Kleinformatige 'Kartonagen' chrakterisieren das Schaffen von Erwin Heerich, so daß eine Wandverkleidung mit Metallplatten, wie am Gebäude NB (Nord, Süd) und ND (Süd) geschehen, verwundert - auch wenn sich Heerich als Baukünstler mit einer strengen architektonischen Formensprache (Insel Hombroich) verdient gemacht hat.

Die Objekte des 1922 in Kassel geborenen Heerich sind nach geometrischen Regeln gestaltet. Die Verkleidung der Mauerung mit Metallplatten betont die Massivität und Volumenhaftigkeit der gegebenen Architektur.

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Erwin Heerich, Ohne Titel, 1972-78,
Verkleidung (Metall) der Versorgungskerne,
NA (Nord), NC (Süd), ND (Nord) s/w Abb.

 

Die Einbuchtungen jedoch lassen eine andere Dimension aufscheinen, gemeint ist die Immaterialität, die sich in den Verschattungen als Kategorie bemerkbar macht. Damit läßt sich Heerich formal in die Tradition der modernen Plastik im 20. Jahrhundert einbetten, denn auch Naum Gabo spielte bei seinen kubistischen Plastiken zu Beginn der 20er Jahre mit dem sogenannten 'Negativvolumen'. Die Auflösung des Massiven und das Aufscheinen des Immateriellen spielt - wie auch bei Gabo - mit unseren Wahrnehmungskonditionen, die sie sich in einer Betonlandschaft besonders als Kopplung von haptischen und visuellen Erfahrungen bemerkbar macht.

Letztlich ist der Inhalt der Werke von Heerich jene mathematische Regelhaftigkeit, mit der die sogenannten 'Kartonplastiken' (seit den 60er Jahren) wie auch das Kunst-am-Bau-Objekt an der RUB entworfen wurden. Die geometrische Formensprache blendet das Erzählerische aus und verweist auf eine pure Sachlichkeit, die Heerich in die Nähe der Op Art, der Hochschule für Gestaltung in Ulm und die amerikanische Minimal Art rückt.