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  Kunstgeschichtliches Institut Bochum

Alchemist

Das Buch zur Tagung ist erschienen!

TAGUNG

Körperproduktionen

Zur Artifizialität der
Geschlechter

Termin: 5. 4. - 8. 4. 2001

Ort: Bochum, Internationales Begegnungszentrum (IBZ) der Ruhr-Universität Bochum,
Beckmannshof (siehe Wegbeschreibung)

Tagungsablauf

Der Gencode des Menschen sei entschlüsselt, lauten die aktuellen Schlagzeilen - die Konstruktion des "Homo sapiens perfectus" wird verkündet. Doch die Generierung der Körper beginnt nicht erst im Genlabor. Die Annahme, der Körper werde durch Diskurse formiert, soll den Ausgangspunkt der Tagung bilden. Der angeblich "natürliche" Körper ist demnach nur ein Effekt der Diskursivierung. Diese Feststellung lässt sich auch auf die Frage nach einer "naturgegebenen" weiblichen oder männlichen Geschlechtlichkeit ausweiten. Die ständige Wiederholung normativer Setzungen stellt performativ den Körper, das Geschlecht her.

Anhand konkreter Beispiele soll diese These diskutiert werden. Dabei sollen unterschiedliche Diskurse verschiedener Epochen in den Blick rücken, in denen Körper und Geschlechter anhand diverser Medien produziert werden. Der Medienbegriff wird im weitesten Sinne verstanden. Der philosophische oder literarische Text lässt sich ebenso darunter fassen wie das Medium Film, Malerei etc.

Folgende Fragen stehen im Fokus des Tagungsinteresses: Wie wird der Körper in seiner Geschlechtlichkeit im spezifischen Medium produziert? Wird er als künstlicher Körper ausgewiesen oder doch als natürlicher vorgestellt?

Im Rahmen künstlerischer, literarischer oder wissenschaftlicher Verfahren kann es zu einer Irritation oder Manifestation herkömmlicher Geschlechterpolarisierungen kommen: Entweder kann eine eindeutige Zuschreibung ("männlich" oder "weiblich") nicht länger getroffen werden oder sie wird gerade in konventioneller Form bestätigt. Dieser Aspekt soll den eigentlichen Nukleus der Tagung bilden. Letztlich geht es um die Aufdeckung der Konstruktion der Geschlechter und der damit einhergehenden Frage nach der Affirmation oder Subversion.

Die Tagung soll die Möglichkeit bieten, disparate Forschungsansätze verschiedener Fachrichtungen vorzustellen und im interdisziplinären Austausch zu diskutieren. Philologie, Philosophie, Kunst- und Kulturwissenschaften, Archäologie, Filmwissenschaften, Ethnologie, Soziologie, Psychologie sollen insbesondere angesprochen werden.

Gäste werden gebeten sich bis zum 15.03.2001 anzumelden, weitere Informationen:

Diese Tagung findet im Rahmen eines DoktorandInnen-Programms der Studienstiftung des deutschen Volkes statt. Für die Bereitstellung finanzieller Mittel danken wir der Studienstiftung und dem Verein der Freunde und Förderer der Kunstsammlungen des Kunstgeschichtlichen Instituts in der Ruhr-Universität-Bochum "Situation Kunst - Haus Weitmar". Ohne diese Förderung wäre die Realisierung des Projektes nicht möglich gewesen.

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