IFNA-D Studie

IFNA-D Studie

(L. Peters, S. Schmelz, K. Rademacher, S. Löseke)

Einleitung

Diese Studie leitet sich aus vorangegangenen Studien der Experimentellen Pneumologie zum Thema "Rolle und Bedeutung von IFN-α beim allergischen Asthma" ab. Eigene Untersuchungen an einem Kollektiv von Erwachsenen mit allergischem Asthma bronchiale haben eine verminderte IFN-α Freisetzungskapazität gegenüber gesunden Kontrollen gezeigt. Die Ergebnisse in einem Kinderkollektiv bezüglich der IFN-α Produktion beim allergischen Asthma bronchiale waren hingegen heterogener. Ohne weitere Differenzierung der untersuchten Studiengruppen (gesund, allergisches Asthma und nicht- allergisches Asthma) ergaben sich keine signifikanten Unterschiede in den IFN-α Freisetzungskapazitäten. Subgruppenanalysen hingegen erbrachten Hinweise darauf, dass eine inhalative Medikation mit Kortikosteroiden eine Reduktion der systemischen IFN-α Freisetzungskapazität verursachen kann. Dieser Zusammenhang konnte jedoch nicht in der Gruppe der nicht-allergischen Asthmatiker beobachtet werden. Des weiteren zeigte sich bei einer nach Schweregrad der Erkrankung differenzierten Auswertung eine signifikante Erniedrigung der IFN-α Produktion. Auf Grund der geringen Fallzahlen war eine Korrelation zur einer Kortikosteroidmedikation nicht möglich.

Auf Basis der Vorbefunde wurde diese prospektive Kohortenstudie zur Beantwortung folgender Fragestellungen initiiert.

  • Zeigt sich bei Kindern mit einem schweren Asthma bronchiale auch ohne Kortikosteroidmedikation eine reduzierte IFN-α Freisetzungskapazität?
  • Besteht ein Unterschied in der zellulären Sensitivität gegenüber Kortikosteroiden zwischen gesunden Kindern und Kindern mit einem schweren allergischen Asthma?
Methodik

Es werden für diese Studie neben den gesunden Kinder nur Kinder mit einem diagnostizierten schweren allergischen Asthma rekrutiert. Als Nachweis für den atopischen Charakter der Erkrankung muss eine mittels Prick-Test nachgewiesene Sensibilisierung vorliegen. Die Schwere der Erkrankung wird entweder durch einen aktuellen FEV1 Wert < 80 % oder durch eine Anfallshäufigkeit von mindestens 12 Asthmaanfälle pro Jahr determiniert. Eine systemische oder inhalative Kortikosteroidmedikation innerhalb der letzten 14 tage darf nicht vorliegen. Die Messung der Lungenfunktion und des NO-Gehaltes im Exhalat dienen als klinische Parameter zur Validierung des Schweregrades der allergischen Inflammation. Für die in vitro Analysen wird Vollblut entnommen. Um die systemische IFN-α Freisetzungskapazität ex vivo zu messen, werden Vollblutkulturen angelegt und mit dem Newcastle Disease Virus (NDV) stimuliert. Parallel dazu werden die IFN-α produzierenden Zellen (pDZ) mittels FACS-Analysen im Vollblut quantifiziert. Dies ermöglicht die Bestimmung der Absolutzahl an pDZ und die Berechnung der IFN-α Produktionsrate pro Zelle. Zur Analyse der Kortikosteroidsensitivität der Blutzellen, werden aus dem Vollblut PBMZ isoliert und entweder zur IFN-α Produktion durch NDV oder zur Proliferation durch Stimulation mit PHA angeregt. Durch Inkubation mit steigenden Konzentrationen an Dexamethason kann so der Einfluss von Kortikosteroiden auf die IFN-α Produktion oder Proliferation gemessen werden um mögliche Sensitivitätsunterschiede aufzuzeigen.

Bilder

Lufu NO-Messung FACS Proliferation