Curriculum Vitae: Henning Borggräfe
Seit Mai 2008 Promotionsstudent an der Ruhr-Universität Bochum mit dem Projekt: "Die Auseinandersetzung um NS-Zwangsarbeit. Entschädigung, historische Forschung und die Vertretung ehemals Verfolgter, 1979-2005."
2005-2008 Studium des Master of Arts im Fach Geschichte und im Ergänzungsbereich Sozialwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum
2004-2005 Studentische Hilfskraft am Institut für Diaspora- und Genozidforschung an der Ruhr-Universität Bochum
2002-2005 Studium des Bachelor of Arts in den Fächern Geschichte/Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum
2001 Abitur an der Rudolf-Steiner Schule Hagen
1981 geb. in Herdecke (Ruhr)
Forschungsschwerpunkte
- Nationalismusforschung
- Gesellschaftsgeschichte des Nationalsozialismus
- Materielle Bewältigung historischen Unrechts
Aktuelle Lehrveranstaltungen
- Seminar: Arbeit und Arbeitslosigkeit im 20. Jahrhundert. Mi. 14-16, Zeitungslesesaal der historischen Bibliothek.
- Übung für Fortgeschrittene: Von Kämpfern zu Überlebenden. NS-Verfolgung nach 1945. Di. 10-12, GABF 04/356.
Kontakt
e-mail: henning.borggraefe@rub.de
Tel: 0234 - 32 - 22540
Sprechstunde: Mi. 12-14
Raum: GA 4/59
Promotionsprojekt „Die Auseinandersetzung um NS-Zwangsarbeit. Entschädigung, historische Forschung und die Vertretung ehemals Verfolgter, 1979-2005“
Das Promotionsprojekt untersucht die Auseinandersetzung um NS-Zwangsarbeit mit Fokus auf die Wechselbeziehungen zwischen Entschädigungsprozess und Vergegenwärtigung der Vergangenheit. Das Jahr 1979 steht dabei als Wendepunkt für den Übergang vom direkten zum indirekten Verhältnis zwischen Geschichte und Gegenwart. Der in mehrfacher Hinsicht begrenzte Streit um Entschädigung in der Nachkriegszeit hatte sein Ende gefunden. Das nahende Ableben der ehemals Verfolgten wurde zum Dauertopos. Zugleich aber setzte eine kritische Rethematisierung ein, die eng mit der Entwicklung historischer Forschung und mit Veränderungen in der Verfolgtenvertretung einherging. Rapide bestärkt durch das Ende des Kalten Krieges gewann die Entschädigungsfrage derart an Relevanz, dass sie für die Bundesrepublik bis zum Beginn des neuen Jahrtausends außen- wie innenpolitisch zum Prüfstein erfolgreicher Bewältigung der NS-Vergangenheit wurde. Methodisch inspiriert durch die sozialwissenschaftliche Netzwerkanalyse und Ansätze der Wissensgeschichte fragt das Projekt nach der Dynamik und den politischen Folgen des Entschädigungsprozesses. Dabei richtet sich der Blick insbesondere auf Historiker und Verfolgtenvertreter als idealtypische Mittler zwischen Geschichte und Gegenwart. Ihre Bedeutung im Entschädigungsprozess wird ebenso untersucht, wie entschädigungspolitische Rückwirkungen auf die historische Forschung und die Repräsentation ehemals Verfolgter. In ihrer Gesamtheit wird die Auseinandersetzung um NS-Zwangsarbeit in diesem Projekt gleichermaßen zur Sonde für die politische Entwicklung der Bundesrepublik, wie für die sich wandelnde Thematisierung ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit.
Teilprojekt im Forschungsprojekt „The Globalization of Wiedergutmachung“: „Embedded Historians? Entschädigung der NS-Zwangsarbeit und historische Forschung nach dem Ende des Kalten Krieges“
Teilprojekt im Forschungsprojekt „Geschichte der Stiftung EVZ und ihrer Partnerorganisationen“: „Die doppelte Nachgeschichte der NS-Zwangsarbeit: Akteure, Deutungen und Ergebnisse im langen Streit um Entschädigung, 1945-2000“
Publikationen
- Schützenvereine im Nationalsozialismus. Pflege der „Volksgemeinschaft“ und Vorbereitung auf den Krieg (1933-1945), Münster: Ardey Verlag 2010 (=Forum Regionalgeschichte, Bd. 16).
- zus. mit Christian Jansen: Nation – Nationalität – Nationalismus, Frankfurt/M: Campus Verlag 2007 (=Campus Historische Einführungen, Bd. 1).

