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Zentrale wissenschaftliche Einrichtungen

In Zentralen Wissenschaftlichen Einrichtungen gehen Forscherinnen und Forscher jenseits von Fakultätsgrenzen interdisziplinär genau definierten Themenfeldern auf den Grund.

Institut für Arbeitswissenschaft

Die Zeiten ändern sich, und Organisationen müssen sich verändern, um Schritt zu halten. Das Institut für Arbeitswissenschaft legt seinen Fokus auf Organisationen im Wandel und nimmt sie in ihrer Ganzheit in den Blick. Neben der Grundlagenforschung entwickeln die Mitglieder Konzepte zur Veränderung von Organisationen durch die Analyse und Gestaltung von Arbeitsprozessen und ihre Verbesserung durch soziotechnische Lösungen. Die Forscherinnen und Forscher erfassen und entwickeln Kompetenzen für Change Management Prozesse und die damit verbundenen Interaktionen zwischen dem Individuum und der Organisation. Die Forschungsaktivitäten und Forschungsergebnisse sind Grundlage für das wissenschaftliche Weiterbildungsprogramm im Master of Arts of Organisational Management. Der berufsbegleitende Studiengang richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Wirtschaft und Verwaltung.

Institut für Berg- und Energierecht (IBE)

Emissionshandel, erneuerbare Energien, Versorgungssicherheit – es gibt viele „heiße Eisen“ auf dem Gebiet des Berg- und Energierechts. Häufig sind viele benachbarte Rechtsbereiche von einzelnen Fragen betroffen. Daher ist der Tätigkeitsschwerpunkt des Instituts die Pflege der eng miteinander verzahnten Materien des Bergrechts und des Energierechts nebst sämtlicher rechtlicher Verbindungslinien, zum Beispiel zum Verfassungs- und Verwaltungsrecht sowie zum Handels-, Gesellschafts- und Wettbewerbsrecht. Dank seiner Forschungstätigkeit ist das Institut zu einem gefragten Ansprechpartner für Unternehmen, Behörden und Verbände nicht nur in der Rhein-Ruhr-Region geworden.
An der Ruhr-Universität Bochum sind die Voraussetzungen günstig für den auf dem Energiesektor unabdingbaren Dialog zwischen Juristen und Vertretern der Wirtschafts-, Geo- und Ingenieurwissenschaften.

Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES)

Religiöse Vielfalt ist historisch der Normalfall, steht aber unter modernen Bedingungen – allem voran in einem nationalstaatlichen Kontext – unter besonderen Herausforderungen. Sie erfährt daher als Forschungsthema im Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) besondere Aufmerksamkeit. Das Centrum bündelt fächerübergreifend Forschung aus verschiedenen geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen. Die Mitglieder analysieren Religionen sowohl in ihren Eigendynamiken als auch in ihren Wechselwirkungen mit anderen gesellschaftlichen Bereichen. Ein Schwerpunkt liegt auf den Einflüssen unterschiedlicher Religionen aufeinander – nicht erst in Zeiten der Globalisierung, sondern auch in den Jahrtausenden zuvor gab es schon rege Kontakte zwischen weitentfernen Regionen und somit Religionen. Da alle Religionen, die heute als Weltreligionen bezeichnet werden, ihren Ursprung zwischen Mittelmeer und Pazifik haben, liegt der geografische Schwerpunkt auf dem euro-asiatischen Raum. Weitere Schwerpunkte sind das Verhältnis zwischen Religion und Kunst, Digital Humanities in der Religionsforschung und die Herausbildung von religiösen Traditionen.

Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik (IEE)

Wie wirken sich unterschiedliche Formen der Globalisierung auf Wirtschaft, Politik und Gesellschaft auf nationalstaatlicher und auf subnationaler Ebene aus? Wie beeinflusst Globalisierung die Governance? Wie lassen sich die Haupt- und Nebenwirkungen von Entwicklungsprogrammen messen? Wie kann man die Nutzung von Ressourcen sinnvoll steuern? Solche für die wissenschaftliche wie für die praktische internationale Zusammenarbeit relevanten Fragen bearbeiten die rund 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IEE aus wirtschafts-, rechts- und sozialwissenschaftlicher Perspektive. Aktuell forscht das Institut in Verbünden zu Fragen der Ernährungssicherheit, zu Arbeitsmärkten und Arbeits- und Sozialstandards und zur Bekämpfung von Fluchtursachen. Der multidisziplinäre und stark international geprägte Forschungsansatz spiegelt sich auch in der IEE-Lehre wider: Das Institut bietet in Bochum und in Kapstadt den MA-Studiengang in Development Management an, betreibt an der RUB das PhD-Programm in International Development Studies und ist stark in der Zusammenarbeit mit afghanischen Universitäten engagiert. Im IEE forschen, lehren, managen, lernen Menschen aus mehr als 30 Nationen.

Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht (IFHV)

Die Rechtssituation vor, während und nach humanitären Krisen, ihr Einfluss auf Menschen, Gesellschaft und Institutionen und die Reaktionen von Staaten, internationalen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen stehen im Mittelpunkt der Forschung des Instituts für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht. Es gehört zu Europas führenden akademischen Institutionen für die Erforschung solcher Krisen. Seine Mitglieder aus den Bereichen der Rechtswissenschaft, der Sozialwissenschaft, der Geowissenschaften und der Gesundheitswissenschaft arbeiten interdisziplinär.
Neben der Forschung bildet das Institut Praktiker der humanitären Hilfe aus und trägt so zu ihrer Professionalisierung bei: Vor mehr als 20 Jahren rief es in Zusammenarbeit mit dem Network on Humanitarian Action (NOHA) das gemeinsame Masterprogramm „Joint Master’s Programme in International Humanitarian Action“ ins Leben, an dem über 20 europäische und internationale Partnerinstitutionen beteiligt sind.

Horst-Görtz-Institut für IT-Sicherheit (HGI)

Dank Smartphone nehmen viele den Computer heute buchstäblich mit ins Bett – die Digitalisierung ist überall, und ebenso ihre Schattenseiten. Cyberkriminellen immer einen Schritt voraus zu sein, ist eines der Ziele des Horst Görtz Instituts für IT-Sicherheit. Es gilt Dank seiner großen disziplinären Bandbreite als eine der führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der IT-Sicherheit in Europa. 21 Professorinnen und Professoren aus der Elektro- und Informationstechnik, der Mathematik, den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften sowie den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sowie rund 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten hier zusammen. Unter ihnen sind Experten aus nahezu allen Bereichen der modernen Kryptographie und IT-Sicherheit, unter anderem eingebettete Sicherheit, Kryptographie und kryptographische Protokolle, Netzwerksicherheit, sichere Betriebssysteme, mobile Sicherheit und Schadsoftware.

Institut für Neuroinformatik

Wie entsteht im menschlichen Gehirn ein bestimmtes Verhalten unter Einfluss von äußeren Reizen? Und was kann man davon lernen, um technischen Systemen ähnliche Verhaltensweisen beizubringen? Diese beiden Ziele leiten die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Neuroinformatik. Dabei geht es sowohl um Wahrnehmung als auch um Kognition und Bewegung, zum Beispiel von Roboter- und Fahrerassistenzsystemen. Die Forschenden nutzen experimentelle Methoden aus der Psychologie und Neurophysiologie ebenso wie theoretische Ansätze aus der Physik, der Mathematik, der Elektrotechnik und der angewandten Informationstechnik. Zudem bedienen sie sich mathematischer Methoden wie der Theorie neuronaler Netze.

Institut für Soziale Bewegungen (ISB)

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts untersuchen die Geschichte und Gegenwart sozialer Bewegungen. Die Aktivitäten des Instituts basieren auf einer langjährigen Zusammenarbeit von Forscherinnen und Forschern verschiedener Disziplinen an der RUB, insbesondere aus der Geschichtswissenschaft, der Sozialwissenschaftler, der Theologie und der Erziehungswissenschaft. Das Institut ist aus dem 1980 gegründeten Institut zur Erforschung der europäischen Arbeiterbewegung hervorgegangen. Neben den Neuen sozialen Bewegungen bilden die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung in Forschung und Lehre des Instituts weiterhin einen Schwerpunkt. Die Forschungen am ISB bewegen sich sowohl in internationalen als auch regionalen Kontexten. Das Institut ist an verschiedenen europäischen Forschungsprojekten beteiligt, zugleich haben sein Lehr- und Forschungsprogramm einen starken regionalen Bezug. In seinen regionalen Kontexten arbeitet das Institut eng mit der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets zusammen. Das ISB gibt verschiedene deutsch- und englischsprachige Buchreihen sowie eine eigene Fachzeitschrift „Moving the Social. Journal of Social History and the History of Social Movements“ heraus.

 
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