aus der Institutsarbeit

 

Soziologie des Genozids

Im Oktober ist im Wilhelm Fink Verlag die Studie von Dr. Stefan Friedrich erschienen zu "Soziologie des Genozids. Grenzen und Möglichkeiten einer Forschungsperspektive".

Link Verlag Wilhelm Fink

 

Februar 2012: Publikation zur Würdigung der Aussagen von Holocaust-Überlebenden vor Gericht

Die im Verlag Wilhelm Fink erschienene Studie analysiert und problematisiert die gerichtliche Würdigung von Aussagen, die von Überlebenden des Holocaust m Rahmen der sozialgerichtlichen "Ghettorenten"-Verfahren geleistet worden sind, im erweiternden Vergleich zu Zeugenaussagen in Strafverfahren gegen mögliche NS-Täter. Herausgestellt wird eine versäumte, aber zum Teil auch eine verweigerte Beschäftigung mit und Akzeptanz der spezifischen Charakteristika von Erinnerungen an ein traumatisches Ereignis. Die interdisziplinäre Studie leistet eine Auseinandersetzung mit neuesten Forschungen zu prolongierten Traumata, zu Erinnerung im Alter und zur Theorie und Praxis von aussagepsychologischen Verfahren. Mit der Frage, welche Besonderheiten von Erinnerung in der Aussage traumatisierter Personen erwartet werden können, sucht die Arbeit einen Beitrag sowohl für die Forschung als auch die konkrete Praxis (aussagepsychologische Begutachtungen bei traumatisierten Personen) zu leisten.

Kristin Platt: Bezweifelte Erinnerung, verweigerte Glaubhaftigkeit. Überlebende des Holocaust in den Ghettorenten-Verfahren, München: Wilhelm Fink 2012.

Presseerklärung der RUB Link Pressestelle RUB

Link Publikationen IDG

Link Verlag Wilhelm Fink

 

Februar 2012: Förderung durch die Stiftung EVZ - Arbeit am "LEsebuch" begonnen

Dank der Förderung durch die Stiftung "Erinnerung - Verantwortung - Zukunft" haben wir konzentriert mit unserer Arbeit am "Lesebuch" begonnen: einem Arbeitsbuch für die Bildungsarbeit mit Jugendlichen und junge Erwachsenen. Das kommentierte "Lesebuch" möchte anhand der Lebensgeschichten einzelner Personen unterschiedliche Aspekte öffnen, um zu fragen, was das Erleben der Verluste durch einen Völkermord im Weiterleben bedeutet.

Projektmitarbeiter: Nils Vollert M.Ed.

 

November 2011: FÖrderung durch die Gerda Henkel Stiftung

Das IDG hat eine Förderung für ein zweijähriges Forschungsprojekt über den Darfur-Konflikt von der Gerda Henkel Stiftung erhalten.

Darfur im Blick der internationalen Politik

Unter diesem Thema werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Diaspora- und Genozidforschung systematisch die friedenspolitischen Problematisierungen und Massnahmen untersuchen, die sich auf internationaler Ebene in Reaktion auf die Gewaltpolitik der Regierung des Sudan in Darfur entwickelten. Die Gerda Henkel Stiftung fördert dieses Projekt über zwei Jahre mit Mitteln für eine Wissenschaftliche MitarbeiterIn und eine wissenschaftliche Hilfskraft.

Im Rahmen des Projektes soll untersucht werden, ob und wie entscheidende Basiskomponenten internationaler Politik wie Selbstbestimmung, Souveränität, Schutz von Menschenrechten und Bewahrung von Frieden vor dem Hintergrund der Ereignisse in Darfur und mit Blick auf die gegenwärtigen Priorisierungen von Sicherheits- und Stabilitätsgedanken im internationalen Staatensystem Verschiebungen für humanitäre und friedensschaffende Maßnahmen mit sich gebracht haben. „Gerade am Beispiele Darfur können diese Tendenzen exemplarisch aufzeigt werden, die nicht zuletzt mit einer Umgewichtung völkerrechtlicher Grundsätze wie mit einer Neubezeichnung von Formen staatlicher Gewalt einhergehen und sich zu Lasten marginalisierter Bevölkerungsgruppen auswirken könnten“, so Prof. Dr. Mihran Dabag, Direktor des Instituts für Diaspora- und Genozidforschung an der RUB.

Gerade die aktuellen Gewalteskalationen im unabhängig gewordenen Süden des Sudan machen die Brisanz der Projektfragen deutlich: werden mit dem Reden über Stammeskonflikte oder "Völkerkriege" nicht Aspekte systematischer Organisation und intentionaler Destabilisierung von Regionen zu schnell beruhigenden Erklärungsmustern zugeordnet?

Das Projekt folgt gezielt der vom IDG verfolgten Perspektive, die Forschung über aktuelle Konflikte mit Anliegen der Grundlagenforschung zu verbinden. Die Analyse der internationalen politischen Auseinandersetzung über die Ereignisse in Darfur und der Konzeptionen friedens- und sicherheitspolitischer Maßnahmen basiert auf Dokumenten von Institutionen der Internationalen Staatengemeinschaften aus der Zeit von 2003 bis zum Jahr 2011. Das Forschungsvorhaben strebt einen Beitrag zur interdisziplinären Analyse politischer, gesellschaftlicher, inter- und transnationaler Konflikte an, indem unter Integration politikwissenschaftlicher, soziologischer und sozialpsychologischer Methoden und Perspektiven auch nach den wissenshistorischen Bedingungen gefragt wird, unter denen auf der Ebene der Internationalen Staatengemeinschaft die Interpretation der Konflikte im Sudan vorgenommen werden. Gerade in Bezug auf Fragen nach einer wirksamen Etablierung sicherheits-, friedens- und interventionspolitischer Instrumente markieren die Auseinandersetzungen über Darfur ebenso zentrale Paradigmenwechsel, wie sie den Blick auf Kernprobleme weltpolitischer Architekturen von Sicherheit, Stabilität, Solidarität, Entwicklung und Recht eröffnen.

zur Presseerklärung der RUB: Link

zur Gerda Henkel Stiftung: Link

siehe auch: L.I.S.A - Das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung: Link

 

November 2011: Research School

Frau Seta-Elizabeth Guetsoyan M.A., Mitarbeiterin in dem vom IDG geleiteten Forschungsfeld im Zentrum für Mittelmeerstudien, wurde in die Research School der Ruhr-Universität aufgenommen.

 

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