Jishu zemi

Beim Jishu zemi (sprich in etwa „dschischu semi“), was übersetzt soviel wie „freies“ oder „unabhängiges“ Seminar bedeutet, handelt es sich um eine aus Japan adaptierte Seminarsform. Diese Form des forschenden Lernens und des Lehrens in einer weitgehend von studentischer Seite organisierten Veranstaltungsart ist in Japan weit verbreitet. Grundsätzlich bestehen Ähnlichkeiten zu den althergebrachten Kolloquien an geisteswissenschaftlichen Lehrstühlen deutscher Universitäten, wenngleich mit gewichtigen Unterschieden. Die Teilnahme am Seminar ist beim Jishu zemi jederzeit möglich, also nicht etwa von einer Einladung des Dozenten abhängig und kann bereits in den ersten Fachsemestern eines BA-Studiengangs, genauso wie als MA-Student, Doktorand oder im Post-Doc-Status erfolgen. Die Stärke liegt in genau dieser Mischung unterschiedlicher Wissensniveaus bei gleichzeitigem Interesse aller an hierarchiefreier und konstruktiver Diskussion. „Unabhängig“ ist das Seminar auch, weil es unabhängig von der Vergabe von Credit Points erfolgt. „Frei“ ist das Seminar unter anderem, weil sich die Themenwahl an die Interessen der Teilnehmer/innen richtet und der/die Dozent(in) nur beratend teilnimmt. Die Arbeit und Diskussion bleibt weitgehend den Teilnehmer/innen überlassen.
Als Versuch wurde das Jishu zemi bereits seit dem Sommersemester 2007 angeboten und aufgrund des hohen Interesses einer wachsenden Zahl von Studierenden sowie der Unterstützung der Lehrstuhlinhaberin, Frau Professor Dr. Regine Mathias, als fester Bestandteil der Lehr- und Forschungspraxis der Sektion „Geschichte Japans“ etabliert. Im Winter 2008 nahmen die Teinehmer/innen am universitätsinternen Wettbewerb „lehrreich“ mit Erfolg teil.