Lehre

WS 17/18 - WS 16/17 - SoSe 16 - WS 15/16 - SoSe 15 - WS 14/15 - SoSe 14 - WS 13/14 - SoSe 13 - SoSe 12 - WS 11/12 - SoSe 11

Wintersemester 2017/18

040 162 Hauptseminar:
French Mediterraneans: Frankreich und das Mittelmeer

Zeit: Mo 10-12h  Ort: GABF 04/714   Beginn: 16.10.2017

Das Hauptseminar untersucht Frankreichs Beziehung zum Mittelmeerraum in der Späten Neuzeit. Nach dem Verlust seiner Kolonien in Amerika und Asien orientierte sich Frankreich im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts zunehmend nach Süden, um das westliche Mittelmeer in einen „französischen See“ zu verwandeln. Im Zuge dieser Expansion wurde die mediterrane Region von französischen Kaufleuten, Politikern und Wissenschaftlern als natur- und kulturräumliche Einheit dargestellt. Das Hauptseminar beleuchtet Frankreichs Verhältnis zum Mittelmeerraum im nationalen, imperialen und kolonialen Kontext. Im Zentrum stehen die unterschiedlichen Formen und die vielfältigen Effekte französischer Machtausübung auf Korsika, im Midi und in Nordafrika. Neben dem Zusammenspiel von Geopolitik und Wirtschaft, Mobilität und Vernetzung, die einen Wandel der Wahrnehmung des Mittelmeerraumes und seiner verschiedenen Teile herbeiführten, wird es dabei auch um den Konflikt, die Koexistenz und Vermischung der Klassen, Kulturen und Religionen gehen.

Einführende Literatur:

  • Lepenies, Wolf, Macht am Mittelmeer. Französische Träume von einem anderen Europa, München 2016.
  • Lorcin, Patricia M. E./Todd Shepard (Hg.), French Mediterraneans. Transnational and Imperial Histories, Lincoln NE 2016.

040 200 Übung für Fortgeschrittene:
Globalisierung: Kritik und Anwendung eines umstrittenen Konzepts

Zeit: Mo 14-16h  Ort: GA 5/39 Zeitungslesesaal  Beginn: 16.10.2017

Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass Globalisierung kein neues Phänomen ist. Wann sie begann, was sie eigentlich ausmacht und ob sich das Konzept für historische Analysen überhaupt eignet, wird jedoch in der Geschichtswissenschaft kontrovers diskutiert. Ist Globalisierung ein neuzeitliches Phänomen, oder gab es schon vorher vergleichbare Erscheinungen? Was unterscheidet ‚vormoderne‘ von ‚modernen‘ Formen der Globalisierung? Welche ‚Risiken und Nebenwirkungen‘ hat die Verwendung des Begriffs? Gibt es bessere Konzepte zur Erforschung der Geschichte weltweiter Vernetzung? Ausgehend von der aktuellen Kritik am Begriff der Globalisierung führt die Übung für Fortgeschrittene in zentrale Probleme globalhistorischer Forschung ein, um die gewonnenen Einsichten anschließend an einem historiographischen Klassiker zu erproben.

Einführende Literatur:

  • Jürgen Osterhammel, Niels P. Petersson, Geschichte der Globalisierung. Dimensionen Prozesse Epochen, München 2007.
  • Sebastian Conrad, Globalgeschichte. Eine Einführung. München 2013, 7–28, 146–163.
  • Jürgen Osterhammel, Die Flughöhe der Adler. Historische Essays zur globalen Gegenwart, München 2017, 12–41.

040 243 Kolloquium zur Geschichte Europas und des Mittelmeerraumes

Zeit: Mo 18-20h  Ort: Aushänge beachten   Beginn: 16.10.2017 

Im Kolloquium werden neuere Forschungen und Ansätze zur Geschichte Europas und des Mittelmeerraumes im 19. und 20. Jahrhundert diskutiert. Auf dem Programm stehen Vorträge auswärtiger Gäste ebenso wie von Forscherinnen und Forschern der RUB, die laufende oder abgeschlossene Projekte präsentieren. Darüber hinaus bietet das Kolloquium Studierenden die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeiten zur Diskussion zu stellen. Die Teilnahme steht allen Interessierten offen.

Programm




Wintersemester 2016/17

Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltungen des Lehrstuhls im Wintersemester 2016/17 erst in der 2. Vorlesungswoche (ab dem 24.10.16) beginnen.

040 164 Hauptseminar: Mare nostrum? Europa und das Mittelmeer vom 18. bis 21. Jahrhundert

Zeit: Mo 10-12h  Ort: GA 04/149  Beginn: 24.10.2016

Europas Verhältnis zum Mittelmeer ist paradox: Einerseits werden mediterrane Regionen bis heute aus dem Okzident ausgegrenzt. Andererseits gilt das Mittelmeer als Wiege der westlichen Zivilisation und als europäischer Binnensee, der das Abendland mit seinen imperialen Provinzen und touristischen Kolonien verbindet. Noch heute zählen mediterrane Inseln zu Europa, die unmittelbar vor den Küsten Nordafrikas und Vorderasiens liegen. Ist das Mittelmeer also „unser Meer“ - mare nostrum? Wer zieht die Grenzen in dieser Kontaktzone Afrikas, Asiens und Europas, und anhand welcher Kriterien? Das Hauptseminar untersucht Europas Interaktionen und Verflechtungen mit dem Mittelmeerraum zwischen dem 18. und dem 21. Jahrhundert. Analysiert werden die Geschichte des Reisens und der Migration, die Repräsentation und Wahrnehmung mediterraner Orte und Räume, Prozesse kolonialer Expansion, Dekolonisation und Nationsbildung, das Aufkommen und der Zusammenprall religiöser und säkularer Bewegungen sowie die Vermischung und Entmischung der Kulturen, Religionen und Bevölkerungen.

Einführende Literatur:

  • Manuel Borutta/Fabian Lemmes, Die Wiederkehr des Mittelmeerraumes. Stand und Perspektiven der neuhistorischen Mediterranistik, in: Neue Politische Literatur 58.3 (2013) 389-41.
  • David Abulafia, Das Mittelmeer. Eine Biographie, Frankfurt a. M. 2013.
  • Claudio Fogù/Lucia Re (Hg.), Italy and the Mediterranean (= California Italian Journal Studies 1,1 (2010) http://escholarship.org/uc/item/6dk918sn#page-1.
  • Robert Holland, Blue-Water Empire. The British in the Mediterranean since 1800, London 2013.
  • Wolf Lepenies, Die Macht am Mittelmeer. Französische Träume von einem anderen Europa, München 2016.

040 202 Übung für Fortgeschrittene: Globalgeschichte: Theorien, Themen und Kontroversen

Zeit: Mo 14-16h  Ort: s. gesonderten Aushang   Beginn: 24.10.2016

Globalgeschichte ist in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Felder der Geschichtswissenschaft geworden, in dem es längst nicht mehr nur darum geht, die Vorgeschichte gegenwärtiger Erfahrungen von Globalisierung zu erforschen. „Alle Historiker sind heutzutage Welthistoriker, auch wenn vielen von ihnen das noch nicht bewusst ist“, hat Christopher A. Bayly den hegemonialen Anspruch der Globalgeschichte pointiert formuliert. Ist dieser Anspruch gerechtfertigt? Und was ist mit dem Begriff überhaupt gemeint? Um dies zu klären, widmet sich die Übung für Fortgeschrittene den zentralen Fragestellungen und Theorien, Themen und Kontroversen der globalhistorischen Forschung.

Einführende Literatur:

  • Sebastian Conrad, Globalgeschichte. Eine Einführung, München 2013.
  • Akira Iriye, Jürgen Osterhammel (Hg.), Geschichte der Welt, 6 Bde., München 2012-2016.
  • Sebastian Conrad, Andreas Eckert, Ulrike Freitag (Hg.), Globalgeschichte, Frankfurt a. M. 2007.
  • Christopher A. Bayly,Die Geburt der modernen Welt. Eine Globalgeschichte 1780-1914, Frankfurt a. M. 2006.
  • Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009.
  • Wolfgang Reinhard, Die Unterwerfung der Welt. Globalgeschichte der europäischen Expansion 1415-2015, München 2016.

040 243 Kolloquium zur Geschichte Europas und des Mittelmeerraumes

Zeit: Mo 18-20h  Ort: GABF 04/516  Beginn: 24.10.2016 

Im Kolloquium werden neuere Forschungen und Ansätze zur Geschichte Europas und des Mittelmeerraumes im 19. und 20. Jahrhundert diskutiert. Auf dem Programm stehen Vorträge auswärtiger Gäste ebenso wie von Forscherinnen und Forschern der RUB, die laufende oder abgeschlossene Projekte präsentieren. Darüber hinaus bietet das Kolloquium Studierenden die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeiten zur Diskussion zu stellen. Die Teilnahme steht allen Interessierten offen.

Programm


Sommersemester 2016

040 164 Hauptseminar: Nation oder Imperium? Frankreich von Napoleon bis de Gaulle, 1798-1962

Zeit: Mo 10-12h  Ort: GABF 04/516  Beginn: 11.04.2016

Nation und Imperium galten lange als unvereinbarer Modelle politischer Ordnung. Das moderne Frankreich erschien dabei als idealtypische Ausprägung des modernen Nationalstaats. Dieses Bild ist jedoch ins Wanken geraten. Zum einen wurde das Hexagon selbst als Empire (Eugen Weber) beschrieben, zum anderen die These vertreten, dass Frankreich zwischen Napoleon und de Gaulle eher als Imperium denn als Nationalstaat zu verstehen sei (Frederick Cooper). Das Hauptseminar fragt, wie beide Aspekte miteinander zusammenhingen: Inwiefern changierte das moderne Frankreich zwischen den Polen nationaler und imperialer Identität? Welche Wechselwirkungen zwischen Metropole und Kolonie lassen sich in dieser Zeit feststellen? Waren Nation und Imperium letztlich gar keine Gegensätze, sondern zwei Kehrseiten einer Medaille? Oder schufen diese unterschiedlichen Modelle politischer Ordnung doch Spannungen, die Frankreich in Krisen und Konflikte stürzten? Sind Kontinuitäten kolonialen Denkens am Ende sogar mitverantwortlich für gegenwärtige Probleme des Landes?

Einführende Literatur:

  • Robert Aldrich, Colonialism and Nation-Building in Modern France, in: Berger, Stefan/Miller, Alexei(Hg.), Nationalizing Empires, Budapest 2015, 135–194.
  • Frederick Cooper, Provincializing France, in: Stoler, Ann Laura/McGranahan, Carole/Perdue, Peter C. (Hg.), Imperial Formations, Santa Fe 2007, 341–377.

040 199 Übung für Fortgeschrittene: Zwischen Metropole und Kolonie: Die new imperial history

Zeit: Mo 14-16h  Ort: GABF 04/356  Beginn: 11.04.2016

National- und Kolonialgeschichte wurden von Historikern Europas lange getrennt betrachtet. Die new imperial history betrachtet die Geschichte der europäischen Metropolen und ihrer Kolonien außerhalb Europas dagegen als ineinander verflochten. Die Übung fragt nach den theoretischen Prämissen, methodischen Zugriffen und einschlägigen Themen der neuen Imperialgeschichte. Dabei soll es nicht nur um die Wechselwirkungen zwischen europäischen und nichteuropäischen Gesellschaften gehen, sondern auch um neue Forschungsperspektiven auf die östlichen und südlichen Peripherien des Kontinents.

Einführende Literatur:

  • Ulrike von Hirschhausen, A New Imperial History? Programm, Potenzial, Perspektiven, in: Geschichte und Gesellschaft 41 (2015) 718-758.
  • Healy, Róisín/Dal Lago, Enrico (Hg.), The Shadow of Colonialism on Europe's Modern Past, London 2014.
  • Howe, Stephen (Hg.), New Imperial Histories Reader, London 2010.
  • Kraft, Claudia/Lüdtke, Alf /Martschukat, Jürgen (Hg.), Kolonialgeschichten. Regionale Perspektiven auf ein globales Phänomen. Frankfurt M., New York 2010.

040 244 Kolloquium zur Geschichte Europas und des Mittelmeerraumes

Zeit: Mo 18-20h  Ort: GABF 04/711  Beginn: 25.04.2016 

Im Kolloquium werden neuere Forschungen und Ansätze zur Geschichte Europas und des Mittelmeerraumes im 19. und 20. Jahrhundert diskutiert. Auf dem Programm stehen Vorträge auswärtiger Gäste ebenso wie von Forscherinnen und Forschern der RUB, die laufende oder abgeschlossene Projekte präsentieren. Darüber hinaus bietet das Kolloquium Studierenden die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeiten zur Diskussion zu stellen. Die Teilnahme steht allen Interessierten offen.

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Wintersemester 2015/16

040 164 Hauptseminar: Der Islam als Antithese Europas? Orient und Okzident im langen 19. Jahrhundert

Zeit: Mo 10-12h  Ort: GABF 05/707  Beginn: 26.10.2015

Vor dem Hintergrund gewalttätiger Auseinandersetzungen über den Islam in Europa sowie im Nahen und Mittleren Osten haben Begriffe wie das „Abendland“ oder der „Westen“ derzeit wieder Konjunktur. Die Definition des Okzidents aus der Abgrenzung vom Orient hat eine lange Tradition, bildet aber nur einen Teilaspekt der vielfältigen und widersprüchlichen Beziehungsgeschichte Europas, Nordafrikas und Kleinasiens seit dem Mittelalter. Das Hauptseminar untersucht das Verhältnis von Orient und Okzident im langen 19. Jahrhundert von Napoleons Ägypten-Expedition 1798-1801 bis zur Gründung der Republik Türkei 1923. Im Zentrum stehen Konflikte, Beziehungen und wechselseitige Wahrnehmungen von Europäern und Muslimen im Zeitalter des europäischen Imperialismus, die mit jüngeren Theorien des Orientalismus und des Okzidentalismus kontrastiert werden sollen.

Einführende Literatur:


040 202 Übung für Fortgeschrittene: Fluid History: Zur modernen Geschichte der Flüsse, Meere und Ozeane

Zeit: Mo 14-16h  Ort: GABF 04/516  Beginn: 26.10.2015

Das Ruhrgebiet ist nicht die einzige Region, die durch einen Wasserlauf geprägt worden ist. Die Übung nimmt die neuen historischen Forschungen zu Flüssen, Meeren und Ozeanen in den Blick, um zu fragen, wie sich unser Verständnis der Geschichte wandelt, sobald wir den festen Grund der Erde verlassen: Welche anderen Akteure und Gegenstände, Fragestellungen und Probleme rücken dadurch in den Fokus? Ist das Schiff „die Heterotopie par excellence“, wie Michel Foucault vermutet hat? Erlauben „fließende Räume“ also eine Geschichte jenseits der „Territorialisierungsfalle“ (John Agnew)? Oder wurden sie in der Moderne ebenfalls kartiert, gezähmt und: territorialisiert?

Einführende Literatur:

  • Alexander Kraus/Martina Winkler (Hg.), Weltmeere. Wissen und Wahrnehmung im langen 19. Jahrhundert, Göttingen 2014.
  • John R. Gillis, The Human Shore. Seacoasts in History, Chicago 2012.
  • Christof Mauch/Thomas Zeller (Hg.), Rivers in History. Perspectives on Waterways in Europe and North America, Pittsburgh 2008.
  • AHR Forum Oceans of History, in: American Historical Review 111/3 (2006).

040 246 Kolloquium zur Geschichte Europas und des Mittelmeerraumes

Zeit: Mo 18-20h  Ort: GABF 04/516  Beginn: 26.10.2015 

Im Kolloquium werden neuere Forschungen und Ansätze zur Geschichte Europas und des Mittelmeerraumes im 19. und 20. Jahrhundert diskutiert. Auf dem Programm stehen Vorträge auswärtiger Gäste ebenso wie von Forscherinnen und Forschern der RUB, die laufende oder abgeschlossene Projekte präsentieren. Darüber hinaus bietet das Kolloquium Studierenden die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeiten zur Diskussion zu stellen. Die Teilnahme steht allen Interessierten offen.

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Sommersemester 2015 (Dr. Malte Fuhrmann, Lehrstuhlvertretung)

040 164 Hauptseminar: Translokale Transgressionen – Grenzüberschreitungen in der mediterranen Welt seit 1700

Zeit: Di 12-14h  Ort: GA 04/149 

Das Mittelmeer war stets eine Kontaktzone, die Begegnung, Austausch und Innovation ermöglichte. Dennoch war diese Begegnung stets auch durch Vorbehalte gegenüber den Anderen gekennzeichnet, die durch Religion, Konfession, Sprache, ethnische Konstruktion, Staatsangehörigkeit, Physiognomie, Erscheinungsbild oder Lebenswandel bestimmt waren. Konvertiten zwischen Venedig und Istanbul, Sklaven im Maghreb, Arbeitsuchende aus Malta und Dalmatien, Wanderarbeiter vom Zentralbalkan oder aus Ostanatolien, Sexarbeiterinnen aus dem habsburgischen Galizien, Opfer ethnisch motivierter Vertreibungen durch die neuen Nationalstaaten, jüdische Siedler in Palästina und Armutsmigranten aus der Subsahararegion prägten zu verschiedenen Zeiten dieses Bild. Das Hauptseminar widmet sich den Gruppen, die sich in den letzten Jahrhunderten um und über das Mittelmeer bewegten, um nachzuvollziehen, wie sie den Akt der Grenzüberschreitung bewältigten und wie sie sich zwischen Herkunfts- und Ankunftsort einrichteten. Es wird sich ferner mit einschlägigen Theorien zu Transimperialität, Translokalität, Marginalität, Globalisierung und othering auseinandersetzen, um eine akteurszentrierte Perspektive sowie eine angemessene Kontextualisierung der verschiedenen Migrationsphänomene zu erreichen.

Einführende Literatur:

  • Arjun Appadurai, Modernity at large : cultural dimensions of globalization, Minneapolis 1996, Kapitel 2, 27-47.
  • Ulrike Freitag, Achim v. Oppen (Hg.), Translocality – The Study of Globalising Phenomena from a Southern Perspective, Leiden 2010 (Einleitung).
  • Nora Lafi, "The Ottoman Urban Governance of Migrations and the Stakes of Modernity", in Ulrike Freitag, Malte Fuhrmann, Nora Lafi, Florian Riedler (Hg.), The City in the Ottoman Empire: Migration and the Making of Urban Modernity, London: Routledge 2011, 8-25.
  • Adam McKeown, „Global Migration, 1846-1940“, Journal of World History 15 (2/2004), 155-189.
  • E. Natalie Rothman, Brokering Empire: Trans-Imperial Subjects between Venice and Istanbul, Ithaca 2013 (Einleitung).

040 200 Übung für Fortgeschrittene: „Geschichte wird gemacht!“ – Die Inszenierung der Vergangenheit im Mittelmeerraum vom 18. Jh. bis heute

Zeit: Mo 16-18h  Ort: GABF 04/352 

Das Geschichtsbild, das in der öffentlichen Erinnerung kursiert, ist niemals lediglich ein Abbild unseres Wissens über die Vergangenheit; vielmehr ist es das Produkt zahlreicher Interventionen, die durch professionelle, politische und ästhetische Konventionen bestimmt werden. Veränderungen dieser Konventionen sowie der Rahmenbedingungen schlagen sich folglich auch in schwankenden Konjunkturen des Geschichtsbildes nieder.
Die Übung untersucht die Entstehung, Verwissenschaftlichung und Inszenierung von Geschichtsdiskursen über und in der mediterranen Welt vom 18. Jh. bis in die Gegenwart anhand von Sekundärliteratur, Medien und Museumskonzeptionen. Insbesondere werden betrachtet: die Ursprünge der Disziplinen Altertumswissenschaften, klassische Archäologie und Orientalistik im vorimperialistischen und imperialistischen Zeitalter; die Bedeutung mediterraner Geschichtsdiskurse für den französischen, italienischen und deutschen Kolonialismus bzw. Faschismus; historische Legitimierungsstrategien der Nationalstaaten des Mittelmeerraums; Vermarktung, Imagekampagnen und Geschichtspolitik der Metropolen im globalen Zeitalter.

Einführende Literatur:

  • Maurice Halbwachs, The collective memory, New York 1980
  • Pierre Nora, „Between Memory and History: Les Lieux de Mémoire“, Representations 26 (1989), 7-24.
  • Saskia Sassen, ‘Whose City Is It?: Globalization and the Formation of New Claims’, Public Culture 8 (1996): 205-223.

040 246 Kolloquium zur Geschichte Europas und des Mittelmeerraumes

Zeit: Mo 18-20h  Ort: GABF 04/714  Beginn: 26.10.2015 

Im Kolloquium werden neuere Forschungen und Ansätze zur Geschichte Europas und des Mittelmeerraumes im 19. und 20. Jahrhundert diskutiert. Auf dem Programm stehen Vorträge auswärtiger Gäste ebenso wie von Forscherinnen und Forschern der RUB, die laufende oder abgeschlossene Projekte präsentieren. Darüber hinaus bietet das Kolloquium Studierenden die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeiten zur Diskussion zu stellen. Die Teilnahme steht allen Interessierten offen.

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Wintersemester 2014/15 (Dr. Malte Fuhrmann, Lehrstuhlvertretung)

040 163 Hauptseminar: Die Hafenstädte des östlichen Mittelmeers im 19. Jahrhundert. Ein Hort des kosmopolitischen Miteinanders?

Zeit: Mo 10-12h  Ort: GABF 04/149 

Während es in Südosteuropa und Westasien in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wiederholt zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Gruppen unterschiedlicher ethnischer, nationaler oder religiöser Orientierung kam, blieben die wichtigen Hafenstädte des östlichen Mittelmeers überwiegend hier von verschont. Die in hohem Grad sprachlich, konfessionell und weltanschaulich gemischte Bevölkerung von Alexandria, Izmir, Istanbul, Saloniki, Beirut, aber auch von Triest, Basra oder Korfu bestand lange fort, wurde dann aber unter dem Druck der Nationalstaaten bis Mitte des 20. Jahrhunderts vertrieben, ermordet, assimiliert oder marginalisiert. Seit mehreren Jahren streiten nun Historikerinnen und Historiker über die Ursachen der lange friedlichen Koexistenz verschiedener Gruppen in den Hafenstädten der Levante. Entwickelte die Bevölkerung dort eine spezielle Form des Miteinanders, die von der westeuropäischen Forschung lange ignoriert wurde? Verdankten die Städte diesen Frieden eher einem zufälligen Zusammenspiel weltwirtschaftlicher Faktoren? Oder trügt der Schein der Koexistenz gar? Das Seminar beginnt mit der Frage, was Kosmopolitismus in der philosophischen Debatte bei Nietzsche und Kant bedeutet. Es untersucht dann die betroffenen Städte des östlichen Mittelmeers im 19. Jahrhundert, ihre Demographie, Wirtschaft und Sozialleben kursorisch. Schließlich verfolgt es die Debatte, ob und wie die Städte als kosmopolitisch betrachtet werde können.

Einführende Literatur:

  • Henk Driessen, "Mediterranean Port Cities. Cosmopolitanism Reconsidered", History and Anthropology 16/1, 129-141.
  • Malte Fuhrmann, "Meeresanrainer - Weltenbürger? Zum Verhältnis von hafenstädtischer Gesellschaft und Kosmopolitismus", Comparativ 17 (2007/2), 12-26.
  • Glenda Sluga / Julia Horne, "Cosmopolitism. Its Pasts and Practices", Journal of World History 21 (2010/3), 269-374.
  • http://levantineheritage.com/links.htm
  • http://ottomancosmopolitanism.wordpress.com

040 199 Übung für Fortgeschrittene: Reiseberichte als Quellen für eine transnationale Geschichte des Mittelmeers

Zeit: Mo 14-16h  Ort: GABF 04/149 

Reiseberichte galten lange als eine wichtige historische Quellengattung für Regionen außerhalb Nordeuropas, für die archivarische Quellen nicht vorhanden, nicht aufgearbeitet oder nicht zugänglich schienen oder für die das Erlernen von Fachsprachen nötig war. Diese Situation hat sich in neuerer Zeit deutlich gewandelt, da einerseits Berichte von AutorInnen, die nicht aus der beschriebenen Region stammen, in Folge der Rezeption von Edward Saids Orientalismus zurecht nicht mehr als Produkt objektiven Wissens gelten. Zum Anderen wird der Stellenwert lokaler Quellen mittlerweile deutlich höher eingeschätzt und ihre Zugänglichkeit sowie das nötige Fachwissen haben sich teilweise verbessert. Dabei bleibt die Frage, wie auf dem theoretischen Stand der heutigen Forschung mit Reiseberichten umzugehen ist, die nach wie vor oft die am leichtesten zugänglichen Quellen sind und in einer Vielzahl von Sprachen zugängig sind. Sind diese gänzlich unnütz? Kann man mit ihnen lediglich die Fantasien und Ängste ihrer AutorInnen rekonstruieren? Oder können wir unter Anwendung transnationaler Fragestellungen einen erneuten Nutzen aus Reiseberichten ziehen? Die Übung wird sich zunächst mit diesen theoretischen Fragen zur Gattung Reisebericht und anhand einiger Beispiele mit ihrer historischen Evolution auseinandersetzen. Anschließend werden einige Beispiele von Reiseberichten aus der Periode 1780-1920 zum Mittelmeerraum vorgestellt, um die Ergiebigkeit von transnationalen Fragestellungen an die Texte zu überprüfen.

Einführende Literatur:

  • Hartmut Kaelble, "Die Debatte über Vergleich und Transfer und was jetzt?", H-Soz-u-Kult, 08.02.2005.
  • Helmuth Moltke, Briefe über Zustände und Begebenheiten in der Türkei aus den Jahren 1835 bis 1839, Berlin 1876.
  • Alf Lüdtke (Hg.), Herrschaft als soziale Praxis, Göttingen 1991. (Einleitung)
  • Mary Louise Pratt, Imperials Eyes. Travel Writing and Transculturation, London 1992. (Einleitung)
  • Edward Said, Culture and Imperialism, London 1994. (Einleitung)

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Sommersemester 2014

040 163 Hauptseminar: "L'Algérie c'est la France": Geschichte Französisch-Algeriens (1830-1962)

Zeit: Do 10-12h  Ort: GABF 04/516 

Algerien stellt in der Geschichte des modernen Kolonialismus einen spektakulären Sonderfall dar: Nach der Eroberung (1830-47) wurde der Norden des Landes zu einem integralen Bestandteil des französischen Staatsgebietes erklärt. Die Dritte Republik (1870-1940) machte Algerien zur wichtigsten Siedlungskolonie und zum Labor ihrer Assimilationspolitik. Noch während des blutigen Befreiungskrieges (1954-1962) bemühte sich Paris verstärkt um eine nationale Integration des Landes. Zwischen 1830 und 1962 wechselte Algerien somit mehrfach seinen Status: Zunächst wurde es von einer osmanischen Provinz zu einer europäischen Kolonie, dann von einem Teil Frankreichs zu einem unabhängigen Nationalstaat. Auf der Basis neuer Studien untersucht das Hauptseminar zentrale Phasen und Aspekte der Kolonisierung und Dekolonisierung Algeriens: Praktiken militärischer Gewalt und rechtlicher Inklusion wie Exklusion, Prozesse kolonialer Landnahme und Besiedlung, den mediterranen Handel und Verkehr, den Wandel ländlicher und urbaner Räume, die demographische Struktur und das Zusammenleben der Bevölkerung, die Kultur der Siedler, die Anpassung und den Widerstand der Einheimischen sowie die langfristigen Folgen und Rückwirkungen der Dekolonisation.

Einführende Literatur:

  • Jan C. Jansen, Erobern und Erinnern. Symbolpolitik, öffentlicher Raum und französischer Kolonialismus in Algerien, 1830-1950, München 2013.
  • Manuel Borutta, Nach der Méditerranée: Algerien, Frankreich und das Mittelmeer, in: Neue Politische Literatur 56.3 (2011) S. 405-426.
  • Jennifer Sessions, By Sword and Plow. France and the Conquest of Algeria, Ithaca 2011.
  • Todd Shepard, The Invention of Decolonization. The Algerian War and the Remaking of France, Ithaca 2008.
  • John Ruedy, Modern Algeria. The Origins and Development of a Nation, Bloomington 2005.
  • Benjamin Stora, Algeria, 1830-2000. A Short History, Ithaca 2001.
  • Charles-Robert Ageron, Modern Algeria. A History from 1830 to the Present, London 1991.
  • David Prochaska, Making Algeria French.Colonialism in Bône, 1870-1920, Cambridge 1990.

040 200 Übung für Fortgeschrittene: Raum und Geschichte. Der Spatial Turn und die Geschichtswissenschaft

Zeit: Do 14-16h  Ort: GABF 04/356 

Historiker/innen interessieren sich für Phänomene des Wandels und stehen daher im Banne der Zeit. Im Zuge der kulturwissenschaftlichen Debatte um den Spatial Turn wird derzeit jedoch auch das Verhältnis von Raum und Geschichte diskutiert: Wie haben Räume das Denken, Fühlen und Handeln historischer Akteure beeinflusst, inwiefern waren sie selbst sozial konstruiert und historisch wandelbar? Wie kann der Raum sowohl Kategorie als auch Gegenstand historischer Analyse sein? Und was ist unter "Raum" eigentlich zu verstehen? Im Rahmen der Übung für Fortgeschrittene werden klassische und jüngere Texte besprochen, die das Verhältnis von Raum und Geschichte erhellen.

Einführende Literatur:

  • Susanne Rau, Räume. Konzepte, Wahrnehmungen, Nutzungen, Frankfurt a. M. 2013.
  • Doris Bachmann-Medick, Spatial Turn, in: Cultural Turns. Neuorientierung in den Kulturwissenschaften, Reinbek 2006, S. 284-328.
  • Jörg Dünne/Stephan Günzel (Hg.), Raumtheorie. Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften, Frankfurt a.M. 2006.
  • Karl Schlögel, Im Raume lesen wir die Zeit. Über Zivilisationsgeschichte und Geopolitik, Frankfurt a.M. 2006.
  • Jürgen Osterhammel, Die Wiederkehr des Raumes. Geopolitik, Geohistoire und historische Geographie, in: Neue Politische Literatur 43 (1998) S. 374-397.

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Wintersemester 2013/14

040 016 Vorlesung: Geschichte Europas und des Mittelmeerraums (18.-21. Jh.)

Zeit: Di 10-12h  Ort: HMA 30  Beginn: 22.10.2013

Die Vorlesung beleuchtet Europas Verhältnis zum Mittelmeerraum seit dem 18. Jahrhundert: Welche Rolle spielte die Region für Europas Selbstverständnis? Inwiefern wandelte sich die europäische Wahrnehmung und Repräsentation der Region? Welchen Einfluss nahm Europa auf die materielle Gestalt, politische und ökonomische Struktur des Mittelmeerraumes? Trugen bestimmte Aspekte und Phänomene mediterraner Kultur ihrerseits zur Veränderung Europas bei? Und welche Rolle wird die Region künftig für Europa spielen? Nach einem Epochenüberblick werden einzelne Raumkonzepte vorgestellt, die den Mittelmeerraum als Ganzes oder in Teilen zu fassen suchen. Am Beispiel einzelner Nationen und Regionen werden dann zentrale Aspekte europäischer und mediterraner Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert skizziert. Schließlich folgt ein Ausblick auf gegenwärtige Probleme des Mittelmeerraums, die Europa unmittelbar betreffen.

Einführende Literatur:

  • Fernand Braudel, Das Mittelmeer und die mediterrane Welt in der Epoche Philipps II., 3 Bde., Frankfurt a.M. 1990.
  • Fernand Braudel/Georges Duby/Maurice Aymard, Das Mittelmeer. Zur Geschichte und Geographie kultureller Lebensformen, Frankfurt a.M. 1990.
  • David Abulafia (Hg.), Mittelmeer. Kultur und Geschichte, Stuttgart 2003.
  • Dieter Richter, Der Süden. Zur Geschichte einer Himmelsrichtung, Berlin 2009.
  • David Abulafia, The Great Sea. A Human History of the Mediterranean, Oxford 2011.
  • Claus Leggewie, Zukunft im Süden. Wie die Mittelmeerunion Europa wiederbeleben kann, Hamburg 2012.

040 175 Hauptseminar: Mediterrane Geschichte der Späten Neuzeit

Zeit: Di 14-16h  Ort: UFO 0/05  Beginn: 15.10.2013 

Das Hauptseminar widmet sich der Frage, wie eine mediterrane Geschichte der Späten Neuzeit geschrieben werden kann. Ausgehend von wirkungsmächtigen Definitionen und Beschreibungen des Mittelmeerraums und einzelner mediterraner Gesellschaften werden Phänomene und Prozesse beleuchtet, welche die Geschichte und Wahrnehmung der Region im 19. und 20. Jahrhundert grundlegend verändert haben: Nationalismus und Regionalismus, Kolonialismus, Imperialismus und Dekolonisierung, Säkularisierung und religiöser Wandel, Urbanisierung und Industrialisierung, Migration und Tourismus, europäische Integration und Globalisierung. In Verbindung mit diesen Themen sollen zugleich neue historiographische Ansätze und Perspektiven wie der Spatial Turn, der Postkolonialismus und die Sea History, Historischer Vergleich, Transnationale Geschichte und Globalgeschichte vorgestellt werden.

Einführende Literatur:

  • Peregrine Horden/Nicholas Purcell, The Mediterranean and ‘the New Thalassology’, in: American Historical Review 111/3 (2006) S. 722-40.
  • Frithjof Benjamin Schenk/Martina Winkler (Hg.), Der Süden. Neue Perspektiven auf eine europäische Geschichtsregion, Frankfurt a. M. 2007.
  • Iain Chambers, Mediterranean Crossings. The Politics of an Interrupted Modernity, Durham 2008.
  • Edward Said, Orientalismus, Frankfurt a.M. 2009.
  • Julia A. Clancy-Smith, Mediterraneans. North Africa and Europe in the Age of Migration, c. 1800-1900, Berkeley 2010.
  • Manuel Borutta/Sakis Gekas (Hg.), A Colonial Sea: The Mediterranean 1798-1956, London 2012.

  • Diese Veranstaltung richtet sich an Studierende des Studiengangs European Culture and Economy (ECUE).


040 246 Kolloquium zur Geschichte Europas und des Mittelmeerraumes

Zeit: Mo 18-20h  Ort: GABF 04/711  Beginn: 21.10.2013 

Im Kolloquium werden neuere Forschungen und Ansätze zur Geschichte Europas und des Mittelmeerraumes im 19. und 20. Jahrhundert diskutiert. Auf dem Programm stehen Vorträge auswärtiger Gäste ebenso wie von Forscherinnen und Forschern der RUB, die laufende oder abgeschlossene Projekte präsentieren. Darüber hinaus bietet das Kolloquium Studierenden die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeiten zur Diskussion zu stellen. Die Teilnahme steht allen Interessierten offen.

Programm

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Sommersemester 2013

040201 Übung für Fortgeschrittene: Europas Süden. Die moderne Repräsentation des Mittelmeerraumes (19./20. Jh.)

Zeit: Di 16-18h  Ort: Zeitungslesesaal der historischen Bibliothek  Beginn: 09.04.2013

Europas Grenze zum Süden verlief zwischen 1800 und 1950 äußerst unklar: Einerseits wurde Nordafrika im Zuge seiner Kolonisierung zu einem integralen Teil Europas stilisiert, in Raumkonzepten wie Méditerranée oder mare nostrum. Andererseits galten südeuropäische Nationen und Regionen wie Spanien oder der Mezzogiorno als rückständige und exotisch fremde Gebiete, die mehr mit Afrika oder mit dem Orient gemein hatten als mit Europa. Europas Südgrenze wurde also gleichzeitig diesseits und jenseits des Mittelmeers gezogen. Am Beispiel ausgewählter Quellen und Literatur untersucht die Übung diese gegensätzlichen Verortungen des europäischen Südens in vergleichender Perspektive. Sie macht dabei mit neuen Ansätzen und Perspektiven der Kulturgeschichte, der mediterranen Geschichtsschreibung und des Spatial Turn vertraut.

Einführende Literatur:

  • Frithjof Benjamin Schenk und Martina Winkler (Hg.), Der Süden. Neue Perspektiven auf eine europäische Geschichtsregion, Frankfurt 2007.
  • Dieter Richter, Der Süden. Geschichte einer Himmelsrichtung, Berlin 2009.
  • Thierry Fabre/Ilbert Robert (Hg.), Les répresentations de la Méditerranée. 10 Bde., Paris 2000.
  • John Dickie, Darkest Italy. The Nation and Stereotypes of the Mezzogiorno, New York 1999.
  • Jane Schneider (Hg.), Italy's "Southern question". Orientalism in one country, Oxford 1998.
  • John Pemble, The Mediterranean passion. Victorians and Edwardians in the South, Oxford 1987.


040249 Kolloquium zur Geschichte Europas und des Mittelmeerraumes (19.-20. Jh.)

Zeit: Mo 18-20h  Ort: GABF 04/716  Beginn: 15.04.2013  Zusammen mit Fabian Lemmes

Im Kolloquium werden neuere Forschungen und Ansätze zur Geschichte Europas und des Mittelmeerraumes im 19. und 20. Jahrhundert diskutiert. Auf dem Programm stehen Vorträge auswärtiger Gäste ebenso wie von Forscherinnen und Forschern der RUB, die laufende oder abgeschlossene Projekte präsentieren. Darüber hinaus bietet das Kolloquium Studierenden die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeiten zur Diskussion zu stellen Die Teilnahme steht allen Interessierten offen.

Programm


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Sommersemester 2012

040165 Hauptseminar: Dekolonisierung

Zeit: Mo 14-16h  Ort: GA 03/49  Beginn: 02.04.2012

Die letzte Welle der Dekolonisierung nach dem Zweiten Weltkrieg markierte eine tiefe Zäsur in der Geschichte Europas: Der Verlust der überseeischen Gebiete leitete nicht nur eine globale Schwächung des Kontinents zugunsten der neuen Supermächte USA und Sowjetunion ein, er zog auch beträchtliche Migrationsströme aus den Kolonien nach sich, welche die Metropolen massiv veränderten. Das Hauptseminar betrachtet die vielfältigen Effekte der Dekolonisierung in vergleichender und transnationaler Perspektive, vornehmlich mit Blick auf Frankreich und Großbritannien. Verbunden damit sind Fragen nach den globalen Verflechtungen europäischer Geschichte, nach der Differenz und Vermischung europäischer und außereuropäischer Kulturen sowie nach dem Zusammenhang kolonialer Vergangenheiten mit gegenwärtigen Phänomenen der Migration, des Rassismus und des Neoimperialismus.

Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch und Französisch.

Einführende Literatur:

  • Sebastian Conrad (Hg.), Dekolonisierung in Westeuropa [=Geschichte und Gesellschaft Jg. 37 H. 2], Göttingen 2011.
  • Anja Kruke (Hg.), Dekolonisation. Prozesse und Verflechtungen (1945-1990), Bonn 2009.
  • Todd Shepard, The Invention of Decolonization. The Algerian War and the Remaking of France, Ithaca, NY 2008.
  • Martin Shipway, Decolonization and its Impact. A Comparative Approach to the End of Colonial Empires, Oxford 2007.
  • Gerhard Altmann, Abschied vom Empire. Die innere Dekolonisierung Großbritanniens, 1945-1985, Göttingen 2005.
  • Herman Lebovics, Bringing the Empire back Home. France in the Global Age, Durham, NC 2004.
  • Paul Gilroy, After Empire. Multiculture or Postcolonial Melancholia, London 2004.
  • Miles Kahler, Decolonization in Britain and France. The Domestic Consequences of International Relations, Princeton 1984.

040249 Kolloquium zur Geschichte Europas und des Mittelmeerraumes (19.-20. Jh.)

Zeit: Mo 18-20h  Ort: GABF 04/716  Beginn: 02.04.2012  Zusammen mit Fabian Lemmes

Im Kolloquium werden neuere Forschungen und Ansätze zur Geschichte Europas und des Mittelmeerraumes im 19. und 20. Jahrhundert diskutiert. Auf dem Programm stehen Vorträge auswärtiger Gäste ebenso wie von Forscherinnen und Forschern der RUB, die laufende oder abgeschlossene Projekte präsentieren. Darüber hinaus bietet das Kolloquium Studierenden die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeiten zur Diskussion zu stellen Die Teilnahme steht allen Interessierten offen.

Programm


040207 Übung für Fortgeschrittene: Postkolonialismus

Zeit: Di 14-16h  Ort: GABF 04/609  Beginn: 03.04.2012

Postkoloniale Theorien stehen im Zentrum kulturwissenschaftlicher Debatten. Auch die historische Forschung arbeitet zunehmend mit Begriffen wie Orientalismus und Eurozentrismus, Hybridität und Subalterne, Agency und Hegemonie. Gleichzeitig gibt es Vorbehalte gegenüber postkolonialen Ansätzen. Vor diesem Hintergrund lotet die Übung die Potentiale und Grenzen postkolonialer Theorien aus. Behandelt werden klassische Texte und historiographische Operationalisierungen, mit Blick auf folgende Fragen: Aus welchen theoretischen Quellen speist sich der Postkolonialismus? In welchen sozialen und wissenschaftlichen Kontexten ist er entstanden? Sind postkoloniale Perspektiven nur für bestimmte Felder historischer Forschung relevant, etwa in der Kolonial- und Globalgeschichte? Oder berühren sie auch Grundprobleme der europäischen Geschichte? Was kann die Geschichtswissenschaft von den Postcolonial Studies lernen? Und worin könnte ihr eigener Beitrag zu dieser neuen Forschungsrichtung bestehen?

Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch und Französisch.

Einführende Literatur:

  • Doris Bachmann-Medick, Postcolonial Turn, in: Dies., Cultural Turns. Neuorientierungen in den
    Kulturwissenschaften, Reinbek 2006, S. 184-237.
  • Maria do Mar Castro Varela/Nikita Dhawhan, Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung, Bielefeld 2005.
  • Robert C. Young, Postcolonialism. A Very Short Introduction, Oxford 2003.
  • Sebastian Conrad/Shalini Randeria/Regina Römhild (Hg.), Jenseits des Eurozentrismus. Postkoloniale Perspektiven in den Geschichts- und Kulturwissenschaften, Frankfurt am Main ²2011.
  • Dipesh Chakrabarty, Europa als Provinz. Perspektiven postkolonialer Geschichtsschreibung, Frankfurt am Main 2010.

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Wintersemester 2011/12

040 167 Hauptseminar: Frankreich und Algerien zwischen Kolonisierung und Dekolonisierung 1830-1962

Zeit: Mo 16-18h  Ort: Zeitungslesesaal der historischen Bibliothek  Beginn: 10.10.2011

Französisch-Algerien (1830-1962) ist in der Geschichte des modernen Kolonialismus ein besonders extremer Fall. 1848 wurde der Norden Algeriens zu einem integralen Bestandteil des französischen Territoriums erklärt. Die Dritte Republik (1871-1940) machte Algerien zum zentralen Siedlungsgebiet französischer Kolonisten und zum wichtigsten Experimentierfeld ihrer Assimilationspolitik. Bei keiner anderen französischen Kolonie war die Verwurzelung der Siedler so tief, waren die Beziehungen zur Metropole derart eng. Gleichzeitig wurde die muslimische Bevölkerungsmehrheit auf rassistische Weise diskriminiert und von der Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg und an der Verwaltung des Landes ausgeschlossen. Deshalb kam es immer wieder zu Protesten und Aufständen gegen die französische Herrschaft, die 1954 in einen blutigen Befreiungskrieg mündeten, der 1962 mit der Unabhängigkeit Algeriens und seiner Proklamation als Nationalstaat endete. Seither löst die Kolonialzeit in Frankreich und Algerien immer wieder Kontroversen und Konflikte über das nationale Selbstverständnis und das koloniale Erbe aus. Das Hauptseminar beleuchtet unterschiedliche Phasen, zentrale Aspekte und langfristige Folgen dieser französisch-algerischen Beziehungsgeschichte.

Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch und Französisch.

Einführende Literatur:

  • Benjamin Stora: Algeria. A Short History (1830-2000), Ithaca / London 2001.
  • Patricia Lorcin: Algeria & France, 1800-2000. Identity, Memory, Nostalgia, Syracuse 2006.
  • Charles-Robert Ageron: Modern Algeria. A History from 1830 to the Present, London 1991.
  • David Prochaska: Making Algeria French. Colonialism in Bône 1870-1920, Cambridge 1990.
  • Jonathan Gosnell: The Politics of Frenchness in Colonial Algeria 1930-1954, Rochester 2002.
  • Todd Shepard: The Invention of Decolonization. The Algerian War and the Remaking of France, Ithaca 2006.
  • Frank Renken: Frankreich im Schatten des Algerienkrieges. Die Fünfte Republik und die Erinnerung an den letzten großen Kolonialkonflikt, Göttingen 2006.

040 161 Hauptseminar: Mediterrane Imperien in der Neuzeit

Zeit: Di 10-12h  Ort: GA 04/149  Beginn: 11.10.2011

Die "new imperial history" hat Empires zu einem zentralen Forschungsfeld und zu einem neuen Paradigma der modernen Geschichtsschreibung erhoben, das dabei helfen soll, überkommene nationalhistorische und eurozentrische Perspektiven zu überwinden. Das Hauptseminar erprobt diese neuen Ansätze am Beispiel des Mittelmeerraums, der seit der Antike immer wieder wechselnden Formen imperialer Herrschaft unterworfen war. Im Zentrum steht die Frage, wie imperiale Herrschaft über mediterrane Räume in der Moderne ausgeübt und legitimiert wurde. In vergleichender und beziehungshistorischer Hinsicht geht es darum, Gemeinsamkeiten, Besonderheiten und Wechselwirkungen zwischen so unterschiedlichen Imperien wie den Barbareskenstaaten, dem Osmanischen Reich, dem British Empire und dem französischen Kolonialreich herauszuarbeiten. Zeitlich liegt der Schwerpunkt auf dem langen 19. Jahrhundert.

Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch, Französisch und Italienisch.

Einführende Literatur:

  • Jörn Leonhard / Ulrike von Hirschhausen (Hg.): Comparing Empires. Encounters and Transfers in the Long Nineteenth Century, Göttingen 2011.
  • Jan Burbank / Frederick Cooper: Empires in World History. Power and the Politics of Difference, Princeton 2010.
  • David Abulafia: Mittelmeer. Kultur und Geschichte, Stuttgart 2003.
  • Jean Carpentier / François Lebrun (Hg.): Histoire de la Méditerranée, Paris 1998.
  • Albert Habib Hourani: Geschichte der arabischen Völker, Frankfurt a. M. 1996.
  • Ulrich Haarmann (Hg.): Geschichte der arabischen Welt, München 1987.

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Sommersemester 2011

040 109 Seminar: Risorgimento: Italiens Nationsbildung im 19. Jahrhundert

Zeit: Di. 14-16 Uhr  Ort: GA 6/62  Beginn: 05.04.2011

Die Epoche der Nationsbildung wird in Italien keineswegs zufällig mit dem mirakulösen Begriff „Risorgimento“ (dt. Wiedergeburt, Wiederauferstehung) bezeichnet, denn sowohl vom Ergebnis als auch vom Verlauf her gehört Italiens nationale Einigung zu den spektakulärsten und unwahrscheinlichsten Nationsbildungsprozessen Europas im 19. Jahrhundert. Das Risorgimento war mit abenteuerlichen Aktionen und phantastischen Visionen verbunden. Es weckte hochfliegende Erwartungen und produzierte tiefe Enttäuschungen. Zugleich wurde es in hohem Maße durch regionale Unterschiede und transnationale Aspekte geprägt. Das Seminar beleuchtet wichtige Akteure und Ereignisse, Phasen und Dimensionen des Risorgimento im europäischen Kontext und führt so auf exemplarische Weise in neue Ansätze der internationalen Kulturgeschichte des Politischen ein.

Sprachnachweise können erbracht werden in Englisch und Italienisch.

Einführende Literatur:

  • Riall, Lucy, Risorgimento. The History of Italy from Napoleon to Nation State, Basingstoke 2009.
  • Riall, Lucy, Garibaldi. The Invention of a Hero, New Haven 2007.
  • Banti, Alberto Mario/Ginsborg, Paul (Hg.), Il Risorgimento, Torino 2005.
  • Seibt, Gustav, Rom oder Tod. Der Kampf um die italienische Hauptstadt, Berlin 2001.
  • Stadler, Peter, Cavour. Italiens liberaler Reichsgründer, München 2001.
  • Davis, John A. (Hg.), Italy in the Nineteenth Century, Oxford 2000.


040 255 Übung für Fortgeschrittene: Braudels Méditerranée: Genealogie eines Klassikers der Geschichtsschreibung

Zeit: Do. 10-12 Uhr  Ort: GA 5/29  Beginn: 07.04.2011

Fernand Braudel (1902-1985) war einer der bedeutendsten Historiker des 20. Jahrhunderts. Als maßgeblicher Exponent der Annales-Schule stieg er nach 1945 zu einer zentralen Figur der französischen Geschichtswissenschaft auf. Seine Qualifikationsarbeit „La Méditerranée et le monde méditerranéen à l’époque de Philippe II“ (1949) gilt als Gründungsmanifest der modernen Mittelmeerforschung und der maritimen Geschichtsschreibung. Die Übung untersucht die Entstehung, Aktualität und Wirkung dieses historiographischen Klassikers. Braudel konzipierte „La Méditerranée“ zwischen 1923 und 1932 als Gymnasiallehrer in Französisch-Algerien. Er schöpfte dabei aus einer Fülle wissenschaftlicher Studien, die im Zuge der europäischen Kolonisierung des Mittelmeerraums entstanden waren. Im Sinne einer genealogischen Spurensuche soll Braudels „La Méditerranée“ daher sowohl mit der zeitgenössischen Mittelmeerforschung als auch mit den kolonialen Entstehungsbedingungen des Werks kontrastiert werden. Welche Beziehungen zwischen Text und Kontext lassen sich feststellen? Worin lag Braudels Originalität? Wie ist die anhaltende Wirkung von „La Méditerranée“ zu erklären? Und woran lässt sich heute - im Zeichen von Spatial Turn und Sea History - anknüpfen?

Sprachnachweise können erbracht werden in Französisch.

Einführende Literatur:

  • Fernand Braudel, Personal Testimony, in: Journal of Modern History 44 (1972) S. 448-467.
  • ders., Das Mittelmeer und die mediterrane Welt in der Epoche Philipps II., 3 Bde., Frankfurt 1990.
  • Lutz Raphael, Fernand Braudel (1902-1985), in: ders. (Hg.), Klassiker der Geschichtsschreibung, Bd. 2, München 2006, S. 45-62.

040 270 Oberseminar: Das Mittelmeer denken: Kulturwissenschaftliche Mittelmeertheorien im interdisziplinären Vergleich

Do. 16-18  Ort: im Zentrum für Mittelmeerstudien in der Konrad-Zuse-Str. 16  Beginn: 07.04.2011

Der Mittelmeerraum ist ein zentrales Feld kulturwissenschaftlicher Forschung und Theoriebildung.
Das Oberseminar widmet sich klassischen und neuen Perspektiven der Mediterranistik,
vornehmlich mit Blick auf die Fächer der Archäologie und Geschichte, der Anthropologie und
Soziologie. Neben der Frage nach einer zeitgemäßen Theorie des Mittelmeers soll es auch darum
gehen, die Entstehungsbedingungen und Veränderungen der Mittelmeerforschung in den
genannten Disziplinen zu erhellen. Die Sitzungen finden im Zentrum für Mittelmeerstudien in der
Konrad-Zuse-Str. 16 statt.

Sprachnachweise können nicht erbracht werden.

Einführende Literatur:

  • Fernand Braudel, Das Mittelmeer und die mediterrane Welt in der Epoche Philipps II., Frankfurt 1990.
  • Peregrine Horden / Nicholas Purcell, The Corrupting Sea. A Study of Mediterranean History, Oxford 2000.
  • Peregrine Horden / Nicholas Purcell, The Mediterranean and ‘the new Thalassology’, in: American Historical Review 111/3 (2006) S. 722-740.
  • William V. Harris (ed.), Rethinking the Mediterranean, Oxford 2005.
  • Iain Chambers, Mediterranean Crossings. The Politics of an Interrupted Modernity, Durham / London 2008.
  • Charlotte Trümpler (Hg.), Das große Spiel. Archäologie und Politik zur Zeit des Kolonialismus (1860-1940), Köln 2010.
  • Ian Morris, Mediterraneanization, in: Mediterranean Historical Review 18/2 (2003) S. 30-55.

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