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Evangelisch-Theologische
Fakultät
Lehrstuhl
für
Christliche Gesellschaftslehre
Prof. Dr. Traugott
Jähnichen |
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Veranstaltungen Wintersemester 2001/02
Prof. Dr. Traugott Jähnichen
Dr. Norbert Friedrich
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Prof.
Dr. Traugott Jähnichen |
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010079
Vorlesung:
Was ist Sozialethik? Eine Einführung in die
Aufgaben und Themen der Sozialethik (D3)
2 st. Mo 10-12 GA 03/142
Beginn: 22.10.2001
Die Sozialethik ist eine theologisch junge Disziplin,
die insbesondere als Antwort auf den gesellschaftlichen
und kulturellen Wandel seit der Zeit der Industrialisierung
zu verstehen ist. Zwar sind wesentliche Fragestellung
der Sozialethik auch zuvor thematisiert worden,
wobei jedoch etwa im Horizont der reformatorischen
Ordnung- und Ständeethik die Veränderlichkeit
gesellschaftlicher Ordnungsmuster kaum reflektiert
worden ist. Der Wandel und die Wandelbarkeit der
sozialen Wirklichkeit mit ihren Auswirkungen auf
die Lebenslagen und das Handeln der einzelnen
bezeichnen somit ein zentrales Thema der Sozialethik.
In der Vorlesung sollen Grundfragen der Sozialethik
(Abgrenzung zur Individual- und Personalethik,
Verhältnis zu den Human- und Sozialwissenschaften,
Institutionen in theologischer Sicht, das Problem
der sog. Eigengesetzlichkeiten u.a.) ebenso thematisiert
werden wie konkrete materialethische Handlungsfelder:
die Ethik des Politischen, Wirtschafts- und Arbeitsethik,
Sozialstaat im Wandel, Bioethik und weitere Bereichsethiken.
Ziel ist es, exemplarisch die Arbeitsweisen und
Fragestellungen der Sozialethik vorzustellen.
Die Vorlesung ist als eine Einführungs-
und Überblicksveranstaltung konzipiert.
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010082
Systematisches Hauptseminar:
Das Heilige in der postmodernen Gesellschaft
(D1; D3)
2st Do 10-12 GA 8/37
Beginn: 18.10.2001
Das neuzeitliche Projekt ist durch die Entzauberung
der Welt d.h. nach Max Weber durch
das Bemühen, die Wirklichkeit durch Berechnen
zu beherrschen geprägt. So schien
sich der Ort des Heiligen in der Moderne
immer mehr zu verflüchtigen, vielfach wurde
im Sinn der Säkularisierungsthese das nachsakrale
Zeitalter proklamiert.
In den letzten beiden Jahrzehnten ist demgegenüber
eine ausgesprochene Renaissance des Heiligen
und damit auch eine neue Hinwendung zu sog. irrationalen
Phänomenen zu verzeichnen.
In dem Seminar soll versucht werden, das Heilige
im Anschluss an Rudolf Otto als eine Schlüsselkategorie
der Religionswissenschaft zu interpretieren. Neben
dem Bemühen um eine begriffliche Verständigung
über das Heilige sollen dessen
Spuren und Erscheinungsweisen in der Religions-
und Kirchengeschichte sowie in der Gegenwart analysiert
werden. Daher werden biblische Bezüge ebenso
wie entsprechende Beispiele aus anderen Religionen
und die vielfach widersprüchlichen Phänomene
des aktuellen Interesses am Heiligen
thematisiert.
Lit.:C. Colpe, Über das Heilige. Versuch,
seiner Verkennung kritisch vorzubeugen, Frankfurt
1990
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010084
Systematische Übung:
Religion in Zahlen
(D3)
2st Di 16-18 GA 04/358
Beginn: 23.10.2001
Die empirische Sozialforschung hat in den letzten
Jahrzehnten eine Vielzahl von religiösen
Einstellungen und Verhaltensweisen erhoben.
Sehr häufig haben die Kirchen selbst oder
kirchennahe Institute die entsprechenden religionssoziologischen
und psychologischen Forschungen veranlasst
bzw. durchgeführt.
In der Übung soll versucht werden, eine
Übersicht über dieses vielfältige
Zahlenmaterial zu erarbeiten und die wichtigsten
empirischen Aussagen kennen und einordnen zu
lernen. Deshalb soll auch in grundsätzlicher
Weise über die Möglichkeiten und Grenzen
dieses Forschungszweiges sowie über dessen
Angemessenheit im Blick auf religiöse Phänomene
reflektiert werden. Bei Interesse der Teilnehmenden
ist es ferner möglich, eigenständig
eine kleine empirische Studie zum Thema zu entwickeln.
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010076
Systematisches Hauptseminar:
Versöhnung und Strafe.
Ein Exempel theologischer Rechtsethik (D 3)
(gemeinsam mit Dr. Peter Dabrock)
3 st. Mo 16-19 GA 7/52
Beginn: 22.10.2001
Am Beispiel des Umgangs mit Strafe und den Konsequenzen
für den Strafvollzug möchten wir diskutieren,
ob christliche Theologie eine genuin eigene Perspektive
auf Fragen der Rechtsethik entwickeln kann. Dazu
sollen theologische Ansätze untersucht, insbesondere
die EKD-Denkschrift Strafe - Tor zur Versöhnung
( 1990) berücksichtigt werden.
Am Seminar nimmt auch Claudia Anlauf teil, die
im Rahmen des Graduiertenkollegs Gerechtigkeit
zum Thema promoviert und lange Jahre in der Straffälligenhilfe
engagiert ist.
Geplant ist als Exkursion der Besuch in einer
Justizvollzugsanstalt und dortige Gespräche
mit einem Seelsorger, Bediensteten und Inhaftierten.
Lit.: EKD-Denkschrift: Strafe - Tor zur
Versöhnung (1990)
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010083
Systematisches Oberseminar:
Protestanten in der frühen Bundesrepublik
(D 3)
(gemeinsam mit Dr. Norbert Friedrich)
2st Blockveranstaltung Konstituierende Sitzung
22. Oktober 13.00 GA 7/155
In den letzten Jahren ist das Interesse an der
Erforschung der Geschichte des Protestantismus
im Nachkriegsdeutschland gestiegen. Dabei fällt
auf, dass sich viele Darstellungen auf eine binnenkirchliche
Sicht konzentrieren, die Geschichte seiner Landeskirchen,
eines kirchlichen Werkes oder eines Arbeitsbereiches
darstellen. Weniger in das Blickfeld rückt
dagegen der öffentliche Protestantismus,
der Beitrag, den Einzelpersönlichkeiten des
Protestantismus beim Aufbau der Bundesrepublik
geleistet haben.
In dem Seminar sollen am Beispiel einzelner Persönlichkeiten,
die aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen
kommen (Politik, Wirtschaft, Kirche, Kultur und
Wissenschaft), deren Leistungen, Gestaltungsräume
und vor allem deren spezifisch protestantische
Prägungen untersucht werden.
Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird
die Bereitschaft erwartet, eine Persönlichkeit
selbst zu bearbeiten und vorzustellen.
Lit.: Thomas Sauer, Katholiken und Protestanten
in den Aufbaujahren der Bundesrepublik, Stuttgart
2000
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Dr. Norbert
Friedrich |
010080
Systematisches und religionspädagogisches
Proseminar:
Themen der Sozialethik in der Schule ein
Praxisseminar (D3;E2;E3)
(gemeinsam mit Dr. Ulrich Meier, Januz-Korczak-Gesamtschule
Castrop-Rauxel)
3 st Mo 16-19 Uhr GA 8/37 Beginn: 22. Oktober 2001
Die aktuellen Debatten zeigen es: der Bedarf
an Ethik, an ethischer Entscheidungshilfe in der
Gesellschaft ist angesichts der vielfältigen
Herausforderungen groß. Die reflektierte
und reflektierende Vermittlung von Normen und
Werten sowie gesellschaftlichem Orientierungswissen
wird dabei gerade von den Schulen erwartet. Gefragt
ist hier besonders der Religionsunterricht. Parallel
dazu ist in den letzten Jahren verstärkt
die Systematische Theologie als vorrangige
theologische Bezugswissenschaft (R. Lachmann)
erkannt worden, weil sie die Vermittlung zwischen
biblischer Botschaft und gesellschaftlicher Gegenwart
zu leisten hat.
In dem Seminar sollen die Fragen einer ethischen
Erziehung in der Schule aufgegriffen und
diskutiert werden. Neben einer Einführung
in Grundprobleme der Fachdidaktik sollen besonders
konkrete sozialethische Themen im Hinblick auf
ihre unterrichtliche Umsetzbarkeit behandelt werden.
Das besondere an dem Seminar ist die Verbindung
von theoretischer Erarbeitung des Stoffes mit
der praktischen Umsetzung Daher wird das Seminar
teilweise in einer Schule stattfinden. Dort werden
Besuche des Religionsunterrichts ermöglicht.
Zudem wird die Möglichkeit gegeben, unter
Anleitung erste Unterrichtserfahrungen zu sammeln.
Da das Seminar teilweise in der Schule stattfinden
wird, erwarten wir von den Teilnehmerinnen und
Teilnehmern die Bereitschaft, neben den Seminarsitzungen
(die teilweise als Blockveranstaltungen durchgeführt
werden) auch an den Schulbesuchen (in der Regel
vormittags, Tag noch unbestimmt, nicht jede Woche!)
teilzunehmen.
Es können die üblichen Scheine erworben
werden. Das Seminar wendet sich besonders als
Lehramtsstudierende, eignet sich aber auch für
Pfarramtsstudierende, die Interesse an pädagogischen
Fragen haben.
Literatur:
Gottfried Adam/Rainer Lachmann (Hg.), Religionspädagogisches
Kompendium. Ein Leitfaden für Lehramtsstudenten,
Göttingen, 51997
Gottfried Adam/Rainer Lachmann (Hg.), Methodisches
Kompendium für den Religionsunterricht, Göttingen
³1998
G. Adam/F. Schweitzer (Hg.), Ethisch erziehen
in der Schule, Göttingen 1996
Ulrich Körtner, Evangelische Sozialethik.
Grundlagen und Themenfelder, Göttingen 1999
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010083
Systematisches Oberseminar:
Protestanten in der frühen Bundesrepublik
(D 3)
(gemeinsam mit Dr. Norbert Friedrich)
2st Blockveranstaltung Konstituierende Sitzung
22. Oktober 13.00 GA 7/155
Kommentar s.o.
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