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Plasmaforschung - Von Mikroelektronik bis Medizintechnik

PlasmaforschungSie sind noch immer möglich – die großen Entdeckungen der Wissenschaft. Im 21. Jahrhundert finden sie auf speziellen Forschungsfeldern statt. Die Plasmaphysik gehört mit Sicherheit dazu. Von der Plasmatechnologie – darüber sind sich die Experten einig – werden wesentliche Innovationen in der Mikroelektronik, der Oberflächenbehandlung und der Medizintechnik ausgehen.

Plasmaforschung an der Ruhr-Universität hat Tradition. Seit drei Jahrzehnten werden Plasmaphysik (Plasma Science) und Plasmatechnik (Plasma Technology) hier vorangetrieben und seit 2002 durch das interdisziplinäre "Center for Plasma Science and Technology (CPST)" koordiniert. Seine Kernkompetenzen umfassen die Plasmaerzeugung, die Plasmadiagnostik sowie die Modellentwicklung und Oberflächenwechselwirkung. Das CPST hat seinen Schwerpunkt auf die Niedertemperaturplasmen gelegt und kooperiert auf diesem Gebiet verstärkt mit Industriepartnern.

Neuer Schwerpunkt: Mikroplasmen

Gemeinsam mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und dem Forschungszentrum Jülich betreibt die Ruhr-Universität das Virtuelle Institut „ITER – Relevant Plasma Boundary Physics“ der Helmholtz-Gemeinschaft. Derzeit bildet sich in Bochum ein neuer Schwerpunkt der Plasmaforschung heraus: Er zielt auf die technische Bereitstellung von Mikroplasmen bei Atmosphärendruck ab und eröffnet ein breites Spektrum der Anwendungen von der Biomedizin bis hin zur Nanotechnologie.

Gegenwärtig widmen sich etwa 200 Naturwissenschaftler und Ingenieure an der Ruhr-Universität der Plasmaforschung – ob im CPST, im Sonderforschungsbereich Transregio 87 „Gepulste Hochleistungsplasmen zur Synthese nanostrukturierter Funktionsschichten“ oder in den Forschergruppen 1048 „Instabilitäten, Turbulenzen und Transport in Kosmischen Magnetfeldern“ und 1123 „Physics of Microplasmas“.

SFB TR und CPST sind zugleich Partner eines neuen internationalen Verbundes weltweit führender Einrichtungen der Plasmaforschung und -technik, an dem neben Japan, Frankreich, Korea, Irland und den Niederlanden zwei deutsche Zentren beteiligt sind: das CPST und das zur Leibniz-Gemeinschaft gehörende Institut für Niedertemperatur-Plasmaphysik e.V. (INP) in Greifswald.

Sämtliche Strukturen bündeln ihre Aktivitäten im Research Department „Plasmas with Complex Interactions“.