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Megaphon und Mikrophon
Der Sound der Politik
Das Thema

Tagung des Instituts für Medienwissenschaft (Ruhr-Universität Bochum), des Instituts für Kunst- und Kulturwissenschaften (TU Graz)
und des DGB Bildungszentrums Hattingen

Vom 2.–4. Juli 2004 fand im DGB Bildungszentrum Hattingen die Tagung 'Megaphon und Mikrophon' statt.

Einige Tagungsbeiträge wurden mit Sound-Files (mp3) im Netz dokumentiert
http://www.hattingen.dgb-bildungswerk.de

Der Raum des Politischen ist substantiell ein klanglicher. Politik wird nicht nur durch Handlungen und Rhetorik, sondern auch durch Stimmen, Sounds und ihre Aufnahme und Verstärkung geprägt. In einer medial vermittelten Politik stellt sich die Frage nach den Verfahren, die Politik eine klangliche Identität und Prägnanz verleihen. Die Tagung diskutiert die vielfältigen, konkurrierenden Sounds des politischen Raums, also Fragen nach politischen Sounds, einer Politik des Sounds und einem Sound der Politik.

Stimmen sind nie bloßes Transportmittel einer politischen Aussage, sondern mit ihrem Klang ein bedeutsamer Bestandteil einer Rede und ihrer Botschaften. Man hört ihren Sound, bevor man dem zuhört, was gesprochen wird. Das Vermögen, Stimmen und Sounds wieder zu erkennen und zu unterscheiden, kommt im Raum des Politischen nicht weniger zur Anwendung als im Bereich der Musik. Die Sounds gehen auf komplexe Konstellationen aus technischen Apparaten, architektonischen Räumen und Körpertechniken zurück, die garantieren, dass sich die Klänge der parlamentarischen Rede historisch unterscheiden und dass eine Diktatur ebenso durch akustische Merkmale ›Identität‹ erhalten kann wie soziale Bewegungen und Demonstrationen. Historische, mediale und personale Differenzierungen von Klang sind ein Signum der jeweiligen Politik. Mittels akustischer Authentifizierungs- und Legitimierungsstrategien werden politisch-mediale Räume strukturiert. Die Wahl klanglicher Mittel soll der Politik Identität und Prägnanz verleihen. Zugleich werden in der (Pop-) Musik politische Haltungen durch abweichende Sounds und Soundtechnologien artikuliert.

  • Gibt es Typen und Traditionen politischer Stimmen und politischen Sounds? Woran erkennt man politische Stimmen oder politische Musik?
  • Welche Mechanismen und Synthesen tragen zum politischen Sound bei? Gemäß welcher Rationalitäten wird er geplant und modifiziert?
  • Welche Sounds haben das Potenzial zu integrieren oder ab- und auszugrenzen? Wie ist das Verhältnis von Sound und Macht?
Veranstaltungsort

DGB Bildungszentrum Hattingen
Am Homberg 46–50
45529 Hattingen
fon: 02324-508-0
fax: 02324-508300
Email: hattingen@dgb-bildungswerk.de
http://www.hattingen.dgb-bildungswerk.de

 

 

Das Programm: Freitag, 02.07.2004
Das Programm: Samstag, 03.07.2004
18:00 Gemeinsames Abendessen

19:00 Daniel Gethmann (Graz)
Markus Stauff (Bochum)

Begrüßung / Einführung

19:30 Jo van der Spek (Amsterdam)

Rundfunkraum, Taktische Interventionen in Krisengebieten

21:00 Ralf Homann (Weimar)

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kunst und radio fernab des elitenpunks

 

10:00 Ralf Gerhard Ehlert (Köln)

Public-Address-Strategien von 1919 bis 1949

mp3

11:15 Kate Lacey ( Sussex)

Listening in Public. An Alternative History of the Radio Audience

12.30 Mittagessen

14:00 Dominik Schrage (Dresden)

»Singt alle mit uns gemeinsam in dieser Minute«. Sound als Politik in der Weihnachtsringsendung 1942

mp3

15:15 Cornelia Epping-Jäger (Köln)

Stimmräume.
Die phono-zentrische Organisation der Macht im NS

mp3

16:45 Herbert Schwaab ( Bochum)

»Having a Voice in Your Own History«.
Stimmen und Verleugnung von Stimmen in der Populärkultur – Überlegungen im Anschluss an Stanley Cavell

mp3

18:00 Olaf Karnik (Köln)

Politisierung von Sound in der (Pop) Musik

19:00 Abendessen

20:30 Wolfgang Hagen (Berlin)

»Blackface Voices«, »First Person Singular« und der Wolfmann.
Stimmpolitiken im amerikanischen Radio

mp3
mp3 (Teil2)

 

 

Das Programm: Sonntag, 04.07.2004

9:00 Rolf Nohr (Braunschweig)

Rhythmusarbeit

10.15 Brigitte Felderer (Wien)

Sprechmaschinen seit dem 18. Jahrhundert

11.30 Ute Holl (Weimar)

Parasitäre Stimmen. Transzendenz verfügen

12:30 Mittagessen

   
    
 
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