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Allgemeine Informationen

Alt und Jung an einer GehhilfeWenn der Partner, ein Elternteil oder anderer naher Verwandter durch Unfall oder altersbedingt Hilfe und vielleicht auch Pflege bedarf, stellt dies viele Angehörige anfangs vor eine große organisatorische Herausforderung. Wie gehen ich und meine Familie mit der neuen Situation um? Wie sollen wir die Pflege organisieren? Und mit welcher Unterstützung können wir beispielsweise vom Staat rechnen?

Entscheidend ist bei der Beantwortung dieser Fragen in erster Linie der Zustand Ihres hilfsbedürftigen Angehörigen. Braucht er nur ab und zu Hilfe in seinem Alltag, ist er kein Pflegefall. Nicht selten sind es Tätigkeiten im Haushalt, bei denen Unterstützung von Nöten ist. Eine professionelle Haushaltshilfe ist in diesem Fall eine gute Lösung. Wenn Sie sich diese nicht leisten können, erhalten Sie unter Umständen finanzielle Unterstützung vom Sozialamt. Fragen Sie beim örtlichen Sozialhilfeträger nach. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse auch nach der Leistung „Haushaltshilfe“. Obwohl es viele Menschen (noch) nicht wissen, ist diese Hilfe in vielen Satzungen ausdrücklich vorgesehen.

Wenn Laien, wie Verwandte oder Freunde, den Pflegebedürftigen mindestens 14 Stunden in der Woche betreuen, erwerben sie Rentenansprüche, ohne eigene Beiträge zahlen zu müssen, sowie Anspruch auf eine gesetzliche Unfallversicherung. Diese Ansprüche sind an die Bedingung geknüpft, dass die betreuende Person nicht mehr als 30 Stunden in der Woche berufstätig ist.

Viele Vergünstigungen, wie zum Beispiel steuerliche Vergünstigungen oder Freifahrten bzw. vergünstigte Fahrten im Öffentlichen Personennahverkehr, erhalten Inhaber des Schwerbehindertenausweises. Sollte Ihr Angehöriger dauerhaft körperlich eingeschränkt oder geistig verwirrt sein, kann er einen Schwerbehindertenausweis erhalten. Senden Sie zur Beantragung ein formloses Schreiben an das zuständige Versorgungsamt Externer Hyperlink. Legen Sie noch keine Belege oder Atteste bei, da diese von der zuständigen Behörde angefordert werden.

Wird ein Mensch pflegebedürftig, so werden in dem Haushalt, in dem er lebt, häufig Umbaumaßnamen wie der Einbau einer ebenerdigen Dusche oder ein Umbau der Küche notwendig. In manchen Fällen beteiligt sich die Pflegekasse an den dadurch entstehenden Kosten. Erkundigen Sie sich darüber unbedingt frühzeitig, da ein Antrag nur dann zumindest Aussicht auf Erfolg hat, wenn er vor Baubeginn eingereicht wird. Beim Behindertenbeauftragten Ihrer Stadt oder Gemeinde können Sie darüber hinaus in Erfahrung bringen, ob es zu diesem Verwendungszweck vielleicht auch Geld aus regionalen Fördertöpfen gibt.

 

Internetseiten zum Thema Pflege von Angehörigen

Informationen zu allen Fragen rund um die Pflege, mit Hinweisen auch auf örtlich zuständige Ämter, finden Sie auf der Internetseite des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) Externer Hyperlink.

Informationen zur finanziellen Unterstützung von Umbaumaßnahmen finden Sie bei Barrierefrei Leben e.V. Externer Hyperlink oder unter online-wohn-beratung.de Externer Hyperlink.

Buchtipps

  • Daniela Flemming, „Mutbuch für pflegende Angehörige und professionell Pflegende altersverwirrter Menschen“, Beltz GmbH, Julius.
    ISBN: 978-3-407-22894-9
  • Else Hübner, „Leicht ist es nicht. Wenn der liebste Mensch pflegebedürftig wird“, Salzer Verlag GmbH.
    ISBN-13: 978-3-793-60353-5
  • M. Schneider, „Leitfaden zur Pflegeerleichterung für pflegende Angehörige“, Books on Demand GmbH.
    ISBN-13: 978-3-833-47110-0

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