Reusch hat 1971 das sogenannte 'Wasserrelief' entworfen, das auf dem
Forumsplatz (Nähe HZO) als Stätte des Verweilens einlädt.
Ein terrassiertes, ca. 30 Meter im Quadrat messendes Geviert dient vielen
Studierenden im Sommer als willkommene 'kommunikationsfördernde
'Sitzgelegenheit. Breite Spalten zwischen den einzelnen Platten und
Stufen stellen Wasserläufe dar. Reusch äußert sich zu
der Bochumer Installation in einem Interview mit dem Bonner Museumskurator
Christoph Schreier: "(...) Ich habe Wasser so verwendet, daß
keine monumentalen Wasserberge entstanden wie etwa die oft pathetischen
Springbrunnen. Ich habe Wasser vielmehr in Bezug zum Boden und zu der
Erde gesetzt, oder habe es in sehr kleinen und engen Führungen
durch die Skulpturen geleitet, wie das beispielsweise in meiner Installation
für das Forum der Ruhr-Universität Bochum der Fall war. Das
Ziel war auch hier eine große Nähe zum Betrachter, zum Benutzer
der Skulptur."
Reusch strebt nach einer Rhythmisierung des gegebenen oder zu schaffenden
Raumes, zu dem sich der Betrachter in ein Verhältnis setzen kann.
In zahlreichen Kunst am Bau-Projekten hat er diese Absicht verfolgt.
Von besonderer Bedeutung ist hierbei der öffentliche Raum einer
Campus-Universität. Der Forumsplatz wurde konzeptionell als Versammlungs-
und Kommunikationsort - im Sinne des amerikanischen Quad - verstanden.
Reusch definiert den Platz in dieser Weise, wobei er zwischen 'Funktionsobjekt'
und Kunstwerk pendelt: Die Studierenden nutzen das Wasserrelief als
Begegnungsstätte und erfahren zugleich ein Kunstwerk: "Es
ist mir wichtig, daß der Mensch innerhalb des Raumes seine Bestimmung
erfährt, seinen Maßstab erhält", wie Reusch notiert.