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European Research Council Grants

Das European Research Council (ERC) möchte vor allem zu Forschungsprojekten ermutigen, die die Grenzen verschiedener Disziplinen überschreiten, zu bahnbrechenden Ideen auf neu aufkommenden Forschungsgebieten und zu innovativen und unkonventionellen Ansätzen. Das ERC unterstützt einzelne herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jeder Nationalität und jedes Alters.

Dr. Nicolas Plumeré – ERC Starting Grant

 Dr. Nicolas Plumeré

Die ERC-Fördermittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro nutzt Dr. Nicolas Plumeré, um hoch aktive, aber fragile Katalysatoren für die Energieumwandlung näher zur Anwendung zu bringen. Es ist eine Herausforderung, Strom aus erneuerbaren Energiequellen in eine speicherbare Form zu bringen, zum Beispiel in den chemischen Treibstoff Wasserstoff. Dafür ist derzeit meistens das teure und seltene Metall Platin als Katalysator im Einsatz. Der Chemiker hat zum Ziel, eine günstigere Alternative zu schaffen, indem er  nickel- oder eisenhaltige Enzyme aus der Natur für diesen Zweck nutzbar macht. Da Katalysatoren aus solchen Elementen häufig instabil sind, möchte der Forscher sie in eine stabilisierende Matrix einbetten.


Prof. Dr. Viktoria Däschlein-Gessner – ERC Starting Grant

Prof. Dr. Viktoria Däschlein-Gessner

Mit den 1,5 Millionen Euro aus dem ERC Starting Grant möchte Prof. Dr. Viktoria Däschlein-Gessner, Lehrstuhl für Anorganische Chemie II, neuartige Ligandensysteme entwickeln. Diese chemischen Systeme werden an Metalle gebunden, um zum Beispiel die Aktivität von Katalysatoren zu beeinflussen oder reaktive Teilchen zu stabilisieren. Mit Experimenten und computerbasierten Studien wird ihr Team neue Systeme aufbauen, die im Zentrum ein elektronenreiches Kohlenstoffatom besitzen. Das soll ermöglichen, die Eigenschaften und die Reaktionsfreudigkeit der gebundenen Atome und Gruppen gezielt zu steuern.


Dr. Elisabeth de Boer – ERC Starting Grant

 Dr. Elisabeth de Boer

Linguistin Dr. Elisabeth de Boer wird im Rahmen des mit 1,5 Millionen Euro dotierten Grants untersuchen, wie die japanische Sprache in Japan ankam und sich dort verbreitet hat. Der japanische Dialekt ist in verschiedenen Regionen des Landes sehr unterschiedlich ausgeprägt. Entgegen der Erwartung haben die Dialekte in einigen weit voneinander entfernt liegenden Gebieten jedoch sehr ähnliche Merkmale. Im ersten Schritt ihres Projekts möchte de Boer einen verlässlichen Stammbaum der Dialekte erstellen, anhand von Feldstudien, linguistischen Analysen und Forschung an Dokumenten, die in älteren Dialekten verfasst sind. Die Ergebnisse sollen Einblicke in die Wege der prähistorischen Völkerwanderungen erlauben, die das Japanische auf den Inseln verbreitet haben.


Dr. Rüdiger Arnzen, Dr. Yury Arzhanov – ERC Starting Grant (Beteiligung)

Dr. Rüdiger Arnzen, Dr. Yury Arzhanov

Dr. Rüdiger Arnzen und Dr. Yury Arzhanov sind an einem mit insgesamt 1,5 Millionen Euro geförderten ERC Starting Grant beteiligt; Principal Investigator ist Dr. Grigory Kessel von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Das Team will eine lexikalische Datenbank aufbauen, die syrische und arabische Übersetzungen wissenschaftlicher und philosophischer Werke enthält, die ihren Ursprung in Griechenland hatten. Die islamische Kultur knüpfte an Wissenschaft und Philosophie aus der griechischen Antike an. Arabische Übersetzer überführten die griechischen Schriften ins Arabische, wobei Syrisch sprechende Gelehrte häufig als Vermittler fungierten. Eine Herausforderung war dabei zum Beispiel, syrische und arabische Entsprechungen für Fachbegriffe zu finden. Die neue Datenbank – sie trägt den Kunstnamen "Hun@aynNet" – vergleicht die syrischen Schriften mit den griechischen Originalen und den zugehörigen arabischen Versionen, um systematische Einblicke in die verwendete Terminologie und die Übersetzungstechniken zu gewinnen.


Professorin Dr. Alexandra Cuffel – ERC Consolidator Grant

Professorin Dr. Alexandra Cuffel

Im Projekt JEWSEAST untersucht ein internationales Team unter Leitung von Professor Cuffel, wie sich Juden und Christen außerhalb Europas und des Byzantischen Reiches seit der Spätantike begegneten und zusammenlebten. Die Ergebnisse sollen eine Forschungslücke schließen: Während das Zusammenleben von europäischen Juden und Christen als gut erforscht gilt, ist die Begegnung zwischen orientalisch-orthodoxen Kirchen und jüdischen Gemeinden bisher nur sehr vereinzelt untersucht worden. Die Wissenschaftler werden Manuskripte, Bücher, Inschriften auf Grabsteinen und anderen archäologischen Artefakten in verschiedenen Sprachen, so z. B. in Armenisch, Arabisch und Altäthiopisch untersuchen und auswerten.


Prof. Dr. Martina Havenith – ERC Advanced Grant

Mit ihrem mit 2,5 Millionen Euro dotierten ERC Advanced Grant möchte Prof. Dr. Martina Havenith eine neue Methode entwickeln: die zeitaufgelöste Terahertz-Kalorimetrie. Sie soll es ermöglichen, die Interaktion von Proteinen mit dem umgebenden Lösungsmittel in Echtzeit zu verfolgen. Dazu nutzt die Chemikerin erstmals Methoden der zeitaufgelösten Laserspektroskopie. Aktuell erlaubt die Kalorimetrie nur Analysen auf Zeitskalen von 1 bis 100 Sekunden. Außerdem erfasst sie lediglich den Zustand, in dem die Reaktionspartner bereits aneinander gebunden sind. Für biologische Reaktionen ist aber das dynamische Zusammenspiel der Interaktionspartner und des Lösungsmittels entscheidend. Mit der Terahertz-Kalorimetrie könnten sich diese Prozesse in Zukunft mit millionenfach besserer zeitlicher Auflösung untersuchen lassen. Das Projekt soll am 1. Oktober 2016 starten. (Foto: © RUB, Marquard)


Prof. Dr. Thorsten Holz – ERC Starting Grant

Mit seinem mit 1,5 Millionen Euro dotierten ERC Starting Grant will Prof. Dr. Thorsten Holz die Sicherheit im „Internet der Dinge“ verbessern. Immer mehr Geräte sind mit dem Internet verbunden und können auf diesem Weg potenziell manipuliert oder missbraucht werden. Im Projekt „Leveraging Binary Analysis to Secure the Internet of thiNgs – BASTION“ entwickeln die Forscher an seinem Lehrstuhl neue Analysetools für die Software dieser Geräte, um potenzielle Schwachstellen zu finden. Außerdem konzipieren sie neue Sicherheitsmechanismen, die solche Geräte vor Angriffen schützen sollen. Eine besondere Herausforderung ist es, die neuen Methoden auf möglichst vielen verschiedenen Geräten zum Laufen zu bringen. Thorsten Holz‘ Team übersetzt daher die verschiedenen Softwarekomponenten zunächst in eine „Vermittlersprache“.


Prof. Dr. Stefan M. Huber – ERC Starting Grant

In seinem ERC Starting Grant, der mit 1,5 Millionen Euro dotiert ist, widmet sich Prof. Dr. Stefan M. Huber der Entwicklung neuer Katalysatoren. Sie sollen erstmals so genannte „Halogenbrücken“ nutzen, eine bestimmte schwache Wechselwirkung zwischen Molekülen. So sollen sie helfen, nur eine Art bestimmter Moleküle entstehen zu lassen, die sich normalerweise in chemischen Reaktionen immer in zwei spiegelbildlichen Ausformungen ergeben. Das ist zum Beispiel für die pharmazeutische Industrie wichtig, denn oft ist nur eines der beiden spiegelbildlichen Moleküle als Arzneistoff wirksam, während das andere nicht selten gravierende Nebenwirkungen hervorruft.


Prof. Dr. Eike Kiltz – ERC Consolidator Grant

Jeder von uns kennt kleine Chips: auf dem elektronischen Reisepass, der Gesundheitskarte oder in automatischen Türöffnern. Auch in der Medizin verwendet man sie z. B. bei Herzschrittmachern. Sie enthalten Informationen über uns, die mit kryptographischen Protokollen geschützt werden müssen. Zusammen mit Prof. Mihir Bellare von der University of California San Diego und Prof. Christof Paar vom Lehrstuhl für Embedded Security der RUB arbeitet Prof. Kiltz an neuartigen Sicherheitsverfahren für solche Chips. Eike Kiltz erhält für sein Projekt ab November 2014 insgesamt 1,8 Millionen Euro. Die „Grants“ des Europäischen Forschungsrats bieten Forschungstalenten die Möglichkeit, neue Ideen umzusetzen. Mit bis zu zwei Millionen Euro über fünf Jahre unterstützt der Forschungsrat junge Wissenschaftler.


Prof. Dr. Christof Paar – ERC Advanced Grant

Mit dem Internet der Dinge vernetzen sich alle Bereiche des alltäglichen Lebens: eine Herausforderung für die IT-Sicherheit. Als besonders gefährlich gelten Angriffe, die nicht auf die Software, sondern auf die Hardware abzielen. Durch Manipulation der integrierten Schaltkreise können Angreifer Sicherheitslösungen aushebeln und Kontrolle über wichtige Geräte und Systeme erlangen. Das mit 2,5 Millionen Euro geförderte ERC-Projekt des IT-Sicherheitsexperten Christof Paar will dem zuvorkommen. Dabei soll zunächst umfassend analysiert werden, auf welchen Wegen eine Manipulation der Hardware möglich ist. Basierend auf den Erkenntnissen sollen dann wirksame Gegenmaßnahmen entwickelt werden. Voraussichtlicher Starttermin des Forschungsvorhabens: 1. Oktober 2016. (Foto: © RUB, Nelle)

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