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Materialforschung - Werkstoffe maßgeschneidert

MaterialforschungJedes Material hat seinen ganz eigenen Charakter: Seine elektrischen und magnetischen Eigenschaften, seinen Widerstand gegen mechanische Beanspruchung, sein chemisches Verhalten, seine Oberflächenbeschaffenheit, sein „Erinnerungsvermögen“ machen es aus. Wer in der Lage ist, das Wesen eines Werkstoffs gezielt zu beeinflussen, dem stehen ganz neue Wege offen.

Um diese neuen Wege unter Nutzung fächerübergreifender Synergien zu beschreiten, haben sich Ingenieure und Naturwissenschaftler der Ruhr-Universität 1997 zum interdisziplinären Materialforum zusammengeschlossen. Zu ihren gemeinsamen Forschungsschwerpunkten gehören Werkstoffe und mechanische Eigenschaften, dünne Schichten und Oberflächen, Nanostrukturen und Nanomaterialien und die Oberflächenchemie.

Aus dieser interdisziplinären materialwissenschaftlichen Forschungsplattform haben sich inzwischen u.a. fünf Sonderforschungsbereiche und die internationale Max Planck Research School for Surface and Interface Engineering in Advanced Materials (IMPRS SurMat) entwickelt. Durch die Gründung des Interdisciplinary Centre for Advanced Materials Simulation (ICAMS) wurde die Materialforschung an der RUB weiter verstärkt.

Die Arbeitsfelder der Mitglieder liegen z.B. in der Formgedächtnisforschung, in der Elektronik, im Bereich der Materialien für Energiewandlung und Speicherung sowie in der Katalyse. Metalle mit Erinnerungsvermögen finden Anwendung in der Raumfahrt, der Medizintechnik und dem Automobilbau. Maßgeschneiderte Oberflächen verbessern die katalytischen Eigenschaften von Materialien oder ihre Bioverträglichkeit. Die Forscher bringen in neuen Werkstoffen Elektronen aus dem Gleichgewicht und machen so Halbleiter leistungsfähiger. Materialforscher und Geowissenschaftler arbeiten zusammen daran, die Bewegungsprozesse der Erdschichten besser zu verstehen.

Seit 2009 bildet das Materials Research Department (MRD, ehemals "Integrity of Small-Scale Systems IS³/High-Temperature Materials HTM") die Plattform für die interdisziplinäre Materialforschung an der RUB. Derzeit arbeiten die Mitglieder des MRD an einem neuen Forschungsschwerpunkt zur kombinatorischen Werkstoffforschung. Sie wollen eine neue wissenschaftliche Vorgehensweise zur Erfindung neuer Werkstoffe mit bislang unerreichten Eigenschaften entwickeln. Ergebnisse aus der Materialforschung werden jährlich im Rahmen des „Materialwissenschaftlichen Tages“ sowie einem Newsletter der Öffentlichkeit präsentiert.