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Prof. dr. Reinhold F. Glei

Aktuelles

VortrÄGE

6./7. Dezember 2018, Workshop FU Berlin:
“The Latin Translation of the Qur’an by Johann Zechendorff (1632)“

31. Jan./1. Febr. 2019, Workshop FU Berlin:
“Tertius motus: Die Erklärung der Präzession im ‘Anti-Lucretius’ des Melchior de Polignac”
 

  

DFG-Projekt: Virgilius redivivus (2016-2019)

Wissenschaftlicher Mitarbeiter:
Lorenzo di Maggio

Die Epitomae und Epistolae des (wahrscheinlich aus Irland stammenden) Virgilius Maro ‚Grammaticus‘ gehören zweifellos zu den rätselhaftesten Texten des lateinischen Mittelalters. Formal entsprechen jene Traktate in vieler Hinsicht der Ars Grammatica des Donatus, dem grammatischen ‚Standardwerk‘ der Spätantike und des Mittelalters. Auf inhaltlicher Ebene bieten sie jedoch unzählige Eigentümlichkeiten und Kuriositäten, die moderne Rezipienten zu den verschiedensten – und teilweise völlig gegenläufigen – Interpretationen geführt haben: Virgilius referiert bspw. einen zweiwöchigen Disput über den Vokativ von ego und einen Grammatikerstreit über den Inchoativ, der beinahe mit Waffengewalt ausgetragen worden wäre. Desweiteren fabuliert er über 12 Arten des Lateinischen sowie über eine Technik zur Aufspaltung der Laute (die sog. scinderatio fonorum, s. Projektplakat), die ihn sein Lehrer ‚Aeneas‘ gelehrt habe. Die Grammatik des Virgilius ist damit nicht nur das merkwürdigste, sondern auch das unterhaltsamste Lehrbuch des Lateinischen. Ob das Ganze purer Nonsense, eine Parodie der Schultradition oder ein verschlüsselter Text ist, der ernsthafte Absichten verfolgt, darüber wird seit über 200 Jahren intensiv gerätselt. Das Ziel dieses von der DFG geförderten Projekts besteht darin, die erste Monographie über Virgilius vorzulegen, die nicht nur eine Aufarbeitung der umfangreichen Forschungstradition, sondern auch den ersten philologischen Kommentar, eine deutsche Übersetzung sowie eine neue Gesamtinterpretation bietet, die das Werk in die jahrhundertelange Tradition der lateinischen Grammatikographie einordnen soll.


  

DFG-Projekt: Josephus Latinus: Perspektiven für eine Edition (2018-2020)

Wissenschaftlicher Mitarbeiter:
Randolf Lukas

Die Werke des jüdischen Historikers Flavius Josephus (37/38 - nach 100 n.Chr.) erfreuten sich insbesondere im europäischen Mittelalter sehr großer Beliebtheit, was sicherlich zu einem großen Teil ihrer inhaltlichen Nähe zum biblischen Alten und Neuen Testament geschuldet gewesen sein dürfte. Allerdings stützte sich die Rezeption jener Schriften für die Zeit des Mittelalters nicht auf den griechischen Originaltext, sondern auf dessen spätantike lateinische Übersetzung. In dieser Form avancierten die Schriften des Josephus zu den am häufigsten abgeschriebenen Werken historischen Inhalts im gesamten Mittelalter und waren bis in die frühe Neuzeit neben der Bibel die Hauptquelle für die Geschichte des jüdischen Volkes. In lateinischer Übersetzung liegen vor:
1) Die 20 Bücher umfassenden „Jüdischen Altertümer“ (Antiquitates Iudaicae), in denen die Geschichte des jüdischen Volkes von der Schöpfung der Welt bis auf die Herrschaft Neros erzählt wird.
2) Die sieben Bücher umfassende Geschichte des „Jüdischen Krieges“ (Bellum Iudaicum), die den jüdischen Aufstand gegen die römische Herrschaft und dessen Niederschlagung durch Vespasian und Titus zum Inhalt hat.
3) Die zwei Bücher umfassende jüdisch-apologetische Schrift „Über die Ursprünglichkeit des Judentums“ (wahlw. De Vetustate bzw. Contra Apionem).

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt konzentriert sich auf die lateinische Übersetzung der „Jüdischen Altertümer“. Diese Übersetzung wurde in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts im Kloster Vivarium auf Veranlassung des spätantiken Gelehrten Cassiodor angefertigt. Zuletzt unternahm Franz Blatt im Jahr 1958 den Versuch einer Edition dieser Übersetzung. Allerdings war seiner Edition der ersten fünf Bücher eine derart negative Kritik beschieden, dass er sein Vorhaben abbrach. Der Fokus der Kritik lag vor allem auf der nicht nachzuvollziehenden Auswahl der Handschriften und dem willkürlich anmutenden textkritischen Apparat. Ausgehend von der an Blatts Edition geäußerten Kritik ist es das Ziel dieses Projekts, eine Auswahl an verlässlichen Textzeugen für die erste Werkshälfte der „Jüdischen Altertümer“ zu erarbeiten, auf dieser Grundlage den Text Blatts zu überprüfen und eine Edition der Bücher sechs und sieben anzufertigen, die von der Herrschaft der Könige Saul und David erzählen und somit eine für die Geschichte des jüdischen Volkes zentrale Epoche abdecken.

 

Aktuelle Publikationen:

Rezension von: Hedwig Schmalzgruber, Studien zum Bibelepos des sogenannten Cyprianus Gallus. Mit einem Kommentar zu gen. 1-362, Stuttgart 2017, in: Gymnasium 125/1, 2018, 75-77

The Ilias Latina as a Roman Continuation of the Iliad, in: R. Simms (ed.), Brill’s Companion to Prequels, Sequels, and Retellings of Classical Epic. Leiden: Brill, 2018, 31-51

(zus. mit Mirka Philipps:) Abschied vom Ablativus absolutus? Theoretische Überlegungen und Corpusanalysen zu einer ‚typisch lateinischen‘ Konstruktion (Forum Classicum Heft 3/2018, 183-199)

John of Damascus, in: The Encyclopaedia of Islam, Three (EI³), fasc.3/2018. Leiden-Boston 2018, 120-122

(zus. mit Niklas Gutt:) Ut scriptor cyclicus olim: Das griechische Original von Horaz, ars 137 (Philologus 162, 2018, online-Version)

Sleeping in the Cave: Zechendorff’s 1632 Latin Translation of the Qur’ān(Journal of Qur’ānic Studies 20.3, 2018, 121-136)

(zus. mit Nina Tomaszewski:) Turning Nonsense into Sense? Two Latin Translations of The Hunting of the Snark (Neulateinisches Jahrbuch 20, 2018, 127-148)

(zus. mit N. Gutt, K. Grothus, J. Hartmann, T. Nitschke, V. Vogelsang:) Epistula Uxoris: Ovids Ehefrau an den verbannten Dichter (Neulateinisches Jahrbuch 20, 2018, 587-594)

Hellenisti! Altgriechisch als Literatursprache im neuzeitlichen Europa, hrsg. von Stefan Weise (Palingenesia 107). Stuttgart 2017, Neulateinisches Jahrbuch 20, 2018, 544-549

 

 

 

 

 

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Fakultät für Philologie
Seminar für Klassische Philologie
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