Aufgaben in Online-Zusammenarbeit lösen
Neben den klassischen Testformaten, die sowohl Blackboard als auch Moodle bieten, stellen auch interaktive Tools weitreichende Möglichkeiten zur Verfügung, mit denen Aufgaben handlungsorientiert umgesetzt und auch fernab einer Abschlussklausur für den Erwerb alternativer Leistungsnachweise eingesetzt werden können. So bieten beispielsweise Foren eine gute Umgebung für die aktive Auseinandersetzung mit dem Lernstoff in der Gruppe, die als Bestandteil kontinuierlicher Mitarbeit in die Leistungsbewertung einfließen kann.
Vorteile von Online-Zusammenarbeit am Beispiel eines Gruppenforums
Der Vorteil von Gruppenforen ist dabei insbesondere eine gemeinsam verfügbare Plattform, die gemeinsame Absprachen ermöglicht und auf der einzelne Arbeitsschritte und Ergebnisse transparent dokumentiert werden können - und das bei gleichzeitiger zeitlicher und räumlicher Ungebundenheit. Für Lehrende bietet dies die Möglichkeit, den Lösungsprozess von Aufgaben zu begleiten und damit einen Einblick in die Mitarbeit und ggf. auch Schwierigkeiten zu erhalten. Bei Bedarf kann so sehr gezielt und direkt Unterstützung geboten werden; ein Vorteil, der insbesondere bei hohen Teilnehmerzahlen im Kurs deutlich wird.
Kompetenzerwerb bei Online-Gruppenarbeit
Neben der Vertiefung fachlicher Inhalte kann die Aufteilung in Gruppen dabei in vielerlei Hinsicht den weiteren Kompetenzerwerb der Lernenden unterstützen: Sie schafft ein stärkeres Verantwortungsbewusstsein für die Aufgabe und fördert gleichzeitig die Selbstorganisation der Studierenden; denn vor allem bei Gruppen, die sich kaum vor Ort verabreden können, ist es umso wichtiger, präzise Absprachen zu treffen. Lernende erwerben damit in der Zusammenarbeit diskursive Kompetenzen und Moderationsfertigkeiten, die sie insbesondere bei der Organisation und Abstimmung innerhalb der Gruppe benötigen. Zugleich wird auch die eigenverantwortliche Festlegung strukturierender Termine und Fristen geschult.
Was sollte man als Dozent/in beachten?
Veränderte Kommunikationsbedingungen
Insbesondere bei Gruppen, die sich kaum vor Ort treffen können, tritt die schriftliche Kommunikation häufig an erste Stelle. Gerade bei erstmaliger Online-Zusammenarbeit ist es daher empfehlenswert, die Teilnehmer mit klaren Kommunikationsregeln bei dieser Form der Interaktion zu unterstützen: Dazu gehören nicht nur formale Hinweise zu höflichen Umgangsformen im Netz, sondern auch die Formulierung inhaltlicher Standards wie z.B. eine verpflichtende Kontextualisierung von Aussagen, Meinungen und anderen Beiträgen oder die Verwendung von Zitaten und eindeutigen Betreffzeilen.-
Aufgabengestaltung
Von Seiten der Lehrenden sollte die besondere Kommunikationssituation, die sich durch die Minimierung von face-to-face-Kontakten bei der Online-Zusammenarbeit ergibt, bei der Aufgabengestaltung berücksichtigt werden. Hier kommt es neben einer sehr verständlichen Formulierung darauf an, Aufgaben zu konzipieren, die in der Gruppe als Teilaufgaben zerlegt und im Resultat wieder als gemeinsames Gruppenergebnis präsentiert werden können. Die Untergliederung in mehrere Arbeitsbereiche oder -schritte hilft nicht nur strukturierend bei der Erfassung der Aufgabe, sondern schafft gleichzeitig Kommunikationsanlässe innerhalb der Gruppe. -
Transparente Veröffentlichung von Aufgaben an zentraler Stelle
Um größtmögliche Transparenz zu gewährleisten, sollten Arbeitsaufträge und Aufgaben für die Gruppenarbeit an einer zentralen Stelle im Kurs veröffentlicht werden, gegebenenfalls auch als Bestandteil einer übergreifenden Aufgabenverwaltung oder eines Kurskalenders. Dies hilft den Lernenden bei der Orientierung und dabei, Aufgaben und Termine im Blick zu behalten. -
Workload
Neben einer klaren Aufgabenstellung und transparenten Darstellung von Zielen und Anforderungen sollte aus Lehrendensicht ein besonderer Fokus auf den Workload gelegt werden. Die veränderte Kommunikationssituation im Forum bringt in der Regel einen wesentlich höheren Abstimmungsbedarf mit sich, der bei der Gestaltung der Aufgaben berücksichtigt werden sollte. - Anleiten und Moderieren
Für den Einstieg in die Online-Gruppenarbeit kann es sinnvoll sein, sich als Dozent/in zu festgelegten Zeitpunkten in das Forum einzuschalten oder ggf. auch durch einen Online-Chat-Termin zu ergänzen, um Gelegenheit für gezielte Fragen zu geben oder Zwischenzusammenfassungen vorzunehmen.
Online-Gruppenarbeit mit Blackboard und Moodle
Für die virtuelle Gruppenarbeit bieten sowohl Blackboard als auch Moodle eigens Gruppenfunktionen auf ihrer Plattform an, mit denen Teilnehmern eine geschützte Umgebung für den internen Austausch geboten werden kann. Dabei stehen auf beiden Plattformen zahlreiche Werkzeuge zur Verfügung, mit denen die Kommunikation unterstützt werden kann. Angefangen bei internen E-Mail-Verteilern über Foren bis hin zu Wikis und Blogs kann je nach Anwendungsschwerpunkt das geeignete Tool bereitgestellt werden.
Szenarien von Online-Gruppenarbeit
Hier finden Sie Anregungen, mit denen vielleicht auch Sie Gruppenarbeit in Ihre Veranstaltungen integrieren oder diese ausbauen können.
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Gelerntes anwenden und präsentieren
Häufig bietet sich Gruppenarbeit im Anschluss an einzelne theoretisch-thematische Einheiten an: Hier lassen sich aufbauend auf die gelernten Inhalte Aufgaben entwickeln, die anwendungsorientiert umgesetzt werden müssen. So könnte beispielsweise für den Bereich der Betriebswirtschaft die Entwicklung eines Businessplans eine praxisorientierte Aufgabe darstellen, mit der in der Theorie gelernte Unternehmensprozesse geübt und vertieft werden können. Unterstützt durch ein Tool für den Austausch in der Gruppe (z.B. Forum, Blog, Chat…) kann dabei die gemeinsame Arbeit dokumentiert werden. Die Koordinierungsarbeit in der Gruppe sowie die Erarbeitung und Präsentation gemeinsamer Lösungen fördern soziale Kompetenzen und üben die Präsentation von Arbeitsergebnissen. -
Feedback geben
Unter dem Gesichtspunkt, Präsentieren zu lernen, kann auch die Vorstellung von Arbeitsergebnissen im Kurs und das Feedback in der (Kurs-)Gruppe betrachtet werden. Im Rahmen von Gruppenarbeiten kann hier beispielsweise ein Ziel sein, Kriterien für die Leistungsbewertung von Aufgaben zu erarbeiten und Präsentationen nach den erarbeiteten Standards zu bewerten. Auf diese Weise lernen Teilnehmer nicht nur zu präsentieren, sondern erörtern auch gemeinsame Kriterien und Standards für die Leistungsbewertung, die sie auch selbst vor der Kursgruppe anwenden müssen, indem sie Feedback für die Arbeiten der übrigen Teilnehmer vergeben.
Anleitung über das Self- und Peertest-Tool in Blackboard


