In der Naturalis Historia versucht Plinius, das gesamte
naturkundliche Wissen seiner Zeit zu erfassen und seinem Leser zugänglich zu machen. Er
reichert sein Werk mit einer großen Zahl von Beispielen und Erzählungen an, die an über
hundert Stellen und in unterschiedlichsten Zusammenhängen den Kaiser Augustus betreffen.
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die Gestalt des Augustus an
den entsprechenden Stellen gezeichnet ist, ob Plinius die Zeichnung lediglich seinen
jeweiligen Quellen entnimmt oder ob er bewußt gestaltet und, falls sich letzteres
nachweisen läßt, von welchen Umständen und Zielsetzungen seine Gestaltung beeinflußt
ist.
Die sich mit Augustus befassende Geschichtsschreibung ist, soweit
sie vor Tacitus entstanden ist, weitgehend verloren. Mit Plinius gelangt man zeitlich um
mehr als eine Generation hinter Tacitus zurück und möglicherweise zu einem Augustusbild,
das unverfälschter, auf jeden Fall aber von anderen Einflüssen geprägt ist, als es die
bisher bekannten sind. Von gesicherten Erkenntnissen über das plinianische Bild des
Kaisers sind auch Aufschlüsse darüber zu erwarten, inwieweit die bei Tacitus erkennbare
schwankende bis ungünstige Bewertung des Augustus bereits in vortaciteischer Literatur zu
finden ist, sowie Einsichten bezüglich der literarisch-künstlerischen Qualität der
Naturalis Historia.
ISBN 3-88476-372-5, 446 S., kt., Euro
36,- 1999