Relevant für das Bedeutungspotential des Terminus „Metapher“ sind diverse Gegen-, Ober- und Nachbarbegriffe (wobei es einerseits vom jeweiligen Konzept der „Metapher“ abhängt, was als Gegen-, Ober-, oder Nachbarbegriff gilt, andererseits die jeweils vorgenommene Differenzierung umgekehrt auch darüber entscheidet, als was die „Metapher“ gilt). Zu den Begriffen, gegen die der Metaphernbegriff abgegrenzt, respektive auf die er als Unter- oder Nachbarbegriff bezogen wurde und wird, gehören die Allegorie, das Symbol, das Bild, das Gleichnis, der Vergleich, die Metonymie, die Periphrase, die Antonomasie, die Synekdoche, die Emphase, die Litotes, die Hyperbel und die Ironie. Vor allem Metapher, Allegorie und Symbol bilden ein Begriffs-Gefüge, das sich nur unter Schwierigkeiten in einzelne Teilbereiche auflösen läßt. Traditionell gehört die Metapher in den Zuständigkeitsbereich der Rhetorik, doch auch andere Disziplinen interessieren sich für sie. Die Frage nach dem Wesen der Metapher und des Metaphorischen spielt eine Rolle im Kontext der Diskussion um sprachliche „Bildlichkeit“; insofern gehört sie in den weiteren Themenbereich „Texte und Bilder“, und ihre Thematisierung ist verknüpft mit der Erörterung sprachlicher „Bildlichkeit“ oder „Anschaulichkeit“. Die jüngere Linguistik hat sich für die Metapher unter anderem unter der Leitfrage nach einer Unterscheidbarkeit zwischen poetischem und außerpoetischem Sprachgebrauch interessiert und das Funktionieren metaphorischer Rede zu erhellen versucht. Im Bereich der jüngeren philosophischen Reflexion nimmt die vor allem mit dem Namen Hans Blumenbergs verknüpfte „Metaphorologie“ eine prominente Stellung ein; einiges spricht dafür, einen engen Zusammenhang zwischen der Frage nach der Metapher und zentralen Motiven im Prozeß der Selbstverständigung modernen Denkens anzunehmen. Literaturwissenschaft und Poetik haben zweifellos besonders gute Gründe, sich mit Metaphern, deren Grundlagen und Verwendungsweisen auseinanderzusetzen, aber ein ausschließlich literarisch-poetisches Phänomen sind Metaphern nicht, weshalb Ansätzen zur Unterscheidung literarischen und außerliterarischen Sprachgebrauchs unter dem Aspekt des Metapherngebrauchs auch mit Skepsis zu begegnen ist. Über die Frage, ob Metaphern grundsätzlich ein sprachliches Phänomen sind, oder ob es auch nonverbale - also etwa bildhafte - Metaphern gebe, divergieren die Meinungen.
Der Ausdruck „Metapher“ geht etymologisch zurück auf griech. „metaphorá“, das zusammengesetzt ist aus „metá“ (über) und „phérein“ (tragen): wörtlich entspräche dem Kompositum das deutsche äquivalent „Übertragung“. Das Lateinische kennt als äquivalente für den Terminus „Metaphora“ sowohl „translatio“ als auch „metaphora“; in neueren Sprachen hat sich das griechische Lehnwort durchgesetzt: „metaphor“ (engl.), „métaphore“ (frz.), „metafora“ (ital.), „metáfora„ (span.).
ie Wortgeschichte der „Metapher“ ist eng mit der des Begriffs verknüpft (siehe dort).
Unter den sprachlichen Phänomenen, welche man auf der Basis eines zunächst unausdrücklichen Vorverständnisses als „metaphorisch“ charakterisieren würde, sind sowohl höchst konventionelle als auch bis zur Unverständlichkeit unkonventionelle Ausdrücke. Worin die kleinste metaphorische Einheit besteht, ob in Wort- oder in „Bild“-Elementen, in „Sätzen“ oder in „Vorstellungen“, ist ebensowenig verbindlich festlegbar wie es die größtmögliche Erscheinungsform der „Metapher“ ist: Ist es das Textganze oder das Ganze eines Vorstellungskomplexes? Manche Metaphern sind so konventionell, daß ihr metaphorischer Charakter darüber vergessen zu werden pflegt, manche so unkonventionell, daß sie kaum als Metaphern gelesen werden können, da die Idee einer stattgehabten „Übertragung“ ja zunächst die einer „Rück-Übertragbakeit“ zu implizieren scheint. Die Schwierigkeit, vorgängig und verbindlich zu bestimmen, was eine Metapher ist, läßt die Theoretiker oft ihre Zuflucht bei Differenzierungen und Klassifikationen innerhalb des metaphorischen Feldes suchen. Gerhard Kurz [3]
unterscheidet innerhalb des Bereichs metaphorischer Phänomene sowohl hinsichtlich des Innovationsgrades als auch hinsichtlich der jeweiligen grammatikalischen Gestalt der Metaphern. So differenziert er erstens zwischen der „ ,lebendige[n]‘, innovativen Metapher“ einerseits (1), dem metaphorischen Klischee andererseits (2); die ersteren sind „neu und überraschend“, letztere hingegen nicht. In dem Maße, in dem ein zunächst metaphorischer Ausdruck lexikalisiert, d.h. als sprachliche Konvention allgemein angenommen sei, verliere er seine Metaphorizität (3). Als Beispiel für ein metaphorisches Klischee (2) nennt Kurz die Wendung „Die Sonne lacht“; innovativ (1) sei demgegenüber der Ausdruck „Die Sonne grinst“. Lexikalisierte (Ex-)Metaphern (3) wären demgegenüber etwa „Motorhaube“, „Wolkenkratzer“ und „Tischbein“. Differenziert man unter dem Aspekt des Innovationsgrades, so wird es in vielen Fällen problematisch sein, ein metaphorisches Phänomen klar der einen oder anderen Gruppe zuzuordnen. Einfacher handzuhaben ist die von Kurz zweitens vorgenommene grammatikalische Typisierung. Alle metaphorischen Wendungen gründen, wie zunächst grundsätzlich festgestellt wird, in einer prädikativen Grundstruktur; sie implizieren die Aussage „Dies ist das“ (wie ein Beispiel von Hans Bender illustriert: „Mein Gedicht ist mein Messer“). Zu unterscheiden wären als Spezialfälle die attributive Metapher (Celan: „Schwarze Milch der Frühe“), die Kompositionsmetapher („Parteienlandschaft“), die Appositionsmetapher (Bobrowskis: „Und dein Schweigen, ein Stein“) und die Genitivmetapher („der Zahn der Zeit“). Auch diese Metapherntypen basieren auf einer Prädikationsstruktur; in jedem Fall wird ein Element auf ein anderes Element prädikativ bezogen. Harald Weinrich hat für die dabei in eine Beziehung gesetzten beiden Relate die Termini „Bildspender“ und „Bildempfänger“ geprägt.[4] Der Bildspender als das eigentliche metaphorische Element übernimmt die Funktion eines prädikativen Schemas. Für die moderne Lyrik ist es vielfach charakteristisch, daß der Bildempfänger nicht ohne weiteres oder gar nicht zu bestimmen ist. Es geht bei der Deutung metaphorischer Wendungen aber auch nicht darum, den Bildempfänger im Sinne einer klaren Identifizierung zu erkennen, sondern darum, ihn „unter bestimmten Aspekten (...) zu sehen, wahrzunehmen, vorzustellen, zu erleben“[5]; es erfolgt eine „Amalgamierung“ zwischen Bildspender und Bildempfänger (dazu unten mehr unter dem Stichwort „Interaktionstheorie“).![]()
Nun sagt die Metapher, versteht man sie als Prädikation, nicht nur aus: „Dies ist das“, sondern sie vermittelt zugleich auch das Bewußtsein des Gegenteils: „Dies ist das nicht“; letzteres bedingt es bei der Beschreibung von Metaphern, daß man sie gern als „uneigentlich“ charakterisiert - so, als gebe es einen ersatzweise verwendbaren eigentlichen Ausdruck. Zu Recht ist konstatiert worden, in jedem Gebrauch von Metaphern sei ein Negationslement enthalten.[7] Die Doppelbödigkeit der Metapher läßt sie der Ironie verwandt erscheinen.
Metaphern können sich zu sogenannten Metaphernfeldern gruppieren; in diesem Fall wird ein ganzes Wortfeld von einem Metaphorisierungsprozeß erfaßt, der seinen Ausgang von einer einzelnen Metapher nehmen mag. Ein Beispiel bietet die organologische Metaphorik, also die metaphorische Darstellung von Gegenständen oder Institutionen als lebendige Organismen. Hier geht von der Grundmetapher - etwa vom Ausdruck „Staats-Körper“ - die Anregung zur Erweiterung, Spezifizierung und Fortsetzung aus.![]()
„Wie es irrelevante, durchschnittliche und triviale buchstäbliche Wahrheiten gibt, so gibt es weit hergeholte, matte und moribunde Metaphern.“[9]
Im Bereich der Metapherntheorien kann man grob zwischen zwei Ansätzen unterscheiden, nämlich zwischen der auf Aristoteles zurückgehenden sogenannten „Substitutionstheorie“ und der „Interaktionstheorie“. Die Differenz zwischen beiden liegt sowohl in der Auffassung über die Grundlagen metaphorischer Rede als auch in der Beurteilung ihrer Effekte.![]()
Die früheste Definition der Metapher, mit der sich Versuche zur Begriffsbestimmung bis heute auseinandersetzen, auch und gerade dann, wenn sie sie nicht übernehmen, stammt von Aristoteles, der in seiner Poetik festlegt: „Metaphorà dé estin onómatos allotríou epiphorá“ („Metapher ist die Übertragung eines fremden Nomens“, Übers.: Olof Gigon; „Metapher ist Übertragung eines fremden Namens“, Übers.: Harald Weinrich.). Aristoteles differenziert dabei zwischen verschiedenen Spielarten solcher „Übertragung“: „(...) von der Gattung auf die Art oder von der Art auf die Gattung oder von einer Art auf eine andere oder gemäß der Analogie“.[11] Wie Weinrich bemerkt, entspricht diese sehr weite Bestimmung ungefähr dem heutigen Begriff der Stilfigur,[12] und nur die letztgenannte Spielart der „Übertragung“ entspräche jüngeren Metaphernbegriffen. Die relative Ausführlichkeit, mit der in der Poetik die „Übertragung (...) gemäß der Analogie“ abgehandelt wird, darf als Indiz dafür gelten, daß sie für Aristoteles besonderes Gewicht besitzt. Für ihn beruht diese Spielart der „Übertragung“ auf einer Beziehung zwischen vier Relaten:
„Analogie nenne ich es, wo das zweite sich zum ersten verhält wie das vierte zum dritten. Dann wird an Stelle des zweiten das vierte gesagt oder an Stelle des vierten das zweite. Und gelegentlich wird auch beigefügt, auf was es sich bezieht und wofür es gesetzt ist. So verhält sich etwa der Becher zu Dionysos wie der Schild zu Ares. Dann wird man den Becher ,Schild des Dionysos‘ nennen und den Schild ,Becher des Ares‘. Oder wie das Alter sich zum Leben verhält, so verhält sich der Abend zum Tage. Man wird also den Abend ,Alter des Tages‘ nennen und das Alter ,Abend des Lebens‘ oder wie Empedokles ,Sonnenuntergang des Lebens‘.“[13]
Man kann in begrenztem Maße mit dieser Modell-Vorstellung arbeiten. (Zu seiner Problematik unten mehr.)
Eine Differenzierung zwischen „Metapher“ und „Vergleich“ („eikon“), die ebenfalls die Geschichte des Metaphernbegriffs geprägt hat, nimmt Aristoteles in seiner „Rhetorik“ vor. Am Beispiel des Löwengleichnisses aus Homers „Ilias“ erörtert er Verwandtschaft und Unterschied zwischen metaphorischer und vergleichender Ausdrucksweise. Ein Vergleich liegt vor mit der Wendung: „Er ist wie ein Löwe“, eine Metapher dann, wenn es heißt: „Er ist ein Löwe“. Aristoteles schätzt das Vermögen zur Erfindung guter Metaphern hoch. Kriterium der Qualität von Metaphern ist für ihn die Umkehrbarkeit der „Übertragung“; als Bedingung der Möglichkeit einer solchen „Übertragung“ gilt dabei die Existenz eines tertium comparationis, welches die „Ähnlichkeit“ der Relate untereinander gewährleistet. Insgesamt eignet sich nach Aristoteles' Überzeugung die Metapher eher für die Prosa, der Vergleich und das (noch ausführlichere) Gleichnis eher für die Dichtung. Die nacharistotelische Metapherntheorie versteht die Metapher in Fortsetzung des skizzierten Ansatzes als eine „Trope“. (Von einem „tropos“ spricht man in Fällen „uneigentlicher“ Bennennung - mit der einschlägigen lat. Formel: „verba alia pro aliis“.)
So erfolg- und folgenreich die aristotelische Substitutionstheorie der Metapher war, so unzulänglich erscheint sie aus der Perspektive avancierterer Vorstellungen über Texte, ihre Bedeutungen und ihren Wirklichkeitsbezug. Besonders problematisch ist die Zurückführung des Begriffs „Metapher“ auf den der „Ähnlichkeit“:
„Es ist symptomatisch für die Mängel der Vergleichstheorie, daß als Beispiele meist Metaphern herangezogen werden, deren metaphorischer Effekt sich schon längst aufgelöst hat. So muß immer wieder Achilles dazu erhalten, mit einem Löwen verglichen zu werden. Ohnehin ist Ähnlichkeit ein vager Begriff. Ähnlich sind Dinge nur in bestimmten Hinsichten, unter bestimmten Perspektiven. In irgendeiner Hinsicht kann alles allem ähnlich sein. Daher ist die Metapher auch kein ,verkürzter Vergleich‘. (Quintilian, Institutio oratoria, 8,6,8 [...]).“[14]
Der Ausdruck „Metapher“ - der ja bei Aristoteles als „Übertragung“ erklärt wird - ist selbst eine Metapher. Diese Beobachtung gibt Anlaß dazu, auf eine dem aristotelischen Ansatz inhärente Problematik aufmerksam zu machen - nämlich auf die Fragwürdigkeit des Versuchs, der poetischen Verwendung von Metaphern andere, angeblich nicht-metaphorische Formen der Sprachverwendung gegenüberzustellen. Dabei kommt eine Konzeption von eigentlichen und un-eigentlichen Wort-Bedeutungen ins Spiel, die ihrerseits auf einem inzwischen überholten Sprachmodell beruht, das man als „Etikett-Modell“ beschreiben könnte. Aristoteles beschreibt die metaphorische Verfahrensweise als Ablösung eines Wort-Etiketts von seinem Träger und als Transfer auf einen neuen Träger. Charakteristischerweise will er dieses nicht ganz unverfängliche Verfahren für den poetischen Sprachgebrauch reservieren.![]()
Die Verwendung des Ausdrucks „Bild“ (griech. „eikon“) zur Charakteristik der Metapher geht bis auf Platon [17] und Aristoteles [18] zurück. Diese Erklärung eines sprachlichen Phänomens über die Analogisierung mit einem visuellen Phänomen ist nicht unproblematisch und in jedem Fall ihrerseits metaphorisch. Es ist - bei allen Vorbehalten gegenüber dem in der Metapherntheorie verwendeten, oft recht unspezifischen „Bild“-Begriff - vor allem die „Simultanität der Geltung und Nichtgeltung der metaphorischen Prädikation“[19], welche die Analogisierung von Metapher und Bild nahelegt, also die Tatsache, daß die Metapher sowohl ein „Dies ist ein...“ als auch die Zurücknahme dieser Prädikation impliziert; Simultaneität der Darstellung aber gilt im allgemeinen als konstitutiv für das Medium des „Bildes“. Die Metapher „stellt vor Augen“ (Aristoteles), in dem sie etwas als etwas anderes erscheinen läßt, wobei allerdings keineswegs stets ein visueller Eindruck vermittelt wird. (Viele Metaphern sind ja etwa der akustischen Sphäre entnommen.)![]()
Bis in die Gegenwart wird von einzelnen Sprach- und Zeichentheoretikern die traditionsreiche Überzeugung vertreten, die Wortsprache sei ursprünglich „bildhaft“, besitze einen bildhaften Kern, der sich auch durch einen Prozeß begrifflicher Abstraktion nicht endgültig auflösen lasse. Auf dieser Grundlage ist ein Interesse der Sprach- und Erkenntnistheorie an der Metapher besonders naheliegend.
Die noch heute bekannte Bestimmung der Metapher als „verkürztes Gleichnis“ geht auf Cicero zurück, der sich an Aristoteles anlehnt und die Metapher in Abgrenzung zum echten und vollständigen Gleichnis (lat: similitudo; Äquivalent zu griech. „eikon“) charakterisiert: „Similitudinis est ad verbum unum contracta brevitas.“ („Sie [die Metapher] ist die auf ein einziges Wort zusammengedrängte Kurzform eines Gleichnisses.“)[21] Eine verwandte Bestimmung nimmt Quintilian vor: „In totum autem metaphora brevior est similitudo“ („Im ganzen aber ist die Metapher ein kürzeres Gleichnis“).[22] Auch Quintilian, dessen Metapherntheorie die Schultradition der Rhetorik maßgeblich prägt, differenziert zwischen Spielarten der Metapher, indem er verschiedene Wege der Übertragung unterscheidet: von Belebtem auf Belebtes (1), von Unbelebtem auf Unbelebtes (2), von Belebtem auf Unbelebtes (3), von Unbelebtem auf Belebtes (4). Die dritte Spielart erfährt später besondere Wertschätzung. Quintilians Ausführungen zur Metapher sind darüberhinaus vor allem deshalb signifikant, weil er die quantitative und damit auch qualitative Bedeutung der Metapher für den Sprachgebrauch insgesamt erfaßt: „paene iam quidquid loquimur figura est“ („fast alles, was wir reden, ist bildlich“)[23].
Quintilian versteht die Allegorie als erweiterte Metapher („metaphora continuata“; Inst. orat. VIII, 6.44).), leitet also die Allegorie aus der Metapher ab. Dieser Ansatz wird von einzelnen Theoretikern bis heute verfolgt, von anderen hingegen als ungerechtfertigt betrachtet.[24] In einem Punkt sind laut Gerhard Kurz „Metapher“ und „Allegorie“ nicht ohne weiteres als Parallelphänomene abzuhandeln: Die Metapher ist ein „Binnenelement“ von Texten, die „Allegorie“ hingegen kann auch als „Gattungsform“[25] gelten. Man könnte allerdings darüber diskutieren, ob sich nicht auch ganze Texte als „Metaphern“ charakterisieren lassen, wie sich ja auch über den „metaphorischen“ Charakter von Bildern, Plastiken und anderen Artefakten streiten läßt.
Allen auf Aristoteles zurückgehenden Ansätzen zur Begriffsbestimmung der Metapher ist eine gleichsam „atomistische“ Betrachtungsweise eigen; vor der eigentlichen Deutung von Metaphern erfolgt deren Herauslösung aus dem Textgefüge - so, als sei eine solche Operation ohne Eingriff ins Bedeutungspotential der metaphorischen Wendung möglich. Zudem liegt diesen Ansätzen ein Sprachmodell zugrunde, demzufolge die sprachlichen Ausdrücke (die „Namen“) dem jeweils Gemeinten wie ein Namensschildchen aufgeprägt sind, das man prinzipiell von diesem Gemeinten ablösen und durch ein anderes Schildchen ersetzen kann. Es gibt diesem Etikett-Modell zufolge zum jeweils gemeinten „Gegenstand“ (oder „Referenten“) sowohl „besser“ als auch weniger gut „passende“ Wort-Etiketten, wobei der „adäquate Name“ einen positiven Grenzwert markiert; in jedem Fall gilt das Bezeichnete auf der Basis des Etikett-Modells als etwas, das seine spezifische Identität und Qualität prinzipiell auch unabhängig von aller Bezeichnung besitzt. Benennung erscheint als etwas Nachträgliches und Zusätzliches, als etwas, das sich im Horizont der Alternative von „richtig“ und „unrichtig“ abspielt. Eine solche Betrachtungsweise erscheint aus avancierter sprachphilosophischer Sicht als ebenso unhaltbar wie die Untersuchung kontextfreier Textpartikel.
Problematisch ist es, dem „metaphorischen“ einen „wörtlichen“, dem sogenannten „un-eigentlichen“ einen „eigentlichen“ Ausdruck gegenüberzustellen, problematisch vor allem die damit verbundene Unterstellung einer „ursprünglichen, vor- und außergeschichtlichen Grundbedeutung“ von Ausdrücken:[28] Diese wird weder der Geschichtlichkeit von Sprache noch der von De Saussure statuierten Differenzierung zwischen langue und parole gerecht. Sinnvoll erscheint es demgegenüber, sowohl die metaphorische Ausdrucksweise als auch ihre Aufnahme im Horizont hermeneutischer Prozesse zu betrachten.
Die sogenannte „Interaktionstheorie“, eine pragmatische Theorie der Metapher, basiert auf der Betrachtung der einzelnen sprachlichen Erscheinung, also auch der Metapher, als Bestandteil einer komplexen Kommunikationssituation. Diese entscheidet darüber, ob ein Ausdruck in der Gesamtheit einer Äußerung als metaphorisch zu gelten hat. „Metaphorizität“ ist demnach keine „Eigenschaft“, die einem sprachlichen Gebilde an sich zukäme.
Unhaltbar erweist sich letztlich die Unterstellung einer Un-Eigentlichkeit des Ausdrucks, wie sie für die aristotelische Metapherntheorie entscheidend war. Zu kurz greift auch die Differenzierung zwischen „direkten“ und „indirekten“ Sprechakten auf der Basis der Frage, ob der Spreche „meine“, was er „sage“ oder nicht. Alle in diese Richtung gehenden Differenzierungsversuche zwischen metaphorischem und nicht-metaphorischem Sprechen unterstellen zu Unrecht eine Statik der Wortbedeutungen im Nicht-Metaphorischen sowie eine Zerlegbarkeit von Äußerungen im Bereich des wörtlich wie des nicht-„wörtlich“ Gemeintes. Sprache wird auf der Basis solcher Ansätze zu Unrecht vergegenständlicht. (Kurioserweise sind es metaphorische Vorstellungen, welche einer solchen Betrachtungsweise zugrundeliegen.)
Die Metapher ist nicht als Verstoß gegen feste Spielregeln der Wort-Verwendung zu definieren, weil es solche Regeln nicht gibt. Daß letztere nur heuristische Fiktionen sind, macht das Dilemma jeglicher „Abweichungs“-Poetik aus, nicht zuletzt eben auch der Versuche, Metaphorik als „abweichende“ Rede zu erklären.
Auf der Basis der Interaktionstheorie läßt sich die für die Metapher charakteristische Amalgamierung von Bildspender und Bildempfänger (s.o.) explizieren. In der Metapher wird, mit einer Wendung August Wilhelm Schlegels formuliert, „Gleichheit angedeutet“.[35] Nochmals: Die Metapher impliziert sowohl die Behauptung einer Gleichheit wie auch deren Zurücknahme. Anders als in anderen Fällen der Prädikation bleiben bei der metaphorischen Prädikation (s.o.) semantische Inkongruenzen bestehen. Die Deutung einer Metapher ist weniger als ein linear-zielgerichteter Prozeß beschreibbar denn als ein mehrfacher Richtungswechsel in einem Spannungsfeld möglicher Sehweisen.
„Wegen dieser simultanen Geltung und Nichtgeltung einer Gleichheit sagen wir oft: dies ist eine Metapher, mit dem Ton: dies ist nur eine Metapher. Der oszillierende, schweifende, etwas unbestimmte Charakter der metaphorischen Bedeutung ist ein Resultat der Verstehensbewegung, die sie in Gang setzt: die Prädikation trifft zu, sie trifft nicht zu, und sie soll doch zutreffen. Die Metapher identifiziert die Bedeutung zweier Ausdrücke, z.B. Fisch und Stadt, sie widersteht aber auch dieser Identifizierung - und sie bedarf einer Identifizierungskraft, die diesen Widerstand überwindet.“[36]
Die Metapher gilt in der rhetorischen Tradition als „Schmuck“ der Rede, wobei Quintilian zu einem mäßigen, der jeweils angestrebten Funktion der Rede angepaßten Gebrauch von Metaphern ermahnt. Er gesteht zu, daß es gelegentlich keinen direkten und uneigentlichen Ausdruck für das Gemeinte gebe, so daß eine Metapher verwendet werden müsse; diese heißt dann „Katachrese“. Der Gebrauch von Metaphern darf nicht zu kühn sein, muß sich als solcher gegebenenfalls ausdrücklich zu erkennen geben und sollte stets den rhetorisch zu erzielenden Zwecken angepaßt sein; aus der Sicht römischer Rhetorik sind Metaphern kein Selbstzweck.
Die Einstellung gegenüber der Metapher als rhetorischem „Schmuck“ unterliegt im Laufe der Zeit diversen Veränderungen. Bis ins 18. Jahrhundert hinein wird die Metapher - im Sinne des aristotelischen Ansatzes - als rhetorische Figur erörtert. Aus dem Interessensbereich der Logiker fällt sie als „uneigentliche“ Rede heraus, und ihre „Uneigentlichkeit“ macht sie den Vertretern mittelalterlicher Theologie verdächtig. Zu einer Auseinandersetzung mit der Metapher kommt es gleichwohl etwa bei Augustinus, der in seiner Schrift Contra mendacium in einer an Aristoteles anknüpfenden Weise bestimmt: als „de re propria ad rem non propriam verbi alicuius translatio“ („Übertragung irgendeines Wortes von der passenden Sache auf die nicht passende“).[37] Augustinus ist mit Blick auf die biblischen Texte immerhin geneigt, in Metaphern und anderen Tropen, in Bildern und Allegorien unter Umständen mehr als bloße „Lügen“ zu sehen.
Mißtrauisch betrachtet Thomas von Aquin jegliche Tropen: „Ex tropicis locitionibus non est assumenda argumentatio“ („Den tropischen Reden ist keine Beweisführung zu entnehmen.“)[38] Thomas betont, daß Gleichnissen keine zuverlässige und verbindliche Wahrheit zukomme, da die unterstellte Analogie jeweils nur unter einem durch die aktuelle Vergleichung festgelegten Aspekt bestehe. Damit befestigt er alle späteren Vorbehalte gegenüber metaphorischem Sprachgebrauch in Wissenschaft und Philosophie, die sich etwa in George Berkeleys Diktum artikulieren, der Philosoph möge sich der Metaphern enthalten („A metaphoris autem abstindendum philosopho.“[39]), aber auch in dem französischen Sprichwort „Comparaison n'est pas raison“ anklingen.
Und Hegel wirft der Metapher in diesem Zusammenhang einen „hochmütigen“ Zug vor, eine Neigung zur Überhebung über das „Einfache“, „Schlichte“. Diese Vorbehalte gegenüber der als „uneigentlich“ und trügerisch-suggestiv begriffenen Metapher prägen die Einstellung gegenüber metaphorischer Rede noch bis ins 18. Jahrhundert hinein. Max Black hat die Vorbehalte der Tradition gegenüber der Metapher auf die ironische Formel „Thou shalt not commit Metaphor“[41] gebracht.
Voltaire und Diderot werten die Metapher ab; andere lassen diese allenfalls als schmückendes Beiwerk oder als didaktisches Hilfsmittel gelten - tauglich für Fälle, wo ein „Bild“ dem individuell beschränkten Verstand helfen muß. Parallel zur rationalistischen Abqualifizierung der Metapher als fragwürdiges Hilfsmittel im Prozeß der Erkenntnis und Kommunikation findet jedoch im 18. Jahrhundert auch eine Aufwertung der Metapher statt; diese steht im größeren Kontext der Entwicklung sprachphilosophischer Konzeptionen (dazu unten mehr.).
Auf der Basis eines Ansatzes, der die Metapher als Ornament begreift, ist sie nicht nur mit Skepsis betrachtet worden. Opulente Metaphorizität und Kühnheit der sprachlichen Bilder gelten im Manierismus als erstrebenswert. Emanuele Tesauro hält die Metapher für das wichtigste Erzeugnis und zugleich für die Vorbedingung poetischer Erfindungskunst. In der Metapher komme der Scharfsinn des Dichters - für Tesauro ein zentrales poetisches Vermögen - zum Ausdruck. Tesauro differenziert zwischen der Wort-Metapher (metafora semplice), der Text-Metapher (metafora continuata oder allegoria) und der Gedanken-Metapher. Mit letzterer gemeint ist das Enthymem, das in einem um die zweite Prämisse verkürzten Syllogimus besteht. Laut Tesauro ist das Enthymem das ingeniöse und poetische Gegenstück des logischen Schlusses.[42]
In der Geschichte der Poetik stellt die Einstellung gegenüber der Metapher, und hier insbesondere gegenüber der innovatorischen und „kühnen“ Metapher, ein interessantes Sonderkapitel dar. Der Klassizismus begegnet der Metapher prinzipiell mit Vorbehalt.
Im Bereich der Sprachphilosophie kommt es hingegen schon früh zu einer Hochschätzung der Metapher, welche darauf beruht, daß die bildhafte und anschauliche Ausdrucksweise für ursprünglicher als die begrifflich-abstrakte gehalten wird und solche Ursprünglichkeit zudem positiv konnotiert ist. Giambattista Vico wendet sich gegen die Abwertung des metaphorischen Sprachgebrauchs als „uneigentlich“, gegen seine Bemessung an einem rationalistischen Ideal wissenschaftlich-nüchternen Sprachgebrauchs. Gegen das rationalistische Konzept abstrakter Erkenntnis setzt er seine Idee einer „sapienza poetica“, als deren Ausdruck er den bildhaften Sprachgebrauch begreift, die Ausdrucksweisen des Mythos und der Dichtung. Vico charakterisiert die Metapher als Kleinstform einer „Erzählung“ („favoletta“); Mythen, Fabeln und Metaphern gelten ihm als ursprüngliche Erscheinungsformen menschlicher Rede. In den neueren Sprachen stellen die Metaphern für Vico Residuen der ursprünglichen Sprachformen dar; zudem weist Vico auf die weitgehende Metaphorizität allen Sprachgebrauchs hin: „generalmente la metafora fa il maggior corpo delle lingue appo tutte le nazioni“.[45]
(Zu dieser poetischen Logik sind Zusätze alle früheren Sprachbilder, von denen das lichtvollste und deshalb notwendigste und häufigste die Metapher ist, die dann am meisten gerühmt wird, wenn sie den unbelebten Dingen Leben und Leidenschaft verleiht, der eben dargestellten Metaphysik gemäß; denn die ersten Dichter gaben den Körpern das Dasein von beseelten Substanzen, die allerdings nur das besaßen, was sie selbst hatten, nämlich Sinne und Leidenschaft; aus ihnen schufen sie die Mythen. So wird jede auf diese Art entstandene Metapher zu einem kleinen Mythus. Hieraus wird für die Zeit, in der die Metaphern in den Sprachen entstanden, folgende Kritik gegeben: daß alle Metaphern, die durch Analogie von körperlichen Eigenschaften übertragen wurden, um abstrakte Geistestätigkeiten zu bezeichnen, aus Zeiten stammen müssen, wo die Philosophie allmählich sich zu bilden begann.)
Vicos Ansatz wird fortgeführt durch Johann Georg Hamann und Johann Gottfried Herder. Herder schreibt den frühen Sprachen einen großen Metaphernreichtum zu und sieht gerade in der metaphorischen Rede eine Manifestation des menschlichen Strebens nach einer Synthese von Sinnlichem, Ideen und Begriffen. Setzt Herder „ursprüngliche“ und „sinnliche“ Sprache gleich, indem er unter „Sinnlichkeit“ sowohl die visuelle als auch die akustische Dimension sprachlichen Ausdrucks begreift, so steht bei Hamann das „Bild“ im Vordergrund. Der Theologe Hamann, demzufolge der Logos stets der sinnlichen Vermittlung bedarf, weil der Mensch ein durch seine Sinnlichkeit geprägtes Wesen ist, betrachtet alle menschliche Rede als ursprünglich bildhaft, wobei er keine klare begriffliche Differenzierung zwischen „Bild“, „Metapher“, „Gleichnis“ und „Allegorie“ vornimmt.
In Frankreich setzt sich die von Vico initiierte Aufwertung der Metapher bei Jean-Jacques Rousseau fort. Dieser betrachtet einen hohen Metaphorizitätsgrad ebenfalls als Kennzeichen ursprünglicher Sprachen und betont die Funktion metaphorischer Rede für den Affektausdruck: „Pour peu qu'on ait de chaleur dans l'esprit, on a besoin de métaphores et d'expressions figurées pour se faire entendre.“[47] Wie bei Hamann und Herder verknüpfen sich auch bei Rousseau anläßlich der Erörterung der „sinnlichen“ Wurzeln sprachlichen Ausdrucks sprachphilosophische und anthropologische Interessen.[48]
Goethe und die Romantiker würdigen die Metapher und die Metaphorizität der Sprache im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Vermittlung zwischen Sinnlichem und Spirituellem und sehen in ihr keineswegs nur ein rhetorisches Phänomen.![]()
In sprachphilosophischer Akzentuierung lautet die These: Der Mensch projiziert seine eigene Verfaßtheit auf die Welt der Dinge, und sein Hauptmedium ist das Wort. „Wird nicht der Fels ein eigenthümliches Du, eben wenn ich ihn anrede?“ - so fragt einer der Lehrlinge bei Novalis.[61] Die Reflexion über Sprache, sprachliche Gestaltungsprinzipien und Konstruktionen, dient also nicht zuletzt der Selbstvergewisserung und Selbsterkenntnis des transzendentalen Subjekts von Erkenntnis. In der Auseinandersetzung mit dem Wort begreift der menschliche Geist seine eigenen synthetisierenden Vermögen, seine Fähigkeit, noch das Heterogenste aneinanderzuknüpfen.
Eine weitere wichtige Etappe in der Geschichte der Reflexion über Metaphern und das Metaphorische bildet das sprachkritische Denken Friedrich Nietzsches. Einerseits sind Nietzsches Reflexionen zum Thema „Metapher“ vor dem Hintergrund jener philosophischen Metaphernkritik zu sehen, die seit dem Mittelalter im Zeichen der Diagnose von der „Uneigentlichkeit“ der Metapher betrieben worden war. Gilt die metaphorische Rede als unwissenschaftlich und rational unbegründet, so muß sich in dem Maße, als die Bedeutung der Sprache für den Prozeß der Erkenntnis und Konstitution von „Wirklichkeit“ erfaßt wird, die Kritik der Metapher zur generellen Erkenntniskritik erweitern.
„Das Erkennen ist nur ein Arbeiten in den beliebtesten Metaphern.“[62]
Andererseits hebt gerade Nietzsche die ursprüngliche Metaphorizität aller Sprachbildung sowie die transzendentale Potenz der als ursprünglich metaphorisch verstandenen Sprache hervor.![]()
Im Symbolismus und im Surrealismus gewinnt sprachliche Metaphorik eine hohe Signifikanz; die „Symbole“, welche im Zentrum der „symbolistischen“ Poesie und Poetik stehen, können als spezielle „Metaphern“, als „Leit-Metaphern mit archetypischen Ansprüchen und hohen Rekurrenzwerten“ (H. Weinrich, Art. „Metapher“ in: Histor. Wörterbuch d. Philos. Bd. 5, Sp. 1183) betrachtet werden, und AndrÉ Breton charakterisiert den Surrealismus über die Kühnheit seiner Metaphern. Eine wichtige Rolle in der Geschichte moderner Poetik spielt die sogenannte „absolute Metapher“, im englisch-amerikanischen Sprachraum auch „image“ genannt. Darunter verstanden wird eine Metapher, die sich nicht in Vergleiche oder in uneigentliche Ausdrucksweisen auflösen läßt.[72] Nicht unberechtigt allerdings ist hinsichtlich der Rede von absoluten Metaphern, daß es auf der Basis der Interaktionstheorie letztlich nur „absolute“ im Sinne von nicht-auflösbare Metaphern gibt.![]()
Dem positiv akzentuierten Interesse am Metaphorischen gegenüber steht gerade im 20. Jahrhundert die immer wieder artikulierte Kritik der Metapher durch die Dichter selbst. Filippo Tommaso Marinetti hat in seinem Futuristischen Manifest von 1909 unter anderem der Metapher den Kampf angesagt; der Schlachtruf „Kampf der Metapher“ wird dann vor allem von Carl Sternheim popularisiert. Im Zeichen selbstverordneten Verzichts auf Metaphern und sprachliche „Bildlichkeit“ schlechthin steht etwa auch das Schreiben Alfred DÖblins oder Alain Robbe-Grillets.[74] Franz Kafka notiert einmal, es seien neben vielem anderem die Metaphern, welche ihn am Gebrauch der Sprache verzweifeln ließen, doch diese Klage ist ambivalent, insofern gerade Kafka als Autor mit besonderem Geschick auf jene unauflösliche Vieldeutigkeit des Metaphorischen zu setzen pflegt, das er hier als Hindernis auf dem Weg zu einer nur hypothetisch gedachten unvermittelten Ausdrucksweise betrachtet.[75]
Die literarische Verwendung von Metaphern hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluß darauf, wie und als was die Metapher verstanden wird (also etwa im Sinne der Substitutions- oder der Interaktionstheorie), wie denn umgekehrt ja auch ein Einfluß der Metaphern-Theorie auf den poetischen Sprachgebrauch zu unterstellen ist.![]()
Im Bereich der Erkenntnistheorie tritt die Metaphernkritik im Laufe des 20. Jahrhunderts tendenziell in den Hintergrund, da die von den meisten Kritikern vorausgesetzte Substitutionstheorie zugleich mit dem Etikett-Modell von Sprache unhaltbar geworden ist. Immerhin betrachtet der Sprachpsychologie Friedrich Kainz die Metapher als lügenhaft und charakterisiert sie als „Sprachverführung“.[77] Zuvor bereits hatte der Sprachphilosoph Fritz Mauthner, der in vielem an Nietzsche anschließt, die Metaphorizität der Sprache höchst kritisch gewürdigt.[78]
Nachhaltig wirken sich im 20. Jahrhundert vor allem die Einsichten jener Sprachphilosophen des 18. und 19. Jahrhunderts aus, welche die Metaphorizität aller Sprache behauptet hatten. Henri Bergson hält es für verfehlt, die Sprache der Wissenschaft als un-bildlich zu betrachten; vielfach seien die hinter scheinbar abstrakten Ausdrücken verborgenen bildhaften Konzepte nur in Vergessenheit geraten. Die Bedeutung der Metapher innerhalb des Erkenntnisprozesses wird von verschiedenen Seiten näher beleuchtet. Bergson schreibt der bewußt eingesetzten Metapher die Fähigkeit zu, geistige Inhalte in Gestalt einer „vision directe“ zu vermitteln.[79] JosÉ Ortega Y Gasset will die Trennung zwischen metaphorischem und wissenschaftlichem Ausdruck aufgehoben wissen: „La metáfora es un instrumento mental imprescindible, es una forma del pensamiento científico“.[80] Der die jüngere Philosophiegeschichte prägende „linguistic turn“ bewirkte - so könnte man zusammenfassend diagnostizieren - insgesamt eine verstärkte Auseinandersetzung mit der Metaphorik und der Metaphorizität der Sprache. In den verschiedenen Metapherntheorien kommen insofern voneinander abweichende Konzeptionen von Sprache und ihren Funktionen für die Sprachbenutzer zum Ausdruck - unterschiedliche Vorstellungen über die Bedeutung der Sprache für den Prozeß der Erfahrung von Wirklichkeit und für die Artikulation dieser Erfahrung.
Anselm Haverkamp hat 1983 anläßlich der Zusammenstellung einer Sammlung von Texten zur Theorie der Metapher ein wachsendes Interesse der neueren Literaturwissenschaft an der Metapher konstatiert.[81] Er erklärt sich dieses Interesse damit, daß sich die Metapher besonders gut anbietet, um Vorstellungen über die „Differenzqualität“ der poetischen Sprache zu entwickeln, also zu beschreiben, was diese von der außerpoetischen Sprache unterscheidet (Haverkamp 1). Mit dieser Konzentration der Aufmerksamkeit auf die Metapher sei eine Bedeutungsmodifikation des Begriffs einhergegangen, welche - kennzeichnend für die jüngere Literaturtheorie - auf der Akzentuierung des poetischen Prozesses gegenüber dessen Resultaten beruhe: Man interessierte sich für den im Begriff des Metaphorischen sich andeutenden Vorgang eines Transfers, und „die Metapher als Terminus des Transports ersetzt das Bild als Metapher der Gestalt.“[82] ()
Das Projekt einer „Metaphorologie“ ist vor allem mit dem Namen des Philosophen Hans Blumenberg verknüpft; ihr Gegenstand sind in erster Linie jene Metaphern, die als Denkmodelle prägende Rollen in der Geschichte menschlicher Erkenntnis gespielt haben. Blumenberg betrachtet die Metaphorologie als Bestandteil der Begriffsgeschichte, da jene Metaphern ebenso „eigentlich“ seien wie die Begriffe; im Hinblick darauf spricht er auch von „absoluten Metaphern“. Die Geschichte der Metaphysik ist für Blumenberg in wesentlichen Zügen die Geschichte „beim Wort genommene(r) Metaphern“; mit dem zu erwartenden Ende der Metaphysik gewinnt daher die Metaphorologie an Bedeutung. Daß die Metaphorologie neben der Philosophie auch die Literaturwissenschaft und ihre Themen und Gegenstände aufs engste angeht, sei hier nur angedeutet.![]()
Jene Metaphern, um die es in Blumenbergs Konzept der Metaphorologie geht, lassen sich nicht verifizieren; Metaphorologie ist nicht die Lehre vom angemessenen Gebrauch von Metaphern oder vom angemessenen Umgang mit den Fragen, welche sich in metaphorischer Gestalt artikulieren. Vielmehr setzt sie voraus, daß sich jene Fragen der Beantwortung entziehen.[111] Gleichwohl ist die Frage nach dem „Wahrheitsgehalt“ absoluter, also begrifflich nicht aufzulösender Metaphern, nicht irrelevant, doch Blumenberg charakterisiert die Wahrheit von Metaphern als „in einem sehr weiten Sinn (,) pragmatisch“. Absolute Metaphern beschrieben nicht etwas, das unabhängig von ihnen ist, und hinsichtlich dessen man nach ihrer „Angemessenheit“ fragen könnte, sondern man tut etwas mit ihnen. Bildlich gesagt: Absolute Metaphern erwachsen nicht auf einem „Grund“ der (theoretischen) Einsichten, sondern sie schaffen selbst allererst einen solchen Grund.
Die Frage nach der „Macht der Metapher“ darf als eine der Schlüsselfragen zeitgenössischen Denkens gelten.[115] Hinter der Frage nach Funktion und Wirkungsmacht der Metapher steht letztlich nicht weniger als die Frage nach der Erkennbarkeit von Wirklichem - und diese ist im Lauf der Geschichte auf zwei radikal verschiedene Weisen beantwortet worden. Einer ersten Konzeption zufolge geht es im Erkenntnisprozeß um die Feststellung der Wahrheit als eines vorgegebenen Telos. Mit diesem Erkenntnisbegriff verknüpft ist meist ein prinzipielles Vertrauen in die Zeichen. Weil Zeichen allerdings der Offenbarung des Wahren in unterschiedlichem Grade dienen, ist nicht nur zwischen wahrer und falscher Rede zu differenzieren, sondern auch zwischen „eigentlichem“ und „uneigentlichem“ Ausdruck. Als Inbegriff des letzteren gilt, wie oben ausgeführt, seit der Antike die Metapher. Dem Dichter mag es anstehen, sich der Metaphern zu bedienen - allerdings ist seine Rede darum auch nie ganz frei von Vorspiegelung, ja Täuschung. Der Philosoph und der Wissenschaftler dagegen sollten sich lieber - einschlägige Überlegungen wurden oben genannt - des direkten, unmetaphorischen Ausdrucks bedienen und alle gängigen Metaphern in präzise Ausdrücke übersetzen. Zwischen ästhetischem Schein und wahrem Sein verläuft diesem Denkansatz zufolge ebenso eine Demarkationslinie wie zwischen metaphorischem Vergleich und begrifflicher Identifikation von „Objekten“. Einem diametral entgegengesetzten Konzept von „Erkenntnis“ zufolge gibt es jedoch „die Wahrheit“ als letztes Telos aller Repräsentation gar nicht; sie erscheint allenfalls als Arbeitshypothese. Gegenstand oder Zielpunkt aller Verweisung ist stets wieder ein Zeichen oder ein Zeichengeflecht. Hinfällig wird die Differenzierung zwischen „wahrem“ und „falschem“ Ausdruck, zwischen „eigentlicher“ und „uneigentlicher“ Rede. Insofern erscheint rhetorisches - um nicht zu sagen: literarisches - Sprechen unvermeidlich. Erkenntnis reduziert sich auf ein prinzipiell unabschließbares Spiel der Repräsentationen. Die „Wirklichkeit“ selbst aber, als Derivat ihrer Bezeichnungen, ist metaphorisch verfaßt. Und so gibt es nur eine Möglichkeit, sich der „Macht der Metapher“ zu entziehen: das reflektierte Bekenntnis zum Metaphorischen, die Vervielfältigung der Interpretationen und Perspektiven, das Spiel der Interpretationen. An die Stelle des Ideals „wahrhaftiger“, klarer und distinkter Repräsentation tritt das Programm einer Pluralisierung der Repräsentationsformen. Mit ihm gewinnt die künstlerisch-literarische, die ostentativ „metaphorische“ Darstellung an Signifikanz; „Wirklichkeit“ wird zu einem ästhetischen Projekt. Moderne Kunst und Literatur stehen im Zeichen eines absichtsvoll komplexen Spiels der Repräsentationen - der Bilder, Masken und Metaphern.
Vor diesem Hintergrund zu sehen sind zeitgenössische Ansätze zur Rehabilitation der Rhetorik auf der Basis des oben skizzierten zweiten Konzepts von Erkenntnis. Spürbare „Bedeutungsgewinne“ der Rhetorik in der Gegenwart indizieren ein intensiviertes Bewußtsein von deren Unhintergehbarkeit, von der Kontextgebundenheit und Metaphorizität aller, auch der scheinbar „rein“ logischen Rede. Problematisch, wenn nicht gar illusionär erscheint die Abgrenzung zwischen „Wahrem“ und jenem „bloß Wahrscheinlichen“, das als Domäne der Rhetorik gilt. Kunst wird in dem Maße zum möglichen Organon von Erkenntnis, als der sprach-„künstlerische“ Konstruktcharakter des zu Erkennenden sich enthüllt. Maßgeblich für den Sieg der Rhetorik über die „puristische“ philosophische Vernunft ist ein vertieftes Sprachbewußtsein. Philosophen unterschiedlicher Provenienz wären aufrufbar als Zeugen für eine Art Selbstuntergrabung des philosophischen Denkens im Zeichen des Bestrebens, auch das dem Begriff nicht Assimilierbare, das begrifflich nicht Identifizierbare als unaufhebbares und unhintergehbares Relat der Begriffe gelten zu lassen. Erinnert sei an Ludwig Wittgensteins Sprachspielkonzeption und die von dieser bezeugte Ablösung des Paradigmas „Identität“ durch das der „Ähnlichkeit“. An die Stelle des rationalistisch motivierten Strebens nach Bestimmung von Identischem tritt die Operation mit „Familienähnlichkeiten“ auch und gerade im Prozeß des Erkennens. Im Prozeß sprachlicher Kommunikation wird auf diese immer wieder gesetzt, ohne daß sie begründbar wären. Die Metapher ist privilegierte sprachliche Ausdrucksform des „Ähnlichen“. Begriffe werden aus Metaphern abgeleitet, „Logik“ gründet im Rhetorischen. Letzter Bezugshorizont des Denkens ist die - weiter nicht begründbare - metaphorische Praxis der Sprechergemeinschaften. Nicht „Identität“, sondern „Analogie“: auf diese Formel läßt sich die moderne Verschiebung des Erfahrungs- und Bezeichnungshorizontes bringen. Vor allem Nîetzsches Denken ist wegweisend bei der Entdeckung der „poetischen“ Dimension aller Erfahrung. Die Tendenz, durch Fundierung der kommunikativen Praxis in rhetorischen Beziehungen die Kategorie der Ähnlichkeit zu rehabilitieren, erhält aber auch durch Foucaults Diskursanalysen wichtige Anstöße.[116] Die Rehabilitation des Rhetorischen und der Metapher korrespondiert dem intensivierten Kontingenzbewußtsein, die Karriere des „Möglichkeitssinnes“ wiederum der Notwendigkeit zur Selbsterfindung und zur Konstruktion einer Wirklichkeit, in der gelebt und gehandelt werden kann.
Nelson Goodman hat auf die Bedeutung von Metaphern und Metaphernfeldern für den Prozeß der Strukturierung und Interpretation der Erfahrungswelt betont; gerade aus dieser Perspektive erscheinen Metaphern keineswegs als im Prinzip verzichtbares Ornament, sondern als wichtiges Instrumentarium zur ökonomischen Orientierung in der Komplexität der Dinge.![]()
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1 Gerhard Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol. Göttingen 1982, S. 5
2 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 9
3 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol.
4 Harald Weinrich: Semantik der kühnen Metapher. In: Deutsche Vierteljahresschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 37 (1963), S. 324-344, S. 327
5 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol. S. 22
6 Harald Fricke / Rüdiger Zymner: Einübung in die Literaturwissenschaft. Parodieren geht über Studieren. Paderborn 1991
7 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 21
8 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 21
9 Nelson Goodman: Sprachen der Kunst. Enwurf einer Symboltheorie. Frankfurt/M. 1995, S. 83; (Orignial: Languages of Art. An approach to a theory of symbols. Indianapolis 2. Aufl. 1976)
10 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S.7f
11 Aristoteles: Poetik. Übersetzung, Einleitung u. Anmerkungen von Olof Gigon. Stuttgart 1961. Kap. 21, 1457b
12 Harald Weinrich: Art. Metapher. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie. Hg. von Joachim Ritter/Karlfried Gründer. Bd. 5 (L-Mn), Basel 19, Sp. 1179
13 Aristoteles: Poetik, Kap. 21
14 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S.20
15 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S.8
16 Auctor ad Herennium/Rhet. ad Herennium IV, 34, 45; zitiert nach Weinrich: Art. "Metapher", Sp. 1179
17 Platon: Symposion. In: Platon Sämtliche Werke. Bd. ?. Hamburg, 215 a
18 Aristoteles: Rhetorik. Tübingen 1995, 1412 b 30
19 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 23
20 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 24
21 Aristoteles: De oratore III, 157
22 Quintilian: Inst. orat. IX, 3, 1; VIII, 6, 8f; zitiert nach Weinrich: Art. "Metapher", Sp. 1180
23 Quintilian: zitiert nach Weinrich: Art. "Metapher", Sp. 1180
24 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 5
25 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 9
26 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 8f.
27 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 11
28 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 11
29 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 13
30 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 13f
31 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 15
32 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 16f
33 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 17
34 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 18
35 August Wilhelm Schlegel: Kritische Schriften und Briefe. Hg. von Edgar Lohner. Bd. 2, Stuttgart 1963, S. 250
36 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 23
37 Augustinus: De mendacio 10; zitiert nach Weinrich: Art. "Metapher", Sp. 1180
38 Thomas von Aquin: Expos. super Boeth. de Trin., prooem. q.2,a.3 ad 5; zitiert nach: Weinrich: Art. "Metapher", Sp. 1180
39 George Berkeley: De motu 3
40 Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Ästhetik. In: Werke in 20 Bden. Auf der Grundlage der Werke von 1832-1945 neu edierte Ausgabe. Redaktion: Eva Moldenhauer und Karl Markus Michel. Bd. 13. Frankfurt/M., S. 523
41 Max Black: Models and Metaphors. Studies in Language and Philosophy. Ithaca 1962, S. 25
42 vgl. Emmanuele Tesauro: Il cannocchiale Aristotelico. Hg. von August Buck. Gehlen 1968, S. 82, S. 266
43 Zit. nach Klaus Peter Lange: Theoretiker des literarischen Manierismus. Tesauros und Pellegrinis Lehre von der Acutezza oder von der Macht der Sprache. München 1968, S. 80f. (Verwendete Ausgabe: Il cannocchiale Aristotelico, O sia, Idéa dell'arguta et ingeniosa elocutione, Che serue à tutta l'Arte oratoria, lapidaria, et simbolica. Esaminata co'principii del Divino Aristotele, dal Conte D. Emanuele Tesauro, Cavalier Gran Croce De'Santi Mauritio, et Lazaro. Seconda Impressione, Accresciuta dall'Autore di due nuoui Trattati, cioè, de'Concetti prodecabili, et degli Emblemi. (...) In: Venetia, Presso Paolo Baglioni. 1663. Hier: S. 246).
44 Lange: Theoretiker des literarischen Manierismus, S. 80
45 Giambattista Vico: Principi di una scienza nuova 1725, vgl. II,2,2; II,2,4; zitiert nach Weinrich: Art. "Metapher", Sp. 1181
46 Giambattista Vico: Opere. Bd. IV-1. La scienza nuova d'intorno alla comune naura delle nazioni. Secondo l'edizione del MDCCXXV. Üublicati con note da Guiseppe Ferrarri. Si aggiungono le Vindicae in acta eruditorus Lipsiensia e la vita dell autore. Milano 1836. II (Della Logica poetica), Kap. 2: Corollari d'intorno a'tropi, mostri, e traformazioni poetiche, S. 164 (dt.: Giambattista Vico: Die neue Wissenschaft über die gemeinschaftliche Natur der Völker Nach der Ausg. Von 1744 übers. u. eingel. Von Erich Auerbach. Berlin 1965 [photomechan. Nachdr. d. Ausg. München 1924 hg. von Gottfried Salomon])
47 Jean Jacques Rousseau: La nouvelle Héloïse. Bd. II. Paris 1953, S. 16
48 vgl. Jean Jacques Rousseau: Discours sur l'origine de les fondemens de l'inégalité parmi les hommes. Paris 1973, Kap. III; . Jean Jacques Rousseau: Essai sur l'origine des langues: ou il est parle de la mélodie et de l'imitation musicale. Nizet 1976, Kap. 9 und 10
49 Friedrich Schlegel: Philosophie der Geschichte, Erste Vorlesung; Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe. Hg. von Ernst Behler u.a. Bd. IX. München etc. 1958ff, S. 30
50 Jean Paul: Vorschule der Ästhetik. In: Werke. Hg. von Norbert Miller. Abt. I, Bd. 5. München 1959ff., § 50
51 Jean Paul: Vorschule der Ästhetik, § 49
52 Jean Paul: Vorschule der Ästhetik, § 49
53 Jean Paul: Vorschule der Ästhetik, § 49
54 Jean Paul: Vorschule der Ästhetik, § 52
55 Jean Paul: Vorschule der Ästhetik, § 52
56 August Wilhelm Schlegel: Kritische Schriften und Briefe. Hg. von Edgar Lohner. Bd. 2. Stuttgart 1963, S. 82
57 August F. Bernhardi: Sprachlehre. Olms 1973, zitiert nach Eva Fiesel: Die Sprachphilosophie der deutschen Romantik. Tübingen 1927, S. 16
58 vgl. Jean Paul: Vorschule der Ästhetik, § 3
59 Jean Paul: Vorschule der Ästhetik, § 50, S. 184
60 vgl. Jean Jacques Rousseau: Émile ou de l'éducation. Par François et Pierre Richard. Paris 1976
61 vgl. Novalis: Schriften. Bd. I, S. 100
62 Nietzsche: Werke. Musarion-Ausg. Bd. 6, S. 57; zitiert nach Weinrich: Art. "Metapher", Sp. 1181
63 vgl. Friedrich Nietzsche: Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne. In: Werke. Hg. von Karl Schlechta. Bd. III. München. 6. Aufl. 1969, S. 311
64 Nietzsche: Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne, S. 312f
65 Nietzsche: Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne, S. 312f
66 Nietzsche: Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne, S. 314
67 Nietzsche: Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne, S. 317
68 Nietzsche: ???
69 Nietzsche: Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne, S. 319
70 Nietzsche: ???
71 Friedrich Nietzsche: Die Geburt der Tragödie. In: Werke. Hg. von Karl Schlechta. Bd. I. München. 6 Aufl. 1969, S. 51
72 vgl. Beda Allemann: Die Metapher und das metaphorische Wesen der Sprache. In: Weltgespräch 4 (1968), S. 92-101
73 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 21
74 vgl. Alfred Döblin: Aufsätze zur Literatur. Olten 1963, S. 103 - 132; Alain ROBBE-GRILLET: Pour un Nouveau Roman. Paris 1963, S. 49
75 vgl. Franz Kafka: Tagebücher. Hg. von Max Brod. Frankfurt/M. 1951, S. 550
76 Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol, S. 16
77 Friedrich Kainz: Lügenerscheinungen im Sprachleben. In: Die Lüge in psychologischer, philosophischer, juristischer, pädagogischer, historischer, soziologischer, sprach- und literaturwissenschaftlicher und entwicklungsgeschichtlicher Betrachtung. Hg. von O. Lipmann/P. Plaut. Leibzig 1927, S. 212-243
78 Fritz Mauthner: Die Metapher. Beiträge zu einer Kritik der Sprache II. Bd. I-III: Stuttgart 1901. Vgl. insbes. Bd. II, S. 465-549
79 Henri Bergson: La pensée et le mouvant. Essais et conferences. Paris 1934, S. 52
80 José Ortega y Gasset: Obras completas. Bd. 2. Madrid 1954, S. 387
81 Anselm Haverkamp (Hg.): Theorie der Metapher. Darmstadt 1983 (= Wege der Forschung CCCLXXXIX)
82 Haverkamp: Theorie der Metapher, S. 2
83 Ivor Armstrong Richards: Die Metapher. Übers. v. Margit Smuda. In: Theorie der Metapher. Hg. von Anselm Haverkamp. Darmstadt 1983, S. 33; (Original: The Philosophy of Rhetoric. New York 1964)
84 Richards: Die Metapher, S. 35
85 Richards: Die Metapher, S. 37
86 Max Black: Die Metapher. Übers. v. Margit Smuda. In: Theorie der Metapher. Hg. von Anselm Haverkamp. Darmstadt 1983, S. 58 (Orignal: Modeles and Metaphors. Ithaca 1962)
87 Black: Die Metapher, S. 69
88 Black: Die Metapher, S. 75f.
89 vgl. dazu auch Anselm Haverkamp: Einleitung in die Theorie der Metapher. In: Theorie der Metapher. Hg. von Anselm Haverkamp. Darmstadt 1983, S. 16
90 vgl. Virgil C. Aldrich: Visuelle Metapher. Übers. v. Eva Klopsch. In: : Theorie der Metapher. Hg. von Anselm Haverkamp. Darmstadt 1983, S. 142ff (Original: Visual Metaphor. In: Journal of Aesthetic Education 2 (1968), S. 73-86)
91 Aldrich: Visuelle Metapher, S. 142
92 Aldrich: Visuelle Metapher, S. 142
93 Roman Jakobson: Der Doppelcharaker der Sprache und die Polarität zwischen Metaphorik und Metonymik. In: Theorie der Metapher. Hg. von Anselm Haverkamp. Darmstadt 1983, S. 165ff
94 Jakobson: Der Doppelcharakter der Sprache, S. 166f
95 Nicolas Ruwet: Synekdochen und Metonymien. Übers. v. Reinhilde Eisenhut. In: Theorie der Metapher. Hg. von Anselm Haverkamp. Darmstadt 1983 253ff.; (Original: Synecdoques et métonymies. In: Poetique 6 (1975), S. 371-388
96 Harald Weinrich: Semantik der kühnen Metapher. In: Theorie der Metapher. Hg von Anselm Haverkamp. Darmstadt 1983, S. 331
97 Paul Ricoeur: Die Metapher und das Hauptproblem der Hermeneutik. Übers. v. Ursula Christmann. In: Theorie der Metapher. Hg. von Anselm Haverkamp. Darmstadt 1983, S. 356ff .(Original: La métaphore et le problème central de l'herméneutique, zuerst in: Revue philosophique de Louvain 70 (1972), S. 93-112
98 Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie. In: Archiv für Begriffsgeschichte 15 (1971), S. 8
99 Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie, S. 8
100 Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie, S. 9
101 Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie, S. 84
102 Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie, S. 85
103 Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie, S. 9
104 Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie, S. 10
105 Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie, S. 11
106 Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie, S. 19
107 Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie, S. 20
108 Hans Blumenberg: Die Lesbarkeit der Welt. Frankfurt/M. 1981
109 Hans Blumenberg: Schiffbruch mit Zuschauer. Paradigma einer Daseinsmetapher. Frankfurt/M. 1979
110 Blumenberg: Schiffbruch mit Zuschauer, S. 77f
111 Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie, S. 19
112 Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie, S. 20
113 Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie, S. 84
114 Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie, S. 142
115 vgl. Gerhard Gamm: Die Macht der Metapher. Im Labyrinth der modernen Welt. Stuttgart 1992
116 vgl. dazu Gamm: Die Macht der Metapher
117 Goodman: Sprachen der Kunst, S. 83f. (Languages of Art)
118 Goodman: Sprachen der Kunst, S. 83 (Languages of Art)
119 Jorge Luis Borges: Essays 1952-1979. (= Gesammelte Schriften. Bd. 5/II). Übers. v. Karl August Horst, Curt Meyer-Clason, Gisbert Haefs. München/Wien 1981, S. 10