Jishu zemi

Beim Jishu zemi, was übersetzt soviel wie „freies“ oder „unabhängiges“ Seminar bedeutet, handelt es sich um eine aus Japan adaptierte Seminarsform. Das Seminar bietet den Freiraum für (Forschungs-)Interessen, denen durch die vorgeschriebene Wahl von Pflichtkursen und der eingeschränkten Zeit der Stundenplanorganisation zweier Fächer im Studium nicht nachgegangen werden kann. Die Teilnahme am Seminar ist beim Jishu zemi jederzeit möglich, also nicht etwa von einer Einladung des Dozenten abhängig und kann bereits in den ersten Fachsemestern eines BA-Studiengangs, genauso wie als MA-Student, Doktorand oder im Post-Doc-Status erfolgen. Die Stärke liegt in genau dieser Mischung unterschiedlicher Wissensniveaus bei gleichzeitigem Interesse aller an hierarchiefreier und konstruktiver Diskussion.

Arbeiten mit QuellenTeile des Bohner-Archivs

„Unabhängig“ ist das Seminar, weil es unabhängig von der Vergabe von Credit Points und von studentischen Vertretern ohne Kontrolle durch Dozierende organisiert ist. „Frei“ ist das Seminar unter anderem, weil sich die Themenwahl nach den Interessen der Teilnehmer/innen richtet und der/die Dozent/in nur beratend teilnimmt. Die Vorbereitungsarbeit und Diskussionsleitung bleibt weitgehend den Teilnehmer/innen überlassen.

Als Versuch wurde das Jishu zemi bereits seit dem Sommersemester 2007 angeboten und aufgrund des hohen Interesses auf Seiten der Studierenden sowie der Unterstützung von Frau Prof. Dr. Regine Mathias (Lehrstuhlinhaberin bis 2016), als fester, aber weiterhin unabhängiger Bestandteil der Lehr- und Forschungspraxis der Sektion „Geschichte Japans“ etabliert.

  • WiSe 2008: erfolgreiche Teilnahme am universitätsinternen Wettbewerb „lehrreich“
  • SoSe 09-WiSe 09/10: Bergbau-Projekt mit Exkursion nach Kyushu/Japan und Buchveröffentlichung (in Kooperation mit der DJG am Niederrhein und der Uni-Duisburg-Essen)
  • SoSe 2013: Verfassen der Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum der DJG am Niederrhein

Sonstige behandelte Themen und Aktivitäten des Jishu zemi (Auswahl):

  • 2-wöchige Studienreise nach Japan (SoSe 2009)
  • Lektürekurs + Workshop zum Thema: "Die Region Nord-Kyūshū und das Ruhrgebiet im 'langen 19. Jahrhundert‘.“ (SoSe 2009 / WiSe 2009/10)
  • Das Jahr 1918 (inkl: Quellenarbeit durch kursbegleitende Zeitungslektüre)
  • Katalogisierung des Bohner-Archivs, gemeinsam mit Studierenden und Doktoranden der Universität Kyūshū (SoSe 2012)
  • „Japan Diary 1945 von Marc Gayn“; Projektarbeit mit japanischen Kommilitonen und Professor Teruomi Yamaguchi (Universität Kyūshū), (WiSe 2012/2013)
  • Mitarbeit an der konferenzbegleitende Ausstellung zu deutsch-österreichischen Kriegsgefangenen in Japan während des Ersten Weltkrieges (SS 2015)
  • Kooperationsprojekt mit japanischem „National Museum of Japanese History (Kokuristu rekishi hakubutsukan 国立歴史博物館)“, Ausstellung „Kladderadatsch“, (SS 2015)
  • „Transfer“ von „Wissen“ in der japanischen Geschichte (SS 2016)
Hintergrundrecherche zu Mark Gayns TagebuchJapanexkursion
Lektüre von ZeitungsartikelnNomikai
Sichtung der DJG-AktenbeständeBesprechung zur Katalogisierung des Bohner-Archivs