Lehrangebot

 

Kompaktlehrprogramm
„Energiewirtschaft“

Wintersemester 2012/2013


interdisziplinär

international

zukunftssicher

berufsfeldbezogen


Hintergrund und Konzeption


Energie ist Leben und das Interesse an ihr ist „so allgemein wie das Interesse am täglichen Brot“ (BVerfGE 91, 186 [206]). Ihre ständige Verfügbarkeit für jeden Einzelnen wie für die Wirtschaft ist „existenzielle“ Voraussetzung für das Funktionieren moderner Gesellschaften. Das Ruhrgebiet ist als bedeutendes Energiezentrum Sitz zahlreicher zukunftsfähiger und vielfach auch international engagierter Unternehmen auf diesem Sektor.

Die Energiewirtschaft unterliegt seit Jahren grundlegenden Wandlungen: Mit der voranschreitenden Liberalisierung im Zuge des EU-Binnenmarkts für Strom und Gas sowie ständig zunehmenden umwelt- und klimapolitischen Anforderungen ist dieser Prozess keineswegs abgeschlossen. Die Fülle neuer Aufgaben hat ganz neue Berufsfelder (z.B. Energiehandel, Energiedienstleistungen, Contracting, Messwesen) entstehen lassen – auch deshalb hat der seit jeher ausgeprägte Bedarf an Akademikern mit entsprechender Zusatzkompetenz im Energiebereich enorm zugenommen. Nachgefragt wird dabei die Fähigkeit zum vernetzten Denken und zur fachübergreifenden Zusammenarbeit. Schließlich liegen die Sachfragen regelmäßig im hochkomplexen Spannungsfeld von Recht, Technik, Ökonomie und nationaler wie internationaler Politik.

Das Kompaktlehrprogramm beinhaltet im Schwerpunkt die Grundlagen der „Querschnittsmaterie“ Energierecht, mithin seine Bezüge zum Völker-, Europa-, Verfassungs- und Verwaltungsrecht sowie zum allgemeinen Zivil-, zum Kartell- und zum Gesellschaftsrecht. Insofern vermittelt es Zusatzkenntnisse in einer Reihe prüfungs- bzw. examensrelevanter Fächer nicht nur im rechtswissenschaftlichen Studium. Mit zusätzlichen energieökonomischen und energietechnischen Lehrangeboten werden zudem die interdisziplinären Verbindungslinien aufgezeigt. Das Programm richtet sich an Studierende und Absolventen aller Fakultäten, vornehmlich solche der Rechts-, Wirtschafts-, Ingenieur-, Geo- und Politikwissenschaften, und bietet mit dem Erwerb des Zertifikats „Energiewirtschaft“ eine attraktive Gelegenheit zur Zusatzqualifikation.

Teilnahme & Leistungsnachweise


Der Erwerb des Zertifikats erfordert den regelmäßigen Besuch der
(Pflicht-)Vorlesungen
:

  • Energierecht
  • Ausgewählte Probleme des Energierechts und der Energiepolitik
  • Ausgewählte Probleme des Energiekartellrechts

sowie wahlweise von zwei Veranstaltungen aus den Bereichen

  • Energiepolitik / Wettbewerbspolitik/-theorie
  • Energiewirtschaft / Ressourcenökonomik
  • Energietechnik

Die erforderlichen Leistungsnachweise werden durch eine Abschlussklausur in der Vorlesung Energierecht sowie eine weitere (Wahl-)Klausur aus den übrigen (grundständigen bzw. über ein ganzes Semester laufenden) Vorlesungen des Programms erbracht. Zudem besteht die Möglichkeit an einem Seminar im "Energierecht" (Jeweils im Sommersemester). Alle besuchten Veranstaltungen und Prüfungsleistungen (Klausuren, ggfs. Seminarreferat mit Thema) werden im Zertifikat ausgewiesen. Auf Antrag kann auch eine thematisch verwandte sonstige Seminar- oder Abschlussarbeit aus anderen Veranstaltungen der Juristischen Fakultät, der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft oder der Fakultät für Maschinenbau (nicht: BSc.-Seminararbeit) vermerkt werden.

Das „Energierecht“ bildet – deutschlandweit einmalig – einen Bestandteil des Schwerpunktbereichs „Wirtschaftsverwaltung, Umwelt & Infrastruktur“ an der Juristischen Fakultät der Ruhr-Universität. Zu Beginn eines jeden Jahres besteht insofern die Möglichkeit, eine Examensseminararbeit im Energiewirtschaftsrecht anzufertigen. Das entsprechende Seminar findet sodann im Sommersemester eines jeden Jahres statt. Die Vorlesung zum „Energierecht“ ist überdies Bestandteil des BSc-Studiengangs „Management & Economics“, der MSc.-Studiengänge „Master in Economics / Management“ und des Diplomstudiengangs Wirtschaftswissenschaft an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft sowie des weiterbildenden LL.M.-Studiengangs Wirtschafts- und Steuerrecht.

Neben dem Kompaktlehrprogramm besteht die Möglichkeit, mit finanzieller Unterstützung der EU (Mobilitätsbeihilfe) am Erasmus-Programm „International Energy Law“ teilzunehmen. Das Institut für Berg- und Energierecht kooperiert hier mit Partnern an den Universitäten Almeria, Bologna, Dundee, Graz, Kopenhagen, Krakau, Madrid, Oslo, Prag und Rom (Luiss). Bewerbungsschluss für das Akademische Jahr 2012/2013 ist der 1. März 2012. Je nach Ausschöpfung des Stipendienkontingents haben auch Anfragen nach Ablauf des Bewerbungsschlusses noch Aussicht auf Erfolg. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Veranstaltungen im Wintersemester 2012/2013


Die Zugangsdaten zu unserem Servicebereich erhalten Sie (sofern erforderlich) in den Vorlesungen.


Prof. Dr. iur. Joh.-Christian Pielow: Energierecht
Energierecht, freitags, 8.00 - 10.00
uhr, Hgc 40, Beginn : 19. Oktober


Zur Veranstaltung: Die Veranstaltung dient der Vermittlung grundlegender Kenntnisse zu einem zentralen Bereich öffentlicher Infrastrukturwirtschaft. Nach einleitender Befassung mit den völker-, europa- und verfassungsrechtlichen Bezügen des Energierechts wird es insbesondere um die leistungsgebundene Versorgung mit Strom und Gas einschließlich der Liberalisierung des Wirtschaftssektors, um Fragen der Primärenergiegewinnung (insbesondere Bergrecht) sowie um das Energieumweltrecht (Förderung erneuerbarer Energien; Emissionshandel) gehen.

Zur Person: Prof. Dr. iur. Johann-Christian Pielow ist Inhaber der Professur „Recht der Wirtschaft“ und Direktor am Institut für Europäische Wirtschaft der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft sowie Geschäftsführender Direktor des Instituts für Berg- und Energierecht.

Prof. Dr. iur. Wolfgang Straßburg: Ausgewählte Probleme des Energierechts und der Energiepolitik
Montags, 12.30 - 14.00 Uhr, NA 02/69
Beginn: 22. Oktober 2012, vierzehntägig


Zur Veranstaltung: Die Vorlesung befasst sich u.a. mit aktuellen Fragen und Problemen der Neuordnung des Energierechts in Deutschland und Europa (Strom und Gas) unter Einbeziehung der Kernenergienutzung bei veränderten Rahmenbedingungen, darüber hinaus mit ökologisch-rechtlichen Gesichtspunkten im Energiebereich (Energie-/CO2-Steuer, Sustainable Development, Demand Side Management, Joint Implementation und Emissionshandel).

Zur Person: Prof. Dr. jur. Wolfgang Straßburg ist Honorarprofessor an der Leibniz-Universität Hannover und seit 1998 Lehrbeauftragter an der Ruhr-Universität Bochum. Er war für mehr als 35 Jahre – überwiegend in Führungspositionen - in der Energiewirtschaft tätig und ist seit 2010 Of Counsel für Energie- und Energiewirtschaftsrecht in der Essener Wirtschaftkanzlei Kümmerlein Rechtsanwälte & Notare.

Prof. Dr.-Ing. Hermann-Josef Wagner: Regenerative Energien
Mittwochs, 16.00 - 19.00 Uhr, HZO 40
Beginn: 17. Oktober 2012


Zur Veranstaltung: Stromerzeugung durch solarthermische-, Photovoltaikanlagen und Windenergiekonverter. Im Einzelnen: Derzeitige Struktur der Stromerzeugung und Anforderungen aus Sicht der elektrischen Energieversorgung, Energieangebot (Solar, Wind), Funktion und Bauvarianten von solarthermischen Kraftwerken, Windenergiekonvertern und photovoltaischen Energiewandlern sowie ihre Auslegung, Anbindung an das elektrische Netz, Kosten und Einspeisevergütung erneuerbarer Energien unter Umweltaspekten.

Zur Person: Prof. Dr.-Ing. Hermann-Josef Wagner ist Inhaber des Lehrstuhls für Energiesysteme und Energiewirtschaft an der Fakultät Maschinenbau sowie Direktor des Instituts für Berg- und Energierecht.

Prof. Dr.-Ing. Hermann-Josef Wagner: Energieumwandlungssysteme
Montags, 17.30 - 20.30 Uhr, HIA
Beginn: 22. Oktober 2012


Zur Veranstaltung: Die Lehrveranstaltung vermittelt grundlegende Inhalte über Aufbau, Funktion und Stand ausgewählter Energieanlagen und -systeme. Hierzu werden jeweils zunächst die allgemeinen physikalischtechnischen Grundlagen der Energieumwandlung behandelt, danach wird die technische Realisierung anhand von ausgewählten Beispielen erläutert. Behandelt werden u.a. Kesselanlagen, Kraft-Wärme- Kopplung (KWK), Brennstoffzellensysteme, Dampfkraftund GUD-Kraftwerke, Kernkraftwerke und ausgewählte regenerative Energiesysteme,beispielsweise solarthermische Kollektoren oder Photovoltaik oder Geothermie.

Zur Person: Prof. Dr.-Ing. Hermann-Josef Wagner ist Inhaber des Lehrstuhls für Energiesysteme und Energiewirtschaft an der Fakultät Maschinenbau sowie Direktor des Instituts für Berg- und Energierecht.

Prof. Dr. Manuel Frondel: Blockseminar empirische Umwelt-, Energie- und Ressourcenökonomik
10.30 Uhr (s.t) im Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI, Hohenzollernstr. 1-3, 45128 Essen)
Beginn: 27. Februar 2013

Zur Veranstaltung: Es wird die Anwendung empirischer Methoden auf umwelt- und ressourcenökonomische Fragestellungen vertieft, etwa die Beschreibung von Produktionstechnologien durch Produktions- und Kostenfunktionen oder der Substitutionsbeziehungen von Produktionsfaktoren wie Energie und Kapital. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung der Fähigkeit, ökonomische Modelle anhand ökonometrischer Methoden und geeigneter Daten auf ihre Erklärungskraft zu untersuchen.

Zur Person: Prof. Dr. Manuel Frondel ist seit Oktober 2003 Leiter des Kompetenzbereichs "Umwelt und Ressourcen" am RWI und seit 2009 Professor für Energieökonomik und angewandte Ökonometrie der Ruhr-Universität Bochum.

Dr. iur. Malte Abel: Energiekartellrecht
Freitags, 16.00- 18.00 Uhr, GC 04/414
Beginn: 11. Januar 2013

Zur Veranstaltung: Die Energiewirtschaft unterliegt der Aufsicht der Regulierungsbehörde nach Maßgabe des Energiewirtschaftsgesetzes und der Aufsicht der Kartellbehörden nach Maßgabe des deutschen und europäischen Kartellrechts. Die Veranstaltung bietet einen Überblick über die drei Säulen des Energiekartellrechts (wettbewerbsbeschränkende Praktiken z.B. bei langfristigen Lieferverträgen, Marktmissbrauch nach Art. 102 AEUV, §§ 19, 20, 29 GWB, Fusionskontrolle nach §§ 35ff GWB, FKVO). Darüber hinaus werden aktuelle Praxisthemen wie die Schnittstellen zum Regulierungsrecht, etwa durch zunehmende Transparenzpflichten der Energieversorger, besprochen.

Zur Person: Dr. iur. Malte Abel ist Leiter für Kartell und Wettbewerbsrecht bei der RWE AG, Essen, und in dieser Funktion zuständig für Fusionskontroll- und Kartellverfahren von EU-Kommission und Bundeskartellamt. Vor seinem Eintritt bei RWE 2007 war er in der Kanzlei Clifford Chance tätig und absolvierte 2006/07 einen MBA-Studiengang an der Escuela de Alta Dirección y Administración (EADA) in Barcelona.

 

Weitere Informationen erhalten Sie: 

  • im Sekretariat des
    Instituts für Berg- und Energierecht
    der Ruhr-Universität Bochum
    Gebäude NA 02/299
    Tel.: 0234 / 32-27333
    Fax: 0234 / 32-14212

    ibe @ ruhr-uni-bochum.de

  • in der Sprechstunde von

    Prof. Dr. Johann-Christian Pielow
    Gebäude NA 02/299
    Tel.: 0234 / 32-27333
    christian.pielow @ rub.de
    Dienstags, 12-13 Uhr, GC 4/144
    (nur nach Vereinbarung)

Bitte beachten Sie: Die Vorlesungsmaterialien finden Sie unter Service!