2. Was sind die Schwerpunkte in
Forschung und Lehre?
Medienpragmatik
Medien, ihre Angebote und ihre Rezeption bilden ein beziehungsreiches Netzwerk gesellschaftlicher Kommunikation. Mit der Dynamik dieses Netzwerks befasst sich die Medienpragmatik. Sie analysiert und modelliert die Absichten, Resultate und Folgen von Medienkommunikation sowie die Bedürfnisse, die Einzelne oder Gruppen von Mediennutzern durch ihr Medienhandeln artikulieren. Untersucht werden namentlich technische Infrastruktur (Verbreitung, Zugänglichkeit, Akzeptanz, Innovation, Konvergenz), Bedürfnisse von Nutzern (Nachfrage und Nutzungsgewohnheiten, Unterhaltungs- und Informationsinteressen), Interessen von Anbietern (ökonomische, politischen, kommerzielle Motive) sowie Wirkungen von Medien (Wahrnehmung von Welt, Rückkopplung an die Gesellschaft, individuelle und gruppenspezifische Auswirkungen).
Medienpragmatik bezeichnet also eine die Einzelmedien übergreifende Fragestellung und ein wissenschaftliches Erkenntnisinteresse, das namentlich folgenden Bereichen gilt: der Entwicklungsdynamik der Medien (z.B. vernetzte Kommunikation, Computergrafik, Geräteentwicklung), der Medienpolitik (z.B. Deregulierung der Informationsmedien, EU-Medienpolitik), der Medienökonomie (z.B. Filmproduktion, Strategien des Cross-Media-Marketing, Medienkonzentration) und der Mediennutzung (z.B. Rundfunk, Computerspiele). Wie in den anderen Schwerpunktbereichen der Medienwissenschaft können vielfältige Methoden genutzt werden, um diese Art der wissenschaftlichen Neugier zu befriedigen. Methodenfragen der Medienpragmatik kommen deshalb in den Methodenmodulen und im Modul „Wissenschaftssystematik“ besonders prominent zur Sprache.