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Projektverbund Ordensgeschichte und Caritasgeschichte

Der Lehrstuhl für Kirchengeschichte der Mittealters und der Neuzeit hat sich als einen Forschungsschwerpunkt die Erforschung der Ordengeschichte und der Caritasgeschichte gesetzt. Neben der Beteiligung an dem Teilprojekt "Diakonisch-caritative Handlungsformen" der DFG-Forschergruppe Transformation der Religion in der Moderne (Homepage des Teilprojektes) werden verschiedene Projekte zur Ordensgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts durchgeführt. Allgemeine Informationen erhalten Sie bei Dr. Andreas Henkelmann.

 

Laufende Projekte

Entwicklungen und Wandel der Frauenkongregationen nach 1945 -
Die Geschichte der Elisabeth-Schwestern von Essen
Bearbeiter: Dr. Bernhard Frings

Die meist im 19. Jahrhundert gegründeten und in den nachfolgenden Jahrzehnten beträchtlich ausgebauten sozial-caritativen Frauenkongregationen in Deutschland durchliefen nach 1945 einen tiefgreifenden Wandel. Seit Anfang der 1960er Jahre erfasste – auch vor dem Hintergrund der großen gesellschaftlichen Veränderungen – der immer spürbarer werdende Nachwuchsmangel die Gemeinschaften. Gleichzeitig riefen die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) die Ordensgemeinschaften zur Aufgeschlossenheit gegenüber der modernen Welt und daher zu Reformen auf. Dies betraf neben der Suche nach angemessenen Lebensformen (z. B. Regeln und Leitungsstil, Gebräuche, Entfaltungsmöglichkeiten der Schwestern), einem zeitgemäßen gemeinschaftlichen Leben und einer spirituellen Vertiefung auch die Frage des spezifischen Charismas. In oftmals intensiven Prozessen setzten sich die Gemeinschaften mit diesen Impulsen auseinander und passten, durchaus in unterschiedlicher Weise, ihre Konstitutionen wie auch Tätigkeiten an.
Die sich weiter verschärfende demografische Entwicklung als auch die Reformansätze führten jedoch innerhalb der sozial-caritativen Ordensgemeinschaften nicht nur zur schrittweisen Aufgabe vieler traditioneller Aufgabenfelder, sondern sie betrafen ebenso die inneren Strukturen. Damit waren und sind – nicht zuletzt auch in Anbetracht eines in Deutschland absehbaren „Sterbens“ vieler Kongregationen – Anfragen an das eigene Selbstverständnis und den Sendungsauftrag verbunden. Außerdem gilt es Wege zu finden, um den Lebensabend der Schwestern wie auch den Fortbestand der ordenseigenen Einrichtungen unter möglichst kirchlichen Vorzeichen zu sichern.
Diese Entwicklung kann beispielhaft an der Geschichte der Barmherzigen Schwestern von der hl. Elisabeth zu Essen nachgezeichnet werden, die 1843 ins Leben traten und das erste Krankenhaus in der Region Essen eröffneten. Die Schwestern wirkten vor allem im Ruhrgebiet und betätigten sich außer in der Krankenpflege etwa in Kindergärten und Waisenhäusern. 1954 zählten mehr als 670 Profess-Schwestern zur Gemeinschaft der Elisabeth-Schwestern, die in fast 50 Niederlassungen ihren Dienst versahen. 2013 gehörten der Ordensgemeinschaft nur noch ca. 45 Elisabeth-Schwestern an, deren Altersdurchschnitt bei fast 83 Jahren lag und die von zwei Schwestern einer anderen Ordensgemeinschaft geleitet werden.

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Katholische Schule in der modernen Gesellschaft am Beispiel der deutschen Provinzen der Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe (Arbeitstitel)
Bearbeiter: Markus Kroll (Zugleich Dissertationsprojekt)

Im 19. Jahrhundert wurden viele neue Frauenkongregationen gegründet, die sich verschiedenster gesellschaftlicher und kirchlicher Nöte annahmen. Für viele Or-densgemeinschaften stellen "Bildung und Erziehung" wesentliche Aspekte ihres Apostolates dar. Ein großes gesellschaftliches Problem stellte die Ausbildung der Jugend dar, wobei hier vor allem der weibliche Teil betroffen war. Dieses gesell-schaftliche Ungleichgewicht versuchten verschiedene Ordensgemeinschaften durch ihr soziales Engagement zu lösen. Die Leitfrage des Dissertationsprojektes ergibt sich dem entsprechend aus den vermuteten Wechselwirkungen von weibli-chen Kongregationen und der deutschen Schulentwicklung. So gewannen bei-spielsweise viele Kongregationen durch ihre Bildungsinstitutionen ihren Nach-wuchs, der aufgrund der Ausbildung wiederum im schulischen Tätigkeitsfeld ein-gesetzt wurde. Bereits seit der Frühen Neuzeit wurden in vielen Gebieten sukzessive Gesetze zur Schulpflicht erlassen, die jedoch selten umgesetzt werden konnten, da es an ausgebildeten Lehrern, der Infrastruktur und der notwendigen Administration fehl-te, sodass diese Gesetze mehr als Absichtserklärungen zu verstehen sind. Auch im 19. Jahrhundert war die Schulpflicht noch nicht flächendeckend etabliert, zu-mal gerade auch der Bereich des Mädchenschulwesens in der Entwicklung weit hinter der Beschulung der Jungen zurückstand. Dies ist auf unterschiedliche Entwicklungen, vor allem auf die Stellung der Frau in der Gesellschaft, zurückzu-führen. Einführend wird analysiert, welche Bedeutung der hier behandelten Kon-gregation an der Etablierung und Durchführung eines weiblichen Schulwesens am Ende des 19. Jahrhunderts zufällt. Daran schließen sich die Fragen an, wie das Tätigkeitsfeld auf die Kongregation zurückwirkte und in welcher Weise zur ordentlichen Beschulung der Jugend beigetragen wurde. Auf dieser Grundlage und dem Konzept der Longue durée folgend wird das Ne-ben- und Miteinander der Kongregation und der Schulgeschichte bis in die 1970er Jahre untersucht. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Konsolidierung der deutschen Nachkriegsgesellschaft wurden durch vielschichtige gesellschaftliche (z.B. Bildungsexpansion) und vor allem kirchliche Entwicklungen (Zweites Vatikanisches Konzil) Ordensreformen angestoßen, die für viele Gemeinschaften gravierende Änderungen im Gemeinschaftsleben und im Apos-tolat zur Folge hatten. Unter anderem waren die Gemeinschaften aufgrund des Dekrets "perfectae caritatis" des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) dazu angehalten, "über die zeitgemäße Erneuerung des Ordenslebens" zu reflektieren und ihre Gemeinschaften den Erkenntnissen entsprechend neu zu strukturieren. Welche Konsequenzen sich daraus für die Gemeinschaft ergaben, wie sie ihrem gesellschaftlichem Tätigkeitsfeld unter besonderer Beachtung des Bereiches Schulwesen nachkamen, ob und welche neuen Strömungen in den Bereich Katholische Schule Einzug hielten, wird diskursiv bearbeitet. Weiter stellt sich die Frage nach dem Stellenwert, den Bildung und Erziehung im Leben und im Tätig-keitsfeld der Kongregationen einnahmen und wie dieser sich aufgrund der gesell-schaftlichen Entwicklungen veränderte, da gerade durch die Bildungsexpansion und die Durchsetzung des gegliederten Schulsystems das Schulwesen in Deutschland verfestigt wurde. Zudem wird der Frage nachgegangen, welche Transformationen sich innerhalb dieser Gemeinschaft und ihrer Tätigkeitsfelder, gerade auch vor dem Hintergrund der gesamtgesellschaftlichen und schulpoliti-schen Entwicklungen, vollzogen.

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Transformationsprozesse katholischer Ordensfrauen in den USA zwischen 1950 und 1980 - Die "Sisters of Charity of the Blessed Virign Mary" und das Mundelein College in Chicago (Arbeitstitel)
Bearbeiter: Isabelle Nagel (Zugleich Dissertationsprojekt)

In den Jahren 1950 bis 1980 fanden innerhalb der Frauenkongregationen in den USA, nicht alleine aufgrund des II. Vatikanischen Konzils, tief greifende Transformationsprozesse statt. Diese Prozesse, hatten nicht nur Auswirkungen auf die Kongregationen und Ordensfrauen, sondern wurden auch in ihren Institutionen sichtbar. Darzustellen, wie diese Transformationsprozesse sich vollzogen und zu welchen Veränderungen sie führten, ist Ziel dieses Projektes. Das Projekt konzentriert sich besonders auf die Transformationsprozesse der Kongregation der Sisters of Charity of the Blessed Virgin Mary (BVM; Dubuque, Iowa) in den 1950er bis hin zu den 1980er Jahren und eine ihrer wichtigsten Institutionen, dem Mundelein College für Frauen in Chicago. Im Rahmen dieses Colleges interessiere ich mich besonders für Veränderungen in der Administration, der Schülerschaft, des Lehrkörpers, des Campuslebens, der Fachbereiche, der angebotenen Programme (z.B. summer school) und den Unterrichtsmethoden.

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Abgeschlossene Projekte

Abgeschlossenes Projekt: Zwischen Seelenheil und Menschenwürde. Wandlungsprozesse weiblicher katholischer Ordensgemeinschaften in Deutschland - Die Schwestern vom Guten Hirten (1945-1985)
Bearbeiter: Dr. theol. Kirsten Gläsel

Die Dissertation beschäftigt sich mit Transformationsprozessen, die im 20. Jahrhundert, vor allem ab der Nachkriegszeit, innerhalb katholischer Frauenorden in Deutschland stattgefunden haben.

Die Kongregation der Schwestern vom Guten Hirten, mit denen sich das Projekt exemplarisch befasst, verzeichnete wie alle anderen apostolisch-tätigen Ordensgemeinschaften nach dem Kriegsende einen stetigen personellen Rückgang, der eine andauernde Diskussion über die (Neu-)Positionierung der Gemeinschaften in Kirche und Gesellschaft auslöste. Diese intern und auch nach außen geführte Debatte stand vielfach unter dem Vorzeichen einer Krisensemantik, da sie sich mit der Frage der Rolle der Ordensberufe in der Katholischen Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, veränderten Tätigkeitsfeldern und schließlich der Existenzfrage vieler Gemeinschaften verband.

Im Fokus der Untersuchung steht die Frage, inwiefern sich durch die gesellschaftlichen Umbrüche und die (nach-)konziliaren kirchlichen Reformen das Selbstverständnis der Kongregation verändert hat. Ferner wird an ausgewählten Beispielen aufgezeigt, wie die Schwestern vom Guten Hirten in dieser Epoche ihre praktischen Tätigkeitsprofile konzeptionell neu ausgerichtet und sich durch Internationalisierung als "Global Player" weiterentwickelt haben. Da die Schwestern vom Guten Hirten traditionell im Bereich der Fürsorgeerziehung tätig waren, wird auch die Entwicklung der Heimerziehung im Guten Hirten unter Berücksichtigung theologischer und pädagogischer Aspekte nachgezeichnet.

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Abgeschlossenes Projekt: Heimerziehung 1945-1970: das Franz-Sales-Haus (Essen) und die Stiftung Sankt Vincenzstift (Aulhausen) im Vergleich
Bearbeiter: Dr. Bernhard Frings

Umfang und Ausprägung der Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland während der 1950/60er Jahre sind seit einigen Jahren nicht zuletzt vor dem Hintergrund massiver Vorwürfe ehemaliger Heimkinder über die oftmals schlimmen Verhältnisse in den Heimen nicht nur in der öffentlichen Wahrnehmung einschließlich einer Aufarbeitung im gesellschaftlichen und politischen Kontext, sondern auch auf zeitgeschichtlicher Ebene in den Fokus gerückt. So beteiligte sich auch der Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an einem an der Ruhr-Universität Bochum durchgeführten, Anfang 2011 abgeschlossenen interkonfessionellen Projekt zur Erforschung der konfessionellen Heimerziehung dieser Zeitspanne. Dabei fand allerdings eine Konzentration auf die Kinder- und Erziehungsheime statt. Lehrlings- und Jugendwohnheime sowie Behinderten- und psychiatrische Einrichtungen, die ebenfalls Berührungspunkte zur Jugendhilfe hatten, wurden nicht näher in den Blick genommen.

Aber gerade den Einrichtungen für Menschen mit einer geistigen Behinderung kam innerhalb der Heimerziehung offenbar eine größere Bedeutung als bislang angenommen zu. Denn immer wieder wurden Minderjährige aus dem Bereich der Jugendfürsorge in solchen Anstalten untergebracht, wo sie ähnliche Bedingungen wie in den Erziehungsheimen vorfanden. Die nun durchgeführte Untersuchung der Heimerziehung im Essener Franz-Sales-Haus und in den Häusern der Stiftung Sankt Vincenzstift in Rüdesheim-Aulhausen - das St. Vincenzstift und das Jugendheim Marienhausen - sucht das zu konstatierende Forschungsdesiderat zu Einrichtungen der Behindertenhilfe nach 1945 zu beseitigen. Zudem steht sie für das Bemühen, auch innerhalb der Geschichtswissenschaft von einem bislang vorherrschenden Prinzip der Exklusion dieses Bereichs zum Prinzip der Inklusion zu gelangen.

Projekt-Skizze

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Abgeschlossenes Projekt: Katholisches Krankenhauswesen im Ruhrrevier. Entwicklungen und Akteure von den Anfängen der Industrialisierung bis zum Ersten Weltkrieg
Bearbeiter: Dr. phil. Arne Thomsen

Mit der Entstehung des Ruhrgebiets als urbaner und schwerindustrieller Region entstand ein katholisches caritatives Selbsthilfe-Netzwerk, dessen tragende Säulen die oft aus kleinsten Anfängen entstehenden Krankenhäuser waren. Zu fragen ist, wie die Krankenhäuser in die örtlichen sozial- und konfessionsstrukturellen Besonderheiten verflochten waren. Dabei ist - gerade auch mit Blick auf das Thema "Essen - Kulturhauptstadt Europa 2010" - zu berücksichtigen, dass das Ruhrgebiet anders als im übrigen Deutschland an vielen Orten durch eine Bevölkerung gemischtkonfessioneller und multi-nationaler Herkunft geprägt war und die katholischen Krankenhäuser deshalb oft zugleich auf ein konfessionelles Miteinander oder aber auch Gegeneinander ausgerichtet waren ...mehr...

Die Dissertation ist 2012 im Aschendorff Verlag erschienen.

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Abgeschlossenes Projekt: Die Geschichte der kirchlichen Heimerziehung in der frühen Bundesrepublik Deutschland (1949-1972).
Bearbeiter: Dr. Bernhard Frings, Dr. Uwe Kaminsky

Es dürfte kaum einen anderen Bereich der Wohlfahrtspflege geben, der so heftig umstritten ist wie die Heimerziehung. Seit dem Juli 2008 befasst sich ein Forschungsprojekt an der Ruhr-Universität Bochum mit der Geschichte der evangelischen wie der katholischen Heimfürsorge in den fünfziger und sechziger Jahren. Dabei geht es vor dem Hintergrund der lauter werdenden Vorwürfe der ehemaligen Heimkinder um die historische Einordnung der angeprangerten Zustände in den Heimen, um die Programme und die Praxis der Heimerziehung.

  • I. Zur Fragestellung
  • II. Die historischen Ausgangsbedingungen der Heimerziehung in der Bundesrepublik
  1. Darstellung der rechtlichen und pädagogischen Voraussetzungen der Heimerziehung
  2. Entwicklung einer differenzierten Heimstatistik
  3. Auswertung von "Heimordnungen" konfessioneller Heime (im Vergleich zu anderen Trägern) und Darstellung der religionspädagogischen Konzeptionen
  • III. Die Praxis der Heimerziehung in der Zeit zwischen den 1950er und den frühen 1970er Jahren
  1. Entwicklung einer regional begrenzten Typologie konfessioneller Heime
  2. Mikrostudien zu einzelnen Heimen
  3. Kontinuität und Diskontinuität der Heimerziehung am Ende der 1960er/Anfang der 1979er Jahre
  • IV. Auswertung

Das Projekt wird gefördert vom Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland, dem Deutschen Caritasverband, der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Deutschen Bischofskonferenz und der Deutschen Ordensobernkonferenz.

Weitere Informationen

Presseerklärung

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Abgeschlossenes Projekt: Zwischen Milieu und modernem Wohlfahrtstaat: Das Seraphische Liebeswerk und die Umbrüche im caritativen Katholizismus (1889-1960)
Bearbeiter: Dr. Andreas Henkelmann

Das Seraphische Liebeswerk entstand 1889 aus einer lokalen Initiative einiger dem Ehrenbreitsteiner Kapuzinerkloster angeschlossenen Drittordensgemeinschaften. Unter Leitung des Kapuzinerpaters Cyprian Fröhlich entwickelte es sich innerhalb von wenigen Jahren zu einer überregionalen Größe. 1892 kam es auf 46.000 Mitglieder: 1914 erreichte das Seraphische Liebeswerk ohne seine Ableger in Österreich und der Schweiz den höchsten Mitgliederstand mit etwa 300.000 Personen. Seine Hauptaufgabe sah der Verein in der "Rettung gefährdeter Kinder" vor "Glaubensverlust" und "Verwahrlosung", wie Pater Cyprian Fröhlich in der ersten Ausgabe der Vereinszeitschrift "Seraphischer Kinderfreund" vom Januar 1891 heraushob."Das Seraphische Liebeswerk will kurz gesagt mithelfen, die großen Schäden unser jetzigen Gesellschaft zu heilen. Aber wo soll man anfangen zu verbessern? Wo anders, als bei der Jugend, bei den Kindern! Aber bei welchen Kindern soll das Rettungswerk beginnen, wenn nicht bei solchen, die keine hinreichende Erziehung genießen und deshalb verwahrlost an Leib und Seele zu ihrem eigenen zeitlichen und ewigen Verderben und zum Ruin der menschlichen Gesellschaft heranwachsen. Deshalb setzt sich unser Verein, das Seraphische Liebeswerk, zum Hauptzweck, verwahrlosten Kindern eine geordnete Erziehung in christlicher Erziehung oder gut geleiteten Anstalten zu vermitteln."Allerdings beteiligte sich das Liebeswerk zunächst nur indirekt an den Erziehungsaufgaben, da es sich als "Zahlstelle" verstand. Das durch Spenden und vor allem durch den Verkauf der Vereinszeitschrift eingenommene Geld verteilte es an Antragsteller, deren Gesuche den obengenannten Zielen entsprachen. Die Umwandlung in einen Erziehungsverein mit eigenen Anstalten erfolgte in der bayrischen Landesabteilung allerdings schon 1893, während in der rheinisch-westfälischen Landesabteilung der Umbruch erst 1902 gelang; die Teilung des Liebeswerkes resultierte aus der Rückkehr P. Cyprian Fröhlichs nach Bayern.Ziel der geplanten Dissertation ist es, die Geschichte der rheinisch-westfälischen Abteilung des Seraphischen Liebeswerkes von seiner Entstehung 1889 bis in die sechziger Jahre zu verfolgen und seine Entwicklung in Bezug zu den übergeordneten "Größen" des caritativen Katholizismus und des katholischen Milieus zu setzen.

Die Dissertation ist erschienen als: "Caritasgeschichte zwischen katholischem Milieu und Wohlfahrtsstaat." Das Seraphische Liebeswerk(1889-1971), Paderborn u.a. 2008.

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