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European Research Council Grants

Das European Research Council (ERC) möchte vor allem zu Forschungsprojekten ermutigen, die die Grenzen verschiedener Disziplinen überschreiten, zu bahnbrechenden Ideen auf neu aufkommenden Forschungsgebieten und zu innovativen und unkonventionellen Ansätzen. Das ERC unterstützt einzelne herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jeder Nationalität und jedes Alters.

Professorin Dr. Alexandra Cuffel – ERC Consolidator Grant

Im Projekt JEWSEAST untersucht ein internationales Team unter Leitung von Professor Cuffel, wie sich Juden und Christen außerhalb Europas und des Byzantischen Reiches seit der Spätantike begegneten und zusammenlebten. Die Ergebnisse sollen eine Forschungslücke schließen: Während das Zusammenleben von europäischen Juden und Christen als gut erforscht gilt, ist die Begegnung zwischen orientalisch-orthodoxen Kirchen und jüdischen Gemeinden bisher nur sehr vereinzelt untersucht worden. Die Wissenschaftler werden Manuskripte, Bücher, Inschriften auf Grabsteinen und anderen archäologischen Artefakten in verschiedenen Sprachen, so z. B. in Armenisch, Arabisch und Altäthiopisch untersuchen und auswerten.


Prof. Dr. Thorsten Holz – ERC Starting Grant

Mit seinem mit 1,5 Millionen Euro dotierten ERC Starting Grant will Prof. Dr. Thorsten Holz die Sicherheit im „Internet der Dinge“ verbessern. Immer mehr Geräte sind mit dem Internet verbunden und können auf diesem Weg potenziell manipuliert oder missbraucht werden. Im Projekt „Leveraging Binary Analysis to Secure the Internet of thiNgs – BASTION“ entwickeln die Forscher an seinem Lehrstuhl neue Analysetools für die Software dieser Geräte, um potenzielle Schwachstellen zu finden. Außerdem konzipieren sie neue Sicherheitsmechanismen, die solche Geräte vor Angriffen schützen sollen. Eine besondere Herausforderung ist es, die neuen Methoden auf möglichst vielen verschiedenen Geräten zum Laufen zu bringen. Thorsten Holz‘ Team übersetzt daher die verschiedenen Softwarekomponenten zunächst in eine „Vermittlersprache“.


Prof. Dr. Stefan M. Huber – ERC Starting Grant

In seinem ERC Starting Grant, der mit 1,5 Millionen Euro dotiert ist, widmet sich Prof. Dr. Stefan M. Huber der Entwicklung neuer Katalysatoren. Sie sollen erstmals so genannte „Halogenbrücken“ nutzen, eine bestimmte schwache Wechselwirkung zwischen Molekülen. So sollen sie helfen, nur eine Art bestimmter Moleküle entstehen zu lassen, die sich normalerweise in chemischen Reaktionen immer in zwei spiegelbildlichen Ausformungen ergeben. Das ist zum Beispiel für die pharmazeutische Industrie wichtig, denn oft ist nur eines der beiden spiegelbildlichen Moleküle als Arzneistoff wirksam, während das andere nicht selten gravierende Nebenwirkungen hervorruft.


Prof. Dr. Eike Kiltz – ERC Consolidator Grant

Jeder von uns kennt kleine Chips: auf dem elektronischen Reisepass, der Gesundheitskarte oder in automatischen Türöffnern. Auch in der Medizin verwendet man sie z. B. bei Herzschrittmachern. Sie enthalten Informationen über uns, die mit kryptographischen Protokollen geschützt werden müssen. Zusammen mit Prof. Mihir Bellare von der University of California San Diego und Prof. Christof Paar vom Lehrstuhl für Embedded Security der RUB arbeitet Prof. Kiltz an neuartigen Sicherheitsverfahren für solche Chips. Eike Kiltz erhält für sein Projekt ab November 2014 insgesamt 1,8 Millionen Euro. Die „Grants“ des Europäischen Forschungsrats bieten Forschungstalenten die Möglichkeit, neue Ideen umzusetzen. Mit bis zu zwei Millionen Euro über fünf Jahre unterstützt der Forschungsrat junge Wissenschaftler.


Jun.-Prof. Dr. Lars Leichert – ERC Starting Grant

Leichert

Für sein Forschungsvorhaben hat der Bochumer Wissenschaftler Jun.-Prof. Dr. Lars Leichert  vom Medizinischen Proteom-Center im November 2011 den mit 1,5 Millionen Euro dotierten „Starting Grant“ des European Research Council erhalten.

Das Ziel seines Projekts: die bislang unbekannte Funktion von Genen zu entschlüsseln, die von Forschern in einem Glas Meerwasser gefunden wurden. Das Team um  Lars Leichert testet zum Beispiel, ob die Proteine aus dem Meerwasser für die Industrie interessant sind –  etwa für die Herstellung von Biosprit oder Waschmitteln.

Nach Stationen in Greifswald und Michigan kam Lars Leichert zur Ruhr-Universität Bochum, wo er seit 2008 Juniorprofessor am Medizinischen Proteom-Center ist und die AG Redox-Proteomics leitet.

Pressemitteilung


Prof. Dr. Evgeny Epelbaum - ERC Starting Grant

Epelbaum

Über einen ERC Starting Grant konnte sich auch Prof. Dr. Evgeny Epelbaum von der Theoretischen Physik II der Fakultät für Physik und Astronomie im Jahr 2010 freuen: Der mit 1,16 Millionen Euro dotierte Preis finanziert für die nächsten fünf Jahre die Forschungsarbeit des umfangreichen Projekts  zur Quantenchromodynamik.

In dem Projekt mit dem Namen „Nuclear Physics from Quantum Chromodynamics“ werden die Eigenschaften der stark wechselwirkenden Materie theoretisch untersucht. Die Kombination von modernen analytischen Methoden zeichnen die Besonderheit dieses Forschungsprojekts aus.

Evgeny Epelbaum ist seit 2010 Professor für Hadronenphysik in der Fakultät für Physik und Astronomie an der RUB.

Pressemitteilung


Prof. em. Dr. Gerhard Endreß, Partner, ERC Advanced Grant

Seit 2010 fördert das European Research Council das Forschungsprojekt „Greek into Arabic — Philosophical Concepts and Linguistic Bridges” mit einem ERC Advanced Grant.  ERC-Grantholder ist Dr. Cristina D’Ancona von der Università di Pisa, Italien, die gleichzeitig die Gesamtleitung des Projekts inne hat. Als Partner an der RUB konnte Prof. em. Dr. Gerhard Endreß vom Seminar für Orientalistik und Islamwissenschaften gewonnen werden, der eine projektbezogene Arbeitsgruppe leitet. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht das Projekt „Glossarium Græco-Arabicum“.