Laufende Forschungsprojekte
Das Institut für Berg- und Energierecht ist gegenwärtig u.a. an folgenden Forschungsprojekten beteiligt:
Pumpspeicherkraftwerke unter Tage
Partner: Universität Duisburg-Essen (Projektleitung), Ruhr-Universität Bochum, Rhein-Ruhr Institut für Sozialforschung und Politikberatung e.V. (RISP), RAG AG, DMT GmbH & Co. KG
Förderung: Förderung im Rahmen des Programms "Rationale Energieverwendung, regenerative Energien und Energiesparen, "progres nrw" und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)


Beschreibung: Der Ausbau regenerativer Energien und deren verstärkte Integration in die Energieversorgung Deutschlands ist aktuell eine vorrangige Aufgabe der Energiepolitik. Das Problem der Energiespeicherung ist hierbei weitestgehend ungelöst. Die vorhandenen Speicherkapazitäten reichen zum Auffangen von Energie-Übermengen nicht aus. Neben neuen Speichertechnologien stellt die Nutzung von unterirdischen Pumpspeicherkraftwerken bzw. Unterflur-Pumpspeicherkraftwerken eine weitere Möglichkeit der Energiespeicherung dar. Das Institut für Berg- und Energierecht ist Teil eines interdisziplinären Forschungsteams der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Duisburg-Essen, welches zusammen mit Experten der RAG Deutsche Steinkohle und der DMT untersuchen wird, ob die vorhandenen alten Anlagen und Schächte des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet für unterirdische Pumpspeicher genutzt werden können. Das Ziel der Bearbeitung ist die Prüfung der Rahmenbedingungen für eine Realisierung eines unterirdischen Pumpspeicherkraftwerks. Dem IBE obliegt die Bewertung des Rechtsrahmens und ggfs. dem Aufzeigen des gesetzgeberischen Handlungsbedarfes. Im Mittelpunkt der juristischen Untersuchung steht dabei die Prüfung der Genehmigungsvoraussetzungen nach den Materien des Berg- und Wasserrechts, des Raumordnungs- und Landesplanungsrechts sowie dem Bau-, Bauordnungs- aber auch Energiewirtschaftsrecht und sodann die belastbare Beurteilung der Genehmigungsfähigkeit. Ein weiterer Gegenstand der Untersuchung mit erheblicher Relevanz für die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens soll die etwaige Einbettung in den Förderrahmen der Erneuerbaren Energien sein. Daneben sollen auch die organisatorischen, verfahrens- und haftungsrechtlichen Fragen sowie die mit der Nutzung von Speichern bzw. vorhandener Gewässer oder Kanäle verbundenen Fragen belastbar beantwortet werden.
Betreuung am Institut: Prof. Dr. Joh.-Christian Pielow
Secure eMobility (SecMobil)
„IKT für Elektromobilität II - Smart Car - Smart Grid - Smart Traffic“
http://www.secmobil.com
Partner: Ruhr-Universität Bochum, ESCRYPT GmbH, Daimler AG, ELMOS Semiconductor AG, smartlab Innovationsgesellschaft mbH, Institut für Internet-Sicherheit – if(is).
Förderung: BMWi
Thema: Neuartige Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für die Elektromobilität sollen zukünftig das „smarte“ Miteinander von Elektrofahrzeugen, Energienetzen und Verkehrssystemen schützen. Mit der intelligenten Vernetzung durch die Informations- und Kommunikationstechnologie wächst ein massives Missbrauchspotential heran. Denn als „smart car“ kommuniziert das Elektroauto der Zukunft über eine völlig neue Fahrzeugarchitektur intensiv mit seiner Umwelt. Als „mobiler Speicher“ wird es sogar zum Bestandteil der Energie- und Verkehrsnetze. Aufgrund der weit vernetzten zukünftigen Infrastrukturen sind potentiell alle beteiligten Akteure – wie Energieversorger, Endverbraucher oder Dienstanbieter – durch IT-Angriffe gefährdet. Ziel des SecMobil-Konsortiums ist es, diesen Bedrohungen zu begegnen und umfangreiche, übergreifende und standardisierte Lösungen für die Elektromobilität als Ganzes zu entwickeln.
Das Institut für Berg- und Energierecht beschäftigt sich im Rahmen dieses interdisziplinären Forschungsvorhabens mit sämtlichen in diesem Zusammenhang sich stellenden öffentlich-rechtlichen resp. energiewirtschaftsrechtlichen Fragestellungen. Zu analysieren sind vor allem die Rechte und Pflichten der nunmehr zahlreichen Akteure im Messbereich, namentlich Netzbetreiber, Messstellenbetreiber, Dienstleister, Energieversorger und Endkunden sowie deren Rechtsbeziehungen untereinander. Das bestehende Recht ist ferner daraufhin zu untersuchen, wie die grundsätzliche Verantwortung für die Messung geregelt ist, welche Eigentumsverhältnisse an der Messeinrichtung bestehen und welche Anforderungen an die Anlagen (Standards, Eichvorschriften etc.) und die Qualifikation der Beteiligten zu stellen sind.
Betreuung am Institut: Prof. Dr. Pielow, Simon Th. Groneberg, Alexandra Bednarek
Innovative Regelung für intelligente Netze (Smart Grids) (http://www.bremer-energie-institut.de/irin/)
Partner: Verein zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in der Freien Hansestadt Bremen e.V. (VFwF, federführend), Öko-Institut e.V., Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste.
Förderung: BMWi
Thema: Mit der zum 01.01.2009 gestarteten Anreizregulierung unterliegen die Stromnetze in Deutschland einem speziellen Regulierungsregime, dessen Ziel es ist, Anreize für einen möglichst kosteneffizienten Netzbetrieb zu vermitteln und über die entsprechende Senkung der Netzzugangsentgelte mehr Wettbewerb bzw. sinkende Endverbraucherpreise zu erreichen. Gleichzeitig steigt in Deutschland der Anteil dezentral erzeugter Energie, insbesondere aus erneuerbaren Energiequellen und KWK-Anlagen, ständig an, was eine weit reichende Veränderung der stark zentral geprägten Versorgungs- und Netzstrukturen erfordert. Die Herausforderung für die Energieversorger besteht darin, die vorhandene zentrale und die neue dezentrale Versorgungsstruktur intelligent miteinander zu verknüpfen („Smart Grids“). Ziel dieses Vorhabens ist es, auf der Basis einer Bestandsaufnahme zum geltenden Recht Implementierungshindernisse für Smart grids herauszuarbeiten und Vorschläge für eine innovationsfördernde und vor allem widerspruchsfreie Fortschreibung des gesetzlichen Rahmens zu entwickeln. Da es im Schwerpunkt um Optimierungen des bestehenden Konzepts der Anreizregulierung von Energienetzen respektive der Netzzugangsentgelte zugunsten von Smart Grids geht, sind konkrete Vorschläge zur gebotenen Anpassung des rechtlichen Rahmens (§§ 20 ff., 21a EnWG, ARegV) zu entwickeln.
Betreuung am Institut: Prof. Dr. Pielow, Sindy Güneysu
Unbundling of Energy Companies
Will it be worth it? (www.unecom.de)
Partner: Jacobs University Bremen / Bremer Energie Institut (Prof. Brunekreeft, federführend); Wirtschaftsuniversität Wien (Prof. Otruba); TU Delft (Prof. Künneke); Universtität Tilburg (Tilburg Law & Economic Center, Prof. Larouche u.a.)
Förderung: Next Generation Infrastructures, EnBW, RWE Energy AG
Thema: In the process of liberalisation of the energy markets, there
is a continuing debate on what measures should be taken to enhance
competition in production and retail. As a next step, the EU
Commission seems to opt for ownership unbundling, which is a strict
separation of the network from the competitive activities. An
assessment of this measure, and possible alternatives like
Independent System Operators (ISO), needs to take economical,
technical and legal issues into account. However, comprehensive
studies on the actual effects of ownership unbundling are rare. Many
of them focus on one of these aspects, leaving neighbouring
questions more or less open. More importantly, quantitative
assessments of welfare effects are still scarce, which is
predominantly due to a previous lack of data. This project aims at
filling this gap in current research.
Betreuung am Institut: Prof. Dr. Pielow
Brennstoffzellen und virtuelle Kraftwerke als
Elemente einer nachhaltigen Entwicklung - Innovationsbarrieren und
Umsetzungsstrategien (www.ea-aw.de)
Partner: Europäische Akademie Bad Neuenahr-Ahrweiler (federführend);
Universität Duisburg-Essen (Prof. Dr.-Ing. Romey); Universität
Maastricht (Prof. Dr. rer. oec. Ziesemer); Vaillant GmbH
Förderung: BMBF
(Innovationswettbewerb)
Thema: Die
Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft hängt maßgeblich von
einer sicheren, effizienten und nachhaltigen Energieversorgung
ab. Brennstoffzellensysteme sind effektive hochtechnologische
Energieumwandlungssysteme, die positiv im Bereich des
Wirkungsgrads, des Eigenverbrauchs sowie bei den
Treibhausgasemissionen abschneiden und somit zu einer
nachhaltigen Entwicklung beitragen können. Für eine bessere
Ausnutzung und die Gewährleistung der Energieversorgung auch bei
hohen lokalen Spitzenverbräuchen, die von einer Einzelanlage
nicht bedient werden können, können Brennstoffzellenanlagen zu
virtuellen Kraftwerken gekoppelt werden. Dem Einstieg in die
Technologie stehen allerdings Barrieren im Wege, die sich vor
allem auf lokaler und regionaler Ebene einer konkreten Umsetzung
entgegenstellen. Ziel des Vorhabens ist es, Faktoren
auszumachen, die die Markteinführung und Marktdurchsetzung
behindern, und Strategien zu entwickeln, diese mit vertretbarem
Aufwand und akzeptablen Folgen zu verändern. Dazu werden in dem
Vorhaben zunächst Innovationspotentiale von Brennstoffzelle und
virtuellem Kraftwerk analysiert, bevor Rahmenbedingungen auf
ihre Wirkung als Innovationsbarrieren untersucht und Strategien
zur Beseitigung der Barrieren erarbeitet werden. Zusätzlich wird
der potentielle Beitrag der Technologie zu einer nachhaltigen
Entwicklung diskutiert. Das Vorhaben stellt eine Konkretisierung
der Ergebnisse des abgeschlossenen Vorhabens der Europäischen
Akademie GmbH "Nachhaltige Entwicklung und Innovation im
Energiebereich" dar.
Betreuung am Institut: Prof. Dr. Pielow und Herr Krüger
Beseitigung technischer Hemmnisse bei der
Einspeisung biogener Gase in das Erdgasnetz (www.biogaseinspeisung.de)
Partner: Fraunhofer Institut UMSICHT, Oberhausen
(federführend); Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH;
Institut für Energetik und Umwelt GmbH; Hochschule Magdeburg (FB
Wasser- und Kreislaufwirtschaft); E.ON Ruhrgas AG; alta4
Geoinformatik AG
Förderung: BMBF
Thema: Beseitigung technischer, rechtlicher und ökonomischer
Hemmnisse bei der Einspeisung biogener Gase in das Erdgasnetz zur
Reduzierung klimarelevanter Emissionen durch Aufbau und Anwendung
einer georeferenzierten Datenbank – Strategieentwicklung zur
politischen und techno-ökonomischen Umsetzung.
Betreuung am Institut: Prof. Dr. Pielow und Dr. Schimansky
Entwicklung und Erprobung eines begehbaren
Abwasserkanals mit integrierten Ver- und Entsorgungsleitungen
("Multi-Utility-Abwasserkanal")
Partner: Stadt Dortmund, Tiefbauamt (federführend); Ruhr-Forschungsinstitut
für Innovations- und Strukturpolitik (RUFIS); S&P Consult; TÜV Nord;
DMT AG; Fa. Stein & Partner GmbH u.a.
Förderung: MUNLV NRW
Betreuung am Institut: Prof. Dr. Pielow und Frau Güneysu
Marktpotenzialanalyse zur praktischen Umsetzung des unterirdischen Gütertransportsystems "CargoCap" im Ruhrgebiet (www.cargocap.de)
Partner: Ruhr-Forschungsinstitut für Innovations- und Strukturpolitik (RUFIS); Ruhr-Universität Bochum; Fa. Stein & Partner GmbH