BAC 38
Maffeo Vegio, Vellus Aureum - Das Goldene Vlies (1431).
Einleitung, kritische Edition, Übersetzung
Reinhold F. Glei, Markus Köhler
Zu den poetischen Jugendwerken des italienischen Humanisten Maffeo
Vegio (1407-1458) zählt u.a. ein vier Bücher umfassendes Kleinepos mit dem Titel Vellus
Aureum. Nach seiner wohl bekanntesten Dichtung, dem Supplement zur Aeneis
Vergils (1428), und dem Astyanax (1430) bildet das 1431 in Pavia entstandene Vellus
Aureum das dritte und letzte poetische Werk, in dem Maffeo Vegio in enger Anlehnung an
die klassische lateinische Epik antike Themen behandelt.
Das insgesamt 1013 Verse umfassende Epos, das sich in der Auswahl
und Darbietung des Stoffes eng an Ovid und Vergil anlehnt, erzählt von den Abenteuern der
Argonauten in Kolchis: Das erste Buch setzt bei der dortigen Landung der Argonauten ein
und schildert ihre gastliche Aufnahme am Hof des Königs Aeetes; das zweite und dritte
Buch berichten unter Einbeziehung des antiken "Götterapparates" von der Liebe
Medeas zu Jason und ihrem Entschluß, ihm beizustehen; Jasons Überwindung der Gefahren,
der Raub des Goldenen Vlieses sowie Medeas Töung ihres Bruders Apsyrtus bilden
schließlich den Inhalt des vierten Buches.
Der Band bietet die erste textkritische Edition des Vellus Aureum.
Zugrunde gelegt sind sechs Handschriften aus dem 15. Jahrhundert und vier Drucke aus dem
16. bis 18. Jahrhundert. Der lateinische Text wird mit ausführlichem Varianten- und
Similienapparat zusammen mit einer deutschen Prosaübersetzung geboten. Ferner umfaßt die
Edition einen Index Nominum und Verborum. In einer Einleitung werden der Autor und sein
literarisches Werk vorgestellt sowie in die epische Technik Vegios eingeführt.
ISBN 3-88476-325-3, 198 S., kt., Euro
21,50 1998