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64. Kunsthistorischer Studierenden
Kongress
Überblick über innerfachliche
Diskussionen zur Zukunftsorientierung des Faches
Frank
Hänsch
Der 64. KSK findet
im November 2000 an der Ruhr-Universität-Bochum statt. Die Jahreszahl
2000 trägt, trotz kalendarischer Bedenken, ein Moment von Wandel, Neuheit
und damit ein Stück weit Ungewißheit in sich, dem man sich nur schwerlich
entziehen kann. Als zweiter des Jahres, aber erster mit dem Leitgedanken
Zukunft, ist der Kongreß damit unweigerlich mit neugierigen Fragen verbunden,
Fragen nach dem Woher und dem Wohin. Als angehende KunsthistorikerInnen
haben wir ein eigennütziges Interesse an der Zukunftsorientierung unseres
Faches. Sie läßt Rückschlüsse auf Veränderungen zu, die sich in den kommenden
Jahren sowohl im universitären, als auch den Arbeitsmarkt betreffenden
Bereichen möglicherweise vollziehen werden. Um eine aktive Rolle in dieser
Zukunftsgestaltung einnehmen zu können, braucht es in erster Linie Information
und Analyse des innerfachlich Gegebenen. Diesem Anliegen fühlt sich die
hier angebotene Sektion verpflichtet.
Die seit einigen Jahren
politisch gewollte und rasant fortschreitende Globalisierung, hat die
gesellschaftliche Stellung der rein dem Geist verschriebenen Wissenschaften
zunehmend verändert. Unter dem wachsenden, vorwiegend marktwirtschaftlich
orientierten Druck der Medien sucht die Kunstgeschichte ihren Platz in
der Öffentlichkeit. Zusätzlich lassen neue kommunikative Strukturen
die Methoden des Faches als nicht mehr zeitgemäß, letztlich
verzichtbar erscheinen. Ist die Kunstgeschichte unter diesen Gegebenheiten
bereits in eine Art Starre verfallen oder ist sie innerlich selbstbewußt
und agil genug, um sich aus dieser vermeintlichen Enge mit eigener Kraft
zu befreien?
Beschäftigt man
sich mit innerfachlichen Zukunftsdiskussionen, wird man Begriffen wie
"linguistic turn", "pictural turn", "iconic turn", "High and Low" , "Bildwissenschaft"
oder auch "Cultural studies" häufig begegnen. In einer Art Selbstdiagnose,
stehen sich hier traditionelle und fortschrittliche Methoden und Meinungen
gegenüber, werden gesellschaftliche Öffentlichkeit des Faches,
Ausbildung des akademischen Nachwuchses sowie theoretische Aufsätze
erörtert. Ziel der Sektion ist es daher, die einzelnen Standpunkte
vorzustellen, deren wichtigste Vertreter zu benennen und einen Überblick
über den Diskussionstand zu geben.
Im Sinne der 64. KSK
soll auch diese Sektion möglichst offen gehalten werden. Sie erhebt
daher, auch in Anbetracht des zeitlichen Rahmens, keinen Anspruch auf
Vollständigkeit. Vielmehr sollen Informationen gesammelt und vorgetragen
werden, die einen Einblick in die weitere Entwicklung des Faches und eine
gemeinsame Diskussion über dessen Zukunftsorientierung ermöglichen.
Weitere Anregungen oder auch Informationswünsche im Kontext der Sektion
unter oben angegebener Adresse würden mich nicht nur sehr erfreuen,
sondern sind im Interesse einer gemeinsamen Erarbeitung des Themas ausdrücklich
erwünscht.
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