Kulturübergreifende Bioethik
Voraussetzungen, Chancen, Probleme
Die DFG hat im Sommer 2002 die Finanzierung eines Forschungsverbunds zum Thema "Kulturübergreifende Bioethik" beschlossen. Der Forschungsverbund hat mit dem Jahreswechsel 2002/03 ihre Arbeit aufgenommen.
Der Forschungsverbund widmet sich einem wichtigen Desiderat der Bioethik: der Suche nach einem kulturübergreifenden, globalen Konsens im Umgang mit den immer brisanter werdenden Fortschritten der biomedizinischen Forschung und Praxis. In mehreren miteinander verbundenen Projekten wird untersucht, wie es um die Chancen und Schwierigkeiten, die empirischen und theoretischen Voraussetzungen eines solchen tragfähigen Konsens bestellt ist und wie gegebenenfalls mit bleibenden Meinungsunterschieden konstruktiv umzugehen ist. Es wird dabei davon ausgegangen, daß eine auch praktisch wirksame globale Verständigung ohne die vorangehenden Schritte eines Verstehens der verschiedenen Kulturen, der zugehörigen Aufarbeitung der in ihnen geführten Diskurse und der Entwicklung eines interkulturellen Gesprächs auf gleichberechtigter Basis nicht erreichbar ist.
1. Ausgangslage und Problemstellung
"Kein anderes Forschungsfeld bewegt die Menschen emotional, rational und intellektuell derzeit so sehr wie die Lebenswissenschaften."
Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Pressemitteilung des BMBF vom 7.2.01, http://www.bmbf.de/presse01/317.html
Wohl selten hat ein Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung in einem solch starken Maße das öffentliche Interesse auf sich gezogen wie derzeit die mit dem menschlichen Leben verbundenen Biotechnologien, vor allem die Humangenetik. Parallel zum naturwissenschaftlich-technischen Fortschritt gewinnt dabei die Frage an Dringlichkeit, wie mit den rapide sich entwickelnden diagnostischen, therapeutischen und manipulativen Möglichkeiten und ihren Versprechungen umzugehen sei. Ihre Chancen und Gefahren sind Thema einer ethischen Debatte geworden (s.u.a. Bayertz 1993, Beckmann 1996, Beauchamp u. Childress 1989, Birnbacher 1995, 2000, Brauer 1995, Brody 1993, Caplan 1992 u. 1997, Childress 1997, Cohen 1995, Engels 1998 und 1999, Engelhardt 1996, Habermas 2001, Hare 1993, Irrgang 1995, Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik (Hg. Honnefelder u.a.), Jonas 1987, Kitcher 1998, Koslowski 1982, Lenk 1992, Löw u. Schenk 1993, Markl 1990, Murray u. Mehlman 2000, Reich 1995, Reiter 1990, Sass 1989, Schweidler 2001, Spaemann 1996, Steger 1985, Winnacker 1995, 1999a, 1999b, 2000), die mit der Praxis kaum noch Schritt hält. Die Problemlage ist von einer bislang ungekannten Dramatik, denn nie zuvor war der Mensch ernster, konkreter und unmittelbarer mit der Frage konfrontiert, was und wie er selbst sein wolle. Die Perspektive eines gezielten Umbaus der biologischen Verfassung der menschlichen Spezies erfordert eine Auseinandersetzung, die über vergleichbare bisherige Diskurse zu Fragen der Technikfolgenabschätzung wesentlich hinausgeht.
Die neuen "life sciences" konfrontieren Politik, Recht, Philosophie und Theologie mit täglich neuen Herausforderungen. Die Probleme aber, die zur Entscheidung stehen, sind längst globaler Natur. Um ihnen zu begegnen, bedarf es eines wissenschaftlichen "joint ventures" einer Vielzahl von Disziplinen unter Einschluß der Kulturwissenschaften (Gerhardt 2000, 644). Die Überzeugung, daß die Kulturwissenschaften — hier im Sinne von Wissenschaften der verschiedenen Kulturen — einen signifikanten Beitrag zur Bioethik leisten können und leisten sollten, war der ursprüngliche Anstoß dieses Projektes. Denn gerade unter Bedingungen der "Globalisierung" entfalten sich bioethische Probleme intra- wie international in der Unterschiedlichkeit spezifischer kultureller Milieus, die die Bioethik nicht ignorieren kann.
Die Bedeutung des kulturellen Faktors in einer globalen Bioethik ergibt sich aus einer Reihe von Überlegungen:
Menschheitsbezug
- Der Fortschritt der Biowissenschaften rührt an fundamentale Fragen des Menschseins. Er ist deshalb als Problem der gesamten Menschheit unter Einschluß aller Kulturen und nicht nur eines bestimmten Kulturraumes zu behandeln.
Mobilität der Biotechnologie
- Die neuen Biotechnologien sind zum Teil hoch mobil und nicht nur in traditionellen Industrieländern schnell beherrschbar ("Garagentechnologien"). Sie versprechen hohen Nutzen und Gewinn und werden deshalb in vielen Ländern der Welt gefördert, wo sie auf verschiedene ethische Überzeugungen und Traditionen stoßen. So entwickelt sich z. B. Ostasien zu einer boomenden Region mit dem Aufbau eigener biotechnologischer Kapazitäten. Das erste Land, in dem ein Mensch geklont worden sein soll (das Experiment soll allerdings vorzeitig abgebrochen worden sein), war Südkorea. Außereuropäische Staaten wie China, Israel oder Singapur bieten sich heute als Exporteure embryonaler Stammzellen an, die in den Importländern selbst — zumindest zur Zeit — nicht für Forschungszwecke hergestellt werden dürfen.
Globales Regulierungsgefälle
- Biotechnologien und medizinische Forschung erweisen sich als schnell exportierbar, wenn es gilt, sich einer "Überregulierung" oder einem kritischen Umfeld zu entziehen. Auch ein restriktive Gesetzgebung ist "keine feste Burg, solange sie in Unkenntnis der Argumente und Situationen in anderen Kulturen erfolgt." (Wolf-Michael Catenhusen, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, zit. nach Döring 2001b) Nationale Restriktionen führen "angesichts einer international ausgerichteten Forschung" zum Ausweichen in "permissive Länder" (Eser, Frühwald, Honnefelder u.a. 1997, III.2). So wurden von westlichen Forschern in letzter Zeit z.B. Mexiko und Japan als Standorte für Klonierungs-Experimente in Betracht gezogen. Die Forschung nutzt damit das normative, vor allem rechtliche Gefälle (wobei es aber häufig nur an der Umsetzung schon gesatzten Rechts mangelt) zwischen verschiedenen Regionen der Welt. Ein bevorzugter Rechtfertigungsgrund ist die Unterschiedlichkeit der Kulturen. Ein Gefälle wird aber keineswegs nur in Richtung "Osten" wahrgenommen: Der "Osten" seinerseits registriert die Auflockerung existierender Standards in Richtung "Westen". So drängte der japanische Wissenschaftsminister im letzten Jahr die USA und Italien, dort angekündigte Klonierungen von Menschen, an denen Japaner beteiligt sein sollen, zu verbieten (http://www.biol. tsukuba.ac.jp/~macer/ daily.html, 20.2.2001).
Gerechtigkeitsfragen
- Die einschlägige Forschung ist im globalen Maßstab mit Gerechtigkeistfragen konfrontiert, die auch an das Verhältnis der Kulturen rühren. So sind Fälle in der Diskussion, in denen unter Umgehung von anerkannten, im fremden "Gastland" aber scheinbar weniger ernst zu nehmenden Prinzipien wie informed consent "population genetic screening" betrieben oder Blut- und Gewebeproben als Rohstoffe entnommen und zu patentierbaren Produkten weiterentwickelt werden, ohne daß die Betroffenen davon wüßten, geschweige denn am Gewinn beteiligt würden ("rape research" / "Genpiraterie") (s. z. B. Subcommittee on Bioethics 1995, Puhl 2001, Lesser 1991, Dickson 1998a und 1998b, McGregor 2000, Yang 2001). Interkulturelle Gerechtigkeitsfragen sind auch dann berührt, wenn sich z. B. die Gewinnung von Medikamenten und Impfstoffen vorrangig an den Gewinnprognosen von Analysten und damit an den westlichen Märkten ausrichtet.
Migrationsfolgen
- Mit dem Faktor Kultur ist auch die alltägliche medizinische Praxis innerhalb der "westlichen" Welt konfrontiert, die seit mehreren Jahrzehnten mit wachsender Tendenz mit fremdkulturellen Patienten zu tun hat. Auch wenn unter diesen Patienten die Bereitschaft, sich den technischen Möglichkeiten der "westlichen" Medizin anzuvertrauen, nicht geringer ist als jene der "eigenkulturellen" Patienten, können doch ethische Probleme auftreten — etwa in Hinsicht auf das Hirntodkriterium und den Status Ungeborener oder in Fragen der therapeutischen Entscheidungsfindung — die mit jenen bei der Behandlung der "eigenkulturellen" Patienten nicht identisch sind und "kulturelle Kompetenz" (Secundy 1999) erfordern.
Kulturelle Divergenzen innerhalb des "Westens"
- Die Divergenz kultureller (Sub)traditionen spielt auch innerhalb der "westlichen" Kultur selbst allem Anschein nach eine bedeutende Rolle (Engelhardt 1996, Dickenson 1999, Veatch 1999a, Hauser-Schäublin u. a. 2001). So ist z. B. davon auszugehen, daß die eher vorpreschende Politik angelsächsischer Länder — vor allem Englands und Australiens — in Fragen der Gentechnologie und die bislang eher zögerliche Haltung der "kontinentalen" europäischen Staaten nicht zuletzt mit dem Auseinanderdriften der jeweiligen philosophischen Hauptströmungen zusammenhängt, wie sie sich seit der Scholastik herausgebildet haben. Dies schließt Konvergenzen nicht aus.
Die skizzierten Problemfelder zeigen, daß sich eine sinnvoll geführte bioethische Debatte nicht mit einer lokal begrenzten Meinungsfindung begnügen darf. Sie muß nicht nur den Menschen schlechthin, sondern auch den Menschen als Angehörigen bestimmter Kulturen zu ihrem Thema machen (Macer 1994). Sie sollte die Überzeugungen und die Interessen aller Beteiligten und Betroffenen weltweit in Rechnung stellen und die Kenntnis dessen, was in anderen Teilen der Welt geschieht, zu einem wesentlichen Teil ihrer Überlegungen machen. Und sie sollte aufnehmen, was in anderen Teilen der Welt theoretisch diskutiert wird, wobei sie dies durchaus in der Erwartung tun kann, an Substanz zu gewinnen. Die "Welt" und die "Öffentlichkeit", die Wissenschaft akzeptieren und verstehen können muß (Winnacker 1995, 20), ist keine bloß westliche. Die bioethische Debatte braucht eine "kulturübergreifende" Dimension. Es ist "an der Zeit, sich auf die ambivalenten Implikationen einer fairen interkulturellen Ethikdebatte vorzubereiten" (W.-M. Catenhusen, nach Döring 2001b).
Für das Thema einer "kulturübergreifenden Bioethik" liegen bereits eine Reihe von Arbeiten vor. Es gibt seit einigen Jahren einen "emerging international dialogue concerning bioethics and health care policy" (Engelhardt 1997). Der Pionierarbeit von Robert M. Veatch (1989) sind mittlerweile weitere Monographien und Einzelbeiträge gefolgt (Akademie f. Wissenschaft 1998, Baker 1998, Becker 1996 und 2000, Bioethics Yearbook 1992 und 1995, Christakis 1992, Christakis u. Panner 1991, Cowar u. Ratanakul 1999, Döring 1999, Engelhardt 1996, Evanoff 2000, Flack und Pellegrino 1992, Fletcher und Wertz 1989, Fujiki und Macer 1992, Hoshino 1997, Macer 1990, 1992, 1998a, 1998b, Macklin 1999, Marshal et al. 1994, McGee 1999, Nie 2000, Payer 1996, Pellegrino 1999, Reiser und Wang 2000, Sass 1994, Unschuld 1995, Wertz u. Fletcher 2001, Wertz, Fletcher u. Mulvihill 1990, u.a). Auch Zeitschriften wie Journal of Medical Ethics, Bioethics, Hastings Center Report, Cambridge Quarterly of Healthcare Ethics und Kennedy Institute of Ethics Journal überschreiten in einzelnen Beiträgen die isoliert westliche Perspektive. Hinzu kommen Zeitschriften wie Eubios Journal for Asian and International Bioethics (Christchurch und Tsukuba, s.u.) und Chinese and International Philosophy of Medicine (Lisse), die einen Ostasien-Schwerpunkt besitzen.
Dies ergibt eine gute Ausgangslage für weitere Forschung. Gemessen an ihrer Bedeutung ist die Beschäftigung mit der Thematik aber spärlich geblieben. Sie hat auch im theroretischen Grundlagenbereich mehr Probleme aufgeworfen, als bislang gelöst werden konnten.
Die Tatsache, daß sich Forschung und Märkte immer weniger nationalstaatlich begrenzen und kontrollieren lassen, hat in den vergangenen Jahren auch zu erheblichen Anstrengungen auf der Ebene internationaler Organisationen geführt, weltweit gültige Mindeststandards für viele Bereiche der Biomedizin zu definieren (eine Aufstellung von ca. 350 bioethischen Richtlinien- und Empfehlungskatalogen findet sich unter http://www.biol.tsukuba.ac.jp/~ macer/decl.html). Unterentwickelt geblieben sind dabei jedoch die Anstrengungen auf der eigentlich vorgelagerten Ebene eines wechselseitigen Verstehens der Kulturen bzw. einer Verständigung zwischen ihnen und innerhalb ihrer. Entsprechend bleiben z. B. die bisherigen Initiativen der WHO (Proposed International Guidelines on Ethical Issues in Medical Genetics and Genetic Services, 1997) und der UNESCO (Universal Declaration on Human Genome and Human Rights, 1997) mit sehr vielen Fragezeichen zu versehen. Die für Deutschland getroffene Feststellung Ernst Bendas, des deutschen Vertreters in der UNESCO-Kommission, die die Deklaration von 1997 entwarf, daß "formale Verbindlichkeit nicht weiter bringt, wenn die Menschen das Gefühl haben, das trägt ihren Grundüberzeugungen nicht Rechnung" (Frankfurter Rundschau 1.11.97), gilt um so mehr für andere Länder, in denen die Diskussion mit noch größerer Verzögerung eingesetzt hat oder in denen aufgrund der politischen Verhältnisse "die Menschen" mit ihren Wertvorstellungen — die Öffentlichkeit — erst gar nicht an der Meinungsbildung und Entscheidungsfindung beteiligt wurden. Und wenn sich etwa die UNESCO-Deklaration an vielen vagen Stellen immer wieder auf die Würde des Menschen und die Menschenrechte beruft, wird eine Übereinstimmung suggeriert, die durchaus fragwürdig ist, denn die Interpretation der Menschenrechte ist ihrerseits umstritten. So liefern die Bemühungen der internationalen Organisationen noch keine "kulturübergreifende Bioethik". Es ist angebracht, zu prüfen, inwieweit sie überhaupt auf interkulturell vermittelten oder vermittelbaren Vorstellungen beruhen, und den hier sich verbergenden Problemen systematisch nachzugehen.
2. Projektziele
Das Forschungsprojekt hat sich in dieser Situation die folgenden Ziele gesetzt:
- Systematische Aufarbeitung der bioethischen Diskussion, vor allem zu Fragen der modernen Gentechnik, in einer Reihe bedeutender Kulturen,
- Untersuchung der Bedeutung des Faktors "Kultur" in diesen bioethischen Diskursen und in der Bioethik überhaupt,
- Eruierung der Chancen einer künftigen "kulturübergreifenden Bioethik",
- Gewinnung grundlegender Einsichten in die kulturellen bzw. kulturhermeneutischen Aspekte und Probleme angewandter Ethik überhaupt,
- Förderung des wissenschaftlichen und außerwissenschaftlichen interkulturellen Dialogs,
- Versuch einer Antwort auf eine der theoretisch wie praktisch bedeutendsten Thematiken der Gegenwart im Zuge der ihr angemessenen interdisziplinären Zusammenarbeit,
- Stärkung der Stellung der außereuropäischen Kulturwissenschaften, deren Marginalisierung im "Wissenschaftsbetrieb" im Mißverhältnis zur Relevanz ihrer Gegenstände steht, und zugleich ihre Bereicherung durch die Teilhabe an einem komplexen interdisziplinären Forschungsverbund,
- Fortlaufende und abschließende Präsentation der Forschungsergebnisse und ihre Einbringung in den öffentlichen bioethischen Diskurs.
3. Allgemeiner Inhalt des Projekts "Kulturübergreifende Bioethik"
Was ist unter dem Titel "kulturübergreifende Bioethik" genau zu verstehen, welche Gegenstände und Inhalte will das Projekt behandeln, welche Fragen will es stellen und beantworten?
3.1. Systematischer Ansatz
Das Projekt baut auf begrifflichen Festlegungen, theoretischen Grundannahmen und Strukturüberlegungen auf, von denen erwartet wird, daß sich ihre Gültigkeit und ihr Sinn im Verlauf der Forschung bestätigt und die andernfalls zu revidieren sind.
3.1.1 Zum Begriff "kulturübergreifend"
Mit dem Begriff "kulturübergreifend" verbindet sich zunächst ein empirischer Anspruch: Nämlich den Blick über den "Westen" hinaus auf die weltweite Diskussion zu lenken, die heute stattfindet, und sich bei der Suche nach Regelungen und Lösungen, die die ganze Menschheit betreffen, nicht auf das Ausloten "abendländischer" Weltbilder zu beschränken. Denn angesichts der hohen Mobilität des theoretischen und praktischen know how wäre nur wenig damit erreicht, sich in einer Region auf eine Position zu verständigen, die in der nächsten als nicht akzeptabel gilt und in der Praxis ignoriert wird.
Das Projekt KBE unternimmt deshalb zunächst eine Bestandsaufnahme: Wie ist der Stand der Probleme in einer Reihe "nicht-westlicher" Kulturen, und wie wird auf sie jeweils reagiert? Welche Argumente und Haltungen gibt es in anderen kulturellen Regionen, die die bei uns bekannten bestätigen, ihnen widersprechen, sie vielleicht widerlegen und sie gegebenenfalls sinnvoll bereichern? Dabei versteht sich das Projekt nicht als kulturhistorisches; es richtet seinen Blick auf die Gegenwart, macht aber kulturelle Traditionen immer dann zum Thema, wenn sie in der aktuellen Debatte in Anspruch genommen werden oder eine erkennbare Rolle spielen.
Mit den obigen Ausführungen wird zugleich klar, daß der hier gebrauchte Begriff "Kultur" nicht in einem radikal nominalistischen Sinn zu verstehen ist. Die am Forschungsprojekt Beteiligten gehen vielmehr davon aus, daß Argumente, die vor unterschiedlichen kulturellen Hintergründen formuliert werden, untereinander kommunizierbar sind und sich wechselseitig etwas sagen, und daß Mitglieder verschiedener Kulturen unbegrenzt voneinander lernen können — allerdings in prinzipiell alle Richtungen.
Ebenso wenig ist ein kultureller Essentialismus unterstellt: Daß Kulturen eine reale Größe und keine bloße Folklore sind ("culture matters"), schließt weder aus, daß sie höchst synkretistische, synchron wie diachron widersprüchliche und wandlungsfähige Gebilde darstellen, noch daß kulturelle Faktoren immer nur in einem Zusammenspiel mit politischen, sozialen, ökonomischen und ökologischen Faktoren wirksam werden. Dabei sind diese Faktoren nicht nur als nationale, sondern auch als globale in Anschlag zu bringen.
Schon gar nicht soll "Kultur" als letzte normative Größe mißverstanden werden. In einer kulturellen Tradition zu stehen, ist ein Faktor, dem jede Ethik, gerade auch eine universalistische Prinzipienethik, Anerkennung zu zollen hat, es enthebt aber nicht der Kritik. Im Gegenteil kann die Berufung auf eine bestimmte Kultur sich selbst als ethisch problematisch erweisen. Worum es geht, ist, Argumente zur Kenntnis und ernst zu nehmen, sie zu Gehör zu bringen und sie auf gleichberechtigter Basis in einen gemeinsamen Diskurs einzubringen, ohne dessen Ergebnisse zu präjudizieren (eine Reihe informativer Arbeiten zu verschiedenen systematisch einschlägigen Aspekten von Kultur und Kulturalität findet sich in Matthes 1992; vgl. auch die Arbeiten von E. Holenstein, z.B. Holenstein 1998)
Trotz des zunächst empirischen Anspruchs des Projekts enthält der Begriff "kulturübergreifend" auch eine normative Dimension. Denn die empirische Bestandsaufnahme, die das Projekt zuallererst vornimmt, ist die Voraussetzung, auch die Chancen und Probleme für einen kulturübergreifenden Konsens in bioethischen Fragen zu eruieren — und ohne die Überzeugung, daß das, was sich heute in anderen Regionen der Welt abspielt, auch uns selbst betrifft, wäre das Projekt KBE kaum zustandegekommen. Es in rein objektivierender oder nur komparatistischer Perspektive zu betreiben, widerspräche nicht nur dem Begriff der Ethik selbst. Speziell die Bioethik wäre kein solch leidenschaftlich diskutiertes Thema, wenn sie nicht unmittelbar an elementare Fragen unserer eigenen Existenz und der der Gattung rührte.
Ein bioethischer Konsens erscheint dringend erforderlich, wenn nicht, mit unabsehbaren Folgen, einfach das schlechthin Machbare oder die pure Bedenkenlosigkeit die Standards setzen sollen. Es liegt auf der Hand, daß ein solcher Konsens nicht auf die Bestätigung des jeweils "kulturell Üblichen" — wenn sich ein solches denn eindeutig ermitteln ließe — hinauslaufen kann. Es liegt aber, zumal aus verantwortungsethischer Sicht, auch auf der Hand, daß er nicht über die Köpfe der Beteiligten und Betroffenen hinweg erzielt werden kann, wenn er akzeptierbar sein und von Überzeugungen getragen und damit überhaupt praktisch wirksam werden soll. Der anvisierte Konsens kann deshalb nicht durch eine standardisierte Auslegung der Inhalte universaler Normen ersetzt werden, sondern setzt die Suche nach dem Vorliegen der Möglichkeitsbedingungen einer konstruktiven Verständigung zwischen Kulturen voraus. Es geht also darum, ausgehend von der heuristischen Unterstellung des vernünftigen Interesses aller Beteiligten und Betroffenen an einem normativen Konsens zu untersuchen, welche Voraussetzungen hierfür in den jeweiligen Kulturen gegeben sind und welche gegebenenfalls einvernehmlich und aussichtsreich zur Geltung gebracht werden sollten. Erst im Anschluß daran ist es möglich, einen Konsens inhaltlich zu rechtfertigen und über die Auslegung seiner Inhalte zu diskutieren.
3.1.2 Zum Themenbereich "Bioethik"
Es dürfte zutreffen, daß ein übergreifender Konsens nicht für alle Fälle, die ein Thema der Bioethik sind, in gleicher Weise notwendig ist. Auch wenn aber spezifisch lokale Regelungen nicht durchweg unzureichend oder unangebracht sein mögen, so sind sie doch immer Teil einer Gesamteinstellung zu Fragen des menschlichen Lebens, die Auswirkungen auf die gemeinsame Zukunft hat und uns wechselseitig nicht gleichgültig lassen kann.
Dies ist zugleich der Grund für die thematische Breite des hier konzipierten Forschungsprogramms. Der Themenbereich "Bioethik" unterliegt zwar insofern einer Einschränkung (und entsprechend eingeschränkt ist der oben genannte Begriff der "life sciences" bzw. "Lebenswissenschaften" zu verstehen), als Fragen nach dem Leben überhaupt und somit auch dem nicht-menschlichen, nicht eigens thematisiert werden. Zweifellos ist die Art und Weise, wie der Mensch mit dem außermenschlichen Leben, also mit Pflanzen und Tieren umgeht, nicht nur für sich genommen ein wichtiger Gegenstand der Ethik, sondern auch für den Umgang des Menschen mit sich selbst von großer Bedeutung — zwischen beidem gibt es einen kritischen fließenden Übergang, etwa wenn die Forschung an Tieren zur Vorstufe der Forschung an Menschen wird. Das vorliegende Projekt ist sich dieses Zusammenhangs bewußt und wird ihn an gegebener Stelle thematisieren. Es muß sich aber aufgrund der einer "Forschergruppe" gezogenen quantitativen Grenzen eine sinnvolle Beschränkung auferlegen — nämlich auf die Bioethik im Sinne des richtigen Umgangs mit dem menschlichen Leben selbst.
Innerhalb des gesteckten Rahmens aber sollen eine Reihe systematisch miteinander verwobener Themen bearbeitet werden. In ihrem Zentrum stehen die durch die moderne Gentechnik aufgeworfenen ethischen Fragen. Sie sind von besonderer Brisanz und waren einer der Beweggründe für die Initiierung des Projekts. Es wäre aber wenig sinnvoll, sie isoliert zu behandeln, da die zu ihnen heute bezogenen Positionen erst verständlich werden, wenn man sie in einem größeren thematischen Zusammenhang betrachtet.
Dieser Zusammenhang betrifft allgemein das sich aus verschiedenen Facetten zusammensetzende Bild des Menschen (Schmidt 2002). Aufschlüsse über grundlegende Menschenbilder — bzw.: die praktisch wirksame meinungsbildende Sicht dieser Menschenbilder — geben u.a. die globalen Debatten über die Gültigkeit bzw. Relativität der Menschenrechte (s. z. B. Kühnhardt 1987, Rouner 1988, Hoffmann 1991, Schmale 1993, Maier 1997, Schweidler 1998, Kettner 1998, Schubert 1999a und 1999b, Göller 1999, Paul u.a. 2001) die namentlich die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts bestimmt haben und deren Konfliktlinien in der heutigen bioethischen Debatte wieder auftauchen. Auch diese Debatten sind deshalb im jeweils gebotenen Rahmen zu rekapitulieren.
Repräsentativ für bioethische relevante Menschenbilder sind insbesondere:
- Auffassungen von Beginn und Ende menschlichen Lebens. Diese Aufassungen sind für zahlreiche bioethische Problemfelder grundlegend. Sie werden in allen kulturenbezogenen Teilprojekten angesprochen.
Einstellungen zur menschlichen Individualität. Sie betreffen insbesondere das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft, das in allen Teilprojekten angesprochen wird, und die Frage der individuellen Verantwortung und Entscheidungsfähigkeit, die gesondert in den Problemfeldern Laienethik (Projekt "Gesundheitsmündigkeit, kulturübergreifend. Medizinethische und kulturgeschichtliche Wurzeln und aktuelle Herausforderungen" ) und "informed consent" (Projekt "Das Konzept der informierten Zustimmung (Informed Consent) und seine Konkretisierung in der internationalen Bioethik" ) behandelt werden.
- Vorstellungen von Gerechtigkeit und menschlicher Gleichheit im nationalen wie im internationalen Maßstab. Sie werden in einem assoziierten Projekt auf dem Gebieten der Allokation medizinischer Güter (Problemfeld HIV/AIDS, Projekt Unschuld) thematisiert.
Die einzelnen Projekte widmen sich deshalb nicht nur dem engeren durch die moderne Gentechnologie bestimmten Problembereich, auch wenn diesem aufgrund seiner Aktualität und Zukunftsträchtigkeit besondere Bedeutung zukommt. Sie halten sich offen für unterschiedliche Schwerpunktbildungen in den einzelnen Diskursen und unterschiedliche Zusammensetzungen des jeweiligen Gesamtbildes, in der Erwartung, so auch zu einem besseren Verständnis der Einstellungen zur Gentechnik und ihren Möglichkeiten zu kommen.
3.1.3 Gemeinsames Fragenraster der Projekte
Das Forschungsprojekt thematisiert bioethische Diskurse in einer Reihe unterschiedlicher Kulturen. Es geht davon aus, das abgesehen von der allen bioethischen Einstellungen gemeinsamen Struktur hinsichtlich ihrer Verkoppelung mit Menschenbildern sich in diesen Diskursen wiederkehrende Motive, Themen und Problemlagen finden.
Der Bezug auf diesen Komplex macht die Projekte untereinander kommunizierbar und ermöglicht, daß sie wechselseitig sukzessive von ihrem Fortgang profitieren. So widmen die Projekte dem folgenden Raster von Grundfragen geteilte Aufmerksamkeit:
Diskursteilnehmer
- Wie und von wem werden die Probleme der modernen Bioethik diskutiert? Gibt es meinungsbildende Gruppen? Welche Rolle spielen die Politik, religiöse Organisationen, Fachorganisationen und NGOs? Welche Rolle spielt insbesondere die Öffentlichkeit? Wie stellt sich das Verhältnis von "Lebens"- und Geisteswissenschaften in Bezug auf die bioethische Meinungsbildung dar?
Diskursthemen
- In welchen medizinischen, technischen, wissenschaftlichen oder sonstigen Bereichen werden bioethische Probleme vorrangig angesiedelt und thematisiert? Gibt es Themen oder Themenhierarchien, die sich von den uns bekannten unterscheiden?
- Was wird im nationalen und im internationalen Maßstab als regelungsbedürftig angesehen?
Diskursorientierungen
- Wie wird der internationale Bioethik-Diskurs, auch auf der Ebene internationaler Organisationen rezipiert? Welche Rolle und welche orientierende oder normative Kraft werden ihm beigemessen?
- Welche Bedeutung wird den einzelnen medizinethischen und philosophischen Traditionen in Hinblick auf die heute aktuellen Fragestellungen zugeschrieben bzw. kommt ihnen empirisch zu? Welcher normative Status wird kulturellen "Werten" zugeschrieben, und von welchen anderen normativen Konzepten werden sie abgegrenzt? In welchem Verhältnis werden sie zum normativen Anspruch einer globalen Makroethik gesehen? Gibt es hierbei erkennbare Veränderungen der Orientierung?
- Findet die Berufung auf Traditionen selektiv statt und unter eventueller Unterbietung oder Überbeanspruchung der Traditionen selber? Geben die Rückgriffe auf die Tradition diese stimmig wieder?
- Gibt es eine bestimmte Dynamik der Diskussion aufgrund "west-östlicher" Konfliktkonstellationen oder anderer Ursachen?
- Werden "weiche" Bereiche der Bioethik, in denen je relative Werte ihren legitimen Platz haben, und "harte" Bereiche, in denen dies nicht gilt, voneinander unterschieden, oder können solche Unterscheidungen getroffen werden?
Diskursinhalte
- Welche Rolle spielt das Konzept der "Person" mit unverwechselbarer, einmaliger Identität, der gegenüber ethische Verpflichtungen bestehen und die Träger individueller Rechte ist? Wie wird der Begriff des Menschen bestimmt? Wird der Begriff der "Person" gegebenenfalls vom Begriff des "Menschen" unterschieden? Welche signifikanten Folgen haben die begrifflichen Bestimmungen für praktische Entscheidungen?
- Welche Spezifik und welchen Rang haben gemeinschaftsorientierte und individuumsorientierte Ansätze? Wie verhalten sich beide Ansätze zueinander?
- Wo und — gegebenenfalls - wie wird Bezug genommen auf das Interesse nachkommender Generationen?
Externe Diskursbedingungen
- Wie ausschlaggebend sind die politischen, sozialen, demographischen, ökonomischen und ökologischen Rahmenbedingungen für die bioethischen Diskurse? Ist insbesondere der Faktor "Kultur" überhaupt eine unabhängige oder ausschlaggebende Größe? Wo erscheint er als authentisch, wo nur vorgeschoben? Welche Beharrungskraft hat er gegenüber der Dynamik des technisch-ökonomischen Komplexes, oder kommt er dieser Dynamik sogar entgegen?
Angeleitet durch diese Fragen, die im Fortgang der Forschung gegebenenfalls zu ergänzen oder zu modifizieren sind, sollen die zu untersuchenden Materialien aufgearbeitet und in ihren systematischen Zusammenhängen und Kontexten dargestellt werden. In einem regelmäßigen internen Abgleich zwischen den Projekten wird dabei ermittelt, ob die einzelnen Befunde verallgemeinerbar sind bzw. inwiefern den untersuchten Diskursen "typische" gemeinsame Merkmale eigen sind.
Hiermit wird die Basis gelegt, um in einem weiteren Schritt des Projektes Schlüsse für den Fortgang der interkulturellen bioethischen Diskussion ziehen zu können. Anleitende Fragestellungen dieser Projektphase sind:
- Wo liegen die wichtigsten Konfliktlinien in den heute weltweit geführten bioethischen Diskursen, wo liegen Übereinstimmungen, und wo liegen die wechselseitigen Anknüpfungspunkte, um gegebenenfalls zu Übereinstimmungen zu gelangen?
- Gibt es Argumente aus anderen kulturellen Kontexten, die die "westliche" bioethische Diskussion entscheidend beeinflussen oder bereichern könnten?
- Läßt sich von einem kulturell bedingten Normengefälle und/oder Normierungsgefälle sprechen, und, wenn ja, in welchen Punkten und in welchen Richtungen? Wie hat man gegebenenfalls hiermit umzugehen?
- Wie könnte eine "kulturübergreifende Bioethik" im Spannungsfeld zwischen möglichen kulturspezifischen Überzeugungen, theoretischen und praktischen Interessen und universalen ethischen Ansprüchen aussehen, und wie steht es um ihre Chancen?
Das Projekt behandelt somit komplexe Probleme im Schnittpunkt von ethisch-systematischen, empirisch-kulturwissenschaftlichen und medizinisch-naturwissenschaftlichen Fragestellungen. Eine solche Interdisziplinarität ist für die Formulierung einer "kulturübergreifenden Bioethik" unverzichtbar, sollen sich
- die kulturwissenschaftlichen Ansätze nicht auf bloße Komparatistik reduzieren,
- die ethisch-systematischen nicht kulturhermeneutisch blind und sachlich uninformiert bleiben und
- die naturwissenschaftlich-medizinischen sich nicht an bloßer Machbarkeit orientieren.
3.2. Regionaler Bezug
Das Forschungsprojekt verfolgt seine systematischen Themen in einer besonderen Fokussierung auf bestimmte Regionen bzw. Kulturräume: nämlich auf Ostasien, die buddhistische und die islamische Welt und, als ständigen Bezugspunkt des Vergleichs und Gegenstand einer eigenen Analyse (Projekt "Nutzenkultur versus Normkultur. Zu den intrakulturellen Differenzen in der westlichen Bioethik"), den "Westen". Das Projekt will hiermit zunächst ausgewiesene Schwerpunkte setzen, um eventuell später Ausweitungen vornehmen zu können.
Einen solchen Schwerpunkt bildet mit Arbeiten zu China (Projekt: "Menschenbilder in der aktuellen bioethischen Diskussion in China" ), Japan (Projekt: "Bioethische Konflikte und das Bild des Menschen in Japan: Eine Untersuchung des intellektuellen Diskurses, der institutionellen Regelfindung und der öffentlichen Meinungsbildung sowie ihres Zusammenwirkens") und Südkorea (Projekt: "Bioethische Diskurse in Südkorea") die Region Ostasien. Hier vollzieht sich seit einiger Zeit eine besonders dynamische Entwicklung der Biotechnologie und der biotechnologisch gestützten Medizin. "Biotechnology has achieved a high priority status in the whole region which has become a strong contender to the development of biotechnology in North America and Europe." (Brauer 1995, Introduction. S. a. Schmid u.a. 1995, Swinbanks 1998, Döring 2000, Triendl 2000) Ostasiatische Länder sind am Humangenomprojekt beteiligt und intensivieren die Forschung.
Diese Entwicklungen haben zu einer bemerkenswerten bioethischen Diskussion in Ostasien beigetragen, die auch länderübergreifend geführt wird, vor allem über die 1995 gegründete "East Asian Association for Bioethics" EAAB und die 1997 aus ihr hervorgegangene "Asian Bioethics Association" ABA. Wichtigstes Forum ist das 1995 an die Stelle des älteren Eubios Ethics Institute Newsletter getretene Eubios Journal for Asian and International Bioethics (EJAIB) des Eubios Ethics Institute in Christchurch und Tsukuba, die offizielle Zeitschrift der ABA und des "International Union of Biological Sciences (IUBS) Bioethics Program". Gut dokumentiert sind auch bedeutenden Konferenzen in Japan, China und Korea (Bernard u.a. 1988, Fujiki und Macer 1992, 1994 und 1998, Lam 1998, Nihon University 2000, Döring 2001a, Citizen Panel Report 1999).
Die betreffenden, mit großem Selbstbewußtsein auftretenden asiatischen Länder greifen die westlichen Diskussionen auf und orientieren sich über weite Strecken an ihnen. Sie sehen sich häufig aber auch in der Nachfolge alter, spezifischer Werte bzw. Wertesysteme, die sich von denen des "Westens" unterscheiden sollen. Hierbei wird u.a. — in einer modernisierungstheoretisch interessanten Revision Max Webers — die Auffassung vertreten, daß Ostasien auf gentechnischem Gebiet sogar über das größere Entwicklungspotential verfüge, da sich hier - konkret in der konfuzianischen Tradition - der Mensch nicht mit Bedenken gegenüber Eingriffen in eine göttliche Schöpfung herumzuschlagen habe, sondern selbst "Gott spielen" dürfe (Li Ruiquan [Lee Shui-chuen] 1999, 130ff.). Neben der Reklamierung einer eigenen "asiatischen" Rolle gibt es zwischen den ostasiatischen Ländern aber auch eine interne Konkurrenz um "Identität" und signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern und Traditionen. So verfügt etwa Südkorea über ein starkes christliches Element.
Die Diskussion in Ostasien lehnt sich somit teils an die westliche an, grenzt sich aber auch teils von ihr ab und greift gegen sie auf eigene Traditionen zurück. Hierbei spielen Argumente, wie sie aus der "Asian values"-Debatte der 90er Jahre bekannt sind (Roetz 2001), eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die betreffenden Stellungnahmen aber nur als Ausdruck eines ideologischen "Asianismus" zu betrachten, hieße zu übersehen, daß sie entscheidend von den offenbaren Defiziten und Unklarheiten der im Westen vertretenen Bioethik bzw. Bioethiken leben — etwa dann, wenn sowohl zwischen den westlichen Ländern wie innerhalb ihrer eine verwirrende Widersprüchlichkeit im Umgang mit menschlichen Embryonen registriert wird oder mit Erstaunen die bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts hineinreichende westliche Geschichte der eugenischen Zwangssterilisation (Weingart, Kroll und Bayertz 1992, Kühl 1997) zur Kenntnis genommen wird (Döring 1998). Der Blick nach "außen" zeigt also nicht nur mögliche neue Argumente, sondern erinnert auch an die wunden Punkte des Bekannten.
Sehr ähnliche Beobachtungen lassen sich in anderen asiatischen Regionen und Kulturen machen. Wichtig ist neben Ostasien die Region Süd- und Südostasien mit einer Reihe wirtschaftlich aufstrebender Staaten, die von sehr verschiedenen Traditionen beeinflußt sind. Zu diesen Traditionen gehören vorrangig die des Buddhismus. Die aktuellen einschlägigen Entwicklungen in der buddhistischen Ethik sind Gegenstand von Projekt 4. Der Buddhismus, der auch für die genannten ostasiatischen Länder von Bedeutung ist, liefert im Vergleich zu den anderen im Projekt untersuchten Ethiken äußerst interessante und herausfordernde alternative ethische Paradigma. So lehnen buddhistische Ethiker beispielsweise die Organtransplantation als unethisch ab, sehen aber kaum ethische Probleme hinsichtlich der Technik des Klonens.
Von starkem Einfluß auf die asiatischen Gesellschaften ist ferner der Islam, der Gegenstand des Projekts: "Bioethische Fragen im Kontext des islamischen Rechts und seiner Rezeption durch Angehörige des medizinischen Standes" ist und auch in Projekt "Gesundheitsmündigkeit, kulturübergreifend. Medizinethische und kulturgeschichtliche Wurzeln und aktuelle Herausforderungen" thematisiert wird. Der Islam ist mit ca. 1 Milliarde Anhängern eine der großen Weltreligionen und kann auf eine reiche medizinethische Tradition zurückblicken. Eine Gemeinsamkeit mit Ostasien — und damit eine gute Vergleichsbasis — ergibt sich aus der (partiellen) Frontstellung zum "Westen". Der Islam ist auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil in Deutschland zahlreiche Muslime leben, die das hiesige medizinische System in Anspruch nehmen. Das Forschungsprojekt thematisiert die gegenwärtig im Islam entwickelte biomedizinische Ethik (Projekt "Bioethische Fragen im Kontext des islamischen Rechts und seiner Rezeption durch Angehörige des medizinischen Standes") zunächst mit Blick auf die arabischen Länder, um sich dann auch dem indischen und südostasiatischen Islam zuzuwenden.
Bei einer möglichen künftigen regionalen Ausweitung des Projektes ist vor allem an eine Ergänzung um Afrika (inzwischen mit Kamerun und Südafrika mit zwei Sitzen im Board of Directors der "International Association for Bioethics" IAB vertreten) Lateinamerika, Osteuropa und die jüdische Bioethik gedacht. Es ist zu erwarten, daß die bis dahin vorliegenden Ergebnisse und Erfahrungen, vor allem hinsichtlich der Erarbeitung systematischer Fragestellungen und einer Klärung des bioethischen Kulturbegriffs, auch für andere regionale Kontexte signifikant sind und auf sie übertragen werden können.
4. Die Einzelprojekte des Forschungsverbunds "Kulturübergreifende Bioethik": Übersicht und Kurzbeschreibung
5.1. Systematische Übersicht (Projekte 2002-2007)
A. Projekte mit regionalem Kulturbezug:
"Menschenbilder in der aktuellen bioethischen Diskussion in China"
(Prof. Dr. phil. Heiner Roetz, Geschichte und Philosophie Chinas, Ruhr-Universität Bochum)
"Bioethische Konflikte und das Bild des Menschen in Japan: Eine Untersuchung des intellektuellen Diskurses, der institutionellen Regelfindung und der öffentlichen Meinungsbildung sowie ihres Zusammenwirkens"
(Prof. Dr. phil. Dr. h. c. Josef Kreiner, Japanologie, Universität Bonn,
Prof. Dr. phil. Wolfgang Marx, Philosophie, Universität Bonn)
"Bioethische Diskurse in Südkorea"(Prof. Dr. phil. Marion Eggert, Sprache und Kultur Koreas, Ruhr-Universität Bochum, Prof. Dr. phil. Christofer Frey, Ev. Theologie, Ruhr-Universität Bochum)
"Bioethische Fragen im Kontext des islamischen Rechts und seiner Rezeption durch Angehörige des medizinischen Standes"(Prof. Dr. phil. Gerhard Endreß, Arabistik/Islamwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum)
B. Projekt mit kulturenübergreifender Sachthematik
"Das Konzept der informierten Zustimmung (Informed Consent) und seine Konkretisierung in der internationalen Bioethik"
(Prof. Dr. med. Claudia Wiesemann, Ethik und Geschichte der Medizin, Universität Göttingen, PD Dr. med. Dr. phil. Nikola Biller-Andorno, Lehrstuhl für Biomedizinische Ethik, Ethik-Zentrum, Universität Zürich)
Assoziiertes Projekt
"Wertfindung und Wertumsetzung im interkulturellen Vergleich am Beispiel der Reaktion auf HIV/AIDS in Deutschland/USA und in China"
(Prof. Dr. phil. Dr. med. habil. Paul Ulrich Unschuld, Geschichte der Medizin, Universität München)
4.2. Kurzbeschreibungen aller Projekte
Menschenbilder in der aktuellen bioethischen Diskussion in China (H. Roetz, Mitarbeiter: Dr. des. Ole Döring)
Aufgrund seines Bevölkerungsreichtums, seiner boomenden Industrien, seiner im internationalen Vergleich stets wichtiger werdenden Forschung, seiner starken Präsenz in internationalen Gremien, seines Anspruch auf einen eigenen, vom "Westen" unterschiedenen Weg und seiner entsprechenden Sprachrohrfunktion für viele "nicht-westliche" Länder kommt China für das Thema einer kulturübergreifenden Bioethik eine Schlüsselrolle zu.
Das Projekt widmet sich dem Menschenbild bzw. den unterschiedlichen Menschenbildern in der zeitgenössischen bioethischen Diskussion in China — vor allem in der Volksrepublik, aber auch in Taiwan und Hongkong —, die für die konkrete Ausrichtung der Bioethik in Theorie und Praxis grundlegend bzw. kennzeichnend sind, und untersucht ihren Niederschlag vor allem in spezifischen Anwendungsfeldern, vor allem in der Reproduktionsmedizin.
Bioethische Konflikte und das Bild des Menschen in Japan: Eine Untersuchung des intellektuellen Diskurses, der institutionellen Regelfindung und der öffentlichen Meinungsbildung sowie ihres Zusammenwirkens (J. Kreiner, W. Marx, R. Horres, H. D. Ölschleger, Mitarbeiter: Dr. Christian Steineck)
Japan-Projekt weist als einziges asiatisches Land einen gleichen Modernisierungsstand auf wie die nordatlantischen Industrieländer. Dies gilt auch für die Hochtechnologien, die besonderer Diskussion auf institutioneller wie gesellschaftlicher Ebene bedürfen. Für eine kulturübergreifende Bioethik ist Japan deshalb sowohl als Vergleichsgegenstand wie auch als Dialogpartner von großer Bedeutung.
Das Projekt untersucht in je einer philosophischen, politologischen und soziologischen Teilstudie a) die Menschenbilder, die in den bioethischen Debatten in Japan eine normative Funktion erfüllen und die ethischen Argumentationen auf den Ebenen intellektueller Diskurse, b) die institutionelle und politische Regelfindung in Fragen der modernen Biotechnologie und c) die bioethisch relevanten gesellschaftlichen Wertorientierungen. Spezielles Gewicht wird dabei auf die kritische Untersuchung von Entwürfen gelegt, die mit dem Anspruch einer eigenen, spezifisch japanischen Wertorientierung auftreten.
Bioethische Diskurse in Südkorea (M. Eggert, Ch. Frey, Mitarbeiter: Dr. Phillan Joung, Joon Huh M. A.)
Südkorea zählt wirtschaftlich und politisch zu den wichtigsten Ländern Asiens. Es hat einen entwicklungstheoretisch interessanten, trotz seiner Problematik oft als modellhaft angesehenen Weg in die industrielle Moderne genommen und verfolgt derzeit ambitionierte und weit gediehene Programme im Bereich der Gentechnologie. Die koreanische Gesellschaft ist ferner ein Schmelztiegel, in dem sich das Aufeinandertreffen der verschiedensten Kulturen in seinen Auswirkungen auf die Bioethik exemplarisch verfolgen läßt.
Das Forschungsvorhaben unternimmt zunächst eine Aufarbeitung der aktuellen bioethischen Diskurse in Südkorea vor dem Hintergrund der praktisch-technischen Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen der Identität und Integrität menschlichen Lebens vor allem im Problemfeld der Gentechnologie, aber auch in den Problemfeldern Schwangerschaftsabbruch, Euthanasie und Hirntod. Untersucht werden die Entwicklungstendenzen, die Argumentationsmuster und das normative Grundvokabular der öffentlichen, christlich-kirchlichen, politischen und fachinternen Diskurse.
Da im Falle Koreas die traditionellen Medizinethiken und die noch heute in Rechnung zu stellenden traditionellen Menschenbilder so gut wie nicht aufgearbeitet sind, sind auch sie Gegenstand des Projekts.
Buddhistische Bioethik: Grundlagen und aktuelle Positionen (K. Klaus, Mitarbeiter: Dr. Jens Schlieter)
Die Lehren und ethischen Paradigmen des Buddhismus sind für den asiatischen Raum von zentraler Bedeutung. Kern des Projekts ist die Darstellung und Analyse der im zeitgenössischen Buddhismus geführten bioethischen Diskussionen, vor allem in der Theravâda- und der Mahâyâna-Tradition. Ein besonderes Interesse gilt dabei den Punkten (z. B. Klonen und Organspende), an denen die buddhistische Tradition zu anderen Begründungen und Bewertungen als der "Westen" kommt.
Das Projekt untersucht ferner die anthropologischen und philosophischen Fundamente der ermittelten bioethischen Positionen. Leitfrage wird dabei sein, welchen Stellenwert die Lehren von Karma und Wiedergeburt, die Vorstellung der Person und die Maxime des "Nicht-Verletzens" in den gegenwärtigen Diskussionen haben.
Bioethische Fragen im Kontext des islamischen Rechts und seiner Rezeption durch Angehörige des medizinischen Standes (G. Endreß, Mitarbeiter: Dr. Thomas Eich)
Das Projekt widmet sich der gegenwärtigen innerislamischen Diskussion, in der bioethische Fragen einen breiten Raum einnehmen. Die Relevanz dieser Diskussion für eine interkulturelle Untersuchung zur Bioethik ist angesichts des hohen Anteils islamisch geprägter Gesellschaften an der Weltbevölkerung offenkundig.
Das Projekt untersucht den Themenkomplex im Hinblick auf Paradigmen in der Beziehung zwischen der islamischen Jurisprudenz und ihren Vertretern auf der einen Seite sowie Angehörigen des medizinischen Standes auf der anderen Seite. Dabei soll neben der Herausarbeitung bioethisch relevanter Stellungnahmen und ihnen zugrundeliegender Prinzipien im islamischen Kontext die Rolle und das Ausmaß der normativen Funktion des islamischen Rechts für die Lösung eines zeitgenössischen Problemkomplexes aufgezeigt werden.
Nutzenkultur versus Normkultur. Zu den intrakulturellen Differenzen in der westlichen Bioethik (W. Schweidler, Mitarbeiter: Dr. Henrik Lesaar)
Das Projekt untersucht einen strukturellen Grundkonflikt in der europäischen Bioethik zwischen einer rigoristischen Ethik des absoluten Schutzes der Menschenwürde und der Unantastbarkeit jeden menschlichen Lebens auf der einen Seite und einer utilitaristischen Ethik der Steigerung und Sicherung der Lebensqualität einer möglichst großen Anzahl von Menschen unter Inkaufnahme der Relativierung der Rechte anderer menschlicher Wesen auf der anderen. Es geht den Auswirkungen des Konflikts auf die aktuelle Gesetzgebung und seinen Hintergründen in den unterschiedlichen Rechtstraditionen der europäischen Geistesgeschichte nach.
Das Projekt macht hiermit darauf aufmerksam, daß kulturelle Differenz als Ursache ethischer Konflikte nicht nur als ein Problem des Gegensatzes zwischen "dem Westen" und anderen Zivilisationen angegangen werden kann. Es arbeitet die innerkulturellen Divergenzen heraus, die verschiedenen Traditionen und geschichtlichen Hintergründen "unseres" ethischen Bewußtseins entspringen und die innerhalb des Ringens um die Bewältigung des biomedizinischen Fortschritts zu Spannungen, Inkonsistenzen und dilatorischen Kompromissen führen.
Das Konzept der informierten Zustimmung (informed consent) und seine Konkretisierung in der internationalen Bioethik (C. Wiesemann, N. Biller-Andorno, Mitarbeiter: Florian Braune M. A.)
Die "informierte Zustimmung" (informed consent) als Voraussetzung medizinischer Interventionen zu therapeutischen oder Forschungszwecken ist ein in internationalen Deklarationen anerkanntes Schlüsselkonzept der bioethischen Praxis. Es handelt sich dabei jedoch um ein allgemeines, unterbestimmtes Prinzip, das einer Konkretisierung bedarf, die in Abhängigkeit vom jeweiligen soziokulturellen Kontext vorgenommen wird. Diese Ausgestaltungen, die entweder mehr die individuelle (individual informed consent) oder die gemeinschaftliche (community consent) Zustimmung betonen, fallen in der europäisch-nordamerikanischen ("westlichen") Bioethik häufig anders aus als etwa in der chinesischen.
Projekt untersucht das konkrete Verständnis von informed consent in einer Reihe ostasiatischer (China, Korea, Taiwan) und westlicher (Deutschland, England, Frankreich, USA) Gesellschaften und seine genaue Rolle in normativen Texten internationaler Organisationen wie WHO und UNESCO.
Gesundheitsmündigkeit, kulturübergreifend. Medizinethische und kulturgeschichtliche Wurzeln und aktuelle Herausforderungen (H. M. Sass, Mitarbeiter: Dr. med. Dr. phil. Ilhan Ilkilic)
Das Projekt erschließt Konzepte zur Gesundheitsmündigkeit von Laien (health literacy) anhand von Regelwerken und Anweisungen zu Gesundheitspflege, Ernährung, Beruf und Lebenswandel und Krankheitsvermeidung aus einschlägigen Werken der historischen und gegenwärtigen Medizinliteratur Chinas, des Nahen Ostens und Europas.
Das Projekt nähert sich der Frage der Kulturalität in der Medizin gleichsam "von unten her" aus der Perspektive der Patienten und medizinischen Konsumenten unterschiedlicher Kulturen. Es untersucht die Rolle der Nutzer medizinischer Produkte, um Probleme, Handlungsmotive und Werte in der medizinisch-pharmazeutischen Alltagspraxis besser zu verstehen. Die erarbeiteten Materialien sollen transkulturell zur Verfügung gestellt und in die sich abzeichnenden Diskussionen um Leistungen und Grenzen einer prädiktiven und präventiven Medizin in einer sich globalisierenden Markwirtschaft eingeführt werden.
Assoziiertes Projekt:
Wertfindung und Wertumsetzung im interkulturellen Vergleich am Beispiel der Reaktion auf HIV/AIDS in Deutschland/USA und in China (P. U. Unschuld)
Das Projekt vergleicht die Reaktionen zweier üblicherweise als kulturell stark divergent eingeschätzten Regionen, nämlich Deutschland/USA auf der einen und China auf der anderen Seite, auf eine konkrete medizinische Herausforderung mit weitreichenden ethischen Implikationen — die gemeinsame Bedrohung durch HIV/AIDS. Es untersucht die Dynamik der Wertfindung und der politischen und administrativen Wertumsetzung und eruiert dabei den Anteil der jeweiligen kulturellen, historischen, politischen und ökonomischen Bedingungen. Die Analyse des Verhaltens in einer provozierenden Krisensituation soll Aufschluß geben über die Frage, ob traditionelle Weltanschauungen oder aber die Zwänge der jeweiligen politischen, gesellschaftlich-strukturellen und schließlich ökonomischen Situation maßgebend sind, und zugleich die realistischen Chancen zukünftiger Konvergenzen in der Bioethik beleuchten.
5. Interdisziplinarität des Forschererbands
Das Forschungsprojekt ist nur in einer breiten Interdisziplinarität durchführbar. Es erfordert insbesondere drei Gruppen von Kompetenzen:
- Kompetenzen kultur- und regionalwissenschaftlicher Art unter Einschluß der Kenntnis der jeweiligen Sprachen
- Kompetenzen (bio)ethisch-systematischer Art, und
- Kompetenzen medizinisch-naturwissenschaftlicher Art
Die Betreuer/innen und Mitarbeiter/innen der Einzelprojekte vertreten entsprechend ein weites Spektrum von Fachrichtungen. Vertreten sind die Fächer Philosophie, Theologie, Sinologie, Japanologie, Koreanistik, Indologie, Arabistik und Islamwissenschaft, Medizinethik, Medizingeschichte und Medizin.
Die Mehrzahl der Projekte des Forschungsverbunds sind an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) angesiedelt. Hier gibt es bereits bedeutende biomedizinische Initiativen, die ein günstiges Umfeld schaffen:
das von Prof. Dr. Hans-Martin Sass (Antragsteller "Gesundheitsmündigkeit, kulturübergreifend. Medizinethische und kulturgeschichtliche Wurzeln und aktuelle Herausforderungen" ) mit begründete "Zentrum für Medizinische Ethik", dessen Reihe "Medizinethische Materialien" für Publikationen des Forschungsverbunds zur Verfügung steht den interdisziplinären "Arbeitskreis medizinische Ethik", eine zentrale Einrichtung der RUB unter der Geschäftsführung von Prof. Sass, sowie- das von Prof. Dr. Rolf Heumann (Neurobiochemie) 1998 ins Leben gerufene interdisziplinäre Vortrags- und Diskussionsforum "RUBio-Ethik".
Weitere Projekte des Forschungsverbunds werden an den Universitäten Bonn und Göttingen durchgeführt.
Als Fachberater des Forschungsverbunds stehen u. a. klinische Mediziner der RUB zur Verfügung, die sich seit längerem mit Fragen der Medizinethik beschäftigen und Mitglieder des "Zentrums für Medizinische Ethik" sind (Prof. Dr. med. Herbert Neumann, PD Dr. med. Johann Spittler, Prof. Dr. med. Michael Zenz). Der Forschungsverbund steht überdies in intensivem Kontakt mit einer Vielzahl ausländischer Bioethiker und Naturwissenschaftler.
Angeführte Literatur
Akademie für Wissenschaft und Klinik der Chinesischen Medizin und Jean Weinfeld, Hg., 1998, Biologie einer Ethik. Die Bioethik im Blickfeld ihrer Globalisierung, Berlin: Die Werkstatt-Schriften
Baker, R. (1998): A Theory of International Bioethics: Multiculturalism, Postmodernism, and the Bancruptcy of Fundamentalism. Kennedy Institute of Ethics Journal 8 (3) S. 201-232
Bayertz, Kurt, 1993, GenEthik, Reinbek: Rowohlt (engl. Übers. GenEthics. Technological Intervention in Human Reproduction as a Philosophical Problem, Cambridge UP 1995)
Bayertz, Kurt, Moralischer Konsens, Ffm: Suhrkamp, 1996
Beauchamp, Tom L., und Childress, James F., 1989, Principles of Biomedical Ethics, Oxford UP
Becker, Gerhold K., 1996, Hg., Changing Nature's Course: The Ethical Challenge of Biotechnology, Hong Kong: Hong Kong UP
Becker, Gerhold K., 2000, Hg., The Moral Status of Persons: Perspectives on Bioethics, Studies in Applied Ethics Series, Amsterdam/Atlanta: Rodopi
Beckmann, Jan P., Hg., 1996, Fragen und Probleme einer medizinischen Ethik, Berlin/New York: De Gruyter
Bernard, Jean, Kajikawa, Kin’ichi, u. Fujiki, Norio, 1988, Human dignity and medicine : proceedings of the Fukui Bioethics Seminar held in Fukui, Japan, 10-12 April 1987, Amsterdam u. New York: Excerpta Medica
Bioethics Yearbook, 1992, Regional Developments in Bioethics, 1989-1991, ed. by B. Andrew Lustig, Boston: Kluwer Academic
Bioethics Yearbook, 1995, Regional Developments in Bioethics, 1919-1993, ed. by B. Andrew Lustig, Boston: Kluwer Academic
Birnbacher, Dieter, 1995, Verantwortung für zukünftige Generationen, Ditzingen: Reclam, 2. Aufl.
Birnbacher, Dieter, Hg., 2000, Bioethik als Tabu? Toleranz und ihre Grenzen, Münster: LIT
Brauer, Dieter, Hg., 1995, Biotechnology, Volume 12, Legal, Economic and Ethical Dimensions, John Wiley & Sons
Brody, E. B., 1993, Biomedical Technology and Human Rights, Paris: UNESCO, und Aldershot u. Brookfield: Dartmouth Publishing Company
Caplan, Arthur L., 1992, When Medicine Went Mad, Totowa: Humana Press, 1992
Caplan, Arthur L., 1997, Am I My Brother’s Keeper? The Ethical Frontiers of Biomedicine, Bloomington and Indianapolis: Indiana University Press
Childress, James F., 1997: Practical reasoning in bioethics. Bloomington u.a., Indiana UP
Chinese and International Philosophy of Medicine, (Zhong wai yixue zhexue), Hg. von Qiu Renzong, Engelhardt, Becker u.a., Swets und Zeitlinger, Lisse (Niederlande) seit 1998
Christakis, N., u. Panner, M.J. (1991): Existing international ethical guidelines for human subjects research: some open questions. Law Medicine and Health Care 19 (3-4) S.214-221
Christakis, N.A. (1992): Ehics are local: engaging cross-cultural variation in ethics for clinical research. Social Science and Medicine 35 (9) S.1079-1091
Citizen Panel Report (Soeul 1999), www.unessco.or.kr/cc/eng.html
Cohen, Daniel, Die Gene der Hoffnung. Die Enschlüsselung des menschlichen Genoms und der Fortschritt in der Medizin , Pieper 1995
Cowar, H., und Ratanakul, R., Hg., 1999, A Cross-Cultural Dialogue on Health Care Ethics, Waterloo, ON: Wilfrid Laurier UP
Dickenson, D.L., 1999, "Cross-cultural issues in European bioethics", Bioethics 13 (3-4), 249-255
Dickson, David, 1998a, "China brings in regulations to put a stop to 'genetic piracy'", Nature Vo. 395 No. 6697, S. 5
Dickson, David, 1998b, "Back on track: the rebirth of human genetics in China", Nature Vol. 396 No. 6709, S. 303-306
Döring, Ole, 1997, Technischer Fortschritt und kulturelle Werte in China. Humangenetik und Ethik in Taiwan, Hongkong und der Volksrepublik China, Hamburg: Institut für Asienkunde
Döring, Ole, 1998, "'Eugenik' und Verantwortung: Hintergründe und Auswirkungen des 'Gesetzes über die Gesundheitsfürsorge für Mütter und Kinder'", China aktuell 8/98, S. 826-835
Döring, Ole Hg., 1999, Chinese Scientists and Responsibility. Ethical Issues of Human Genetics in Chinese and International Contexts, Hamburg: Institut für Asienkunde
Döring, Ole, 2000, "DNS Peking, DNS Schanghai. Planziel: China will Asiens größte Macht in der Biotechnologie und Genforschung werden", Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.5.2000
Döring, Ole, und Chen Renbiao Hg., 2001a, Advances in Chinese Medical Ethics: Chinese and International Perspectives. Proceedings of the 'Second Sino-German Interdisciplinary Symposium about Medical Ethics in China: Medical Ethics in Clinical Medicine, Medical Theory and Research, and in Medical Education', Shanghai, October 19-23, 1999, Hamburg: Institut für Asienkunde, und Shanghai
Döring, Ole, 2001b, "Das Gelbe vom Gen. Global umdenken: Bioethik, deutsch-japanisch in Berlin", FAZ 21.12.01, S. 46.
Engelhardt, H. Tristram Jr, 1996, The Foundations of Bioethics, 4. Aufl., Oxford u. New York: Oxford UP
Engelhardt, Hugo Tristram jr., 1997, „Japanese and Western Bioethics: Studies in Moral Diversity", in Kazumasa Hoshino, Hg., Japanese and Western Bioethics. Studies in Moral Diversity, Dordrecht: Kluwer, 1-10 (keynote article)
Engels, Eve-Marie, 1998, Ethik der Biowissenschaften. Geschichte und Theorie. Beitr. zur 6. Jahrestagung d. DGGTB in Tübingen 1997, VWB
Engels, Eve-Marie, 1999, Biologie und Ethik , Ditzingen: Reclam
Eser, Albin, Wolfgang Frühwald, Ludger Honnefelder, Hubert Markl, Johannes Reiter, Widmar Tanner und Ernst-Ludwig Winnacker, 1997, "Klonierung beim Menschen. Biologische Grundlagen und ethisch rechtliche Bewertung", Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik B.d 2 (Stellungnahme für den Rat für Forschung, Technologie und Innovation April 1997)
Evanoff, Richard, 2000, " The Concept of 'Third Cultures' in Intercultural Ethics" , EJAIB 10 (July 2000), 126-29
Flack, Harley E., und Pellegrino, Edmund D., 1992, African-American Perspectives on Biomedical Ethics, Washington: Georgetown University Press
Fletcher, John C., and Wertz, Dorothy, ed., 1989, Ethics and human genetics: A Cross-Cultural Perspective, Berlin u.a.: Springer
Fujiki, Norio, u. Macer, Darryl R. J., Hg., 1992, Human Genome Research and Society. (Proceedings of the Second International Bioethics Seminar in Fukui, 20-21 March, 1992); Christchurch: Eubios Ethics Institute
Fujiki, Norio, u. Macer, Darryl R. J., Hg., 1994, IntractableNeurological Disorders, Human Genome Research and Society. Proceedings of the Third International Bioethics Seminar in Fukui, Christchurch: Eubios Ethics Institute
Fujiki, Norio, u. Macer, Darryl R. J., Hg., 1998, Bioethics in Asia. The Proceedings of the UNESCO Asian Bioethics Conference (ABC97) and the WHO-assisted Satellite Symposium on Medical Genetics Services, 3-8 Nov, 1997 in Kobe/Fukui, Japan; 3rd MURS Japan International Symposium; 2nd Congress of the Asian Association of Bioethics; 6th International Bioethics Seminar in Fukui, Christchurch: Eubios Ethics Institute
Gerhardt, Volker, "Selbstachtung. Zur Entschlüsselung des menschlichen Genoms", Merkur 54 (2000) 7, S. 641-645
Göller, Thomas Hg., 1999: Philosophie der Menschenrechte: Methodologie, Geschichte, kultureller Kontext. Göttingen: Cuvillier
Habermas, Jürgen, 2001, Die Zukunft der menschlichen Natur. Auf dem Wege zurliberalen Eugenetik? Ffm: Suhrkamp
Hare, R. M., 1993, Essays on Bioethics, Oxford UP
Hauser-Schäublin, Brigitta, Vera Kalitzkus u. Imme Petersen, Der geteilte Leib, Ffm: Campus, 2001
Hoffmann, Johannes, 1991, Hg., Begründung von Menschenrechten aus der Sicht unterschiedlicher Kulturen, Frankfurt/M.: Verlag für interkulturelle Kommunikation
Holenstein, Elmar, 1998, Kulturphilosophische Perspektiven, Frankfurt/M.: Suhrkamp
Honnefelder, Ludger, 2001, http://warp6.dva.de/sixcms/detail.php?id=75661, Pressemeldung dpa 13.03.2001
Honnefelder, Ludger, und Rager, Günter, 1994, Ärztliches Urteilen und Handeln. Zur Grundlegung einer medizinischen Ethik, Frankfurt/M.: Insel
Hörster, Norbert, Abtreibung im säkularen Staat, Ffm: Suhrkamp, 1991
Hoshino Kazumasa, Hg., 1997, Japanese and Western Bioethics. Studies in Moral Diversity, Dordrecht: Kluwer
Illhard, Franz J., 1985, Medizinische Ethik. Ein Arbeitsbuch. Heidelberg
International Bioethics Committee, 1995, "Bioethics and human population genetics research", Final version - 15 November, 1995 (Internet).
Irrgang, Bernhard, 1995, Grundriss der mediszischen Erthik, UTB
Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik, Bd. 1 1996, Hg. C. F. Gethmann und L. Honnefelder, Bd. 2-6 1997-2000, Hg. L. Honnefelder und C. Streffer
Jonas, Hans, 1987, Technik, Medizin und Ethik, Ffm: Insel
Kettner, Matthias (1998): Die modernen Menschenrechte - eurogen oder eurozentrisch? In Jörn Rüsen Hg.: Jahrbuch 1997/98. Kulturwissenschaftliches Institut: Essen (S.103-119).
Kitcher, Philip, 1998, Genetik und Ethik , München: Luchterhand
Koslowski, Peter, Hg., 1982, Die Verführung dirch das Machbare. Ethische Konflikte in der modernen Medizin und Biologie , Stuttgart 1982
Kühl, Stefan, 1997, Die Internationale der Rassisten. Aufstieg und Niedergang der internationalen Bewegung für Eugenik uind Rassenhygiene im 20. Jahrhundert, Ffm, New York: Campus
Kühnhardt, Ludger, 1987, Die Universalität der Menschenrechte, München: Olzog
Lam, S. T. S., Hg., 1998, Shape and Perspectives of a Chinese Gen-ethics: The Contribution of Hong Kong. Proceedings of 1st Hong Kong Medical Genetics Conference 25-27 January 1997, Hong Kong: Hong Kong Society of Medical Genetics
Lenk, Hans, 1992, Zwischen Wissenschaft und Ethik, Ffm: Suhrkamp
Lesser, William, 1991, Equitable Patent Protection in the Developing World. Issues and Approaches, Christchurch
Li Ruiquan, Rujia shengming lunlixu, Taipei 1999
Löw, Reinhard, u. Schenk, Richard, Hg., 1993, Natur in der Krise. Philosophische Essays zur Naturtheorie und Bioethik. Hildesheim
Macer, Darryl R.J., 1990, Shaping Genes: Ethics, Law and Science of using new Genetic Technology in Medicine and Agriculture , Christchurch: Eubios Ethics Institute
Macer, Darryl R.J., 1992, Attitudes to Genetic Engineering: Japanese and International Comparisons, Christchurch: Eubios
Macer, Darryl R. J., 1994, Bioethics for the People by the People, Christchurch: Eubios
Macer, Darryl R. J., 1998a, Bioethics is Love of Life An alternative textbook on cross-cultural ethics; Christchurch: Eubios
Macer, Darryl R. J., 1998b Hg., Ethical Challenges as we approach the end of the Human Genome Project, Christchurch: Eubios
Macklin, R. (1999): Against Relativism. Cultural Diversity and the Search for Ethical Universals in Medicine. N.Y.: Oxford UP
Markl, Hubert, 1990, Wissenschaft im Widerstreit ,Weinheim
Marshall, P. & Thomasma, D.C. & Bergsma J. (1994): Intercultural reasoning: the challenge for international bioethics. Cambridge Quarterly of Healthcare Ethics 3 (3) S.321-328
Matthes, Joachim Hg., 1992, Zwischen den Kulturen?, Göttingen: O.Schwarz
McGee, Glenn Hg., 1999, Pragmatic Bioethics , Nashville: Vanderbilt UP
McGregor, Richard, „Research in China prompts warning on ethics", Financial Times, 20.12.2000: 6
Meier, Hans, 1997, Wie universal sind die Menschenrechte?, Freiburg: Herder
Murray, Thomas H., Mehlman, Maxwell J., 2000, Encyclopedia of Ethical, Legal, and Policy Issues in Biotechnology, Wiley & Sons
Nie, J.-B., 2000, The plurality of Chinese and American medical moralities: toward an interpretative cross-cultural bioethics. Kennedy Institute of Ethics Journal 10 (3) S. 239-260
Nihon University, 2000, Proceedings of the Second Asian Bioethics Seminar,'Global Bioethics from Asian Perspectives', 24-25 November, Nihon University, 1999, University Research Center, Nihon University, Tokyo
Payer, Lynn, 1996, Medicine and Culture , New York: Owl Books
Paul, Gregor, Göller, Thomas, Lenk, Hans, und Rappe, Guido, Humanität, Interkulturalität und Menschenrecht, Frankfurt/M.: Lang, 2001
Pellegrino, Edmund D., 1999, Moral Traditions and Moral Arguments, Jewish and Catholic Bioethics. An Ecumenical Dialogue , Washington: Georgetown University Press
Pellegrino, Edmund D., u. Thomasma, David C., 1981, A Philosophical Basis of Medical Practice. Toward a Philosophy and Ethic of the Healing Professions, Oxford: Oxford UP
Pellegrino Edmund D., Mazzarella, P. u. Corsi, P., Hg., 1992, Transcultural Dimensions in Medical Ethics, Frederick: University Publishing Group
Puhl, Jan, 2001, "Gen-ethische Grauzonen", Die Woche 06/01, 2.2.2001
Qiu Renzong, 1993, "Cultural Perspectives on Ethics and Research on Human Subjects: Asian Perspectives: China", in: Bankowski, Z., u. Levine R. J., Hg., Ethics and Research on Human Subjects. International Guidelines. Proceedings of the XXVIth CIOMS Conference. Genf: CIOMS
Reich, Warren T., Hg., 1995, The Encyclopedia of Bioethics, Rev. Ed., N.Y.: Simon Schuster Macmillan
Reiser, Stanley J. and Wang Debing, Hg., 2000, „Global Profession. Medical Values in China and the United States", Special Supplement, Hastings Center Report 30, no.4
Reiter, Johannes, 1990, Der Mensch aus dem Labor: Chancen und Gefahren der Gentechnik, Bonn: Kath. Militärbischofsamt
Roetz, Heiner, 2001, "Europa und die Asiatischen Werte", in: Walter Schweidler, Hg., Werte im 21. Jahrhundert — Wer bestimmt die Richtung?, Baden-Baden: Nomos
Rouner, L. S., 1988, Hg., Human Rights and the World's Religions, Notre Dame: University of Notre Dame Press
Sass, Hans-Martin, 1989, Medizin und Ethik, Stuttgart: Reclam
Sass, Hans-Martin, 1994, "Formulating Global Post-Hippocratic Health Care Virtues", European Philosophy of Medicine and Health Care, 2 (1), 1994, 6-10
Schmale, Wolfgang, 1993, Hg., Human Rights and Cultural Diversity, Goldbach: Keip
Schmid, R. D., u. a., 1995, "Biotechnology in the Asian-Pacific Region", in: Dieter Brauer, Hg., 1995, Biotechnology, Volume 12, Legal, Economic and Ethical Dimensions, Weinheim: Wiley-VCH
Schmidt, Kurt W., "Konsequenz und Kompromiß. Zum Einfluß der Menschenbilder auf die ethische Beurteilung der Stammzellenforschung", Frankfurter Rundschau 26.1.2002, S. 6.
Schubert, Gunter Hg., 1999a, Ethik der Menschenrechte. Zum Streit um die Universalität einer Idee I, Tübingen: Mohr
Schubert, Gunter Hg., 1999b, Menschenrechte in Ostasien. Zum Streit um die Universalität einer Idee II, Tübingen: Mohr
Schweidler, Walter, 1998, Hg., Menschenrechte und Gemeinsinn — westlicher und östlicher Weg? Philosophisch-politische Grenzerkundungen zwischen westlichen und ostasiatischen Kulturen, St. Augustin: Academia
Schweidler, Walter, 2001, Das Prinzip der Selbstbestimmung in der Medizinischen Ethik (im Erscheinen)
Secundy, Marian Gray, 1999, "Ethical literacy and Cultural Competence", in Glenn McGee Hg., Pragmatic Bioethics, Nashville: Vanderbilt University Press, 246-253
Siep, Ludwig, 1995, Medizin und Philosophie, Beiträge aus der Forschung, Stuttgart: Frommann Holzboog
Spaemann, Robert, 1996, Personen. Versuche über den Unterschied zwischen "etwas" und "jemand", Stuttgart: Klett-Cotta
Steger, U., 1985, Die Herstellung der Natur. Chancen und Risiken der Gentechnologie, Bonn
Subcommittee on Bioethics and Population Genetics of the UNESCO International Bioethics Committee, "Bioethics and human population genetics research" (Report), 1995 (Internet)
Swinbanks, David, 1998, "Genome research set to take off in China", Nature Vol. 394 No. 6689, 109
Triendl, Robert, 2000, Genomics forges ahead in East Asia, Nature Biotechnology Vol. 18 No. 3, 278—279
Unschuld, Paul Ulrich, 1995, "Medizinische Ethik — Ethische Medizin", in Ernst-Ludwig Winnacker, Hg., Experimente mit der Natur. Wissenschaft und Verantwortung, St. Ottilien (EOS Verlag), 47-68
Veatch Robert M., 1989, Cross Cultural Perspectives in Medical Ethics: Readings. Boston: Jones and Barlett, 1989
Veatch, Robert M., 1981, Theory of Medical Ethics, New York: Basic Books
Veatch, Robert M., 1989, Hg. Cross-Cultural Perspectives in Medical Ethics: Readings, Boston: Jones and Bartlett
Veatch, Robert M., 1999a, " Theories of Bioethics", EJAIB 9 (1999): 35-38
Veatch, Robert M., 1999b, The Basics of Bioethics, Longman Higher Education Division
Weingart, Peter, Kroll, Jürgen, Bayertz, Kurt, 1992, Rasse, Blut und Gene. Geschichte der Eugenik und Rassenhygiene in Deutschland, Ffm: Suhrkamp
Wertz, Dorothy C., Fletcher, J. C., und Mulvihill, J. J., 1990, "Medical Geneticists Confront Ethical Dilemmas: Cross-Cultural Comparisons Among 18 Nations", American Journal of Human Genetics 46 (1990) S. 1200-1213
Wertz, Dorothy, und Fletcher, John C., 2001, Hg., Genetics and Ethics in Global Perspective, in Druck
Winnacker, Ernst-Ludwig, Hg., 1995, Experimente mit der Natur. Wissenschaft und Verantwortung, St. Ottilien: EOS
Winnacker, Ernst-Ludwig, 1999a, Ethische und juristische Aspekte der Gentherapie, Utz
Winnacker, Ernst-Ludwig, 1999b, Das Genom. Möglichkeiten und Grenzen der Genforschung, Ffm: Eichborn
Winnacker, Ernst-Ludwig, 2000, Gentechnik, Eingriffe am Menschen. Ein Eskalationsmodell zur ethischen Bewertung, Utz
Yang Huanming, 2001, "Advances in Human Genome Research and their Impact on the Progress of Humanity", UNESCO