Verschleierungsstrategien in geschriebener Sprache und audiovisuelle Biometrie

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Sprachliche Imitations- und Verschleierungsstrategien

Heutzutage erfolgt der Austausch von Informationen vor allem über das Internet und wir vertrauen dabei auf die Integrität unserer Kommunikationspartnerinnen und -partner. Ein hohes Schadenspotential entsteht, wenn für kriminelle Absichten eine falsche Identität genutzt wird. Sprachliche Imitationsstrategien wurden in der Linguistik vor allem im Zusammenhang mit Textsorten wie Erpresser- und Bekennerschreiben, in denen die Identität häufig mit sprachlichen Mitteln verschleiert werden soll, untersucht. Bislang fehlen Untersuchungen dazu, inwieweit diese Imitations- und Verschleierungsstrategien durch intelligente Algorithmen entdeckt werden können. Das Ziel des Promotionsvorhabens ist daher, Algorithmen zu entwickeln, die sprachliche Imitationsstrategien mit hoher Zuverlässigkeit in Datenmaterial von inhärent großer Variabilität auffinden und Dokumente entsprechend klassifizieren können.

Audiovisuelle Biometrie

Biometrische Systeme, wie z. B. Sprechererkennung, sind anfällig gegen Spoofing-Angriffe, wie z. B. dem Abspielen von aufgenommenen Authentifizierungsvorgängen (sogenannte Replay-Angriffe). Außerdem können Störgeräusche die Zuverlässigkeit der Erkennung verschlechtern. Eine Gegenmaßnahme stellt das Kombinieren mehrerer biometrischer Verfahren dar. Im Falle eines audiovisuellen Systems werden dazu häufig Sprecher- und Gesichtserkennung genutzt. Der Vorteil dieser Kombination ist, dass neben den beiden biometrischen Merkmalen, zusätzlich die Synchronität der Aussage und der Lippenbewegungen überprüft werden können, um so Spoofing-Angriffe zu erkennen. Außerdem können, je nach Bedingungen, jeweils die Sprecher- oder die Gesichtserkennung mehr gewichtet werden. Eine Herausforderung ist es hierbei, die beiden Modalitäten so zu verbinden, dass diese voneinander profitieren und Angriffe erkennen können.