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Evangelisch-Theologische Fakultät

Lehrstuhl für
Christliche Gesellschaftslehre

Prof. Dr. Traugott Jähnichen

         
 
 
 
 

Veranstaltungen Somersemester 2010

Traugott Jähnichen

Clemens Wustmans

Jannika Haupt

Andreas Losch

 

pix pix Prof. Dr. Traugott Jähnichen

010400
Vorlesung:
Frei und solidarisch leben in gerechten Verhältnissen – Eine Einführung in die evangelische Sozialethik

Do 12-14 | GA 8/34
Beginn: 22.04.2010

Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit sind die Grundwerte, auf die sich die christlichen Kirchen – aber auch viele Parteien und andere Verbände – berufen, wenn es um die Gestaltung der öffentlichen Ordnung geht. In der Vorlesung soll eine theologische Deutung dieser Grundwerte als Ausgangspunkt einer evangelischen Sozialethik vorgestellt werden. Das Ziel ist es somit, die Bedeutung der Sozialethik für die evangelische Ethik wie für kirchliche Verlautbarungen und kirchliches Handeln zu diskutieren und nach theologischen Begründungsmodellen zu fragen. Damit soll eine theologische Orientierung in den gegenwärtigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen erarbeitet werden.
Neben diesen Grundfragen sollen im Überblick auch die wichtigsten materialen Felder der Sozialethik (von der Bevölkerungsentwicklung über Ehe und Familie bis hin zur Gestaltung von Politik, Medien, Wirtschaft u.a.) entfaltet werden. In diesem Rahmen wird jeweils auch auf die aktuellen Verlautbarungen der EKD (Denkschriften, Studien u.a.) Bezug genommen, um die wichtigsten Stellungnahmen des Protestantismus zu Fragen der gesellschaftlichen Verantwortung einordnen zu können.

Lit. Martin Honecker, Sozialethik, Berlin/New York; Ulrich Körtner, Evangelische Sozialethik, Göttingen.
Die wichtigsten EKD-Stellungnahmen sind online verfügbar.

010438
Seminar:
„Nachhaltigkeit“ – Ansätze ökologischer Ethik


anrechenbar für Pfarramt, BA (Modul IX)

Mi 12-14 | GA 8/34
Beginn: 14.4.2010

Die Zukunftsfähigkeit moderner Industriegesellschaft ist durch die ökologischen Folgeschäden des gegenwärtigen Wirtschafts- und Lebensstils grundlegend in Frage gestellt. Das seit rund dreißig Jahren entwickelte Leitbild der „Nachhaltigkeit“ umschreibt die Zielperspektive eines zukunftsfähigen Gesellschaftsmodells, ist jedoch seither besten-falls in Ansätzen umgesetzt worden. Insbesondere die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen wie gegenüber den nicht-menschlichen Mitgeschöpfen beinhaltet eine neuartige ethische Problemstellung, da die Betroffenen sich nur indirekt oder gar nicht an den heute notwendigen Aushandlungsprozessen betei-ligen können. Daher sind Formen „advokatorischer Ethik“ nötig, gleichzeitig jedoch sehr problematisch.
In dem Seminar sollen die theologischen Grundlagen einer öko-logischen Ethik, die Wirkungsgeschichte biblischer Traditionen im Blick auf den Naturumgang sowie die aktuellen umweltpolitischen Herausforderungen erarbeitet werden, um auf dieser Basis nach angemessenen Konkretionen des Leitbildes der „Nachhaltigkeit“ zu fragen. Dabei soll an Hand ausgewählter Einzelbeispiele (ggf. Mobilität, Konsumentenverhalten u.a.) nach politischen Gestaltungsoptionen wie nach individuellen Handlungsmöglichkeiten eines nachhaltigen Lebensstils gefragt werden.

Zur Einführung empfohlen:
G. Altner, Wider die Naturvergessenheit, Darmstadt 1981

010442
Interdisziplinäres Seminar:
Wie kommt die Bibel in die Ethik?

gemeinsam mit P. Wick

anrechenbar für: BA (Modul VII)

Do 10-12 | GA 8/34
Beginn: 15.04.2010

Traditioneller Weise ist der Bezug auf die Bibel ein typisches Merkmal evangelischer Ethik, gerade auch im Unterschied zu den vorrangig naturrechtlichen Begründungen in der katholischen Kirche. Seit einiger Zeit werden biblische Texte und Traditionen in der evangelischen Ethik nur noch beiläufig herangezogen oder spielen kaum eine Rolle, etwa in vielen Fragen der Medizin-, Ehe- und Familien- oder Wirtschaftsethik. Somit ist in neuer Weise danach zu fragen, wie die Bibel in die Ethik kommt bzw. ob und in welcher Weise die Bibel in der heutigen Ethik von Bedeutung sein kann.
In dem Seminar soll in interdisziplinärer Perspektive nach den reformatorischen Traditionen, der systematischen Bedeutung aber auch den heutigen Schwierigkeiten einer angemessenen ethischen Bezugnahme auf biblische, vorrangig auf neutestamentliche Texte gefragt werden. Dabei werden klassische Interpretationen der Reformatoren und heutiger Ethikansätze ebenso eine Rolle spielen wie die Diskussion um die Wirkungsgeschichte zentraler biblischer Texte, nicht zuletzt der Bergpredigt.

Als Einstieg der Lektüre ist die Diskussion zwischen Peter Wick und Johannes Fischer in den Heften 1/2009 und 3/2009 der ZEE empfehlenswert.

010420
Repititorium:
Grundfragen der evangelischen Ethik

Di 16-18 | GABF 04/709
Beginn: 20.4.2010

Dieses Repetitorium wendet sich vorrangig an Examenskandidaten/innen, kann aber auch von anderen Studierenden als Einführung und Überblick über die evangelische Ethik besucht werden.
In der Veranstaltung werden theologisch-systematische Grundfragen der Ethik (Verhältnis von Dogmatik und Ethik, die Diskussionen um Gesetz und Evangelium, die Problematik des Naturrechts u.a.), die Darstellung und Diskussion der wichtigsten Typen ethischen Denkens in der philosophischen und der theologischen Tradition sowie grundlegende neuere Ansätze evangelischer Ethik vorgestellt und diskutiert. Je nach Interesse und Zeiteinteilung können auch materialethische Themen behandelt werden.
Von den Teilnehmenden wird erwartet, dass sie sich mit Kurzreferaten in das Repetitorium einbringen und einzelne Problemstellungen oder Ansätze vorstellen. Empfehlenswert zur Vorbereitung ist die Lektüre eines grundlegenden ethischen Entwurfs (Bonhoeffer, Rich, Rendtorff, Körtner, Honecker u.a.).


010441
Kolloquium:
Kolloquium für ausländische Doktoranden/innen

Zeit n.V. | GA 7/155
Beginn: 20.4.2010

In diesem Kolloquium besteht für ausländische Studierende die Möglichkeit, einerseits grundlegende Texte der neueren deutschsprachigen Theologie kennen zu lernen und zu diskutieren sowie andererseits die eigenen Promotionsprojekte vorstellen zu können.
Daneben wollen wir uns auch mit kirchlichen und theologischen Entwicklungen in den Heimatländern der Doktoranden/innen beschäftigen. In diesem Semester sollen vorrangig aktuelle gesellschaftliche und kirchliche Entwicklungen in Korea erörtert werden.

 

pix pix Clemens Wustmans, M.Ed.

010423
Seminar:
Wahrheit

anrechenbar für: BA (Modul III), Pfarramt

Do 10-12 | GA 8/37
Beginn: 15.4.2010

Einer der wichtigsten Grundbegriffe der Philosophie und zugleich eine Herausforderung für den Theologen, die es „in sich hat“ – die Frage nach der „Wahrheit“.
Das Seminar will in einem ersten Schritt verschiedenen Wegen folgen, die in der Philosophie auf der Suche nach der Wahrheit gegangen worden sind, z.B. von Aristoteles, Thomas von Aquin, Kant und Habermas. Auch kritische Einwände gegen die Begrifflichkeit, wie sie u.a. im Konstruktivismus formuliert werden, sollen thematisiert werden.
Im Anschluss daran gilt es, „Wahrheit“ als Thema der Theologie zu begreifen. Neben einem Blick in biblische Texte von AT und NT sollen Ansätze von Bonhoeffer, Thielicke, Trillhaas, Link u.a. bei der Beantwortung aufgekommener Fragen helfen: Was heißt „die Wahrheit sagen“? Gibt es verschiedene Wahrheiten? Und nicht zuletzt: Wie „wahr“ können theologische Aussagen sein?
Das Seminar wird durch ein E-Tutorium ergänzt und gibt parallel zur Erörterung der inhaltlichen Fragen eine Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten mit einer Schwerpunktsetzung auf den Methoden der Systematischen Theologie.

 

010436
Interdisziplinäres Seminar:
Ethik des Lebens

gemeinsam mit M. Waltemathe

anrechenbar für: BA (Modul VII)

Do 14-16 | GA 04/511
Beginn: 15.4.2010

Schon nach frühesten christliche Auffassungen besteht ein Zusammenhang zwischen Glauben und „Sittlichkeit“, der es erlaubt, religionsspezifische sittliche Vorstellungen zu definieren; viele frühe Autoren integrieren dabei antike philosophische Ideen in ihre Ethik. Bereits im Zuge der Entstehung einer wissenschaftlichen Theologie im Mittelalter wird eine „Moraltheologie“ darin als eigenständiges Gebiet erkannt. Das Seminar wird anhand verschiedener Schlaglichter eine Pluralisierung ethischer Konzeptionen und Methoden nachzeichnen: Von „klassischen“, rein anthropozentrisch geprägten Entwürfen bis zu jüngeren Ansätzen, die eine Verantwortung des Menschen für das Leben in seiner ganzen Breite thematisieren. In einem letzten Schritt sollen die vorgestellten Ansätze im Hinblick auf „Anwendbarkeit“ und ihre praktisch-theologische Relevanz überprüft werden.
Zur Einführung möglich: Frey, Christofer: Die Ethik des Protestantismus von der Reformation bis zur Gegenwart, Gütersloh 21994. Weitere Literaturhinweise werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

 

pix pix Jannika Haupt, M.Ed.

010433
Seminar:
Versöhnung

anrechenbar für: BA (Modul III)

Mo 12-14 | GA 8/34
Beginn: 19.04.2010

Auf den ersten Blick ein durchweg positiv besetzter Begriff: Versöhnung. Sie soll überall da „geschehen“, wo gebrochene oder zerrüttete Verhältnisse zu finden sind (Gott-Mensch, Mann-Frau, zwischen Konfessionen, zwischen Staaten, ...) und am Ende herrscht Harmonie!?
Doch was setzt ein Versöhnungsgeschehen überhaupt voraus?
Von der erlösenden Dimension des „Versöhnt-Seins“ über die Abgründe der Erfordernisse des Prozesses bis zur Frage der Legitimität des Unversöhnlichen sollen verschiedene Aspekte des Versöhnungsbegriffs betrachtet werden.
Ziel des Seminars ist es, anhand eines zentralen Gegenstands der Theologie Orientierung über die einzelnen innerdisziplinarischen Themenfelder zu gewinnen. Darüber hinaus soll es sensibel machen für die enge Verästelung und Brisanz vermeintlich klar umrissener Topoi.
Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung wird eine Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten gegeben unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen der Systematischen Theologie.

 

010452
Übung:
Sünde, Tod und Teufel - Reformatorische Trias?

Mo 16-18 | GABF 04/709
Beginn: 19.04.2010

Als negative Entsprechung zu 'Glaube, Liebe, Hoffnung’ thematisiert die Trias 'Sünde, Tod, Teufel’ nicht erst seit der Reformation die (überwundenen) „Hauptfeinde der Kinder-Gottes“.
So kommt bei Paulus der Teufel noch nicht unmittelbar im „Dreiklang“ vor, bei Kierkegaard nicht mehr, und der 'Tod’ wird hier zur 'Lebendigkeit’. Welchen Weg die Begriffsbildung zur Trias und aus der Trias heraus nimmt, soll in dieser Übung nachvollzogen werden.
Wie diese drei Begriffe sowohl einzeln als auch im Zusammenspiel vor, während und nach der Reformation gefüllt wurden und werden, soll nicht nur anhand (dogmatischer) Texte sondern auch in der Bildtradition des 'christlichen Abendlandes’ nachgegangen werden.

 


pix pix Andreas Losch

010440
Seminar:
Theologie und Naturwissenschaften - eine Einführung

anrechenbar für: BA (Modul VI), Pfarramt

Di 14-16 | GABF 04/709
Beginn: 20.04.2010

Evolution und Schöpfung, sind das nicht Gegensätze? Hat Galilei nicht zu Recht gegen die Kirche gekämpft, als er das überkommene physikalische Weltbild in Frage stellte? Was sind die Konsequenzen der modernen Physik für die Theologie? Diesen und vielen weiteren Fragen wollen wir in diesem Seminar anhand einer Einführung in die Thematik des Quantenphysikers und Priesters der anglikanischen Kirche, John Polkinghorne, nachgehen. Er ist davon überzeugt, dass die Naturwissenschaften und die Theologie sich nicht widersprechen, sondern inhaltlich nahe verwandt sind, ja geradezu in einem harmonischen Verhältnis zueinander stehen. Weitere Texte, ggf. auch englischsprachige, werden als Ergänzung herangezogen. Das Seminar ist für Pfarramtsstudierende und natürlich besonders für BA-Studierende mit einer Fächerkombination aus Naturwissenschaften und Religion geeignet. Von den Teilnehmern wird aktive Teilnahme und entweder ein Referat oder ein Protokoll erwartet.

Literatur: John Polkinghorne, Theologie und Naturwissenschaften. Eine Einführung, Gütersloh 2001.

 

 
 
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Letzte Änderung: 22.03.2010
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