingen 2014, S. 155–179.

  • „Manipulierende Händler“ vs. „dumme Agrarier“: Reale und symbolische Konflikte um das Börsengesetz von 1896, in: Bankhistorisches Archiv 39, 2013, S. 74–90.

  • Die „Deutschland AG“. Historische Annährungen an den bundesdeutschen Kapitalismus (Bochumer Schriften zur Unternehmens- und Industriegeschichte, Band 20), Essen 2013 (Herausgeber, zusammen mit Ralf Ahrens und Alfred Reckendrees).

  • Zwischen Wettbewerbsideal und Staatsräson: Die Diskussionen im Deutschen Handelstag über Regulierung und Verstaatlichung der Eisenbahnen (1861–1879), in: Jahrbuch für Wirtschaftsgesichte 2011/2, S. 119–149.

  • Paul Silverberg (1876–1959). Ein Unternehmer (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Beiheft 194), Stuttgart 2007.

 

Lehre im SoSe 2016

  • 040016 Vorlesung: Das ‚lange‘ 19. Jahrhunderts. Deutsche Geschichte im europäischen Kontext (1789–1914)
    Mo., 10–12 h, HZO 100
    Seit der Französischen Revolution 1789 veränderten sich in Europa nicht nur die politischen Kräfteverhältnisse, sondern sie bildete auch den Auftakt für vielfältig miteinander verwobene Prozesse, die mit Schlagworten wie Freiheit, Gleichheit, Nationalismus, Restauration, Parlamentarismus, Imperialismus, Kolonialismus, Industrialisierung, Urbanisierung, Pauperismus, Sozialer Frage, Säkularisierung, Verwissenschaftlichung u.v.m. plakativ umschrieben werden können.
    Die Vorlesung führt in die deutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts ein, verortet sie im europäischen Kontext und analysiert die prägenden Kräfte in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur.

    Einführende Literatur:
    Fisch, Jörg: Europa zwischen Wachstum und Gleichheit 1850–1914 (Handbuch der Geschichte Europas, Band 8), Stuttgart 2002.
    Hippel, Wolfgang von/Stier, Bernhard: Europa zwischen Reform und Revolution 1800–1850 (Handbuch der Geschichte Europas, Band 7) Stuttgart 2012.

  • 040167 Hauptseminar: Globalisierungskonflikte vor dem Ersten Weltkrieg
    Mi. 14–16 h, GA 03/142
    Der Globalisierungsprozess vor dem Ersten Weltkrieg ist in seinen Grundzügen durchaus mit den Entwicklungen der Gegenwart vergleichbar: Seit den 1860er Jahren wuchs u.a. – politisch flankiert – der Welthandel dynamisch, neue Kommunikations- (Telegraphie und Telefonie) und Verkehrsmittel (Eisenbahn und Dampfschifffahrt) beschleunigten die Austauschbeziehungen, Kolonien wurden verstärkt erschlossen bzw. ausgebeutet, Binnen- sowie Außenmigration veränderten Gesellschaften. Diesem transnationalen Verflechtungsprozess standen auf nationaler und lokaler Ebene erhebliche Anpassungsprobleme und Kritik von „Globalisierungsverlierern“ gegenüber.
    Das Seminar verfolgt das Ziel, international-vergleichend Globalisierungskonflikte zu identifizieren und politische Lösungsversuche auf nationaler und supranationaler Ebene zu diskutieren. Mögliche Konfliktfelder sind z. B.: politische und militärische Bündnisse, Kolonialherrschaft, Ressourcenzugang, Schutzzölle bzw. Außenhandelspolitik, Folgen von Migration und Armutswanderung, soziale Verteilungswirkungen, „Lohndumping“, Umweltzerstörung etc.

    Einführende Literatur:
    Osterhammel, Jürgen/Petersson, Niels P.: Geschichte der Globalisierung. Dimensionen – Prozesse – Epochen, 5. Aufl., München 2012.


  • 040221 Oberseminar: Kapitalismustheorien
    Mo. 14–16 h, GC 02/120 (und Teilblockveranstaltung)
    Kapitalismus ist (wieder) „in“. Beispielsweise werden die Bücher des Wirtschaftswissenschaftlers Thomas Piketty („Kapital im 21. Jahrhundert“), des Historikers Sven Beckert („King Cotton“) oder des Kulturwissenschaftlers Joseph Vogl („Gespenst des Kapitals“) weit über die Grenzen ihrer jeweiligen Disziplinen hinaus rezipiert und ausgiebig in den Feuilletons diskutiert. Die unterschiedlichen Perspektiven dieser Autoren stehen dabei stellvertretend für interpretatorische Wandlungen von Begrifflichkeiten, Ausprägungen, Leistungen sowie von Defiziten und Gefahren des Kapitalismus im Zeitverlauf.
    Das Seminar beschäftigt sich mit Theorien des Industrie- und Finanzkapitalismus seit dem 19. Jahrhundert. Anhand von Texten aus der Ökonomie, der Soziologie, der Kultur- und der Geschichtswissenschaft, die von den Studierenden ausgewählt, aufbereitet und präsentiert werden, wird über konzeptionelle Zugänge, Fragestellungen und Methodik einer historischen Kapitalismusanalyse diskutiert. Das Seminar eignet sich besonders für fortgeschrittene Studierende mit Interesse an theoretischen, konzeptionellen und transdisziplinären Fragestellungen.

    Einführende Literatur:
    Kocka, Jürgen: Geschichte des Kapitalismus, München 2013.


  • 040200 Übung für Fortgeschrittene: Transnationale Unternehmerfamilien. Ausgewählte Fallbeispiele.
    Di. 10–12 h, SSC 2/119
    Spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind transnationale Unternehmerfamilien ein deutlich sichtbarer ‚Agent‘ im Globalisierungsprozess. Nicht nur ihre Unternehmen, sondern auch die Familien selbst ‚entwuchsen‘ dem Nationalstaat. Bankiersfamilien wie die Rothschilds oder die Warburgs, Industriellendynastien wie Siemens, Thyssen und Stollwerck waren zunehmend europäisch und global präsent. Dabei verstärkten sich unternehmerische und familiale Interessen teils, teils beschwor dieses Spannungsverhältnis zwischen Ökonomie und Weltbürgertum auch erhebliche Konflikte herauf. Erziehung und Ausbildung, Freiheitsstreben und Loyalität zum Unternehmen, Partnerschaften und Heiratsmuster, die familiale Vermögensverteilung und Erbschaftsfälle, familiale Erinnerungskultur und Semantik sind nur einige Felder, über die innerfamiliär gestritten wurde.
    Die Übung analysiert durch Lektüre und Diskussion ausgewählter Quellen und Texte zu deutschstämmigen Unternehmerfamilien solch spezifische Probleme und ordnet sie in die Forschungen zu Familie, Wirtschaftsbürgertum und Familienunternehmen ein.

    Einführende Literatur:
    Cassis, Youssef: Wirtschaftselite und Bürgertum. England, Deutschland und Frankreich um 1900, in: Jürgen Kocka (Hrsg.), Bürgertum im 19. Jahrhundert, Band II: Wirtschaftsbürger und Bildungsbürger, Göttingen 1995, S. 9–34.
    Gestrich, Andreas: Geschichte der Familie im 19. und 20. Jahrhundert (EdG, Band 50), München 2010.
    Johnson, Christopher H. et al. (Ed.): Transregional and Transnational Families in Europe and Beyond, New York 2011, S. 1–21.