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Keyword        GESCHLECHTERPERFORMANCE  
 
Jürgen Klaukes Self Performance
Sabrina Kühn

Die Fotosequenz Self Performance von 1972/73 ist eine bekannte und viel beachtete Arbeit des Frühwerks Jürgen Klaukes. In dreizehn Einzelfotografien inszeniert der Künstler in oft sehr drastischer Weise Körper und Geschlecht. Hierzu benutzt er zum Teil Kleidung und Make-up, um Weiblichkeitsmaskeraden zu erzeugen und seine Männlichkeit zu verundeutlichen. Das eigentliche irritierende Moment der Fotografien sind jedoch die zahlreichen Genitalprothesen, die der Geschlechterinszenierung oft groteske Züge verleihen. Zum Einsatz kommen kissenförmige Vaginalplastiken oder auch kleine bis riesenhaft vergrößerte Stoffhörner, die sowohl Phallusassoziationen zulassen, als auch an eine weibliche Brust erinnern.
Im Artikel soll der Geschlechterinszenierung nachgegangen werden, wobei ein Schwerpunkt auf der Analyse des Gebrauchs der Fotografie liegt. Bereits auf der Ebene der Darstellung wird mittels Maskerade, Genitalprothesen usf. ein Changieren zwischen den Geschlechtern, also ein geschlechtlich binär kodiertes Körperbild erzeugt. Diese Form einer Gleichzeitigkeit von Geschlechtlichkeit wird dabei auf medialer Ebene durch den Einsatz der Fotosequenz fortgesetzt. Die Mehrteiligkeit einer Fotosequenz kann zwar eine Narration bewirken, muß jedoch nicht zwangsläufig Linearität bedeuten. Viel häufiger erzeugt sie Formen von Gleichzeitigkeit des Dargestellten, so dass das Nebeneinander beider Geschlechter an einem Körper in Self Performance im Prinzip der Gleichzeitigkeit der Fotosequenz auf der medialen Ebene aufgegriffen und fortgeführt wird.

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Von der Graphic Novel zum Film – Postmoderne und die Repräsentation von Gender in Frank Millers Sin City
Véronique Vonier

Aufgrund ihrer expliziten Darstellung von Gewalt und dem offensichtlichen klischeehaften, stereotypen Verhalten der sowohl männlichen als auch weiblichen Figuren, sorgte die Leinwandversion von Frank Millers Sin City Graphic Novels im Jahr 2005 auf Seiten der Kritiker gleichzeitig für Empörung und Begeisterung. In diesem Zusammenhang untersucht der hier vorzufindende Artikel die Repräsentation von Gender in Frank Millers kontrovers diskutiertem Film Sin City. Dabei wird von der Annahme ausgegangen, dass es sich bei dieser Comicverfilmung um einen so genannten overtpostmodernen Film (Seidl o.J., 344) handelt, welcher sich durch die demonstrative zur Schau Stellung seiner eigenen Künstlichkeit auszeichnet und dessen offensichtlicher, aber auch innovativer Gebrauch digitaler Filmtechnik sowohl die graphischen Möglichkeiten des Mediums Comic als auch die technischen Möglichkeiten des Mediums Film offen zelebriert. Dabei wirkt sich der Aspekt der demonstrativen Künstlichkeit nicht nur auf die Ästhetik des Films, sondern auch auf die Repräsentation von Gender aus. Der vorliegenden Artikel vertritt somit die These, dass im konkreten Fall von Frank Millers Sin City die postmoderne Art der Verfilmung nicht nur die Künstlichkeit der beiden Medien Comic (bzw. Graphic Novel) und Film hervorhebt, sondern auch die Künstlichkeit bzw. Konstruiertheit des repräsentierten Diskursproduktes Gender (Liebrand 2002, 256) demonstrativ zur Schau stellt.

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Gender Trouble im amerikanischen Fernsehen des 21. Jahrhunderts? Glee und das Spiel mit Geschlechtsidentitäten
Janine Wahrendorf

Judith Butler formulierte Anfang der neunziger Jahre ihre Theorie der Heteronormativität und bezeichnete die Parodie als Möglichkeit, um Machtstrukturen offen zu legen und Binärismen aufzubrechen, das heißt, als Gender Trouble. Ob und wie die zeitgenössische Serie Glee diese Problematik über zwanzig Jahre später ebenfalls aufgreift, soll vor allem an der Figur des Kurt Hummel analysiert werden, um im Anschluss auf die aktuellen Entwicklungen in Bezug auf „Homonormativität“ eingehen zu können.

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