Industriekultur
ins "richtige" Licht gerückt und digital reproduziert
Mit markigen Webesprüchen wie: Blende acht, wenn die Sonne lacht, versucht die Fotoindustrie die Leichtigkeit der Fotografie mittels ihrer Apparate und den ihnen innewohnenden Programmen zu suggerieren. Wenn auch inzwischen so genannte Amateurfotos aus Handykameras wegen ihrer vermeintlichen Authentizität den Weg aufs Titelblatt nicht nur von Boulevard-Blättern schaffen und sich ein neues Genre der LeserInnenfotografie zu etablieren scheint, so setzt ein ernsthaftes Fotoprodukt, das gegebenenfalls auch künstlerischen Kriterien entsprechen soll, immer noch eine Reihe von konzeptionellen gedanklichen Leistungen voraus, um als Qualitätsbild anerkannt zu werden.
Neben diesen Aspekten, setzten sich die TeilnehmerInnen des Seminars: Industriekultur ins "richtige" Licht gerückt und digital reproduziert im SS 2008, unter der Leitung von Bernd Schäfer, mit verschiedenen fotografischen Theoriekonzepten auseinander und realisierten am Beispiel der Industriekultur im Ruhrgebiet Fotoserien, die verschiedene fotografische Konstruktionsebenen reflektieren:
- den diskursiven Rahmen der vorgefundenen Objekte,
- den generativen Charakter der benutzen Apparatur,
- die subjektive Verortung im Prozess sowie
- die eigene Positionierung innerhalb von Rezeptionsweisen zu den Mythen der Industriekathedralen.
Auszugsweise werden hier einige Arbeiten vorgestellt, die sich dem Thema aus verschiedenen Perspektiven nähern, deren Gemeinsamkeit jedoch ist, dass sie sich der industriekulturellen Marketingästhetik zu entziehen suchen. Sie sind reduktionistisch, verweisen auf grafische intertextuelle Bezüge, operieren mit Popelementen, spielen mit den Schärfeebenen, inszenieren inhaltliche Kontraste und machen vor allen Ding eins: Vergnügen beim Lesen.
Perspektiven einer Industrielandschaft
Die Bildelemente sind Motive, die auf dem Gelände des Weltkulturerbes Zeche Zollverein in Essen zu finden sind.
Sie beschreiben einen Weg von der Kohlenwäsche, durch den Wald, hin zur Kokerei (...)
Stillstand
Im Rahmen des Praxismoduls: „Industriekultur ins „richtige“ Licht gerückt und digital reproduziert“ (Dozent: Bernd Schäfer, Sommersemester 2008), des Instituts für Medienwissenschaften an der Ruhr-Universität-Bochum, haben wir Kursteilnehmer uns, unter anderem, damit beschäftigt eine Fotoserie zu erstellen die im Wesentlichen die Industriekultur des Ruhrgebietes widerspiegelt (...)
Kokerei Hansa
Die Bilderserie wurde am 3. Januar 2009 auf dem Geländer der ehemaligen Kokerei Hansa in Dortmund aufgenommen. 1992 stillgelegt, befindet sich die Kokerei seit 1995 im Besitz der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur. Seit 1998 stehen die meisten Teile der Anlage unter Denkmalschutz und sie ist Teil der Route Industriekultur (...)
Abflussrohre
Unter dem Gesichtspunkt der Renaturalisierung der Halde Hoheward fand ich die klaren Anzeichen des künstlichen Ursprungs dieser „Berglandschaft“, die durch Schüttungen zweier Zechen entstand, besonders interessant.
Die zahlreichen Abflussrohre, die sich überall auf der Halde verteilt finden, stellen für mich ein Symbol dieses menschlichen Eingriffs in die Natur dar, wenn er auch mittlerweile durch die weit fortgeschrittene Begrünung im Ostteil kaum noch deutlich hervortritt (...)
Westpark Bochum
Alle von mir gemachten Bilder sind im Westpark entstanden und zeigen verschiedene Perspektiven und Wege bezüglich des Motivs des Wassertanks /-turms, welches in allen fünf Bildern immer wiederkehrt (...)
Durchblick
Der Name meiner Fotoserie ist "Durchblick" und ist ausschließlich auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen entstanden.
Bei den Motiven handelt es sich um Ansichten die durch Fenster, zersprungene Fensterscheiben und Fensterrahmen ohne Scheiben, aufgenommen wurden (...)





