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Die Po-Ebene war seit der Steinzeit besiedelt, weil die
Fruchtbarkeit des Landes seit jeher Menschen angezogen hatte. Wir wollen
uns aber mit der Geschichte der Landschaft erst von dem Zeitpunkt an
beschäftigen, als die Etrusker sie durchquerten.
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Etrusker in der Padana |
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Die Etrusker wohnten
südlich des Apennin und hatten seit dem 8. Jh. v. Chr. eine Stadtkultur
ausgebildet, die durch Fernhandel mit Puniern und Griechen über das
tyrrhenische Meer zu erstaunlichem Wohlstand gelangt war. Die Punier sind
Phönizier, die als Neugründung um 800 v. Chr. die Stadt Karthago
anlegten, deren Bewohner von den Römern Punier genannt wurden. Zu den
Etruskern kamen über das Meer Punier und Griechen, keine ungefährliche
Fahrt für behäbige Handelsschiffe. Es musste also etwas ganz Wichtiges
bei den Etruskern zu holen sein, um das Risiko einzugehen, viele hundert
Kilometer weit an der italienischen Westküste entlang zu segeln.
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Womit handelten die Etrusker? Der Goldschmuck in den
frühen Gräbern von Cerveteri, Praeneste und anderen Orten, der von
Reichtum schon in der etruskischen Frühzeit zeugt, die Berge von
verhüttetem Metall in Populonia weisen in eine Richtung: Eisenerz bauten
die Etrusker auf der Insel Elba ab, die der Stadt Populonia gerade
gegenüber liegt, das begehrteste Metall der Eisenzeit, und Eisen war im
gesamten Mittelmeergebiet nirgendwo so reichlich zu haben, wie gerade in
Etrurien. Sie machten damit den entfernt wohnenden Alpenvölkern
Konkurrenz, die ebenfalls Eisenerz abzubauen verstanden, aber deren
Eisenbarren auf dem unwirtlichen Landweg transportiert werden mussten. Die
Etrusker förderten außerdem in ihrem Land zwischen Arno und Tiber:
Silber, Kupfer, Quecksilber, Blei, Antimon, Zinn und Zink.
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In Etrurien hatte sich im Verlauf des 6. Jhs. v. Chr.
eine eigenständige Produktion von hochwertigen und formschönen
Bronze-Arbeiten entwickelt, unter denen Kandelaber, Hydrien und Kannen
hervorragen. Mit diesen begehrten Fertigprodukten fingen nun die Etrusker
einen schwunghaften Handel mit den Alpenvölkern an, wobei sie die
Po-Ebene durchqueren mussten. Die Alpenvölker - außer der
bodenständigen Bevölkerung waren es vor allem die Kelten (Gallier), die
bis auf den Balkan vordrangen - verkauften (tauschten) diese etruskischen
Bronzekannen, Siebe, Schöpfkellen und Mischkrüge an die nördlich und
westlich gelegenen Fürstenhöfe. In den keltischen Burgen und
Fürstengräbern wurden bei archäologischen Ausgrabungen mehr etruskische
Bronzekannen gefunden als in Etrurien selbst. Auf diesen Handelswegen ist
auch der mannshohe Bronzekrater von Vix gebracht und einer keltischen
Fürstin mit ins Grab gegeben worden. Er befindet sich heute im nahe
gelegenen Museum von Chatillon, also vor den Toren von Paris. Die
Fachleute streiten sich noch immer, ob er etruskischen, tarentinischen
oder spartanischen Ursprungs sei. Kein Zweifel besteht aber daran, dass er
durch den Fernhandel der Etrusker auf den Weg gebracht wurde.
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Der Transport etruskischer Bronzen löste ganz
unerwartet eine Lawine von Eigenproduktionen verschiedener keltischer
Völker aus. Am bekanntesten ist die Nachahmung dieser Gefäße bei den
Menschen der Hallstattkultur, die mit Steinsalz handelten, das unter Tage
abgebaut wurde (6./5. Jh. v. Chr.). Aber ein anderer Stamm, der auf der
Nordseite der Po-Ebene siedelte und den die Etrusker, wenn sie über den
Apennin kamen, antrafen, nämlich die Leute der Este-Kultur, hatten die
Technik, Bronze zu treiben, und bestimmte Formen der Darstellung wie die
Einteilung in Frieszonen von den Etruskern gelernt, gestalteten aber
völlig neue Bildergeschichten. Bei der Este-Kultur, die auf den
vorgeschobenen Euganeischen Bergen westlich von Padua ihren namengebenden
Hauptort Este (lat. Ateste) besitzt, streitet man sich, ob es sich um
keltische oder einheimische venetische Bevölkerung handelt. Jedenfalls
waren die Eimer (Situlen) und Gürtel der Este-Kultur so begehrt, dass sie
sich bis auf den Balkan und bis nach Bologna, der alten etruskischen Stadt
Felsina, verbreitet haben.
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Es ist unbekannt, wo und wie die Etrusker das
Haupthindernis der Po-Ebene, nämlich den Fluss selbst, überwunden haben.
Die Landschaft war zu dieser Zeit noch ungegliedert und wild. Es gab keine
Straßen, keine Brücken. Der Po hatte noch keine von Menschen
geschaffenen Deiche und mäandrierte ohne starkes Gefälle über weite
Strecken, bildete Sümpfe und Sandbänke und veränderte seinen Lauf von
Jahr zu Jahr. Am schlimmsten aber waren die unberechenbaren
Überflutungen, die weite Teile des Landes unter Wasser setzten, wobei es
ungewiss war, welche Stellen im folgenden Jahr passierbar seien. Dennoch
haben die Etrusker diese Schwierigkeit während des gesamten 6. Jhs. und
wohl auch im beginnenden 5. Jh. v. Chr. bewältigt.
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Es gibt antike Berichte (Livius 5,7-11), die davon
sprechen, dass die Etrusker im 6. Jh. v. Chr. zwölf Städte in der
Po-Ebene angelegt hätten, entsprechend der Dodekapolis (12-Städte-Bund)
in Campanien und ihren eigenen zwölf Hauptorten in Etrurien. Während es
in Campanien rund um Capua tatsächlich archäologische Beweise für eine
etruskische Dominanz in dieser Zeit gibt, fehlen uns heute noch die Belege
für eine dauernde etruskische Besiedlung der Po-Ebene. Ausgeschlossen ist
eine permanente Anwesenheit von Etruskern in Oberitalien aber nicht. Atria,
das heutige Adria, wird von Livius als etruskische Kolonie bezeichnet, das
etruskische Spina, in den heutigen Sümpfen bei Comacchio gelegen, hatte
sogar ein Schatzhaus in Delphi. Neue Ausgrabungen der Universität von
Ferrara haben südöstlich von Rovigo in San Cassiano di Crespino
nördlich des Po zum ersten Mal ein aus Stein errichtetes etruskisches
Gebäude, wohl ein Herrenhaus, an den Tag gebracht. Südlich von Rovigo
und ebenfalls nördlich des Po wurden in der Gemarkung Balone vier Gräber
freigelegt, die etruskische Bronzen, attische und venetische Keramiken
enthielten. Einzelne etruskische Bronzen sind an verschiedenen Stellen der
Padana aufgetaucht. Die Präsenz der Etrusker ist aber auch in der
westlichen Padana durch Inschriften auf Stein gesichert, so etwa bei Turin
und zwischen Como und Chiasso. Aber es fehlt an etruskischen Friedhöfen
und "Städten", um die antike Vermutung zu belegen, die Etrusker
hätten die gesamte Po-Ebene im 6. Jh. v. Chr. beherrscht.
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Seit der Mitte des 6. Jhs. v. Chr. floriert der Handel
zwischen Griechen und Etruskern auf der neuen Route über die Adria. In
einem natürlichen Hafen an der Adria, in Spina, entstand in sumpfigem
Gebiet einer tiefen Bucht eine Pfahlbausiedlung mit einer Sicherung aus
Palisaden.
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Ein zweiter Adria-Hafen wurde kurz darauf eröffnet:
Atria (Adria), das auf festem Land hinter den noch heute im Luftbild
sichtbaren antiken Dünen an der Mündung eines Po-Arms liegt. In beiden
Städten wurden massenhaft attische Gefäße gefunden, die nie ihren
Bestimmungsort in Etrurien erreichten. In einer Bochumer Doktorarbeit
wurde dargelegt, dass die Athener gegen Geld vor der Seeräubergefahr in
der Adria wahrscheinlich Geleitschutz des Inselstaates Korkyra (Korfu)
erhielten.
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Die Funde aus der Pfahlbau-Siedlung Spina befinden sich
heute in dem Museo Archeologico von Ferrara, das seinen Sitz in dem
schönsten Renaissance-Palast hat, dem Palazzo di Ludovico il Moro,
während die Funde aus dem Stadtgebiet von Adria im Museo Nazionale di
Adria untergebracht sind. Beide Sammlungen beherbergen kostbarste
Zeugnisse attischer Keramik, die jeder Tourist besuchen sollte. Die Funde
aus Balone und San Cassiano di Crespino sind neuerdings im Museo dei
Grandi Fiumi in Rovigo ausgestellt, das im ehemaligen Olivetaner-Kloster
im Süden der Stadt untergebracht ist.
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Veneter in der östlichen Padana
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Deutlichere Spuren als die Etrusker haben in der Padana
die Veneter hinterlassen. Es ist die bodenständige Bevölkerung der
Region Veneto, die wir an ihrer besonderen Schrift und ihrer Keramik
erkennen. Nach den Fundorten erschlossen, erstreckte sich ihr Gebiet von
Ravenna bis Verona, von dort entlang des Alpenfußes bis nach Belluno und
fast bis Aquileia. Antike Nachrichten finden sich schon bei Herodot,
ausführlich aber berichtet relativ spät Polybios im 3. Jh. v. Chr. über
sie (2. Buch, 17. Kapitel): Die Veneter bilden einen Puffer zwischen den
unruhigen Illyrern einerseits, die ihr Stammesgebiet hinter Triest auf dem
Balkan haben, und den Kelten in der Po-Ebene: in ihrer Tracht gleichen sie
den Kelten, haben aber eine eigene Sprache. Die Veneter sind, soweit wir
das heute beurteilen können, tatsächlich eine eigene Kulturregion, die
sich zwar dem griechischen Flair geöffnet hat, aber das Griechische oder
Etruskische nicht imitiert. Vielmehr folgen die Veneter den Traditionen
der Este-Kultur und setzen sie fort in den Zeiten, als in Este selbst
diese Kultur erloschen ist. Da die Veneter an der Küste der Adria
siedeln, gilt unser Interesse im folgenden speziell diesem Stamm.
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Kelten in der westlichen Padana
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Seit der Mitte des 5. Jhs. v. Chr. haben die Kelten vor
allem die westliche Po-Ebene okkupiert. Sie kamen aus Frankreich oder aus
den Alpen in die weitläufige Ebene, weil diese fruchtbare Landschaft ihr
Interesse geweckt hatte. Polybios bietet mit einem großen Exkurs im 2.
Buch seines Geschichtswerkes die anschaulichste Darstellung der Po-Ebene
und der Kelten. Als erste nennt er die Taurisker, die sich in der Gegend
von Turin niedergelassen hatten, dann - neben kleineren Keltenstämmen -
die Insubrer rund um Mailand und die Cenomanen zwischen Mantua, Verona und
Brescia. Südlich des Po siedelten Anaren und Bojer, Lingonen und Senonen.
Livius 5,33-34 schreibt zum Jahr 391 v. Chr., dass eine Gruppe Kelten, von
der Fruchtbarkeit des Landes und der Menge des Weines angelockt, die
Cottischen Alpen überschritten und sich bei Turin niedergelassen hätten;
ihnen folgten unter ihrem Anführer Elitovius die eben genannten Cenomanen
über den Grossen Sankt Bernhard. Dann kamen die Bojer und Lingonen, die
südlich des Po siedeln und das Gebiet den Etruskern und Umbrern genommen
hätten (Livius 5,35,1-2). Aber dieser Einwanderung von Kelten im frühen
4. Jh. v. Chr. waren bereits 200 Jahre früher Kelteneinfälle und Kämpfe
mit den Etruskern voraus gegangen (Livius 5,33,5-6).
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Die Kelten trieben in der Hauptsache Vieh- und
Landwirtschaft, wohnten in unbefestigten Dörfern und waren gefürchtete
Krieger. Diese Verteilung der Kelten und Veneter in der Po-Ebene wird von
den archäologischen Funden, hauptsächlich Friedhöfen mit keltischem
Geschirr und schwerem Bronzeschmuck, bestätigt: von den Westalpen bis ins
mantuanische Gebiet reichen sie, finden sich aber nicht in Venetien. Die
Kelten, sagt Polybios, haben die Etrusker aus der Po-Ebene vertrieben.
Dass die Kelten die Padana einnehmen konnten, ohne auf ernsthaften
Widerstand der Etrusker zu stoßen (jedenfalls berichtet keine antike
Quelle davon), macht deutlich, dass die Präsenz der Etrusker nicht auf
eine dauerhafte Okkupation der Po-Ebene ausgerichtet war.
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In dieser Zeit, die der griechischen Klassik und dem
Hellenismus entspricht, sind die Kelten überall als beunruhigendes
Element der Stadtkulturen am nördlichen Rand des Mittelmeers und der
Ägäis virulent. Für Rom aber stellten sie eine existentielle
Gefährdung dar, seit sie auf ihren Streif- und Raubzügen erstmals 390 v.
Chr. sogar die römische Hauptstadt bis auf das Capitol - die
kapitolinischen Gänse hielten Wacht - erobert hatten (Livius 5,37-47).
Unter ihrem Anführer Brennus hatten die Kelten zuvor die Römer an der
Allia in die Flucht geschlagen, nur 11 Meilen vor der damaligen
Stadtgrenze Roms. Tagelang konnten die Kelten in Rom ungestört plündern
und brennen, bevor sich die Römer von diesem Schock erholten und sich
endlich unter Camillus zur Abwehr formierten.
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Kelteneinfälle nach Mittelitalien wiederholten sich
immer wieder im 4. und 3. Jh. v. Chr. Nach vielen Kämpfen mit den Kelten
entschlossen sich endlich die Römer, die Kelten mit militärischer Macht
aus der Po-Ebene zu verdrängen.
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Römische Besetzung der Padana
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Die Römer unterwerfen zunächst Etrurien, das sich
zeitweise mit den Kelten gegen Rom verbündet hatte, und weiten dadurch
ihren Machtanspruch bis zum Apennin aus. Im Verlauf des 1. Punischen
Krieges (264-241 v. Chr.) wird die Padana als Schwachstelle im römischen
Verteidigungssystem erkannt. Rom reagiert: mit einer römischen Besetzung
und Kolonisierung der südlichen Po-Ebene am Ende des 3. Jhs. v. Chr.
werden einerseits die Kelten in die Alpen zurückgedrängt, andererseits
ein Vorfeld außerhalb des römischen Stammlandes geschaffen. Nach etwa
180 Jahren geht damit die keltische Herrschaft hier zu Ende, aber noch
nicht nördlich des Po (Transpadana). Die Römer, denen die Sicherung der
Padana aufgetragen war, trafen auf eine durchaus gemischte Bevölkerung,
die unter der neuen Herrschaft vor allem eine effiziente Verwaltung
kennenlernte. Straßenbau, Anlage von römischen Städten (coloniae)
und später die Einrichtung der Provincia Gallia Cisalpina waren die
Mittel der Herrschaft. Es war aber keineswegs ein Austausch der
Bevölkerung durch "echte Römer". Dennoch hatte die neue
Ordnung die Romanisierung der Padana zum Ziel, die kulturelle und
zivilisatorische Einheit ohne Ansehen der ursprünglichen
Stammeszugehörigkeit.
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Als erstes werden einige befestigte militärische
Kolonien angelegt, Vorgänger der heutigen Städte Cremona (218 v. Chr.),
Pisaurum/Pesaro (189 v. Chr.), Parma und Mutina/Modena (183 v. Chr.) als
Militär-Kolonien, Piacenza (219/218 v. Chr.), Bononia/Bologna (189 v.
Chr.), Aquileia und Luca/Lucca (181 und 180 v. Chr.) als latinische
Kolonien. Es ging in dieser Phase offensichtlich darum, die Landschaft
südlich des Po in Besitz zu nehmen, nur Cremona bildete einen
Brückenkopf zur nördlichen Po-Ebene (Transpadana).
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Die frühesten Kolonien wurden im 2. Punischen Krieg
(218-201 v. Chr.) bereits wieder von Hannibal zerstört. Neugründungen
erfolgten unmittelbar nach Ende des Krieges, verbunden mit dem aufwendigen
Bau einer ersten Heer- und Landstraße (via publica) =
Staatsstraße), nämlich der Via Aemilia.
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Die Staatsgrenze
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Die Entwicklung der neu geschaffenen römischen Provinz
Gallia Cisalpina ("das Gallien diesseits der Alpen" von Rom aus
gesehen) lässt sich an den Daten des Straßenbaus recht gut ablesen.
Zunächst galt das Interesse der Römer in der ersten Hälfte des 2. Jhs.
v. Chr. dem Land südlich des Po. Erst in der zweiten Hälfte des 2. Jhs.
v. Chr. werden Straßen und Städte im Land nördlich des Po (Transpadana)
angelegt; doch es ist nicht geklärt, wann genau die Provinz eingerichtet
wurde und seit wann die Transpadana zu ihr gehörte. Jedenfalls lag die
römische Staatsgrenze bis ins Jahr 43 v. Chr. weiterhin am Rubicon, etwa
12 km nördlich von Rimini entfernt. Solche Grenzen sind für die Römer
von besonderer ritueller Bedeutung. Ein Feldherr durfte zwar mit seinen
Legionen in den Provinzen Kriege führen, er durfte aber mit seinen
Legionen diese Grenze nicht überschreiten. Lucan schreibt im 1. Buch
seines Epos über den Bürgerkrieg:
Spärlich ergießt sich vom Quell und fließt, ein dürftiges Rinnsal,
Rötlich der Rubicon während der glühenden Hitze des Sommers,
Schleicht durch Talgründe hin und bildet die sichere Grenze
Zwischen der Gallischen Flur und Ausoniens pflügenden Bauern.
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Als Caesar diese Grenze im Jahre 49 v. Chr. mit seinen
Truppen überschritt, bedeutete das Krieg mit Rom, Bürgerkrieg zwischen
Caesar und Pompeius auf römischem Boden ("Ausonien").
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Nach Caesars Tod kam es bei Mutina/Modena im Jahre
44/43 v. Chr. zu einer tragischen Schlacht zwischen dem konsularischen
Heer und den Truppen des Marcus Antonius, in dessen Verlauf die beiden
Konsuln Hirtius (der das 8. Buch des Gallischen Krieges verfasst hat)
und Pansa umkamen, Antonius aber in die Provence
entfliehen konnte: er hatte die Statthalterschaft über die Gallia
Cisalpina beansprucht, während der Senat sie dem D. Iunius Brutus
zugesprochen hatte. Der spätere Kaiser Augustus, der die Konsuln
unterstützen sollte, war mit seinen Einheiten nicht rechtzeitig
erschienen, bemächtigte sich aber jetzt Roms. Obwohl sich die
Auseinandersetzungen mit Antonius noch bis zur Schlacht von Actium (31 v.
Chr.) hinzogen, löste Augustus schon 43 v. Chr. die Provincia Gallia
Cisalpina auf und schlug sie dem römischen Staatsgebiet zu. Das
ermöglichte Rom, die Veteranen aus den Armeen des Bürgerkriegs in
großem Umfang in der Padana anzusiedeln. Von der Landverteilung unter
Augustus, die gleichzeitig Enteignungen großer Ländereien nötig machte,
war auch der Dichter Vergil betroffen, dessen väterlichen Güter in der
Nähe von Mantua lagen.
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Die neue Ordnung nach Regionen, die Augustus
eingeführt hatte, ist in Abb. 4 eingetragen. Die Regio VI Umbria und die
Regio VII Etruria liegen südlich am Apennin, die Regio IX Liguria reicht
im Westen vom Mittelmeer bis an den Po, die Regio X Venetia ist größer
als das heutige Venetien, denn es umfasst die Gegend von Mantua bis
Aquileia; westlich schließt sich die Regio XI Transpadana an, die das
heutige Piemont und die Lombardei umfasst.
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Stadt und Land während des römischen Kaisertums
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Das Aufblühen der römischen Städte in Oberitalien
seit der frühen Kaiserzeit veranschaulichen Orte mit bedeutenden
römischen Ruinen wie Aosta, Turin, Susa, Como, Brescia, Sirmione am
Gardasee, Verona oder, ganz im Osten Oberitaliens, Aquileia. Weitere
ließen sich anfügen, die heute über keine sehenswerten Reste römischer
Architektur mehr verfügen: Cremona, Piacenza, Modena oder Mantua. Im 3.
Buch der Georgica spricht Vergil von Stiftungen, die er seiner Vaterstadt
Mantua bringen will: Tempel, Theater und Festspiele. Durch eigene
Wirtschaftskraft und durch Stiftungen gewinnt die Padana bereits im 1. Jh.
v. Chr. ein eigenes Gesicht, eine reiche Gegend Italiens, deren Städte
expandieren. Wenige Nachrichten nur sind in der antiken Literatur
überliefert, so dass die Archäologie die Geschichtsschreibung vertreten
muss. Neue Straßen vervollständigen das ursprüngliche Straßennetz.
Allein die Wirtschaftskraft des Landes, die sich in den Städten
akkumuliert, bringt diese Blüte hervor. Hinzu kommen kaiserliche Domänen
wie jene in Voghenza bei Ferrara, wo in trajanischer Zeit Bauholz für
Schiffe geschlagen wurde: Bestattungen in Marmorsarkophagen und reichste
Beigaben von Silber, Gold und Bernstein der Domänen-Angestellten machen
klar, auf welch hohem Niveau sich das Leben in der ehemaligen Provinz
abspielte.
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Dennoch gab es Störungen. So fanden nach Neros Tod im
Drei-Kaiser-Jahr 69 n. Chr. gerade in der Padana die beiden entscheidenden
Schlachten des Kaisers Vitellius statt: am 14. April siegen seine Truppen
über die des Kaisers Otho, am 24. Oktober aber unterliegt Vitellius den
Truppen des Kaisers Vespasian. Der Schauplatz dieser Kämpfe war jeweils
Bedriacum, das in der Mitte zwischen Cremona und Mantua liegt. Kämpfe
zwischen mehreren römischen Legionen aber müssen schwere Verwüstungen
angerichtet haben: eine Legion hat eine Sollstärke von 5600 Soldaten.
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Aber ebenso wie die Hochwasser des Po oder Seuchen, von
denen Vergil schreibt, sind auch diese Störungen nicht von Dauer. Die
Sammlung der Meilensteine in der Padana durch M. Calzolari und ihre
Kartierung zeigt, dass die Straßen bis in die Spätantike instand
gehalten wurden. Dasselbe gilt sicherlich für die gesamte Infrastruktur.
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Neben den Städten sind es vor allem die Gutshöfe auf
dem Lande, die nur existieren konnten, so lange das Land entwässert
wurde, die Kanäle offen gehalten und die Flüsse reguliert oder
eingedämmt waren. Im 6. Jh. n. Chr. versumpft die Padana wieder und ist
bis ins 10. Jh. hinein vermutlich unbewohnbar.
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Die ungeschützten Höfe abseits der Städte zeigen
uns, dass die Padana während der Kaiserzeit als eine Landschaft galt, die
keine äußeren Feinde mehr zu fürchten hatte. Zu ihrem Aufschwung trug
bei, dass bereits Kaiser Augustus Ravenna zum wichtigsten
Militärstützpunkt an der Adria gemacht, als er hier die Hälfte der
römischen Flotte stationierte; die andere Hälfte lag am tyrrhenischen
Meer nahe bei Neapel in Misenum. Aber erst zu Beginn des 4. Jhs. wuchs
Mailand durch die diokletianische Verwaltungsreform zum Regierungszentrum
für Italiens heran, wo im gesamten 4. Jh. n. Chr. der Sitz des Vicarius
Italiae lag: die Verwaltung Italiens war von Rom abgezogen worden. Im
Jahre 402 n. Chr. verlegte Kaiser Honorius sogar die kaiserliche Residenz
des Westreiches von Rom nach Ravenna. Diese Verlagerung des Machtgefüges
erklärt auch, warum Alarich (403-410 n. Chr.), der König der Westgoten,
Rom im Jahre 410 einzunehmen vermochte, ohne auf massive Gegenwehr zu
stoßen. Die Padana war aufgestiegen zur wichtigsten Landschaft Italiens.
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Die Padana in der Völkerwanderungszeit
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Die Zeit des Römischen Imperiums geht im 5. Jh. ihrem
Ende entgegen. Schon zu Beginn des 4. Jhs. hatte sich Konstantin, der
nachmalig der Grosse genannt wird, durch Siege über seine Mitregenten der
Tetrarchie, also der vernünftigen Viererherrschaft, die das Riesenreich
gemeinsam beherrschen wollten, wieder zum Alleinherrscher wie in der
früheren Kaiserzeit gemacht. Zuvor hatte er 313 das Toleranzedikt zu
Mailand erlassen, das völlige Religionsfreiheit und Gleichberechtigung
des Christentums und Abschaffung des Staatskultes dekretierte, und dann
330 die neue christliche Reichshauptstadt Konstantinopolis (Byzantion,
Byzanz) in bewusstem Gegensatz zum heidnischen Rom gegründet. Unter
seinen Nachfolgern zogen sich wieder die Wolken über dem römischen Reich
zusammen, indem die Hunnen, die Jahrhunderte vorher aus China vertrieben
worden waren, bis zur südrussischen Steppe vordrangen und dort 375 n.
Chr. das Ostgotenreich zerstörten, das nördlich der Krim nach der
Einwanderung der Ostgoten aus Nordeuropa entstanden war. Von da an
sprechen wir von der Völkerwanderungszeit, die nun allen Kaisern in Ost-
und Westrom zu schaffen machen wird und die nicht etwa mit der Schlacht
auf den Katalaunischen Feldern in der Champagne bei Troyes 451 gegen die
Hunnen endet. Attila wird dort geschlagen und an weiteren Eroberungen im
Westen gehindert, aber nur zeitweise geschwächt. Im Frühjahr 452 zog er
dann nach Italien, nahm die berühmte Stadt Aquileia ein, plünderte das
reiche Mailand und Pavia und empfing in der Nähe von Mantua den Papst
Leo, der um Waffenstillstand bat und im Namen der Römer eine jährliche
Tributzahlung anbot. Zum Glück für Italien hatte eine Armee des
oströmischen Reiches die Hunnen in ihren Sitzen in der ungarischen
Tiefebene gerade in diesem Moment angegriffen, so dass Attila dem
Vorschlag Leos zustimmte und aus Italien abzog. Die endgültige Rettung
vor den Hunnen war Attilas Tod im nächsten Jahr, worauf bald danach das
Hunnenreich auseinander fiel.
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Diese bewegte Zeit hat sich auch in unserem Ort
Ficarolo niedergeschlagen. Das Treffen zwischen Papst und Hunnenkönig
hatte schließlich nur etwa 60 km entfernt davon stattgefunden, keine
große Strecke für die Steppenreiter. 1991 gruben wir in Chiesazza, nur
500 m von Chiunsano entfernt, einen Teil eines Friedhofes mit 60 Toten
aus, der wie frühmittelalterliche Friedhöfe angelegt war (Abb....): die
Toten lagen in Reihen und in christlicher Art orientiert, der Kopf im
Westen und die Füße im Osten, Beigaben waren keine niedergelegt worden
(Abb. ...). Nur ein einziger Kamm fand sich, der aber das Haar eines Toten
bei seiner Bestattung zusammen gehalten hatte. Die Datierung des
Friedhofes war daher nicht einfach. Doch es kamen uns mehrere Dinge zu
Hilfe: die Toten lagen zwar zum Teil in gleicher Ausrichtung und gewissem
Abstand voneinander, aber einige waren doch so übereinander begraben,
dass die Bestattungen in längerem Abstand erfolgt sein mussten. Die
Belegung des Friedhofs hatte mindestens drei Generationen gedauert. Die
anthropologische Untersuchung der Skelette brachte Erstaunliches zutage:
bestattet waren nicht nur einheimische Italiker, sondern auch Rätoromanen
aus den Alpenregionen, Ostgermanen und mindestens zwei Tote, die aus
Verbindungen mit zentralasiatischen, hunnischen Männern vor ein oder zwei
Generationen herrührten. So war der Friedhof also nach 452 angelegt und
konnte bis 600 benutzt worden sein. Bestattet wurde hier die
Landbevölkerung dieser Gegend, während die Angehörigen der
Führungsschicht einzeln und mit Beigaben auf ihrem eigenen Anwesen
Gräber bekamen, wie sie in Chiunsano bei Ficarolo bei unserer Grabung im
Jahre 1992 überraschend auftauchten. Der gesundheitliche Status der in
Chiesazza beerdigten Leute war erstaunlich gut, was die Feststellung der
Historiker untermauert, dass sich am Ende der Kaiserzeit der
wirtschaftliche Schwerpunkt von den Städten, in denen der Wohlstand sank,
und oft anarchische Zustände herrschten, auf das Land verlagert hatte.
Die ethnische Vielfalt der Bevölkerung illustriert hingegen besser als
jede historische Abhandlung die Zustände während der
Völkerwanderungszeit und den Hunnenzug in die Po-Ebene.
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Doch nach Italien zogen vor allem die gotischen und
germanischen Stämme, die von den Reiternomaden aus ihren östlichen
Ländern verdrängt worden waren. Schon 377 gab es eine staatliche
verordnete Ansiedlung einer Gotenschar in der Po-Ebene, nachdem sie von
den Römern an der Grenze zu Illyrien geschlagen worden war.
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Später kamen dann Teile der germanischen Heruler und
anderer Verbände als Söldner nach Italien. Obwohl sie in römischem
Dienst standen, strebten diese germanischen Gruppen doch nach einer
gewissen Autonomie und wählten Odoaker, der Skire, Rugier oder Heruler
war, zu ihrem gemeinsamen König. Als König residierte er - wie später
Theoderich d.Gr. - in Pavia, als Vertreter des byzantinischen Kaisers aber
in Ravenna: dort hatte er den letzten weströmische Kaiser Romulus
Augustus (Augustulus) 476 abgesetzt und wurde als dessen Nachfolger vom
römischen Senat und dem byzantinischen Hof anerkannt; wir würden heute
sagen: mit der Regierung Westroms kommissarisch beauftragt, denn Odoaker
nahm den Titel Augustus (Kaiser) nicht an.
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Als sich Spannungen zwischen Odoaker und dem
byzantinischen Hof einstellten, wurde der Ostgotenkönig Theoderich d.Gr.
486 von Kaiser Zenon beauftragt, gegen Odoaker vorzugehen. Theoderich
d.Gr. zog nun 489 mit seinem gesamten Volk in Italien ein, belagerte
Odoaker drei Jahre lang in Ravenna und tötete ihn eigenhändig 493 bei
einem offiziellen Waffenstillstandsgespräch. Diese Episode ist in die
germanische Heldensage eingegangen in der Gestalt des Dietrich von Bern (=
Theoderich von Verona).
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Theoderich d.Gr. stammte aus dem Geschlecht der Amaler;
geboren 453, wurde er mit zwanzig Jahren 473 zum König seines Stammes
gewählt. In seiner Jugend war er als Geisel am oströmischen Hof in
Konstantinopel erzogen worden und kannte also die militärischen und
diplomatischen Regeln der Staatsführung aufs beste. 474 wurde Theoderich
d.Gr. vom byzantinischen Kaiser Zenon zum Reichsfeldherrn und Patricius
ernannt, später (484) zum Konsul designiert und wegen militärischer
Erfolge in Kleinasien mit einer Reiterstatue in Konstantinopel geehrt.
Seine Regierung Italiens fand ungeteiltes Lob ebenso am byzantinischen Hof
wie im Senat von Rom, so dass er als loyaler Vertreter des oströmischen
Kaisers in die Geschichte eingegangen ist. Theoderich d.Gr. hatte das
Recht, den kaiserlichen Purpur zu tragen und einen der beiden römischen
Konsuln, und zwar den westlichen, zu benennen. Diese glückliche Zeit
endete 526 mit dem Tod des Theoderich. Denn seine Nachfolger, die nach
einer Unabhängigkeit von Byzanz strebten, entfachten die Gotenkriege, die
von Prokopios von Caesarea, dem byzantinischen Historiker des 6. Jhs.,
anschaulich beschrieben wurden und die zur völligen Vernichtung der Goten
in Italien führten.
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Gleichwohl pflegte Theoderich d.Gr. dynastische
Verbindungen zu seinen germanischen Königskollegen: so war seine Frau die
Schwester des Frankenkönigs Chlodwig, zwei seiner Töchter heirateten den
König Sigismund von Burgund und den Westgotenkönig Alarich II. Erst 507
kam es zu Spannungen mit Chlodwig, der die Alamannen vertrieben hatte.
Theoderich d.Gr. nahm die Alamannen in sein oberitalisches Reich auf;
außerdem verwehrte er Chlodwig den Zugang zum Mittelmeer, indem er die
von Chlodwig bedrängten Westgoten in Südfrankreich unterstützte.
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Nach der Gotenzeit scheint es in der Gegend um Ficarolo
wirklich öde geworden zu sein. Nicht eine einzige langobardische Scherbe
oder eine mittelalterliche Münze fand sich, nur Ortsnamen der Gegend
verraten noch langobardischen Ursprung. Die Po-Ebene war versumpft. Die
wichtigen mittelalterlichen Stätten um 1000 n. Chr. sind die in weiterer
Entfernung liegenden Benediktiner-Abteien von Nonantola bei Modena und
Pomposa nördlich von Ravenna, von denen die Wiederbesiedlung der Padana
ausging, nachdem man die Entwässerung der Sümpfe systematisch
durchgeführt hatte.
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