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  Kunstgeschichtliches Institut Bochum

 

Vorwort

 

Katalog

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Die Photographie hat unsere Wahrnehmung und Vorstellung der Architektur und Stadt wie kein anderes Medium geprägt. Nicht umsonst waren und sind Architektur und Stadt aber auch ein privilegiertes Motiv der Photographie: Die erste überlieferte Heliographie zeigt eine Dachlandschaft von Joseph Nicéphore Niépce (1826-27), die erste Daguerreotypie eine Straße, den Boulevard du Temple in Paris (1839). Daß die Architektur- und Stadtphotographie des 19. Jahrhunderts im Auftrag der Kommunen vor allem dokumentarischen Zwecken diente, wenn sie den beschleunigten Wandel des Stadtbildes im Spiegel alter und neuer Bauten überlieferte und dabei auch die Spuren eines Modernisierungsprozesses aufzeichnete, der schließlich das überschaubare Bild der alten Stadt zerstörte, signalisiert damals das überwiegend technische Verständnis der Photographie. Wie die neue industrielle Architektur selbst gehörte sie der Prosa eines Alltags an, der in der historistischen Kunst ideal überformt wurde.

Diese Dichotomie zwischen Kunst und Photographie hat bis weit ins 20. Jahrhundert die Diskussion über den Bildstatus der Photographie geprägt, auch und gerade im Falle der Architekturphotographie, die in ihrer professionellen Spielart ja durch das gegenständliche Interesse an der Architektur selbst bestimmt war und ist, auch wenn sie die räumliche Erfahrung nicht simulieren kann wie heute die digitalen Bilder. Als Flächenprojektion aber verschränkt auch diese Photographie die Darstellungsmodi des malerischen und topographischen Bildes, die einst die besonderen, kombinatorischen Verfahren der Vedute oder des Architekturbildes auszeichneten. Dieses Genre ist allerdings für Andreas Gursky, Candida Höfer und Axel Hütte, für Thomas Ruff und Thomas Struth nur noch Ausgangspunkt für ein reflexives Bild- und Medienverständnis, das im Abbild das Vorstellungsbild pointiert und auf einer Metaebene die Konstruktion des Bildes zum Thema macht - in Farbe und in Auseinandersetzung mit der entsprechenden amerikanischen Photographie z. B. eines Stephen Shore, William Eggleston oder Joel Sternfeld.

Das gilt natürlich prinzipiell für ihre Photographie. Wenn wir uns in dieser Ausstellung für ein spezifisches Genre entschieden haben, so aus verschiedenen Gründen: Denn einerseits ist das Genre im Werk der Photographen selbst ein dominantes, das aber in Syntax und Semantik verschieden ausgeprägt ist. So können gerade im Rahmen dieses Genres Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Formulierung eines Bildbegriffs deutlich werden. Andererseits schließt das Kunstgeschichtliche Institut der Ruhr-Universität Bochum damit an seine Ausstellung der Industriephotographie Bernd und Hilla Bechers an, deren Schüler ja alle ausgestellten Photographen waren.

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